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KAPITEL 7 — DAS HANDGEMENGE 2

last update Veröffentlichungsdatum: 31.10.2026 22:25:32

Er packt mich am Handgelenk, er schleift mich die Treppe hinauf; ich steige die Stufen rückwärts hinauf, meine Absätze stoßen gegen das Holz, meine Hände suchen ihn zu berühren, zu ergreifen, festzuhalten; im Schlafzimmer stößt er mich auf das Bett; ich falle, die Laken sind kalt, aber ich spüre sie nicht; ich spüre nur ihn, seine Hände, die zerreißen, was von meinen Kleidern übrig ist, seine Zähne auf meiner Haut, sein Gewicht, das auf mich niedersinkt.

— Sie gehört mir, sagt er; sie gehört mir; aber du, du bist etwas anderes.

Sein Mund findet meinen; er küsst mich, wie man straft, wie man zeichnet, wie man besitzt; ich antworte, meine Zähne gegen seine, meine Nägel in seinem Rücken, meine Beine, die sich für ihn öffnen; er ist schon nackt, ich weiß nicht, wann er seine Kleider ausgezogen hat, ich weiß nichts mehr, ich weiß nur ihn, seine Haut, seine Muskeln, sein Geschlecht, das in mich eindringt ohne Vorsicht, ohne Sanftheit, ohne irgendetwas anderes als diesen Hunger.

Ich schreie.

Ich schreie, weil es das ist, was er will; ich schreie, weil es das ist, was ich will; weil in diesem Schrei alles ist, was wir sind: die Wut, der Besitz, die Abwesenheit von Liebe und dieses Etwas, das uns stärker bindet als die Liebe, dieses Etwas, das Bedürfnis heißt, Abhängigkeit, geteilter Schmerz.

Er geht schnell, hart, seine Hände fest an meinen Hüften, seine Finger, die Spuren hinterlassen; ich reite ihn einen Moment, ich weiß nicht mehr, wer dominiert, wer unterwirft; er nimmt mich, ich nehme ihn, unsere Körper sind ein einziges Tier, ein Tier, das sich zerreißt und entflammt.

— Sieh mich an, sagt er.

Ich sehe ihn an; seine Augen sind wahnsinnig, glänzend, verloren; er ist nicht bei mir, in diesem Moment; er ist woanders; bei ihr, vielleicht; oder bei sich selbst, bei diesem Dämon, den er in sich trägt und den er auf meiner Haut entlädt.

— Ich sehe dich an, sage ich.

Ich lüge; ich sehe nicht; ich schließe die Augen, ich spüre seine Finger in meinen Haaren, seinen Mund auf meiner Schulter, seine Zähne, die sich eingraben; er beißt mich; der Schmerz ist scharf, kurz, er mischt sich mit der Lust; ich spüre das Blut, vielleicht; oder es ist nur die Spur, die er hinterlässt; der Beweis, dass ich ihm gehöre.

Er hält inne; er sieht mich an, sein rauer Atem, sein schweißbedeckter Körper; seine Hand ist auf meiner Schulter, er berührt die Spur seiner Zähne, er lächelt.

— So, sagt er; so wird sie es sehen.

Sie. Das kleine Ding im weißen Kleid. Die, die in der Villa wartet. Die, die nicht weiß.

Er nimmt mich wieder; er nimmt mich noch einmal, stärker, schneller, bis die Welt verschwindet, bis es nichts mehr gibt als unsere vermischten Atemzüge, unsere verschmolzenen Körper, diese Hitze, die uns verzehrt.

Als es vorbei ist, bleibt er auf mir, sein Gewicht erdrückt mich, ich wage nicht, mich zu bewegen; er atmet langsam, tief; seine Finger spielen mit meinen Haaren, zerstreut, fast zärtlich.

— Sie weiß nichts, murmelt er.

Ich antworte nicht; ich sehe die Decke an; die Balken sind dunkel, der Kronleuchter ist aus, das Meer murmelt in der Ferne; ich spüre die Spur seiner Zähne auf meiner Schulter; ich weiß, dass sie morgen da sein wird, violett, blau, gelb; ich weiß, dass er mich bitten wird, sie zu verstecken, sie nicht zu zeigen; er will nicht, dass man es weiß; er will nicht, dass sie es weiß.

Er steht auf; er geht ins Badezimmer; das Wasser läuft; er wäscht sich von ihr, vielleicht; oder er wäscht sich von mir.

Ich bleibe liegen, nackt, die Laken in Unordnung, der Körper gezeichnet; ich sehe das Fenster an; draußen glänzt das Meer unter dem Mond; ich denke an sie; an die, die allein in dem großen Bett der Villa schläft, an die, die nicht weiß, dass ihr Mann mich heute Abend genommen hat, dass er mich gebissen hat, dass er mich angeschrien hat, dass er mich zu der Seinen gemacht hat auf eine Weise, die sie nie kennen wird.

Ich sollte mich schämen; ich sollte Mitleid haben; ich habe nichts; nichts als diese Spur auf meiner Schulter, und diese Gewissheit: sie ist nichts; sie war nie etwas.

Lorenzo kommt zurück; er legt sich neben mich, er löscht das Licht; im Dunkeln spüre ich seine Hand auf meiner Hüfte, zerstreut, fast abwesend.

— Schlaf, sagt er.

Ich schließe die Augen; ich schlafe nicht; ich denke an morgen, an die Rückfahrt, an die weiße Villa, an die Frau, die auf mich wartet, an das kleine Ding, das glaubt, sie sei seine Frau.

Sie weiß es nicht. Sie wird es nie erfahren.

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