Se connecterEr fing den Blick der Kellnerin ein, bedeutete ihr mit zwei Fingern, ihnen schon vorab Wasser zu bringen, bevor er sich wieder zu ihr drehte. „Und mach nicht dieses Ding, wo du es abtust. ‚Ich bin nur ein Nerd‘ sagen Leute, wenn sie Angst haben, dass jemand denkt, sie wären zu intensiv bei dem, was sie lieben.“
Er stieß einen langsamen Atemzug aus. „Ich verstehe das eigentlich. Beim Eishockey denken die Leute, es sei nur im Kreis laufen und sich gegenseitig umhauen. Sie sehen nicht die Mechanik, das Timing, die Art, wie du die Körpersprache von jemandem lesen musst, bevor er überhaupt weiß, dass er einen Spielzug macht. Es ist technisch. Es ist präzise. Es ist... nun ja, es ist Kunst auf seine eigene, abgefuckte Art.“
Er grinste, die Goldsprenkel in seinen Augen fingen das bernsteinfarbene Licht ein. „Außerdem, wenn du auf Animation und Manga stehst, hast du ein besseres Verständnis für visuelles Storytelling als die Hälfte der Leute, mit denen ich in der PR zusammenarbeite. Die kriegen nicht mal eine anständige I*******m-Story ohne ein Sechserteam auf die Beine gestellt.“
Betty, die schroffe, aber herzliche Kellnerin, kam an den Tisch und klatschte zwei Gläser Eiswasser vor ihnen auf das abgewetzte Holz. Carter blickte nicht einmal kurz von Tessa weg.
„Eigene Mangas und Graphic Novels also“, sagte er leise, und in seinen braunen Augen lag echte Neugier statt der üblichen Flirt-Floskeln. „Okay, das ist Ansage. Aber was für Geschichten zeichnest du da eigentlich? Geht das eher in die Richtung düstere Action, psychologischer Plot, oder sitzt du abends da und entwirfst epische Romantik-Stories?“
Er hielt inne, sein Schmunzeln kehrte zurück, obwohl es jetzt weicher war. „Oder versuchst du nur herauszufinden, wie man einen Manga-Charakter mit besseren Haaren zeichnet als meinen?“
Tessa antwortete nicht sofort. Stattdessen griff sie in ihre Tasche und zog ein abgewetztes, ledergebundenes Skizzenbuch heraus. „Ich bin nicht gut darin, über meine Kunst zu reden. Wenn ich es wäre, wäre ich Autorin.“ Sie reichte es ihm hinüber.
Carter spürte einen echten Ruck von Überraschung, als sie nach dem Skizzenbuch griff. Die meisten Leute hielten ihre kreative Arbeit unter Verschluss wie einen geheimen Garten. Als sie es über den Tisch zu ihm schob, zögerte er nicht. Er wollte sehen. Er wollte sehen, wie ihr Verstand aussah, wenn sie sich nicht verteidigte.
Er öffnete es langsam, schob die feste Umrandung zurück und bereitete sich auf typische Studentenstudien vor – flüchtige Kohlewischungen oder zarte Aquarelle. Stattdessen landete sein Blick auf den ersten Seiten, und Carter fror mitten in der Bewegung ein.
Das war kein süßliches Gepinsel. Es war düster, brutal und von einer atemberaubenden, fast schon beklemmenden Dynamik. Die Tuschelinien waren messerscharf gezackt, die Schattierungen tief und unerbittlich. Die ersten Panels zeigten den epischen Zusammenstoß zweier Figuren auf einem zersplitterten Schlachtfeld: Auf der einen Seite eine geflügelte Dämonengestalt mit verzerrten Klauen und hohlen, schattenverhangenen Augenhöhlen, auf der anderen ein schwer gerüsteter Krieger, dessen Klinge sich mitten im Schwung durch eine Wolke aus zischendem Rauch schnitt. Jedes Panel war perfekt komponiert; die Anatomie der Muskeln, die Wucht des Aufpralls und der Schattenwurf wirkten so professionell, als stammten sie direkt aus dem Atelier eines japanischen Mangaka.
Carter blätterte langsam weiter, fasziniert von der rohen Energie dieser düsteren Fantasy-Welt. Und dann, auf der nächsten Doppelseite, veränderte sich das Motiv schlagartig.
Es war die erste Zeichnung, die ihn vollkommen stocken ließ: Brody.
Es war kein schmeichelhaftes Porträt, keine Superhelden-Skizze. Es war Brody roh, mitten in der Bewegung, schweißüberströmt und grimmig, erfasst mitten in einer aggressiven Abwehrhaltung auf dem Eis. Tessa hatte das exakte Anspannen seines Kiefers eingefangen, die Art, wie sich seine Schultern vor einem Hieb strafften. Es war beängstigend akkurat.
Carter spürte ein merkwürdiges Lachen in seiner Brust aufsteigen, aber es war nicht spöttisch. Es war reine Ungläubigkeit.
„Heilige Scheiße“, hauchte er und blätterte auf eine andere Seite. „Tessa.“
Er drehte das Buch zu ihr zurück, aber sein Daumen blieb gegen die Seite gepresst, auf der Brodys Gesicht in atemberaubendem Detail wiedergegeben war. „Du hast ihn nicht nur gezeichnet. Du hast ihn erwischt. Ich spiele seit fünf Jahren mit Brody, und ich glaube nicht, dass ich ihn jemals so... entblößt gesehen habe. So real.“
Er blickte zu ihr auf, und zum ersten Mal, seit er sie am Flughafen getroffen hatte, war die ‚Golden Boy‘-Persona vollkommen verschwunden. Da war kein Schmunzeln, kein neckender Tonfall. Nur echter, sprachloser Respekt.
„Du bist nicht ‚nur ein Nerd‘“, sagte er leise, seine Stimme rauer als beabsichtigt. „Du bist ein Raubtier. Du siehst Dinge, die andere Leute verpassen. Du siehst die Knochen unter der Haut.“
Er schloss das Skizzenbuch vorsichtig, als wäre es etwas Zerbrechliches, und schob es zu ihr zurück. Die Intensität in seinem Blick war fast unangenehm. Er sah sie an, als wollte er sie auf dieselbe Weise studieren, wie sie ihre Motive studierte.
„Brody wird absolut den Verstand verlieren, wenn er herausfindet, dass du seine jede Bewegung wie eine Gerichtsmedizinerin dokumentiert hast“, sagte Carter, ein langsames, gefährliches Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus, als er seinen Halt wiederfand. „Obwohl, wenn er sieht, wie gut du ihn hast aussehen lassen, könnte sein Ego tatsächlich zu einer Gefahr für die öffentliche Sicherheit werden.“
„So, was darf’s für euch zwei sein?“, fragte Betty ohne Umschweife und ballte den Kugelschreiber mit der Routine von vierzig Jahren Gastronomie. „Das Tagesangebot ist der Meatlovers Supreme, aber wer was Echtes will, nimmt den Triple Threat.“
Tessa schlug die Karte gar nicht erst auf. Sie blickte direkt zu Betty auf. „Der doppelte Chili-Cheese-Burger, bitte. Mit extra scharfem Cheddar, eine große Portion Pommes mit Trüffelmayonnaise und eine riesige Cherry Coke.“
Betty hielt mitten im Schreiben inne, schob ihre Lesebrille ein Stück auf die Nasenspitze und fixierte Tessa. Dann wandte sie sich langsam zu Carter. „Hast du sie von der Landestraße aufgelesen, Vance? Die Kleine meint das ernst.“
Carter lachte rau auf und stützte die Ellenbogen auf das dunkle Kunstleder der Nische. „Keine Sorge, Betty. Sie hat ’ne Menge Kalorien nachzuholen. Und für mich machen wir genau dasselbe. Doppelt. Und leg extra Servietten drauf, sonst kriege ich nachher Ärger mit ihrem Bruder.“
„Ihr kriegt einen ganzen Stapel“, brummte Betty, winkte ab und marschierte Richtung Küche davon.
Wenige Minuten später schob Betty zwei ausladende Teller an ihren Tisch. Die doppelt gestapelten Patties trieften vor geschmolzenem Cheddar, Jalapeños und feuriger Chilisauce, serviert neben knusprigen, heißen Pommes in kleinen Gusseisenpfännchen und zwei gigantischen Gläsern Cherry Coke. Dazu knallte sie wortlos eine dicke Rolle Papierservietten mitten auf den Tisch.
„Sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt“, rief sie noch über die Schulter.
Tessa verlor keine Zeit. Sie schnappte sich eine Pommes, tunkte sie tief in die Trüffelmayonnaise und genoss den ersten Bissen sichtbar.
Carter beobachtete sie fasziniert, während er seinen eigenen Burger ansteuerte. „Du isst wirklich, als hättest du die letzten drei Tage nur von Flugzeug-Crackern gelebt.“
„Eiskunstlauf verbrennt mehr Energie, als es aussieht“, sagte Tessa und nahm einen großen Schluck Cherry Coke. „Und die Campus-Mensa hat mich schon bei den Online-Fotos abgeschreckt. Wie ist das Essen in der Athleten-Lounge bei den Huskies?“
„Genieß diesen Burger“, grinste Carter und biss herzhaft von seinem Patty ab, ehe er weitersprach. „In der Halle gibt’s Protein-Shakes, trockenes Hähnchen und gedämpften Brokkoli. Ernährungsberater kontrollieren wöchentlich unsere Werte. Wenn Coach MacIntyre sieht, was wir hier verdrücken, lässt er uns morgen Fünf-Meilen-Runden auf dem Eis drehen.“
„Brody würde mitmachen“, bemerkte Tessa trocken und griff nach einer weiteren Pommes. „Er hat mir mal erzählt, dass er als Rookie heimlich Pizza im Badezimmer gegessen hat, damit sein Trainer es nicht merkt.“
Carter stieß ein Lachen aus. „Das klingt verdammt nach Brody. Er tut immer so, als wäre er der disziplinierteste Typ im Kader, aber wenn man ihn nach einem Auswärtsspiel allein lässt, vernichtet er eine ganze Schachtel Donut-Löcher.“
Ein ruhigerer, entspannter Rhythmus stellte sich zwischen ihnen ein. Das Fett, die Kohlenhydrate und die entspannte Atmosphäre des Diners schoben die anfängliche Skepsis beiseite. Sie unterhielten sich locker über die Eigenheiten von Sportler-Wohnheimen, die frostigen Winter in Minnesota und den Schock, den das frühe Aufstehen für das Morgentraining bedeutete.
Gerade als Tessa sich eine Serviette schnappte, um sich den geschmolzenen Käse von den Fingern zu wischen, begann ihr Telefon auf dem Tisch lautstark zu vibrieren und über das Holz zu wandern.
Tessa warf einen Blick auf das Display, nahm gelassen ab und schob sich gleichzeitig eine Pommes in den Mund.
„Ja? Brody. Nein. Weil ich noch nicht da bin... Nein, Carter hat mich abgeholt... Essen. Uhm. Mit Carter?“
Aus dem Lautsprecher schallte Brodys Brüllen so laut durch die Nische, dass sogar zwei Gäste am Nachbartisch kurz aufschreckten:
„WAS?! GIB IHM DAS TELEFON!“
Tessa zuckte nicht einmal mit der Wimper. Sie reichte Carter entspannt das Smartphone hinüber. „Carter, mein Bruder will dich sprechen.“
„Hey, Mann“, sagte Carter, seine Stimme bewusst lässig, obwohl ein leichtes Amüsement darunter lag. „Entspann dich. Atme. Ich habe noch niemanden umgebracht.“
Das Brüllen am anderen Ende war selbst ohne Freisprechen hörbar. Carter konnte Brody praktisch vor sich sehen, wie er durch seine Wohnung tigerte, die Adern am Hals hervorgetreten.
„Ja, ich habe sie abgeholt. Wir sind beim Essen. Nein, ihr geht’s gut. Wir essen buchstäblich nur Burger, Brody. Fahr deinen Puls runter.“ Er hielt inne und hörte sich das schnelle Verhör an, das folgte. „Ich weiß, sie ist sicher. Ich bin ein Gentleman. Meistens.“
Er schoss Tessa ein kurzes, schiefes Grinsen zu – halb Entschuldigung, halb Herausforderung –, bevor er fortfuhr. „Ich habe sie zu einer angemessenen Zeit zu Hause. Hab keinen Herzinfarkt, bevor sie überhaupt am Campus ankommt. Ja. Ja, wir sehen uns morgen beim Training. Ciao, Mann.“
Er legte auf und stellte das Telefon mit einem leisen Klacken mit dem Display nach unten auf den Tisch. Er stieß einen langen Atemzug aus und rieb sich den Nacken.
Tessa blickte auf. „Campus? Ich wohne bei Brody. Hat er dir das nicht erzählt?“ Sie nahm einen Schluck Cherry Coke.
„Er wird mich umbringen, oder?“, fragte Carter, obwohl er nicht besonders besorgt klang. „Ich konnte sein Gesicht durchs Telefon sehen. Er klang, als wäre er bereit, mir die Rippen zu brechen.“
Er sah sie an, während sie sich wieder ihrem Burger widmete, völlig unbeeindruckt von dem Chaos, das sie gerade inszeniert hatte. Der Kontrast zwischen ihrem ruhigen Essen und dem Zusammenbruch ihres Bruders war faszinierend.
„Du bist sehr gut darin“, bemerkte er, lehnte sich zurück und fixierte sie mit den Augen. „Das Chaos zu managen. Entweder bist du an ihn gewöhnt oder du weißt exakt, wie du seine Knöpfe drücken musst.“
„Ich bin an ihn gewöhnt. Und daran, mit Eishockey-Teams abzuhängen.“ Sie zuckte leicht mit den Schultern. „Und er ist sauerer auf mich als auf dich. Am meisten auf sich selbst, weil er mich nicht selbst abgeholt hat.“
Er nahm eine Pommes und tunkte sie mit bedächtiger Langsamkeit in die Trüffelmayo, bevor er sie in den Mund schob.
„Brody ist ein Katastrophenfall“, stimmte er ihrer Einschätzung bezüglich der Schuldgefühle ihres Bruders zu. „Er ist wahrscheinlich auf dem halben Weg zu einer Panikattacke, weil er das Gefühl hat, bei seiner einzigen Aufgabe versagt zu haben: dich von Typen wie mir fernzuhalten.“
Er nahm seine Cherry Coke und nahm einen langen Schluck, während er sie beobachtete. Es lag etwas wahrhaft Verrückt-Machendes an ihrer Gelassenheit. Er war es gewohnt, derjenige zu sein, der das Tempo vorgab, derjenige, der entschied, wann ein Flirt begann und wann er endete. Aber Tessa spielte ein völlig anderes Spiel – eines, bei dem er nicht einmal wusste, ob er ein Mitspieler oder nur Dekoration war.
Er biss von seinem Essen ab und gestikulierte dann vage zum Fenster, wo die Lichter von Minneapolis vorbeizogen. „Da du nichts planst... was steht als Nächstes auf dem Programm? Mehr Kunstgenuss? Oder willst du die Stadt von irgendwo sehen, das keine Diner-Nische ist?“
„Nein, fahr mich zu Brody, bevor er morgen beim Training Blut sehen will.“
„Schlauer Zug“, murmelte er, warf etwas Bargeld auf den Tisch und sammelte seine Sachen ein. „Ich würde eher ein Spiel in der dritten Verlängerung bestreiten als mich einem Brody Callahan zu stellen, der glaubt, ich sei für die Sicherheit seiner Schwester verantwortlich.“
Die Arena im Liberty Ice Center um 06:30 Uhr morgens war eine Kathedrale aus Eis und Stille. Das einzige Geräusch war das tiefe Summen des Kühlsystems unter den Dielen und das ferne Tropfen von Wasser irgendwo in den Trägern. Die Beleuchtung war gedimmt, um vor dem morgendlichen Ansturm Energie zu sparen, und warf lange, blau getönte Schatten über die leeren Ränge.Als Tessa das Eis betrat, biss die Kufe ihres Schlittschuhs mit einem knackigen, sauberen Schwingen in die frische Oberfläche. Sie glitt nicht nur; sie bewegte sich mit der bedachten, kontrollierten Sparsamkeit von jemandem, der Tausende von Stunden damit verbracht hatte, die Physik der Bewegung zu perfektionieren. Ihre Kanten waren rasiermesserscharf, ihre Haltung makellos. Das war nicht das ungeschickte Vergnügen einer Hobbyskaters – das war die disziplinierte Anmut einer Halbprofi-Athletin.Sie sc
Die Fahrt zu Brodys Wohnung war ruhiger, als er erwartet hatte. Er erwischte sich immer wieder dabei, wie er ihr Profil im vorbeiziehenden Schein der Straßenlaternen beobachtete, die Art, wie sie so gefestigt in ihrem eigenen Raum wirkte, selbst in einer Stadt, die sie erst seit ein paar Stunden kannte. Er wollte noch etwas sagen, etwas, um diesen Faden der überraschenden Ehrlichkeit zwischen ihnen am Leben zu halten, aber er hielt den Mund. Er wusste ganz genau, wann er es cool angehen lassen musste.Als er seinen F-150 schließlich vor dem Backsteinbau ihres Apartmentkomplexes abstellte, konnte Carter die Spannung bereits durch die Frontscheibe brodeln spüren. Brody wartete draußen am Eingang, die Arme vor der breiten Brust verschränkt. Er sah weniger wie ein professioneller Eishockeyspieler aus als wie ein Mann, der sich auf einen Showdown vorbereitete.Carte
Er fing den Blick der Kellnerin ein, bedeutete ihr mit zwei Fingern, ihnen schon vorab Wasser zu bringen, bevor er sich wieder zu ihr drehte. „Und mach nicht dieses Ding, wo du es abtust. ‚Ich bin nur ein Nerd‘ sagen Leute, wenn sie Angst haben, dass jemand denkt, sie wären zu intensiv bei dem, was sie lieben.“Er stieß einen langsamen Atemzug aus. „Ich verstehe das eigentlich. Beim Eishockey denken die Leute, es sei nur im Kreis laufen und sich gegenseitig umhauen. Sie sehen nicht die Mechanik, das Timing, die Art, wie du die Körpersprache von jemandem lesen musst, bevor er überhaupt weiß, dass er einen Spielzug macht. Es ist technisch. Es ist präzise. Es ist... nun ja, es ist Kunst auf seine eigene, abgefuckte Art.“Er grinste, die Goldsprenkel in seinen Augen fingen das bernsteinfarbene Licht ein. „Außerdem, wenn du auf Animation und Manga stehst, hast du ein besseres Verständnis für visuelles Storytelling als die Hälfte der Leute, mit denen ich in der PR zusammenarbeite. Die krieg
„Ich bin überrascht, dass Brody dich gefragt hat. Danke für die Fahrt jedenfalls.“Carter entging die vorsichtige Distanz in ihrer Stimme nicht. Die Art, wie sie sich nicht auf die lockere Freundlichkeit einließ, die er ihr anbot. Die meisten Mädels hätten das Kompliment der Fahrt angenommen oder ihn zumindest gefragt, wie die Vorbereitung auf die Saison bei den Huskies lief. Sie klang, als würde sie eine geschäftliche Transaktion akzeptieren, um die sie nicht unbedingt gebeten hatte.Er spürte das Gespenst eines Lächelns an seinen Mundwinkeln zucken. Kein echtes Lächeln, sondern die Sorte, die er benutzte, wenn jemand seinen Bluff durchschaute.„Überrascht, huh?“, fragte er und führte sie durch die automatischen Schiebetüren. Die klirrende Kälte von Minneapolis schlug ihnen sofort entgegen, aber er behielt seinen entspannten Schritt bei und hetzte sie nicht. „Was dachtest du denn? Dass er dir eine Limousine mit einem Fahrer im Anzug schickt? Oder hatte er Angst, ich verliere dich im
Dienstag. 16:06 Uhr. Minneapolis International Airport. Ankunftsterminal.Carter Vance stand mitten im dicht gedrängten Terminal und hielt ein Stück Pappkarton in der Hand, auf dem Tessas Name stand. Die Handschrift war absolut schrecklich.Er kippte das Schild. Blinzelte. Kippte es in die andere Richtung.„Jep“, murmelte er. „Auf den Punkt getroffen.“Brodys Stimme dröhnte ihm noch von vor zwei Stunden im Kopf herum, dieser spezielle Tonfall, den sein Verteidigungspartner aufsetzte, wenn er etwas von einem wollte, einen aber gleichzeitig nicht bedrohen wollte.„Meine Schwester landet um vier. Kannst du sie abholen?“Carter hatte nur mit den Schultern gezuckt. „Klar. Wusste gar nicht, dass du eine Schwester hast.“Eine Pause, die einen Schlag zu lange gedauert hatte.„Sie ist jünger.“„Okay.“Noch eine Pause. Schwerer.Dann war Brodys Stimme in etwas abgeglitten, das Carter fast nie von ihm hörte. Todernst, ohne jede Wärme, ohne jeden Spielraum.„Carter.“„… Ja?“„Sie. Ist. Meine. Sch
EYOND THE RINK – Das Buch-Universum & Charakter-GuideHerzlich willkommen in der eiskalten, hochgradig kompetitiven Welt von Beyond the Rink!Dieses Info-Kapitel bietet dir eine komplette Übersicht über das Setting, das Franchise der Minnesota Huskies, die Spielregeln und alle wichtigen Charaktere, die in Band 1 (Thin Ice) und den folgenden Bänden den Ton angeben.❄️ Das Setting: Minneapolis & North State UniversityDie Stadt: Minneapolis, Minnesota („The State of Hockey“). Eiskalte, harte Winter mit eisigen Winden, Schneestürmen und Flutlichtatmosphäre.Die Arena: Das Liberty Ice Center – eine hochmoderne Multisport-Arena. Hier trainieren morgens um 06:00 Uhr die Eiskunstläuferinnen des Olympia-Kaders, bevor ab 07:00 Uhr die Profis der Minnesota Huskies das Eis übernehmen. Das Spielfeld hat die internationale Größe und ist rund 30 Meter breit und 61 Meter lang. Das College: Die North State University, eine Renommier-Uni für Spitzenathleten mit D1-Eishockey und Elite-Eiskunstlauf-Pro







