MasukIn den folgenden Tagen war Clara mit Firmenangelegenheiten beschäftigt.Eines Tages sagte Adrian unvermittelt zu ihr: „Bei Velox sind in letzter Zeit wieder ein paar wichtige Leute aus der Technik gegangen.“„Ja“, sagte Clara. „Das habe ich auch gehört.“„Ein paar Investoren sind ausgestiegen, aber einige haben ihr Geld noch nicht abgezogen. Wahrscheinlich warten sie noch ab, ob Maximilian eingreift.“ Adrian lächelte und fügte hinzu: „Angeblich ist auch Horizont ausgestiegen.“Horizont war Julians Firma.Clara nickte.Adrian sagte nachdenklich: „Bisher sah es so aus, als wäre Julian Elena wirklich verfallen. Dass er so konsequent aussteigt, überrascht mich ein bisschen.“Julians Angelegenheiten interessierten Clara nicht, und sie ging nicht darauf ein.Adrian fragte weiter: „Ist Maximilian noch nicht von seiner Geschäftsreise zurück?“Clara schüttelte den Kopf. „Keine Ahnung.“In diesen drei, vier Tagen hatte sie keinen Kontakt zu Sophie gehabt und auch nicht bewusst auf Neui
An diesem Abend aß Sophie oben auf dem Hügel ein paar Grillspieße, spielte eine Weile mit den Bausteinen und schaute sich noch eine Weile die Sterne an. Dann gingen sie hinunter, und Sophie kehrte zum Schlafen ins Hotel zurück.Am nächsten Tag hatte Clara Sophie fast die ganze Zeit bei sich – abgesehen von den Besprechungen mit Adrian und einigen Mitarbeitern.Adrian und Gabriel bemühten sich noch ein paarmal von sich aus um Sophie.Sophie begrüßte sie jedes Mal brav und bedankte sich brav, aber näher kamen die beiden ihr dadurch nicht.Anfangs dachten sie noch, Sophie sei einfach schüchtern. Bald aber merkten sie, dass Sophie sie bewusst auf Abstand hielt.Sie wollte schlicht nicht mit ihnen „Freundschaft schließen“.Was Sophies frühere Zuneigung zu Elena betraf: Adrian hatte zwar mit Clara mitgelitten, aber weil Sophie noch klein war und es nicht besser wusste, hatte er ihr nie ernsthaft Vorwürfe gemacht.Sophie war Claras Tochter – wie hätte er sie nicht von Herzen gernhaben
Das Wetter war an diesem Abend schön. Oben auf dem Hügel gab es eine Aussichtsplattform, von der aus man einen herrlichen Blick auf das funkelnde Lichtermeer der Stadt hatte.Als Clara und Sophie oben ankamen, hatten einige Langmark-Mitarbeiter auf der freien Fläche neben der Aussichtsplattform bereits Grills aufgestellt und waren schon beim Grillen.Als sie die beiden sahen, grüßten alle eifrig, und jemand rief: „Chefin, wir haben hier einen echten Grillprofi. Sein Fleisch ist ein Gedicht. Möchten Sie etwas?“Clara lächelte und nahm einen Spieß entgegen. „Danke.“„Keine Ursache, es gibt noch mehr.“ Dann reichte die Kollegin auch Sophie einen Spieß. „Du bist Sophie, oder? Hier, für dich.“Auch Sophie nahm ihn. „Danke schön.“„Ach, wie höflich! Chefin, ist Sophie immer so ein kleiner Schatz? So hübsch – und vom Wesen her ist sie Ihnen auch sehr ähnlich. Sie wirkt so lieb und vernünftig, ruhig und wohlerzogen.“Eine andere Kollegin stimmte lachend ein: „Ja, eben hat Herr Ostermann
„Okay, Mama, ich weiß.“Danach ging Sophie mit Frau Müller hinaus.Nach dem Essen sprach Clara noch eine Weile mit Adrian über Firmenangelegenheiten und ging dann auf ihr Zimmer.Als sie ins Zimmer zurückkam, war Sophie gerade beim Duschen.Kaum hatte Clara sich gesetzt, klingelte Sophies Handy, das auf dem Bett lag.Es war Maximilian.Clara nahm nicht ab, sondern bedeutete Frau Müller, für Sophie ranzugehen. Frau Müller lächelte gequält. „Sophie will im Moment weder mit ihrem Vater telefonieren noch, dass ich für sie rangehe. Wenn sie mit ihm sprechen möchte, ruft sie nachher nach dem Duschen zurück.“Davon hatte Clara nichts gewusst.Das Sorgerecht für Sophie lag bei Maximilian. In das Verhältnis zwischen Vater und Tochter wollte sie sich nicht allzu sehr einmischen.Nach Frau Müllers Worten und mit Blick darauf, wie bedrückt Sophie heute gewirkt hatte, fragte sie nur: „Haben die beiden sich gestritten?“„… Ja.“Tatsächlich hatten Vater und Tochter sich seit Dr. Lindemanns
Gut eine Stunde später kamen Clara und Sophie endlich im Hotel an.Als Adrian und Gabriel erfuhren, dass Clara da war, kamen beide herunter, um sie in Empfang zu nehmen.Adrian wusste, dass Clara Sophie abgeholt hatte, Gabriel aber nicht. Als er Sophie hinter Clara aus dem Wagen steigen sah, stutzte er.Clara strich Sophie über den Kopf. „Sophie, sag Onkel Adrian Hallo.“Sophie gehorchte brav. „Hallo, Onkel Adrian.“Adrian lächelte. „Braves Mädchen.“Dann wandte Clara sich Gabriel zu. „Und das ist ein Kollege von Mama. Das ist Onkel Gabriel.“„Hallo, Onkel Gabriel.“Gabriel betrachtete Sophie mit gemischten Gefühlen.Eigentlich waren er und Sophie sich schon einmal begegnet, nur lag das bereits zwei, drei Jahre zurück. Damals war Sophie noch sehr klein gewesen und erinnerte sich vermutlich nicht mehr an ihn.Adrian sagte zu Clara: „Das Essen geht gleich los. Lass uns erst mal reingehen.“„Gut“, sagte Clara.Bei Langmark hatten bisher alle nur gehört, dass Clara verheiratet
Am Freitagnachmittag hatte Clara endlich alles erledigt, was auf ihrem Tisch lag.Sie massierte sich die leicht verspannten Schultern und ruhte sich einen Moment aus. Dann schien ihr etwas einzufallen. Sie stockte, nahm das Handy neben sich und rief Sophie an.Sophie nahm schnell ab. „Mama.“„Hm.“ Clara fragte sanft: „Bist du schon aus der Schule?“„Ja.“Seit Sophies erstem Schultag hatten sie nur ein einziges Mal miteinander telefoniert, und auch da hatte Clara angerufen.In den Tagen danach hatte Clara sich nicht bei Sophie gemeldet, und Sophie hatte sich auch nicht von sich aus gemeldet.Das überraschte Clara nicht, und sie dachte sich auch nicht viel dabei.Sie fand nur: Wie auch immer die Dinge lagen, Sophie war ihre Tochter, und sie musste sich in angemessenem Maß um sie kümmern.Sie suchte von sich aus nach einem Gesprächsthema: „Habt ihr für die nächsten zwei Tage schon etwas geplant?“„Nein.“ Sophie sagte gleichmütig: „Papa ist auf Geschäftsreise, er ist nicht da.“
Gegen neun Uhr abends kamen Maximilian von Falken und seine Tochter nach Hause.Sophie von Falken klammerte sich an den Saum von Maximilians Jacke und stieg nur zögernd aus dem Auto.Weil ihre Mutter da war, wollte sie heute Abend eigentlich gar nicht nach Hause.Aber Tante Elena hatte gesagt, Ma
Als Clara von Falken am Flughafen von Alpenstein ankam, war es bereits nach neun Uhr abends.Heute war ihr Geburtstag.Beim Einschalten ihres Handys empfing sie eine Flut von Geburtstagsglückwünschen.Alle kamen von Kollegen und Freunden.Von Maximilian von Falken dagegen keine einzige Nachricht.Cl
Claras zwei Kolleginnen warfen verstohlen einen Blick auf Elena und wichen hastig zwei Schritte zurück, pressten sich an die Wand.Elena sah auch Clara.Doch sofort wandte sie gleichgültig den Blick ab. Offensichtlich beachtete sie Clara gar nicht und stieg mit den Managern in den Aufzug.Als sic
Am nächsten Tag.Als Maximilian ins Büro kam, traf er Clara direkt am Eingang.Clara wusste nicht, dass Maximilian und Sophie bereits zurück im Land waren.Völlig unvorbereitet im Büro auf Maximilian zu treffen, ließ Clara abrupt innehalten.Maximilian war ebenfalls überrascht, sie zu sehen, dac







