ANMELDENCamille Ich bleibe da, erstarrt im Schatten. Ich bin allein, ertrunken in meinen Gedanken und meiner Wut. Louis hat mich betrogen. Er hat alles zerstört. Und selbst wenn ich ihn dafür hasse, bin ich immer noch da. Immer noch in diesem Haus, in dieser Ehe. Weil ich Angst vor der Wahrheit habe. Weil ich weiß, dass es nichts anderes gibt als dieses Leid, das uns verbindet. Er ist gegangen, und er wird nicht zurückkommen. Nicht auf diese Weise. Aber ich, ich bleibe. Weil ich nirgendwo hingehen kann. Weil ich eine Gefangene dieser Vergangenheit bin, die ich nicht auslöschen kann. Die Stille überflutet das Zimmer, schwer und erstickend. Er wird sie in ihrem Zimmer aufsuchen, um zu tun, was auch immer. Er gibt ihr alles, was er mir immer verweigert hat. Louis Ich gehe langsam hinunter, jeder Schritt hallt wie eine Warnung. Das Haus ist still, aber es ist nicht der Frieden. Es ist das Warten
LouisIch fixiere sie, ihr Gesicht gezeichnet von Angst, aber auch von etwas Dunklerem. Sie wird es nie sagen, aber ich weiß es. Sie hat mich nie vergessen. So wie ich sie nie vergessen konnte.— Ich will nicht, dass du zurückkommst. Ich will nur, dass du verstehst, dass das, was du getan hast… nicht ausgelöscht wird, Anna.Ich trete noch näher, bis keine Distanz mehr zwischen uns ist, diese lastende Stille wie ein Abgrund, der uns trennt und vereint. Ich könnte sie packen, sie festhalten, sie an alles erinnern, was sie mir angetan hat. Sie daran erinnern, dass sie trotz allem vor mir geflohen ist. Aber da ist dieses Gewicht, dieses Ding, das ich nicht auslöschen kann: das Kind, das sie trägt.— Ich kann dir nicht geben, was du verdienst, Anna, nicht jetzt. Nicht seinetwegen.Ich sehe, wie ihr Blick sich verhärtet, eine Flamme der Herausforderung, die in ihren Augen aufflammt. Sie will nicht das Zentrum dieses Spiels sein, aber
AnnaIch will nicht hoffen.Ich will nicht glauben.Aber als er meine Finger in seinen drückt, als er sagt, dass er mit ihr reden wird… atme ich auf. Gegen meinen Willen.Als ob sich etwas öffnete, langsam, dort, wo alles erstarrt war.Ich stehe hier, in der Stille dieses Hauses, das nur noch eine Theaterbühne ist. Ein Haus, in dem jedes Zimmer die Spuren unserer Lügen trägt, unserer falschen Lächeln, der zu schweren Stille, um ignoriert zu werden. Jede Ecke dieses Ortes verweist mich auf Camille. Auf diese Frau, die da ist, die den Raum einnimmt, ohne jemals Fragen zu stellen. Und doch kann ich nicht anders, als zu denken, dass sie es irgendwo weiß. Sie muss es wissen.Louis hat seine Frau nie geliebt.Jeder weiß das.Aber sie bleibt da. Sie ist da, immer. Wie ein Schatten, der uns überallhin folgt, der uns in jeder Ecke erwartet. Die perfekte Fassade, ohne Leidenschaft, ohne Leben. Ein Haus, gebaut auf nie gehaltenen Versprechen.Ich schmiege mich ein wenig mehr an ihn, suche Trost
LouisIch will, dass sie versteht.Nicht mit Worten.Sondern mit meinem Atem.Meinem Mund.Meinen Händen.Ich will, dass sie weiß, dass sie begehrt wird.Geliebt.Auserwählt.Ich nehme sie in meine Arme, sanft, als wäre sie zerbrechlich.Doch es ist keine Zerbrechlichkeit, die ich unter meinen Fingern spüre.Es ist ein Feuer, bereit auszubrechen.Sie sieht mich an, ohne ein Wort zu sagen.Aber ihre Augen sprechen.Sie brennen vor einer Mischung aus Angst, Wut und einem Bedürfnis, das mich wahnsinnig macht.Ich küsse sie.Langsam.Dort, auf ihre Lippen, geschwollen von den unseren.Dann auf ihre Wange, ihren Hals, ihre feuchte Schulter.Ich koste jeden Zentimeter ihrer Haut, als wäre sie mir zu lange verboten gewesen.Und das ist die Wahrheit.AnnaIch möchte kämpfen.Ich möchte ihm sagen, er soll aufhören.Doch mein Körper gehorcht nicht.Er erschaudert, wölbt sich, antwortet auf jede seiner Gesten.Louis— Lass mich dir zeigen.Wie sehr ich dich liebe.Wie sehr ich dich will.Ich las
Ich spüre immer noch die Kälte auf meiner Haut, aber das ist nichts im Vergleich zu dem, was in seinen Augen ist. Keine Gewalt. Keine Schreie. Es ist schlimmer. Es ist ein dumpfer, brennender, zurückgehaltener Zorn. Ein Sturm, den er in sich behält. Louis war nie der Typ, der schreit. Er nimmt es hin. Er ballt die Fäuste in seinen Taschen. Und er schaut, als könnte er mich allein mit dem Schweigen durchbohren.— Du hast mir keine Wahl gelassen, Anna.Seine Stimme ist leise. Tief. Kontrolliert. Er bewegt sich nicht. Ich zittere.— Ich hatte Angst, Louis…— Nicht vor mir.— Nein. Davor, was aus dir werden würde. Davor, was aus mir würde, wenn ich blieb. Ich hatte das Gefühl zu ersticken.Er schüttelt den Kopf. Der Wind weht durch die Gasse, hebt eine Strähne seiner Haare. Er starrt mich noch immer an. Dann, mit einer Geste, deutet er auf die Tür des Cafés.— Geh deine Sachen holen.Ich runzle verwirrt di
CamilleDie Türklingel hat nicht einmal Zeit gehabt zu ertönen, da öffne ich schon die Tür. Ich habe sie erwartet.Ich wusste, dass sie kommen würde.Ich wusste, dass er sie mir aufzwingen würde.Und sie ist da.Kleiner Koffer in der Hand. Blick gesenkt. Aber nicht unterwürfig, nein. Überhaupt nicht.Sie weiß es. Sie weiß, dass sie einen Platz einnimmt, der ihr nicht zusteht.Und doch tritt sie ein.Louis— Camille… Das ist Anna.Ich nähere mich langsam.Ich beobachte.Ich taxiere.Camille— Ich sehe. Du hast nicht übertrieben.Anna— Hallo.Ihre Stimme ist sanft, fast schüchtern. Ein Versuch der Höflichkeit.Sie glaubt, das würde reichen.Camille— Hallo. Du bist es also. Die Andere. Die man wie ein verlorenes Paket nach Hause bringt.Louis— Camille…Camille— Unterbrich mich nicht, Louis. Sie muss
SashaIch habe nicht einmal Zeit, meinen Satz zu beenden, da springt Volkov auf, sein Whiskyglas knallt auf dem Couchtisch wie ein Schuss in der bedrückenden Stille des Raumes. Seine Augen werden zu zwei glühenden Kohlen, brennend vor Zorn und zugleich Verlangen, sein Kiefer so angespannt, dass ich
SashaIch mache einen Schritt auf ihn zu. Dann noch einen. Meine Hüften wiegen sich bei jeder Bewegung, meine Brüste springen leicht, meine Nippel streifen durch die Luft, als suchten sie seine Berührung. Als ich nur noch einen Meter von ihm entfernt bin, bleibe ich stehen. Nah genug, dass er die W
SashaDas goldene Licht der Wandleuchten streichelt die dunklen Wände der Suite, wirft lange, geschwungene Schatten, die auf dem schwarzen Samt des Sofas tanzen. Die Luft ist schwer, geladen mit einem betörenden Duft – einer Mischung aus neuem Leder, gealtertem Whiskey und diesem moschusartigen, fa
SashaMeine Hüften rollen in langsamen, hypnotischen Kreisen. Ich hebe die Arme über meinen Kopf, lasse das Kleid noch tiefer über meine Schultern gleiten, enthülle die Kurve meiner Wirbelsäule, das Grübchen genau über meinem Hintern. Meine Finger krallen sich in mein Haar, ziehen gerade so, dass m







