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5. Die Kathedrale aus Eis 

Author: Eva Jenning
last update publish date: 2026-11-05 21:00:35

Die Arena im Liberty Ice Center um 06:30 Uhr morgens war eine Kathedrale aus Eis und Stille. Das einzige Geräusch war das tiefe Summen des Kühlsystems unter den Dielen und das ferne Tropfen von Wasser irgendwo in den Trägern. Die Beleuchtung war gedimmt, um vor dem morgendlichen Ansturm Energie zu sparen, und warf lange, blau getönte Schatten über die leeren Ränge.

Als Tessa das Eis betrat, biss die Kufe ihres Schli

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  • Hinter der Bande (1) - Dünnes Eis   5. Die Kathedrale aus Eis 

    Die Arena im Liberty Ice Center um 06:30 Uhr morgens war eine Kathedrale aus Eis und Stille. Das einzige Geräusch war das tiefe Summen des Kühlsystems unter den Dielen und das ferne Tropfen von Wasser irgendwo in den Trägern. Die Beleuchtung war gedimmt, um vor dem morgendlichen Ansturm Energie zu sparen, und warf lange, blau getönte Schatten über die leeren Ränge.Als Tessa das Eis betrat, biss die Kufe ihres Schlittschuhs mit einem knackigen, sauberen Schwingen in die frische Oberfläche. Sie glitt nicht nur; sie bewegte sich mit der bedachten, kontrollierten Sparsamkeit von jemandem, der Tausende von Stunden damit verbracht hatte, die Physik der Bewegung zu perfektionieren. Ihre Kanten waren rasiermesserscharf, ihre Haltung makellos. Das war nicht das ungeschickte Vergnügen einer Hobbyskaters – das war die disziplinierte Anmut einer Halbprofi-Athletin.Sie sc

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    Er fing den Blick der Kellnerin ein, bedeutete ihr mit zwei Fingern, ihnen schon vorab Wasser zu bringen, bevor er sich wieder zu ihr drehte. „Und mach nicht dieses Ding, wo du es abtust. ‚Ich bin nur ein Nerd‘ sagen Leute, wenn sie Angst haben, dass jemand denkt, sie wären zu intensiv bei dem, was sie lieben.“Er stieß einen langsamen Atemzug aus. „Ich verstehe das eigentlich. Beim Eishockey denken die Leute, es sei nur im Kreis laufen und sich gegenseitig umhauen. Sie sehen nicht die Mechanik, das Timing, die Art, wie du die Körpersprache von jemandem lesen musst, bevor er überhaupt weiß, dass er einen Spielzug macht. Es ist technisch. Es ist präzise. Es ist... nun ja, es ist Kunst auf seine eigene, abgefuckte Art.“Er grinste, die Goldsprenkel in seinen Augen fingen das bernsteinfarbene Licht ein. „Außerdem, wenn du auf Animation und Manga stehst, hast du ein besseres Verständnis für visuelles Storytelling als die Hälfte der Leute, mit denen ich in der PR zusammenarbeite. Die krieg

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    Dienstag. 16:06 Uhr. Minneapolis International Airport. Ankunftsterminal.Carter Vance stand mitten im dicht gedrängten Terminal und hielt ein Stück Pappkarton in der Hand, auf dem Tessas Name stand. Die Handschrift war absolut schrecklich.Er kippte das Schild. Blinzelte. Kippte es in die andere Richtung.„Jep“, murmelte er. „Auf den Punkt getroffen.“Brodys Stimme dröhnte ihm noch von vor zwei Stunden im Kopf herum, dieser spezielle Tonfall, den sein Verteidigungspartner aufsetzte, wenn er etwas von einem wollte, einen aber gleichzeitig nicht bedrohen wollte.„Meine Schwester landet um vier. Kannst du sie abholen?“Carter hatte nur mit den Schultern gezuckt. „Klar. Wusste gar nicht, dass du eine Schwester hast.“Eine Pause, die einen Schlag zu lange gedauert hatte.„Sie ist jünger.“„Okay.“Noch eine Pause. Schwerer.Dann war Brodys Stimme in etwas abgeglitten, das Carter fast nie von ihm hörte. Todernst, ohne jede Wärme, ohne jeden Spielraum.„Carter.“„… Ja?“„Sie. Ist. Meine. Sch

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