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Six

Author: Les Neo
last update publish date: 2026-09-03 04:17:25

Lena verließ die Wohnung kurz nach halb neun. Der Himmel war klarer als in den Tagen zuvor, obwohl die Luft immer noch diese feuchte Kälte trug. Sie trug einen dunklen Mantel über einem schlichten schwarzen Pullover und Jeans, ihr Haar zu einem niedrigen Pferdeschwanz zurückgebunden. Der Vorschuss vom Verlag war nun vollständig eingegangen. Heute musste sie die endgültigen Unterlagen unterschreiben und den ersten Zahlungsscheck persönlich abholen.

Das Verlagsbüro lag auf der anderen Seite der S
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  • Mein Retter Im Regen   Eight

    Samstagmorgen kam mit Kopfschmerzen, die Lena bei weitem nicht so verdient hatte, wie sie sich anfühlten. Sie lag lange still da, starrte an die Decke und ließ die Ereignisse der letzten Nacht nach und nach wieder auftauchen: den Champagner, die zweite Flasche, Claire, die am Arm eines Fremden in der Nacht verschwand, und Toms Hand an ihrer Wange, und die Art, wie sie sich zurückgezogen hatte.Sie griff nach ihrem Handy, bevor sie wirklich bereit dazu war. Keine neue Nachricht von Tom, nur ihre eigene SMS von letzter Nacht, die dort einsam stand. Sicher zu Hause. Sie starrte einen Moment zu lange darauf, legte das Handy dann mit dem Display nach unten aufs Kissen und presste den Handballen gegen die Augen.Es summte eine Minute später erneut. Claire.Am Leben. Etwas reumütig. Sein Name war anscheinend Marcus, und Gott sei Dank war er kein Psycho, weil ich ihm vorher null Informationen zum Arbeiten gegeben habe. 10/10, würde ich als Strategie nicht empfehlen. Wie geht's meinem Bruder?

  • Mein Retter Im Regen   Seven

    Lena bürstete ihr Haar und ließ es offen über die Schultern fallen. Sie trug ein rosa geblümtes Kleid und Slipper, legte ein wenig Make-up auf und ging nach draußen. Ihr Handy summte. Sie warf einen Blick darauf, runzelte die Stirn und beendete den Anruf. Einen Moment später schickte Claire ihr die Adresse per SMS, und sie lächelte, hielt ein Taxi an, stieg ein und gab dem Fahrer die Richtung an.Als der Fahrer hielt, bezahlte sie und ging ins Restaurant. In der Tür blieb sie wie erstarrt stehen und schnappte leise nach Luft. Claire winkte, und Lena lächelte und ging zum Tisch, setzte sich, immer noch grinsend.„Wo ist Tom?", fragte Lena, gerade als ein Kellner mit Champagner kam.„Ich glaube, er schämt sich noch ein bisschen wegen des Freesien-Vorfalls – und weil er dir gestern einen schlechten Witz erzählt hat", sagte Claire, und beide lachten.„Und wer hat gesagt, dass es ein schlechter Witz war?", ertönte Toms Stimme. Er beugte sich hinunter, küsste Claire auf die Wange und ließ s

  • Mein Retter Im Regen   Six

    Lena verließ die Wohnung kurz nach halb neun. Der Himmel war klarer als in den Tagen zuvor, obwohl die Luft immer noch diese feuchte Kälte trug. Sie trug einen dunklen Mantel über einem schlichten schwarzen Pullover und Jeans, ihr Haar zu einem niedrigen Pferdeschwanz zurückgebunden. Der Vorschuss vom Verlag war nun vollständig eingegangen. Heute musste sie die endgültigen Unterlagen unterschreiben und den ersten Zahlungsscheck persönlich abholen.Das Verlagsbüro lag auf der anderen Seite der Stadt, fast vierzig Minuten mit dem Bus. Sie ging zur Haltestelle an der Hauptstraße und wartete mit zwei anderen Leuten unter dem kleinen Wartehäuschen. Als der Bus ankam, bezahlte sie mit ihrer Karte und setzte sich in der Mitte hin. Die Fenster waren leicht beschlagen. Sie beobachtete, wie sich die Straßen veränderten, während der Bus durch die vertraute Hauptstraße fuhr, dann am Gewerbegebiet vorbei, dann hinein in die breiteren Straßen, die zum Zentrum führten.Die Fahrt gab ihr Zeit zum Nac

  • Mein Retter Im Regen   Five

    Am nächsten Morgen hatte der Regen aufgehört, doch die Luft trug noch immer diesen feuchten, erdigen Geruch, der nach einer langen Regenperiode entsteht. Tom stand vor dem Flurspiegel und knöpfte ein dunkelgrünes Hemd über einem schlichten schwarzen T-Shirt zu. Den obersten Knopf ließ er offen. Claire kam aus ihrem Zimmer, in einem weichen grauen Pullover und schwarzen Jeans, das Haar zu einem lockeren Pferdeschwanz zurückgebunden. Sie trug einen kleinen, in braunes Papier gewickelten Blumenstrauß.„Du bringst die mit?“, fragte Tom und nickte zu den Blumen.„Du bringst sie mit“, sagte sie und drückte sie ihm in die Hände. „Ich habe sie ausgesucht. Du kannst reden, wenn du willst, aber du trägst sie.“Sie gingen das kurze Stück zur Buchhandlung. Die Einkaufsstraße wirkte reingewaschen. Pfützen standen noch im unebenen Gehweg und spiegelten den grauen Himmel. Ein paar Leute bewegten sich ins und aus dem Café an der Ecke. Das Fenster der alten Buchhandlung fing das schwache Licht ein, un

  • Mein Retter Im Regen   Four

    Claire war schon zu Hause, als Tom zur Tür hereinkam. Der Flur roch schwach nach dem Zitronenreiniger, den sie am Morgen benutzt hatte, und nach der restlichen Wärme des Heizkörpers. Er schüttelte seinen dunklen Regenschirm aus, Wassertropfen verteilten sich auf der Matte, und hängte seine Jacke an den Haken. Der Stoff war unter seinen Händen noch feucht und schwer. Sie blickte vom Sofa auf, ein halb aufgegessenes Sandwich in der einen Hand, ihr Handy in der anderen. Sanftes Lampenlicht sammelte sich um sie herum und erfasste den Rand ihres Haars.„Du bist spät dran“, sagte sie. „Ich dachte, du wolltest nur kurz in der Buchhandlung vorbeischauen.“„Wollte ich auch.“ Tom streifte seine Schuhe ab. Die Dielen fühlten sich kühl an unter seinen Socken. Er ließ sich ans andere Ende des Sofas fallen, das Kissen sackte mit einem leisen Seufzen unter seinem Gewicht ein. „Bin dann doch länger geblieben als geplant.“Claire legte ihr Handy auf die Armlehne. Der Bildschirm wurde dunkel. Sie muste

  • Mein Retter Im Regen   Three

    Freitagmorgen begann wieder mit Regen, sanft und stetig gegen die Fenster. Lena wachte früher als sonst auf und saß eine Minute lang auf der Bettkante, dem Geräusch lauschend. Dann stand sie auf, zog die alten Laken ab und begann, das Zimmer zum ersten Mal seit ihrer Ankunft richtig zu putzen. Sie fegte den Boden, wischte das Fensterbrett ab und schüttelte den Vorhang aus, der tagelang schlaff herabgehangen hatte. Staub stieg auf und legte sich wieder. Als das Zimmer weniger verlassen aussah, ließ sie ein Bad ein.Das Wasser war nur lauwarm, aber sie blieb darin, bis ihre Schultern sich lösten. Sie wusch ihr Haar mit dem billigen Shampoo, das sie mitgebracht hatte, spülte es aus und wickelte sich in das dünne Handtuch, das schwach nach dem Schrank roch. Danach zog sie frische Kleidung an, machte Toast und Tee und aß Frühstück am kleinen Tisch, während draußen der Regen weiterging. Die einfache Handlung, sich zum Essen hinzusetzen, fühlte sich fast normal an.Als die Teller gespült war

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