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Kapitel 122

Author: Tanja
Christine lächelte spöttisch. „Henrik ist wirklich naiv. Glaubt er im Ernst, du besitzt nichts mehr, nur weil man dir offiziell die Nachfolge aberkannt hat?“

Henrik ahnte nicht, dass Adrians tatsächlicher Einfluss und sein Vermögen alles bei Weitem überstiegen, was die gesamte Familie zusammen aufbringen konnte.

Adrian konnte die gesamte Familie Wolfhardt jederzeit zu Fall bringen – er musste es nur wollen.

Adrian wandte den Blick von der Bankkarte auf dem Nachttisch ab. Seine Miene blieb kühl u
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    Auch Ottilies Miene verfinsterte sich. Sie zog die Brauen zusammen.„Dieses Kind …“ Ihre Stimme war voller Enttäuschung und Missbilligung. „Warum ist sie nur so kurzsichtig?“Unter dem Tisch ballte Liane die Fäuste, bis ihre Knöchel knackten. Sie hielt den Kopf gesenkt. Ihre Wimpern verbargen die Bosheit und Wut in ihren Augen.Dieser verdammten Yuna war einfach nicht beizukommen. Weder gutes Zureden noch Drohungen halfen. Nichts drang zu ihr durch. Wie konnte sie es wagen?Liane holte tief Luft. Als sie wieder aufsah, setzte sie erneut ihre gekränkte, duldsame Miene auf.„Wenn Yuna nicht verzichten will, lassen wir es eben“, sagte sie mit brüchiger Stimme. „Es ist wohl mein Schicksal. Ich hatte eben nicht das Glück, als eure leibliche Tochter zur Welt zu kommen … Ich hoffe nur, dass sie die Familie im Griff behält, wenn sie die Führung übernimmt. Dass sie nicht zerstört, was die Hohenfels in tausend Jahren aufgebaut haben …“Ein Becher wurde mit Wucht auf den Boden geschleudert. Die S

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    Als die beiden sich fertig gemacht hatten, verließen sie das Zimmer.Auf dem Flur wartete bereits der Mann mit dem schwarzen Gürtel. Sofort verneigte er sich vor ihnen.„Frau Wolfhardt, Herr Wolfhardt, das Essen ist fertig. Bitte folgen Sie mir.“„Gut. Danke.“Yuna folgte ihm die Treppe hinunter. Als sie das Esszimmer betrat, hielt sie kurz inne.Am langen Tisch saßen bereits vier Personen: Anselm, Ottilie und Liane, dazu ein junger Mann, der kaum älter als zwanzig wirkte. Er sah Anselm auffallend ähnlich.Er hatte markante Brauen, einen klaren Blick und eine gerade Nase. Seine schmalen Lippen waren fest zusammengepresst. Das scharf geschnittene Gesicht wirkte kühl und streng, seine ganze Erscheinung abweisend.Als Ottilie Yuna sah, lächelte sie sanft und deutete auf ihn.„Da bist du ja, Yuna. Setz dich. Das ist dein älterer Bruder, Joris Hohenfels.“Joris sah kurz auf und musterte Yuna mit kühler Gleichgültigkeit, wie eine völlig unbedeutende Fremde. Nach einem flüchtigen Nicken zur B

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    „Du ziehst hier nicht aus! Das ist dein Zuhause. Niemand wird dich vertreiben!“Anselm starrte die geschlossene Tür voller Abscheu an.„Da merkt man gleich, dass sie außerhalb unserer Familie aufgewachsen ist. Sie ist durchtrieben und hat keinerlei Anstand. Wenn hier jemand gehen muss, dann sie!“Ottilie zupfte ihn am Ärmel und seufzte leise.„Anselm, tu nichts Unüberlegtes. Die Matriarchin hat sie zurückholen lassen. Wenn wir Yuna wegschicken, ziehen wir den ganzen Zorn der Matriarchin auf uns. Mit unserer Strafe können wir leben. Aber Liane darf nicht dafür büßen. Es geht doch nur um ein Zimmer. Dann überlassen wir es ihr eben. Jetzt zählt vor allem Lianes Zukunft.“Sie nahm Lianes Hand und sah sie liebevoll an.„Du bist von klein auf für die Nachfolge ausgebildet worden. Dir gelingt alles, was du anpackst. Als Heilerin gehörst du zu den Besten. Dir stehen alle Wege offen. Yuna ist zwar meine leibliche Tochter, aber nüchtern betrachtet reicht sie nicht an dich heran. Du bist viel bes

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