تسجيل الدخولIrabella wurde ihr ganzes Leben lang unsichtbar gemacht — überschattet von ihrer kranken Zwillingsschwester Isabella, die alles bekam, was Irabella je besaß. Doch nichts schmerzt so tief wie der Tag, an dem Isabella ihr letztes und heiligstesDing stiehlt: ihren Schicksalsgefährten, Alpha Daemon. Mit chemischem Parfüm maskiert, aus dem Rudel verbannt und von ihrer eigenen Familie verraten, verbringt Irabella fünf Jahre im Exil. Als sie zurückkehrt, ist Daemon mit Isabella verheiratet — aber die Gefährten-Bindung ist stärker als je zuvor. Daemon spürt sie, ohne sie zu verstehen. Irabella kämpft darum, sie zu begraben. Doch Lügen haben eine kurze Lebensdauer, und Verrat hinterlässt immer Spuren. Die Wahrheit wird nicht anklopfen — sie wird die Tür eintreten.
عرض المزيدKapitel Eins
Ich sah zu, wie meine Zwillingsschwester mein Hochzeitskleid anprobierte. Weiße Spitze. Zarte Perlenstickerei. Das Kleid, von dem ich seit meinem zwölften Lebensjahr geträumt hatte, damals, als ich noch an Märchen und Happy Ends glaubte. Isabella drehte sich vor dem Spiegel, ihr blasses Gesicht erstrahlte in etwas, das ich seit Jahren nicht mehr gesehen hatte. Gesundheit. Glück. Triumph. „Es passt perfekt", sagte Mom und richtete den Schleier zurecht. „Als wäre es für dich gemacht worden." Es war für mich gemacht worden. Meine Maße. Meine Anzahlung. Mein Gefährte. Aber das interessierte niemanden. „Irabella, hör auf, in der Tür herumzulungern." Dad sah mich nicht einmal an. „Komm und hilf deiner Schwester." Ich trat ins Zimmer. Meine Wölfin krallte sich in meiner Brust fest und bettelte, dass ich rennen sollte. Kämpfen. Irgendetwas tun, nur nicht hier stehen und zusehen, wie das hier passierte. „Der Alpha kommt in zwei Stunden", sagte Mom und strich Isabella über das Haar. „Wir müssen sicherstellen, dass alles perfekt ist. Isabella, weißt du noch, was du sagen sollst, wenn er ankommt?" „Ich werde ihm sagen, dass ich seine Gefährtin bin." Isabellas Stimme war sanft, einstudiert. Unschuldig. „Dass ich auf ihn gewartet habe." Meine Wölfin heulte. Der Klang hallte in meinem Kopf wider, verzweifelt und gebrochen. Er ist unser. Unser. Du kannst nicht zulassen, dass sie ihn sich nimmt. Ich drückte meine Nägel in meine Handflächen. Bald würde Blut fließen, wenn ich fester drückte. „Irabella." Mom drehte sich endlich zu mir um. Sie hielt mir ein kleines Kristallfläschchen entgegen. Das Parfüm schimmerte bernsteinfarben im Licht. „Trag das. Es wird deinen Geruch vollständig überdecken. Wir dürfen kein Risiko eingehen, dass er dich wahrnimmt." Ich starrte auf das Fläschchen. Das war real. Das geschah wirklich. „Nimm es", sagte Dad. Seine Stimme war flach. Endgültig. „Es sei denn, du willst, dass deine Schwester einsam und ohne Gefährten stirbt. Es sei denn, du bist so egoistisch." Egoistisch. Dieses Wort wieder. Ich hatte es mein ganzes Leben lang gehört. Jedes Mal, wenn Isabella etwas wollte, das mir gehörte. Jedes Mal, wenn ich protestierte. Ich war sieben, als Isabella mich zum ersten Mal egoistisch nannte. Wir hatten identische Puppen. Gleiches lockiges braunes Haar. Gleiches blaues Kleid. Aber Isabella entschied, dass ihre Puppe hässlich war. Sie wollte meine. „Bitte, Ira?" Sie hatte schon damals diese kleine, zerbrechliche Stimme benutzt. „Deine ist so viel hübscher." „Aber sie sind doch gleich", hatte ich gesagt. Isabella griff nach meiner Puppe. Ich zog mich zurück. Sie stolperte, fiel seitlich in unseren Gartenpool. Das Platschen ließ Mom herbeilaufen. „Sie hat mich geschubst!" Isabella hustete und spuckte im flachen Ende des Pools. „Ich wollte nur ihre Puppe sehen und sie hat mich geschubst!" Ich versuchte es zu erklären. Niemand hörte zu. Sie nahmen mir meine Puppe weg. Gaben sie Isabella. Nannten mich herzlos. Ich war zehn bei meiner ersten Schulpräsentation. Ich hatte wochenlang an meinem Wissenschaftsprojekt gearbeitet. Ein Modell des Sonnensystems, jeder Planet sorgfältig bemalt, an Angelschnur aufgehängt. Mom und Dad hatten versprochen, dabei zu sein. An diesem Morgen wurde Isabella krank. Fieber. Schüttelfrost. Das Übliche. „Mom, die Präsentation ist um zwei Uhr", hatte ich gesagt und zugesehen, wie sie Isabellas Medikamententasche packte. „Deine Schwester braucht uns, Irabella." „Aber ihr habt es versprochen." Dad fuhr zu mir herum. „Ist das dein Ernst? Du willst, dass deine Schwester allein im Krankenhaus leidet, nur damit wir zusehen können, wie du über Planeten redest? Hörst du dir eigentlich selbst zu?" „Es geht nicht nur um Planeten, ich habe wirklich hart daran gearbeitet—" „Genug." Moms Stimme war eisig. „Wir fahren ins Krankenhaus. Deine Präsentation ist keine Frage von Leben und Tod. Die Gesundheit deiner Schwester schon." Ich hielt meine Präsentation vor einem leeren Auditorium. Meine Lehrerin hatte Mitleid mit mir. Das machte es irgendwie noch schlimmer. Isabella war bis zum Abendessen wieder fit. Ich war zwölf, als ich anfing, das Muster zu erkennen. Alles, was ich hatte, wollte Isabella auch. Und weil sie krank war, weil sie zerbrechlich war, weil sie vielleicht nicht mehr viel Zeit hatte, bekam sie es. Meine Kleider. Meine Bücher. Meine Freunde. Mein Leben. Ich lernte, nicht mehr zu kämpfen. Was hätte es gebracht? „Irabella." Dads Stimme riss mich zurück in die Gegenwart. „Das Parfüm. Jetzt." Ich nahm das Fläschchen. Meine Finger zitterten, als ich den Verschluss aufschraubte. Der Duft traf mich sofort. Scharf. Chemisch. Falsch. „Überall", wies Mom an. „Handgelenke, Hals, hinter den Ohren. Wir können kein Risiko eingehen." Ich sprühte mir die Handgelenke ein. Die Gefährtenbindung flammte in meiner Brust auf. Meine Wölfin schrie. Nein. Nein. NEIN. „Mehr", sagte Mom. Ich sprühte meinen Hals ein. Meine Wölfin jaulte nun. Gebrochen. Geschlagen. Bitte, Ira. Bitte tu das nicht. „Gut." Dad sah auf seine Uhr. „Isabella, lass uns die Geschichte noch einmal durchgehen. Wenn der Alpha fragt, warum du deinen Geruch bisher versteckt hast—" „Ich werde sagen, ich hatte Angst", rezitierte Isabella. „Dass ich dachte, ich sei nicht stark genug, um eine Luna zu sein. Aber jetzt bin ich bereit." Mom strahlte. „Perfekt." Ich fühlte mich leer. „Irabella, du bleibst während des Treffens in deinem Zimmer", sagte Dad. „Komm nicht heraus. Mach keinen Lärm. Dieser Tag gehört deiner Schwester." Dieser Tag sollte mir gehören. Mein Gefährte. Mein Alpha. Meine Zukunft. Aber ich nickte nur. „Braves Mädchen", sagte Mom abwesend, schon wieder zu Isabella gewandt. Sie sahen mich nicht einmal gehen. Ich ging zu meinem Zimmer wie ein Geist. Schloss die Tür. Setzte mich auf mein Bett. Das Parfüm brannte in meiner Nase. Erstickte mich. Löschte mich aus. Meine Wölfin war jetzt still. Sie hatte aufgegeben. Ich sah auf meine Hände. Sie zitterten. Gefährten waren heilig. Das eine, das die Mondgöttin einem schenkte, das wirklich, vollständig einem selbst gehörte. Die andere Hälfte. Das Pendant der Seele. Und ich gab meinen weg. Nein. Sie nahmen ihn mir. So wie sie mir alles andere genommen hatten. Ich hörte Autos draußen ankommen. Stimmen. Aufregung. Der Alpha war da. Mein Gefährte war da. Und er würde nie wissen, dass ich existierte. Ich presste meine Hand auf meine Brust. Die Bindung war da, vergraben unter Chemikalien und Lügen. Sie pulsierte. Schmerzte. Schrie. Er war nah. Unten hörte ich Isabellas Lachen. Leicht. Melodisch. Falsch. Dann hörte ich seine Stimme. Tief. Rau. Autoritär. Meine Wölfin regte sich. Gefährte. GEFÄHRTE. Jede Zelle meines Körpers zog mich zu ihm hin. Wollte nach unten rennen. Ihm die Wahrheit sagen. Aber ich blieb erstarrt auf meinem Bett sitzen. Weil ich wusste, was passieren würde, wenn ich es täte. Dad würde mich verstoßen. Mom würde mich ein Monster nennen. Isabella würde weinen und sagen, ich würde versuchen, sie zu töten, indem ich ihr ihr Glück stehle. Und niemand würde mir ohnehin glauben. Das hatten sie nie getan. Also saß ich da, allein in meinem Zimmer, und trug ein Parfüm, das meine Identität auslöschte. Und ich ließ meine Zwillingsschwester das eine stehlen, das mir gehören sollte. Meinen Gefährten.Kapitel SechsIsabella saß an ihrem Frisiertisch.Der Spiegel zeigte eine Frau, die alles hatte. Einen mächtigen Ehemann. Ein Rudel, das sie anbetete. Ein Leben, genau so aufgebaut, wie sie es wollte.Sie sollte zufrieden sein.Das war sie nicht.Ihr Handy hielt sie in der Hand. Seit zwanzig Minuten umklammerte sie es. Ihre Knöchel waren weiß.Sie sah es immer wieder vor sich. Die Art, wie Daemon Irabella auf dem Ball angesehen hatte. Dieser winzige Augenblick, bevor er sich gefangen hatte. Dieses Flackern in seinen Augen, das Isabella nie auch nur ein einziges Mal gesehen hatte, wenn er sie ansah.Erkennen.Sie legte das Handy vorsichtig auf den Frisiertisch. Nahm ihre Bürste. Begann, sie durch ihr Haar zu ziehen.Strich. Strich. Strich.Ihr Spiegelbild starrte sie an. Ruhig. Gefasst.In ihrem Kopf sah es anders aus.Was, wenn er es herausfindet.Der Gedanke kreiste seit letzter Nacht. Zuerst klein. Leicht abzutun. Aber er kam immer wieder, jedes Mal ein wenig lauter.Was, wenn sein
Ich wachte auf, weil Sonnenlicht durch meine Vorhänge brannte.Mein Körper schmerzte. Meine Lippen kribbelten noch dort, wo er mich fast geküsst hätte.Fast.Ich presste die Finger an meinen Mund. Erinnerte mich daran, wie er mich angesehen hatte. Wie sich seine Hände an meiner Taille angefühlt hatten.Wie er sich zurückgezogen hatte, als wäre ich Gift.Ich setzte mich auf. Sah auf die Uhr.Neun Uhr morgens.Ich hatte kaum geschlafen.Jedes Mal, wenn ich die Augen schloss, sah ich ihn. Spürte ihn. Hörte seine Stimme Dinge sagen, die er nicht sagen durfte.Ich stand auf. Duschte. Zog Jeans und ein schlichtes Shirt an.Sprühte das Parfüm auf.Der chemische Geruch drehte mir den Magen um.Ich starrte mein Spiegelbild an.Fünf Jahre. Fünf Jahre, und nichts hatte sich geändert.Ich versteckte mich immer noch. Tat immer noch so, als wäre nichts. War immer noch unsichtbar.Ich ging nach unten.Aus dem Esszimmer drangen Stimmen.Gelächter.Ich blieb in der Tür stehen.Sie waren alle da.Mama.
Fühlt sich anders anKapitel VierIch konnte nicht auf dem Ball bleiben.Nicht, während er mich so ansah. Nicht, während die Bindung in meiner Brust schrie, jedes Mal, wenn sich unsere Augen quer durch den Raum trafen.Ich sagte meinen Eltern, ich brauche Luft. Wartete nicht auf Erlaubnis.Ich schlüpfte aus dem Ballsaal. Ging einen Flur entlang. Dann noch einen.Das Rudelhaus hatte sich verändert. Neue Flügel. Neue Gänge. Nichts kam mir vertraut vor.Ich bog um eine Ecke und blieb stehen.Das war nicht richtig. Der Flur war hier dunkler. Ruhiger. Privater.Ich war zu weit gegangen.Ich drehte mich um, um zurückzugehen.Schritte hallten hinter mir.Schwer. Bedächtig.Mein Herz sprang mir in die Kehle.Ich drehte mich langsam um.Alpha Daemon stand am Ende des Flurs.Allein.Keine Isabella. Keine Gäste. Keine Zeugen.Nur er.Seine Augen verankerten sich in meinen. Dunkel. Intensiv.Raubtierhaft.„Du solltest nicht hier sein", sagte er.Seine Stimme war leise. Rau.Aber er kam auf mich z
Fünf Jahre verändern allesKapitel DreiFünf Jahre später.Das Auto hielt vor dem Haus, aus dem ich verbannt worden war.Nichts hatte sich verändert.Die gleichen weißen Säulen. Die gleichen perfekt gestutzten Hecken. Die gleiche kalte, leblose Villa, die sich nie wie ein Zuhause angefühlt hatte.Ich stieg aus.Mein Haar war jetzt länger. Weinrot. Ich hatte es am Tag nach meinem Weggang gefärbt. Eine neue Farbe für ein neues Leben.Nur war mein Leben nicht neu gewesen. Es war Überleben gewesen.Fünf Jahre Leben am Rande des Rudelgebiets. Fünf Jahre Gelegenheitsjobs. Fünf Jahre der Versuch, die Gefährtenbindung zu vergessen, die nie verschwand.Die Eingangstür öffnete sich.Mom und Dad standen dort. Warteten.Nicht Isabella.Natürlich nicht Isabella.Sie war jetzt verheiratet. Mit meinem Gefährten. Lebte ihr perfektes Luna-Leben, während ich in der Verbannung verrottete.Ich ging auf sie zu. Meine Stiefel knirschten auf der Kiesauffahrt.Moms Gesicht war ausdruckslos. Dads war wie aus











