로그인Sables Perspektive
„Dann machen wir es“, sagte ich. „Sofort. Was auch immer nötig ist.“„So einfach ist das nicht.“ Yarrows Griff um mein Handgelenk löste sich nicht. „Du musst genau verstehen, was das von dir verlangt, bevor du zustimmst, Sable. Ich werde dich nicht blind hineinlaufen lassen, nicht bei so hohen Einsätzen.“„Mir ist das Risiko für mich im Moment egal. Er stirbt vor unseren Augen.“„Es sollte dir nicht egal sein.“ Ihre Stimme wurde schärferSables SichtDas Licht brach auf einmal nach innen zusammen, als hätte etwas Gewaltiges endlich ausgeatmet, und für eine schreckliche Sekunde passierte überhaupt nichts.Kein Atmen. Kein Puls unter meinen Fingern. Kein Laut in der gesamten Halle außer dem schwachen Knistern der sterbenden Fackeln an den Wänden.„Alaric?“ Meine Stimme kam gerissen, kaum mehr als ein Flüstern, meine Hände immer noch um die seinen geschlossen, mein ganzer Körper erstarrt.Dann keuchte er auf. Es kam scharf und verzweifelt, genau der Laut jemandes, der nach zu langer Zeit unter Wasser wieder an die Oberfläche durchbricht, seine Brust hob und senkte sich heftig, als Luft in Lungen strömte, die Sekunden zuvor kaum noch funktioniert hatten. Farbe kehrte fast sichtbar in sein Gesicht zurück, die graue Blässe wich, ersetzt von etwas Wärmerem.„Heilige Scheiße“, keuchte Corwin und kam näher. „Er atmet. Er atmet tatsächlich richtig.“Ich sah auf meine
Sables PerspektiveIch hatte keine Antwort für Rook. Niemand in diesem Raum hatte eine, und das Schweigen zog sich so lange hin, bis Yarrow es schließlich unterbrach. Ihre Stimme holte uns alle zurück zu dem Einzigen, das in diesem Moment wirklich zählte.„Wir haben keine Zeit für dieses Gespräch“, sagte sie. „Sable, ich brauche dich an seiner Seite. Sofort.“Ich bewegte mich schnell, kniete mich so nahe hin, dass meine Knie gegen Alarics Seite drückten. Sein Atem war noch flacher als noch vor wenigen Minuten. Yarrow positionierte sich gegenüber von mir, ihre Hände schwebten über seiner Brust, ohne sie zu berühren – führend, nicht ausführend.„Nimm seine Hand“, sagte sie. „Beide deine Hände um seine eine. Du brauchst Kontakt, direkt und ununterbrochen, durch die ganze Sache hindurch.“Ich tat, was sie sagte, und legte meine zitternden Finger um seine kalte, reglose Handfläche.„Was sage ich eigentlich genau?“, fragte ich. „Gibt der Text die genauen Worte vor?“„Er gibt die Form vor. D
Sables Perspektive„Dann machen wir es“, sagte ich. „Sofort. Was auch immer nötig ist.“„So einfach ist das nicht.“ Yarrows Griff um mein Handgelenk löste sich nicht. „Du musst genau verstehen, was das von dir verlangt, bevor du zustimmst, Sable. Ich werde dich nicht blind hineinlaufen lassen, nicht bei so hohen Einsätzen.“„Mir ist das Risiko für mich im Moment egal. Er stirbt vor unseren Augen.“„Es sollte dir nicht egal sein.“ Ihre Stimme wurde schärfer und schnitt mit absichtlicher Kraft durch meine Panik. „Hör mir zu. Das ist kein Zauber, den ich über ihn spreche, während du daneben sitzt und hoffst, dass er wirkt. Der Text war klar. Du musst die Bindung von deiner Seite aus wieder vollständig öffnen, im genauen Moment, in dem er die seine öffnet.“„Gut. Ich öffne sie. Sag mir, wie.“„Es geht nicht um Technik. Es sind keine Worte, die man auswendig lernt, und keine Gesten, die man richtig ausführt.“ Yarrows Augen hielten die
Sables POVDie Halle leerte sich langsam, nachdem die Wachen Ophelia abgeführt hatten. Wölfe blieben in kleinen Gruppen stehen und murmelten über alles, was der Prozess gerade offengelegt hatte. Ich blieb hinten stehen und beobachtete, wie Alaric noch lange am Ratstisch sitzen blieb, nachdem alle anderen begonnen hatten hinauszugehen. Seine Schultern waren in einer starren Art von Erschöpfung verspannt, die mir mehr Sorgen machte, als ich zugeben wollte.„Du hast dich heute Abend gut zusammengehalten“, sagte ich, als die Halle weitgehend leer war und ich nähertrat.„Kaum.“ Er fuhr sich mit einer Hand über das Gesicht, und zum ersten Mal seit der Schlacht bemerkte ich, wie heftig seine Finger zitterten – schlimmer als zuvor, ein Zittern, das jetzt durch seinen ganzen Arm lief. „Ich habe mich durch bloße Sturheit aufrecht gehalten. Mehr war es nicht.“„Du solltest dich ausruhen.“„Werde ich. Sobald die Verwundeten ordentlich erfasst sind, sobald die Grenzpatrouillen neu organisiert sind
Sables PerspektiveYarrow zwang mich danach, damit aufzuhören. Sie führte mich zurück hinein, setzte mich hin und drängte mir Tee und Brot in die Hände, bis mein eigenes Zittern endlich soweit abgeklungen war, dass sie mir zutraute, nicht zusammenzubrechen, sobald sie wegschaute.Danach schlief ich noch ein paar Stunden, traumlos und schwer. Als ich aufwachte, hatte sich bereits herumgesprochen, dass der Rat vor Sonnenuntergang zusammentreten wollte. Bern, endlich freigelassen und besser aussehend als seit Wochen, fand mich in der Gästekammer und überbrachte mir die Nachricht persönlich.„Sie haben sie erwischt, als sie zu fliehen versuchte“, sagte er. „Ihr eigener Vater hat sie ausgeliefert. Angeblich hat er sie direkt vor der Hälfte des Hofes verstoßen.“„Gut“, sagte ich und meinte es so. Etwas an der Endgültigkeit davon saß mir trotzdem seltsam in der Brust.Der Saal füllte sich an diesem Abend schnell. Erschöpfte Wölfe versammelten si
Sables SichtIch wachte auf einer Pritsche in der großen Halle auf. Schwaches Sonnenlicht fiel durch die hohen Fenster, und mein ganzer Körper schmerzte auf eine Weise, für die ich keine Namen hatte. Für einen Moment wusste ich nicht, wo ich war – dann kamen die Erinnerungen mit voller Wucht zurück: der Sturm, Bastians Faust, Alarics Hand, die die meine umklammerte, während die Dunkelheit mich unter sich zog.„Du bist wach.“ Ivys Stimme, nah und erleichtert. Sie saß auf einem Stuhl, den man neben die Pritsche gezogen hatte, dunkle Ringe unter den Augen. „Ich dachte schon, du schläfst den ganzen Tag durch.“„Wie lange war ich weg?“„Vielleicht sechs Stunden.“ Sie half mir, mich langsam aufzusetzen; mein Kopf schwamm bei der Bewegung. „Du hast allen einen Höllenschrecken eingejagt, als du so umgekippt bist. Alaric hat dich selbst hereingetragen. Er hat niemanden anderen an dich herangelassen.“„Geht es ihm gut?“„Zugehauen. Erschöpft. Am Leben – und das ist mehr, als man heute Morgen vo







