LOGINMeine Hände berührten seine Brust, noch bevor ich den Raum ganz durchquert hatte.
Die Wärme wallte tief aus meinem Inneren auf, heißer und schneidender als zuvor im Begutachtungsraum. Ich ließ alles, was ich besaß, in ihn strömen. Meine Gabe reagierte ohne das geringste Zögern, jagte die Zerstörung durch sein Blut, seine Organe, durch jeden Winkel, an dem sein Körper versagte.
Es blieb keine Zeit zum Nachdenken – nur Zeit zum Handeln.
Binnen Minuten trat mir kalter Schweiß auf die Stirn.
Mein Rücken schmerzte vom Knien auf dem harten Stein. Meine Hände brannten tief in den Gelenken, doch ich gab nicht nach.
„Bleib hier. Bleib bei mir. Atme. Atme einfach … bitte“, murmelte ich leise vor mich hin.
Sein Körper wehrte sich gegen mich, doch ich kämpfte verbissener, schöpfte aus Reserven, von denen ich nicht einmal wusste, dass ich sie besaß.
Der Raum verdunkelte sich, die Kerzen brannten immer weiter nieder, und mein Blickfeld verschwamm an den Rändern.
In diesem Moment begriff ich es.
Das war kein Gift.
Der Schaden fühlte sich nicht wie ein Angriff von außen an. Er saß tiefer, reichte viel weiter zurück.
Etwas in seinem Inneren zerfiel ganz von selbst. Eine Krankheit, die ihren Höhepunkt erreicht hatte. Vielleicht war die Medizin auf dem Boden dazu gedacht gewesen, sie im Zaum zu halten.
Mein Magen krampfte sich zusammen.
Zuerst veränderte sich der Atem des Alphas, dann schwoll der feine Lebensfaden unter meinen Fingern an. Seine Brust hob und senkte sich kräftiger, und ich drückte fester zu, gab den allerletzten Funken meiner Kraft.
Seine Augen schlugen auf, und ein keuchender Laut entwich meinen Lippen.
Sie waren von einem atemberaubenden Waldgrün und bohrten sich direkt in mein Gesicht.
Ich verharrte über ihm auf den Knien, die Hände noch immer auf seiner Brust, am ganzen Leib zitternd vor Erschöpfung. Tränen liefen über meine Wangen; ich wusste nicht einmal mehr, wann sie begonnen hatten.
Sein Blick verließ mich nicht. Er lebte.
Keiner von uns rührte sich, und eine eisige Stille legte sich über den Raum. Meine Stirn wäre fast auf seine Brust gesunken, doch ich fing mich im letzten Augenblick ab. Unglücklicherweise reichte das bei Weitem nicht aus.
Die Türen wurden aufgerissen.
Wachen stürmten herein, und lautes Geschrei erfüllte die Kammer.
„Sie hat ihn vergiftet!“, schnitt die Stimme der ersten Wache durch den Raum. „Die Reisende! Sie hat den Alpha ermordet!“
Weitere Stimmen hallten hinter mir wider. Der Raum füllte sich rasend schnell, und doch kniete ich noch immer reglos neben dem Alpha. Meine Hände lagen noch immer auf seiner Brust.
„Ich habe ihn so vorgefunden“, setzte ich mühsam an. Meine Stimme klang heiser. „Ich habe ihn geheilt. Er lag im Sterben— “
Niemand hörte mir zu.
Frau Darkmoon bahnte sich einen Weg durch die Menge. Ihre scharfen Augen erfassten die Szene und blieben auf mir haften.
Ihre Züge verzerrten sich zur Fratze. „Ich wusste es. Ich habe diese Fremde selbst losgeschickt, um ihm seine Medizin zu bringen. Sie ist hierhergekommen, um unseren Alpha zu ermorden. Das hat man davon, wenn man Fremden die Tore öffnet.“
Ein Aufschrei aus Zorn und finsterer Zustimmung brandete durch den Raum, und mindestens ein Dutzend Finger zeigten anklagend auf mich.
Ich redete weiter, schrie gegen den Lärm an, so laut ich konnte. „Der Alpha ist krank, und ich habe ihn zurückgeholt! Seht ihn euch doch an! Er atmet! Er ist wach— “
Noch mehr Worte hätten sich aus meinem Mund gerissen, doch als ein hochgewachsener Mann mit einer Narbe am linken Augenwinkel eintrat, schien mir augenblicklich jede Fähigkeit zu sprechen abhandenzukommen.
Schlagartig verebbte der Lärm, und ich spürte, dass es allen Anwesenden genauso ging. Dieser Fremde bewegte sich durch die Menge, als gehörte ihm die Luft, die wir atmeten. Er blickte auf den Alpha am Boden, musterte mich und sah sich dann das Chaos um uns herum an.
Seine Stimme schnitt wie eine Klinge durch die Stille.
„Als Beta des Bloodfang-Rudels und Stellvertreter von Alpha Dimitri bestimme ich hiermit, dass diese Fremde morgen bei Sonnenuntergang enthauptet wird. Bringt sie in die Kerker, wo sie auf ihr Urteil warten soll.“
Meine Knie gaben nach, und eine lähmende Kälte kroch durch meine Hände die Arme hinauf, bis sie vollkommen taub waren. Der Raum schien zu kippen. Ich versuchte zu sprechen, doch meine Kehle schnürte sich unwiderruflich zu.
Wachen packten mich grob an den Armen und rissen mich auf die Beine, noch ehe ich begreifen konnte, was geschah. Alpha Dimitris grüne Augen folgten mir, während man mich zur Tür schleifte. Er brachte keinen Laut heraus, sein Körper war sichtlich zu schwach, um sich zu regen – doch er sah mich an.
Das war also mein Lohn dafür, dass ich die Retterin gespielt hatte.
Die Wachen zerrten mich hinaus und überließen mich den Kerkern, die mich wie ein finsterer Schlund verschlangen.
Wohin ich auch blickte, ragten nackte Steinmauern auf. Die Kälte fraß sich tief in meine Knochen, ganz gleich, wie eng ich mich umarmte. Das Fackellicht reichte kaum bis in die Ecken meiner Zelle. So also sollte meine letzte Nacht aussehen – ohne auch nur eine einzige Wache, die Zeuge meines Untergangs wurde.
Ich stand vor den eisernen Gitterstäben, in der irrigen Hoffnung, sie würden sich wie durch ein Wunder öffnen, bis meine Beine vollends versagten. Ich rutschte an der feuchten Wand hinab, bis ich im schmutzigen Stroh saß. Meine Arme schlangen sich um meine Knie, und eine Hand legte sich schützend auf meinen Bauch.
Das Baby.
Ich war so weit über meine Grenzen gegangen, dass ich mich völlig verausgabt hatte. Ich wusste nicht, was das mit dem winzigen Leben in mir angestellt hatte, und es gab keine Möglichkeit, es zu überprüfen, niemanden, den ich hätte fragen können.
Ich strich in langsamen, kreisenden Bewegungen über meinen Unterleib und flüsterte zur Göttin, flehte sie an, mein Kind zu beschützen.
Dann brachen die Tränen aus mir heraus, entrissen sich mir in hässlichem, verzweifeltem Schluchzen, das von den kalten Steinen widerhallte. Ich weinte um Xena, irgendwo da draußen in den Außengebieten, die von alldem nichts ahnte. Ich weinte um das Kind, das etwas Besseres verdient hatte als eine Mutter, deren Hinrichtung für morgen angesetzt war. Ich weinte um die Frau, die ich einmal gewesen war, und um die Fremde, zu der ich geworden war – die es noch immer nicht geschafft hatte, ihren Käfigen zu entkommen.
Mein Hals brannte unter dem Stoff des Schals. Meine Arme schmerzten. Mein Kopf dröhnte. Der Hunger nagte an mir, und die Erschöpfung lähmte jede Faser meines Körpers.
So sollte also alles enden.
In dieser Nacht fand mich der Schlaf nicht, und als der Morgen graute, war ich noch weniger bereit als am Abend zuvor.
Die Wachen kamen, um mich zu holen, doch ich erhob mich, noch ehe sie mich packen konnten. Ich strich meine Kleidung glatt, zog den Schal wieder schützend hoch um meinen vernarbten Hals und ging mit erhobenem Kopf hinaus. Niemand sollte mich heute zerbrechen sehen.
Der Weg durch das Schloss zog sich endlos hin. Blicke bohrten sich in mich, und giftiges Getuschel begleitete jeden meiner Schritte. Trotz alledem richtete ich meinen Blick starr nach vorn, während meine Hand instinktiv nach meinem Bauch verlangte.
Der Marktplatz tat sich vor mir auf, gefüllt mit einer Schaulustigenmenge, die gierig darauf brannte, mein Ende mitanzusehen.
Doch das erste Gesicht, das ich erblickte, war Xena.
Sie stand weit vorn in den ersten Reihen. Ihre blauen Augen waren fest auf mich gerichtet, und ihr Kiefer war so hart zusammengebissen, dass die Muskeln zuckten. Ich hatte mich getäuscht, als ich glaubte, Xena würde einfach zusehen, wie ich starb. Sie setzte sich in Bewegung, rempelte sich durch die Körper hindurch, um zu mir zu gelangen.
Eine Wache packte sie am Arm, doch sie riss sich los. „Lass mich los! Das ist meine Schwester— “
Eine zweite Wache trat hinzu. „Wenn du dich einmischst, stirbst du mit ihr.“
Xena kämpfte verbissen weiter, der Blick in ihren Augen wilder denn je.
Das mitansehen zu müssen, war schlimmer als jede Strafe, und doch brachte ich es nicht über mich wegzusehen.
„Xena!“, schrie ich, und meine Stimme brach weit mehr, als ich gewollt hatte. „Hör auf! Bitte! Hör auf. Ich kann nicht … hör einfach auf!“
Sie erstarrte mitten in der Bewegung, ihre Augen unerbittlich auf mich geheftet. Etwas in ihrem Gesicht zerbrach, und dann stellte sie das Kämpfen ein, als hätte sie meine stumme Botschaft endlich verstanden. Die Wachen hielten sie noch immer gepackt, doch sie rührte sich nicht mehr, ohne den Blick auch nur eine Sekunde von mir abzuwenden.
Der Beta trat vor, seine Augen vollkommen frei von jeder Regung.
„Diese Reisende, aufgenommen unter unseren Gesetzen, hat versucht, Alpha Dimitri zu ermorden, und sie wird für ihr Verbrechen hingerichtet werden. Dies ist eine Botschaft und eine Warnung an alle im Territorium von Bloodfang. Nehmt es euch zu Herzen!“
Er gab den Wachen ein Zeichen.
Vielleicht war es ein letzter Akt des Wahnsinns, doch ich konnte die Worte nicht zurückhalten, die aus mir herausschossen: „Ich habe ihm das Leben gerettet! Ich fand ihn sterbend vor! Er ist krank, und etwas in seinem Körper lag schon im Argen, lange bevor ich den Raum betrat! Ich habe meine Gabe benutzt! Sein Herz schlägt in diesem Augenblick nur wegen dem, was ich in dieser Kammer getan habe!“
Einige Gesichter in der Menge wurden unsicher, doch es reichte nicht aus, um das Urteil zu kippen. In den Augen dieser Wölfe war ich noch immer eine Mörderin.
Der Beta gab erneut das Zeichen, während sein Fuß ungeduldig auf den Steinboden tippte.
Sie brachten mich in Position, und ich wehrte mich nicht mehr. Ich hielt meinen Blick starr auf Xena gerichtet und legte ganz bewusst meine Hand auf meinen Bauch. Ich wollte meine letzten Atemzüge ganz den einzigen beiden Wesen widmen, die jemals zählten.
Als die Wachen sich zum tödlichen Streich bereit machten, schloss ich die Augen – und in diesem Moment ertönte es.
„Lasst sie frei!“
Meine Augen rissen auf.
Alpha Dimitri stand am Rande des Marktplatzes, das Gesicht noch immer totenbleich und der Körper kaum in der Lage, sich aufrecht zu halten.
Die Menge teilte sich ehrfürchtig, als er vortrat, flankiert von seinen Leibwachen. Er blieb vor seinem Beta stehen und starrte ihn einen langen, endlosen Moment lang an. Dann wanderte sein Blick zu mir.
„Niemand wird heute geköpft, es sei denn, er widersetzt sich diesem Befehl. Diese fremde Frau steht unter meinem persönlichen Schutz. Sie ist meine neue persönliche Heilerin, und niemand rührt sie an“, verkündete er, und seine Stimme hallte donnernd über den Marktplatz.
Und dann bohrten sich seine grünen Augen wieder tief in die meinen.
Alpha Dimitris SichtIch war auf halbem Weg die Treppe hinunter, als die Stimme der Frau an mein Ohr drang.„… und ehe man sichs versieht, liegt man rücklings mit gespreizten Beinen auf der Küchenanrichte, während er sich daranmacht, einen nach Strich und Faden zu vernaschen.“Ich verlangsamte den Schritt.Das … klang ganz gewiss nicht nach einer gewöhnlichen Unterhaltung.Ich nahm die letzten Stufen und trat in das Foyer.„Scarlett“, rief ich, wild entschlossen, was immer das hier war, augenblicklich zu unterbinden.Sie fuhr zu mir herum, als hätte ich sie auf frischer Tat bei einem Verbrechen ertappt. Ihr Telefon hielt sie noch immer krampfhaft in der einen Hand, ihr Gesicht so flammend rot, dass es mit ihrem Haar konkurrierte. Jeder Zentimeter Haut, der über dem Schal sichtbar war, glühte vor Scham, und sie sah aus, als würde sie im nächsten Moment im Boden versinken, wenn man ihr nur die Gelegenheit dazu gäbe.Hinter dem Empfangstresen bemerkte mich die Frau und grinste nur noch b
Ravens / Scarletts SichtIch wachte vor ihm auf.Der Raum lag bereits im hellen Licht, als ich die Augen aufschlug. Alpha Dimitri schlief noch immer auf seiner Seite des Bettes, einen Arm unter dem Kopf angewinkelt, sein Atem ruhig und gleichmäßig.Einen Moment lang sah ich ihm einfach nur beim Schlafen zu.So wirkte er friedlicher. Weniger wie der furchteinflößende Alpha, der ein ganzes Rudel mit einem einzigen Blick befehligen konnte, und mehr wie ein Mann, der sich endlich einmal Ruhe gönnte.Ehe ich noch länger starren konnte, glitt ich vorsichtig unter der Decke hervor und achtete peinlich genau darauf, die Matratze nicht in Bewegung zu versetzen.Behutsam bewegte ich mich durch das Zimmer.Das Badezimmer schenkte mir ein paar ungestörte Momente, um mich für den Tag fertig zu machen. Nach der Dusche zog ich frische Kleidung an, putzte mir die Zähne und schlang mir aus reiner Gewohnheit den Schal sicher um den Hals.Als ich den Blick zu meinem Spiegelbild hob, blickten mir dasselb
Ravens / Scarletts SichtDas Licht war gelöscht.Ich lag auf meiner Seite des Bettes, die Decke bis zu den Schultern hinaufgezogen, und starrte in die Dunkelheit. Die Matratze war breit genug, dass wir einander nicht berührten, und doch war ich mir seiner Anwesenheit nur wenige Schritte entfernt quälend bewusst. Jedes noch so leise Rascheln der Laken schien in der Stille des Zimmers lauter widerzuhallen. Selbst sein gleichmäßiger Atem ließ sich unmöglich ignorieren.Er beobachtete mich.Ich konnte seine Augen in der Finsternis nicht sehen, aber ich wusste es einfach. Seine Art zu schweigen gab mir die unumstößliche Gewissheit. Alpha Dimitri wartete darauf, dass ich einschlief, ehe er sich selbst Ruhe gönnte – genau wie in unserer ersten Nacht hier.Dieses Wissen machte es nur noch schwerer, mich zu entspannen.Ich kniff die Augen fest zusammen.Unter der Decke ballten sich meine Hände zu Fäusten, bis sich die Fingernägel tief in meine Handflächen bohrten. Der schneidende Schmerz war d
Ich hielt den Blick starr auf den Bildschirm gerichtet.Halt die Klappe.Ich mag es, wenn sie in unserer Nähe ist, gestand Zedd schamlos.Ich würdigte diese Bemerkung keiner Antwort.Sie ist ruhig. Sie riecht gut. Sie bringt dich zum Lachen.Ich lache nicht.Zedds Lachen hallte tief und amüsiert durch meinen Verstand.Lügner.Indem ich ihn vollkommen ignorierte, half ich Scarlett weiter durch die verbliebenen Einrichtungsschritte.Als der Startbildschirm schließlich aufleuchtete, blickte sie einen Moment lang auf das Telefon hinab, ehe sie die Augen hob und meinen Blick suchte. Die Erleichterung auf ihren Zügen war unmöglich zu übersehen.Es war bloß ein Telefon. Und doch sah sie aus, als hätte ich ihr etwas von unschätzbarem Wert überreicht.Sobald alles eingerichtet war, stand ich auf und trat vom Bett zurück. „Fertig“, sagte ich. „Nutz es, um mir Nachrichten zu schreiben, wenn du etwas brauchst. Halt den Akku geladen.“Sie nickte augenblicklich, hielt das Gerät behutsam mit beiden
Alpha Dimitris SichtScarletts Augen weiteten sich so sehr, dass ich mich für einen Moment unwillkürlich fragte, ob sie verlernt hatte zu blinzeln.Für eine flüchtige, unvermeidbare Sekunde glitt ihr Blick tiefer, ehe er blitzschnell zu meinem Gesicht zurückschnellte. Die Farbe, die ihr in die Wangen stieg, war beinahe beeindruckend. Sie wandte den Kopf auf der Stelle ab und fixierte den nächstgelegenen Baum mit einer Intensität, als sei er mit einem Schlag zum faszinierendsten Objekt des gesamten Waldes geworden.Ich sagte kein Wort.Es gab schließlich nichts Sinnvolles zu sagen. Ich ging hinüber zu dem Stein, auf dem ich meine Kleidung zurückgelassen hatte, sammelte sie auf und trat hinter die nächste Kiefer, um mich anzuziehen.Selbst nach der Rückverwandlung fühlte sich mein Körper noch unruhig an von dem Lauf. Zedds Präsenz pulsierte dicht unter der Oberfläche – um Welten wacher, als er es seit Monaten gewesen war.Als ich auf die Lichtung zurücktrat, starrte Scarlett überaus kon
Alpha Dimitris SichtIch kannte diese Stimme besser als meine eigene.Mein ganzes Leben lang hatte ich sie gehört. Selbst nach Monaten des Schweigens hätte ich sie überall wiedererkannt.Mein.Zedd.Für einen absurden Augenblick starrte ich einfach nur auf Scarlett hinab, deren Hände noch immer auf meiner Brust lagen. Sie war ganz in ihre Gabe vertieft, völlig ahnungslos darüber, dass mein Wolf soeben zum ersten Mal seit Monaten gesprochen hatte. Von all den Dingen, die ich erwartet hätte, wenn Zedd endlich zurückkehrte, war ein besitzergreifender Anspruch auf meine Heilerin ganz sicher keines gewesen.Es ergab nicht den geringsten Sinn.Mein erster Gedanke war, dass ich es mir nur eingebildet hatte. Die vorübergehende Linderung, die Circe mir verschafft hatte, war etwas, das weder ich noch sonst jemand vollends verstand. Jahrelang hatte Orrosta meinen Körper aufgezehrt und langsam das Band zu meinem Wolf durchtrennt, bis sein Wegsperren die einzige Möglichkeit gewesen war, überhaupt







