MasukAngels Perspektive
Er führte mich in einen Raum, der wie ein Hauptschlafzimmer aussah, mit gedämpftem Licht und dem schweren Geruch von Zigaretten.
„Geh duschen“, sagte er kalt. „Und versuch nichts Dummes.“
Er warf mir ein weißes Handtuch zu, murmelte etwas davon, dass ich mich beeilen sollte, und verließ den Raum.
Wenige Minuten später war ich fertig und durchsuchte seinen Kleiderschrank nach etwas, womit ich mich bedecken konnte. In diesem Moment kam er zurück. Der Geruch von Zigaretten folgte ihm.
Instinktiv hielt ich das Handtuch vor meinen Körper. Mein Herz raste.
Er leckte sich über die Lippen und schenkte mir ein Lächeln, das mir eine Gänsehaut verursachte.
Er machte einen Schritt auf mich zu.
Ich wich zurück.
Noch einen.
Bis ich die Wand hinter mir spürte.
Es gab keinen Ausweg.
Er drückte mich gegen die Wand und presste seine Lippen auf meine. Der bittere Geschmack von Zigaretten füllte meinen Mund.
Ich spuckte ihm ins Gesicht.
Sein Blick verfinsterte sich sofort.
Mit einem harten Stoß warf er mich aufs Bett und begann seinen Gürtel zu öffnen.
Ich kroch rückwärts bis an die Bettkante und zog die Knie an meinen Körper.
Er kam näher.
Sein Blick ließ keinen Zweifel an seinen Absichten.
„Beug dich vor und küss mich noch einmal.“
Er packte meine Brüste und drückte sein Gesicht dagegen.
In diesem Moment fiel mein Blick auf eine weiß-blaue Vase auf dem Nachttisch.
Langsam streckte ich die Hand aus.
Er bemerkte nichts.
Seine Aufmerksamkeit galt nur mir.
Ich griff nach der Vase, hob sie an und schlug sie ihm mit aller Kraft gegen den Kopf.
Ein dumpfer Schlag hallte durch den Raum.
Sein Körper sackte zusammen und fiel reglos zu Boden.
Angst durchfuhr mich.
Zitternd hob ich seine Hand an und ließ sie los.
Keine Reaktion.
Mein Herz raste.
Schnell zog ich mich an und zwang mich zur Ruhe.
Ich durfte die Wachen nicht alarmieren.
Leise schlich ich zur Tür, öffnete sie und trat hinaus.
Dann versuchte ich, den Weg zurückzufinden.
Doch als ich um die nächste Ecke bog, trat plötzlich eine Gestalt aus den Schatten.
Mein Geist verließ augenblicklich meinen Körper.
Der Mann kam auf mich zu.
Mein erster Instinkt war zu fliehen, doch wohin?
Er bedeutete mir, still zu sein und ihm zu folgen.
Zögernd gehorchte ich.
Er führte mich zur Hintertür, bedeutete mir zu warten und ging hinaus, als wäre nichts geschehen.
Ich wusste nicht, ob ich ihm vertrauen konnte – ob er Verbündeter oder Feind war.
Während ich überlegte, ob ich weglaufen sollte, hörte ich ein gedämpftes Geräusch.
Mein Blick schnellte herum.
Für einen Moment blieb er auf dem leblosen Mann liegen, den ich gerade getötet hatte.
Dann bemerkte ich eine weitere Gestalt im Anzug, die in den Schatten lauerte.
Vor Schreck wäre ich beinahe ohnmächtig geworden.
Meine Beine setzten sich in Bewegung, bevor mein Verstand reagieren konnte.
Ich erinnere mich nicht, wie ich über den Zaun kam, aber ich tat es ohne nachzudenken.
Ich rannte, bis ich schließlich die Schnellstraße erreichte.
Um keinen Verdacht zu erregen, ging ich ruhig zu einem Telefonzentrum und rief meinen besten Freund Drane an.
Er nahm sofort ab.
Nachdem ich ihm alles erzählt hatte, sagte er nur:
„Bleib, wo du bist.“
Wenige Minuten später war er da und half mir ins Auto.
Wir fuhren über holprige Straßen Richtung Grenze.
„Du musst die Stadt heute Nacht verlassen“, erklärte er ruhig.
Während er sprach, griff ich unauffällig nach dem gestohlenen Kartonschneider in meiner Tasche.
Nie wieder wollte ich ein Opfer sein.
„Sie sind bestimmt schon auf dem Weg zu dir“, fuhr er fort. „Ich habe einen Freund kontaktiert. Er bringt dich heute Nacht über die Grenze.“
„Danke“, flüsterte ich.
Mein Herz schlug so schnell, als würde es mich vor etwas warnen.
Drane blickte immer wieder in den Rückspiegel.
Seine Finger umklammerten das Lenkrad so fest, dass die Knöchel weiß wurden.
Plötzlich spürte ich etwas Nasses auf meiner Haut und sah hinunter.
An meiner linken Taille entdeckte ich eine Verletzung.
Ich wusste nicht einmal, wie ich sie bekommen hatte.
Sofort brach ich in Tränen aus.
Nicht wegen der Schmerzen.
Sondern wegen der Realität, die mich eingeholt hatte.
Ich verbarg mein Gesicht in den Händen und weinte leise, um Drane nicht zusätzlich zu belasten.
Er hatte bereits genug für mich getan.
Schließlich erreichten wir ein einsames, rostiges Grenztor.
Ein großer Wächter in einem dunklen Mantel trat hervor und richtete seine Taschenlampe direkt auf das Auto.
Drane stieg aus.
„Bleib hier. Ich bin gleich zurück.“
Kurz darauf öffnete er meine Tür.
„Steig aus. Das ist Tom. Er wird dir helfen, die Grenze zu überqueren.“
Bevor wir uns trennten, zog Drane mich zur Seite.
„Das Blut des alten Königs wurde vergossen. Sein Sohn sitzt bereits auf dem Thron. Geh nach Brindleland und halte dich bedeckt. Brich jeden Kontakt zur anderen Seite ab. Tom wird auf dich aufpassen.“
Ich umarmte ihn und weinte an seiner Schulter.
Schließlich löste er sich von mir und reichte mir einen braunen Umschlag.
Darin befanden sich ein gefälschter Reisepass, Bargeld und ein goldener Siegelring mit einem Wolfswappen.
Außerdem lag eine Notiz darin.
Lauf, kleine Mörderin.
Ich blickte mich um, um sicherzugehen, dass niemand lauschte.
Dann sah ich ihn an.
„Was soll das bedeuten?“
Er antwortete nicht.
Stattdessen trat er einen Schritt zurück.
Was sollte nun aus mir werden? Wie sollte ich allein zurechtkommen, jetzt, da ich niemanden mehr hatte?
Schließlich versprach ich ihm, dass ich es schaffen würde.
Er nickte nur.
Er blieb stehen, bis ich auf dem Boot war.
Dann fuhr er davon.
Doch kaum war sein Wagen verschwunden, tauchte derselbe Lieferwagen auf, mit dem mich die Männer zuvor verschleppt hatten.
Die Türen öffneten sich.
Die Männer stiegen aus.
Und ich erkannte ihre Gesichter sofort …
Enzos SichtSie fiel mir in dem Moment auf, als sie das Café betrat. Ich erkannte sie sofort.Ich musste blinzeln und mein Handy hervorholen, um sicherzugehen, dass ich mich nicht irrte.Was für ein Zufall. Die Welt ist wirklich klein.Nach all den Jahren der Suche kam dieses kleine Ding freiwillig direkt in mein Revier. Nach all den Jahren, in denen wir nach ihr gesucht und unzählige Ressourcen verschwendet hatten, stand sie nun hier.Jahre voller Frustration. Jahre, in denen ich mich wie ein Versager gefühlt hatte. Jahre voller aufgestauter Wut und Tränen wegen des Verlustes des einzigen Familienmitglieds, das sich jemals wirklich um mich gekümmert hatte.Und jetzt stand sie nur wenige Meter von mir entfernt.Ich beobachtete, wie sie zur Theke ging und ihre Bestellung aufgab.Ein langsames, boshaftes Grinsen erschien auf meinen Lippen. Anschließend setzte sie sich an einen Tisch am Fenster.Völlig ahnungslos darüber, dass sie gerade das Territorium ihrer Feinde betreten hatte.Klein
Angels PerspektiveIch zwang mich aufzustehen und setzte ein höfliches Lächeln auf, damit er nichts Verdächtiges bemerkte oder mich für seltsam hielt.„Ich sollte besser gehen“, murmelte ich, ohne ihm in die Augen zu sehen.Ich stand auf, stieß dabei beinahe die Tasse vom Tisch und ging davon.Mein Herz hämmerte heftig in meiner Brust.Nein.Er konnte unmöglich einer von ihnen sein.Oder vielleicht dachte ich einfach zu viel nach.Ich versuchte, den Gedanken abzuschütteln. Jemand mit so einem ruhigen und höflichen Auftreten konnte doch kein Mafioso sein.Und trotzdem ließ mich die Erinnerung an seinen Blick nicht los.Die Art, wie sich seine Augen auf meine geheftet hatten, als ich mich umdrehte.Das konnte ich nicht verstehen.Meine Instinkte hatten sofort Alarm geschlagen.Entweder hatten sie mich gefunden oder sie waren kurz davor.Vielleicht war das der Grund, warum ich überall versteckte Bedeutungen suchte.Ich schluckte schwer und umklammerte meine Handtasche fester.„Bitte, Got
Angels PerspektiveEin Jahr später …Die Zeit hat meine Wunden noch nicht geheilt. Sie hat mir nur beigebracht, wie man überlebt – egal unter welchen Umständen. Und ich habe es auf die harte Tour gelernt.Die Welt hat nicht auf meine Heilung gewartet. Sie wurde nicht plötzlich freundlich, nur weil ich innerlich verblutete. Jede Nacht wurde ich von Albträumen heimgesucht. Ich schreckte nach Luft ringend aus dem Schlaf hoch, als wäre ich immer noch in diesem Lieferwagen gefangen, als würde ich noch immer die Schüsse hören, die meinen Eltern das Leben genommen hatten.Das Leben ging ohne sie weiter. Und es könnte auch ohne mich weitergehen, wenn ich mich dazu entschließen würde, im Schmerz zu versinken.Also blieb mir nichts anderes übrig, als weiterzumachen.Nachdem ich in Latex angekommen war, suchte ich mir einen Platz zum Übernachten. Ein enges, heruntergekommenes Zimmer, das nach der schlimmsten Version meiner Vergangenheit roch. Aber es war sicher genug, um die Nacht zu überstehen,
Angels PerspektiveEr führte mich in einen Raum, der wie ein Hauptschlafzimmer aussah, mit gedämpftem Licht und dem schweren Geruch von Zigaretten.„Geh duschen“, sagte er kalt. „Und versuch nichts Dummes.“Er warf mir ein weißes Handtuch zu, murmelte etwas davon, dass ich mich beeilen sollte, und verließ den Raum.Wenige Minuten später war ich fertig und durchsuchte seinen Kleiderschrank nach etwas, womit ich mich bedecken konnte. In diesem Moment kam er zurück. Der Geruch von Zigaretten folgte ihm.Instinktiv hielt ich das Handtuch vor meinen Körper. Mein Herz raste.Er leckte sich über die Lippen und schenkte mir ein Lächeln, das mir eine Gänsehaut verursachte.Er machte einen Schritt auf mich zu.Ich wich zurück.Noch einen.Bis ich die Wand hinter mir spürte.Es gab keinen Ausweg.Er drückte mich gegen die Wand und presste seine Lippen auf meine. Der bittere Geschmack von Zigaretten füllte meinen Mund.Ich spuckte ihm ins Gesicht.Sein Blick verfinsterte sich sofort.Mit einem ha
Angels Perspektive (POV)Ich stand hinter meinem Schlafzimmer Vorhang und sah voller Entsetzen zu, wie meine Eltern wie Kriminelle verprügelt wurden. „Bitte geben Sie uns mehr Zeit“, flehte meine Mutter, während mein Vater immer noch mit dem Gesicht nach unten auf dem Boden lag.Der riesige, furchterregende Mann stieß ein seelen zerstörendes Lachen aus, das eine Welle von kalter, lähmender Angst durch mich hindurch jagen ließ, sodass ich mir augenblicklich in die Hose machte. „Es steht Ihnen nicht zu, mir zu sagen, was ich tun soll“, hallte seine Stimme durch das Gebäude.„Ich habe Ihnen genug Zeit gegeben, und da Sie das Geld nicht auftreiben konnten, bin ich gekommen, um mir zu holen, was Sie mir versprochen haben.“Seine Augen trafen meine. Kalter Schweiß brach auf meiner Haut aus, und mir rutschte das Herz in die Hose.*Er kommt wegen mir.*Der Atem stockte mir im Hals, und ich zog mich instinktiv tiefer in den Schatten zurück.„SCHNAPPT SIE EUCH!“, befahl er.Er leckte sich über







