Die Vertragsgattin des Milliardärs ist eine Auftragsmörderin

Die Vertragsgattin des Milliardärs ist eine Auftragsmörderin

last updateLast Updated : 2026-07-03
By:  H.E. SAMAILAOngoing
Language: Deutsch
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Zoe hütet ein tödliches Geheimnis. Ausgebildet zur skrupellosen Attentäterin und gejagt von der Organisation, die sie großgezogen hat, laufen ihr die Zeit, die Möglichkeiten und die Verstecke davon. Dann platzt sie in die Verlobungsfeier des Milliardärs Cooper McCarthy. Kurz vor seiner Verlobungsfeier abserviert, ist Cooper gedemütigt, wütend und steht kurz davor, zum Gespött der New Yorker Elite zu werden. Ein Ballsaal voller Gäste wartet, die Presse kreist wie Haie um ihn, und seine einflussreiche Großmutter droht, sein Erbe zu gefährden. Der Milliardärserbe braucht dringend eine neue Verlobte bis Mitternacht. Als ihm eine mysteriöse Frau, die sich im Fond seines Rolls-Royce versteckt, eine Scheinehe mit strengen Regeln anbietet – kein Küssen, kein Sex und auf keinen Fall Verlieben –, geht Cooper den leichtsinnigsten Deal seines Lebens ein. Was als kalte Geschäftsbeziehung beginnt, entwickelt sich schnell zu einer gefährlichen Sucht. Hinter Zoes verschlossenem Herzen verbirgt sich eine Frau mit Narben, die Cooper unbedingt heilen möchte. Und hinter Coopers eiskalter Milliardärsmaske steckt ein Mann, der sie auf eine Weise lieben kann, wie sie es noch nie erlebt hat. Doch Zoe verbirgt eine verheerende Wahrheit: Sie hat eine Verbindung zu Coopers Familie, die ihre Liebe zerstören könnte. Als Verrat ans Licht kommt, Feinde näher rücken und Zoes Geheimnisse endlich enthüllt werden, muss Cooper entscheiden, ob er der Frau vergeben kann, die seine Welt erschüttert hat … während Zoe erkennt, dass das Schrecklichste manchmal nicht die Jagd ist. Sondern die Liebe. Besonders von jemandem, der allen Grund hätte, einen zu hassen.

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Chapter 1

Ein Sünder in der letzten Kirchenbank

Zoes Sicht

Die Kirche roch nach altem Holz und Kerzenwachs.

Ich saß in der letzten Kirchenbank. Mein schwarzer Pullover saß locker, gekauft in einem Secondhandladen zwei Bundesstaaten entfernt. Dunkle Jeans. Schwarze Turnschuhe. Eine Baseballkappe tief ins Gesicht gezogen. Nichts, was auf einer Überwachungskamera auffallen würde. Nichts, woran sich irgendjemand erinnern würde.

Der Pastor kam den Mittelgang entlang.

Er war in seinen Fünfzigern, groß und trug ein schlichtes schwarzes Priesterhemd. Sein Gesicht war freundlich.

Ich hasste das.

„Hallo“, sagte er. „Ich bin Pastor Alex. Geht es Ihnen gut?“

Ich wollte nicht reden. Aber das war mein letzter Job. Mein letzter Morgen als diese Person. Also sah ich ihn an und sagte die Wahrheit.

„Nein“, sagte ich. „Mir geht es nicht gut.“

Er setzte sich neben mich.

„Was bedrückt Sie?“, fragte er.

„Ich bin ein Sünder.“ „Und ich werde gleich noch mehr sündigen“, sagte ich.

Er zuckte nicht mit der Wimper. „Wir sind alle Sünder. Aber Gottes Gnade ist größer als alles andere.“

Ich schüttelte den Kopf. „Dein Gott mag mir alles andere vergeben. Aber nicht das, was ich jetzt tun werde.“

Er schwieg einen Moment. Dann sagte er: „Wenn du weißt, dass es eine Sünde ist, ist es noch nicht zu spät. Du musst es nicht tun.“

Ich lachte. Es kam mir wie ein gequältes Lachen heraus.

„Du verstehst es nicht. Das ist der Preis für meine Freiheit. Wenn ich das tue, bin ich weg.“

Er sah mich an.

„Was musst du tun?“

Ich hielt seinem Blick stand.

„Ich wurde mit zehn Millionen Dollar dafür bezahlt, dich zu töten.“

Ich wartete darauf, dass er schrie, weglief, bettelte oder um Hilfe rief.

Nichts davon tat er.

Er saß einfach nur da. Dann drehte er sich zu mir um und atmete langsam aus.

„Zehn Millionen Dollar.“ Seine Stimme klang furchtlos. Nur Staunen. „So viel Geld habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen.“ Er schüttelte langsam den Kopf. „Und jemand hat es ausgegeben, um mich zu töten.“

Ich beobachtete ihn weiter. Wartete darauf, dass die Angst kam.

Sie kam nicht.

„Du dienst Gott“, sagte ich. „Du hast diesen Ort gebaut, oder du kümmerst dich darum, oder was auch immer du hier tust. Du bist ein Prediger. Warum sollte dich jemand so sehr tot sehen wollen, dass er so viel Geld dafür bezahlt?“ Etwas Echtes durchfuhr mich in diesem Moment und durchbrach die Distanz, die ich jahrelang kultiviert hatte. „Was hast du getan? Was warst du vor all dem? Warum sollte jemand einen Prediger tot sehen wollen?“

Er drehte sich zu mir um, und seine Augen waren ganz ruhig. „Das ist eine bessere Frage für dich. Denn du bist derjenige, der mich töten soll.“

„Das System tötet nur böse Menschen. Du musst Schreckliches getan haben. Dinge, auf die du nicht stolz bist.“

Er sah mich mitleidig an.

„Du sagst das, weil du es für wahr halten willst“, sagte er. „Nicht, weil du es glaubst. Du willst die Schuld woanders hinlenken.“

Er hatte Recht. Ich hasste es, dass er Recht hatte.

Ich schüttelte den Gedanken ab. Zog die Pistole aus meinem Hosenbund.

Die Pistole war schwer, so schwer wie nie zuvor.

„Wird mir dein Gott vergeben, dass ich seinen Diener in seinem eigenen Haus getötet habe?“, fragte ich.

Er lächelte. Ein kleines, trauriges Lächeln.

„Er hat dir schon vergeben. Lange bevor du geboren wurdest.“

Meine Hand zitterte. Ich konnte mich nicht erinnern, wann meine Hand das letzte Mal bei einem Auftrag gezittert hatte.

„Du hast keine Angst vor mir“, flüsterte ich.

„Es gibt nichts, wovor du Angst haben musst, wenn du deinem Schöpfer begegnest.“ Er neigte den Kopf. „Ich habe nur Mitleid mit dir. Es bricht mir das Herz, dich so zu sehen. Du bist so jung und so müde, und ich sehe, dass dir vor langer Zeit etwas Schreckliches angetan wurde.“

Etwas in mir zerbrach.

Die Tränen schossen mir in die Augen, bevor ich sie aufhalten konnte. Heiß und hässlich. Ich wischte mir mit der freien Hand übers Gesicht, aber sie hörten nicht auf.

„Nichts Persönliches“, brachte ich hervor.

„Wie heißt du, Kind?“

Ich hätte nicht antworten sollen. Ich wusste es besser. Aber mein Mund öffnete sich trotzdem.

„Zoe.“

„Zoe“, sagte er. „Ich verzeihe dir, Zoe. Es ist okay –“

Ich drückte ab, bevor er ausreden konnte. Ich verdiene seine Vergebung nicht, also wollte ich sie nicht hören.

Er sank gegen die Kirchenbank zurück. Seine Augen blieben offen.

Ich schloss sie mit den Fingern.

Sechs Jahre. Sechs Jahre im Dienste des Systems. Nie zuvor hatte ich einem Zielobjekt mein Gesicht gezeigt. Immer eine Maske. Immer eine Verkleidung. Immer ein Gespenst.

Aber ich ließ diesen Mann mich sehen und sagte ihm meinen Namen. Lächerlich.

Ich sollte Erleichterung verspüren. Freiheit. Ich hatte mich gerade freigekauft.

Aber alles, was ich spürte, war die Schwere seiner Güte, die mich in meiner Brust erdrückte.

Ich ging. Die kleine Kirche lag am Stadtrand von Flagstaff, Arizona, meilenweit entfernt von dem Leben, das in New York auf mich wartete.

*** Im Flugzeug zurück nach New York starrte ich aus dem Fenster und dachte über den Namen nach, den ich ihm gegeben hatte.

Zoe.

Mein richtiger Name. Mein Codename war Whisper.

Ich wählte ihn, weil ein Flüstern nicht angekündigt wird. Es klopft nicht an. Man hört kein Flüstern kommen, und plötzlich ist es schon im Ohr. Und man ist tot.

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