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2. HANDBUCH

작가: Inightshade
last update 게시일: 2026-06-23 10:43:31

Cosima’s POV

„Von jetzt an“, sagte er leise, „ist alles zwischen uns streng vertraulich. Anwaltsgeheimnis in seiner strengsten Form. Haben Sie das verstanden, Miss Chaney?“

Ich nickte, doch die Worte drangen kaum zu mir durch. Mein Blick war bereits an ihm vorbei in den Raum dahinter geglitten, und was ich sah, raubte mir den Atem.

Es war ein Spielzimmer. Ein echtes.

Schwarze, ledergepolsterte Bänke und hohe Holzkreuze beherrschten den Raum, ihre Oberflächen schimmerten matt im gedämpften Licht. Dicke Manschetten aus dunklem Leder und Metallketten hingen in Reihen an den Wänden und von der Decke. An einer Seite erstreckten sich Regale, penibel sortiert mit seidigen Seilen, Paddles, Reitgerte und Peitschen, Glasplugs und edlen Vibratoren, die viel zu teuer wirkten, um sie einfach Spielzeug zu nennen. In der Mitte stand ein massives Himmelbett mit dunklen Laken, an dessen vier Ecken bereits Fesseln befestigt waren.

Mein Puls dröhnte in meinen Ohren. Das war keine Fantasie. Das war greifbar gewordener Wahnsinn.

Die Anschuldigungen stürzten auf mich ein – Sadist, labil. Meine Beine fühlten sich schwach an, doch gleichzeitig breitete sich ein verräterisches Kribbeln zwischen meinen Schenkeln aus, während die Angst an meiner Brust zerrte.

*Was zur Hölle bin ich hier hineingeraten?*

Ich schluckte schwer. „Ja… ich verstehe.“

Aber das stimmte nicht. Nicht wirklich. Selbst als ich wie erstarrt dastand und das Spielzimmer anstarrte, verriet mich mein Verstand, indem er sich ausmalte, wie sich all das anfühlen könnte und wie es benutzt werden könnte.

Ein seltsamer, schmerzhafter Hunger regte sich tief in meinem Bauch – erschreckend, und er war weitaus furchteinflößender als der Mann, der vor mir stand. Denn ich hätte entsetzt sein sollen. Ich hätte all das ablehnen sollen.

Wie konnte ich gegen meinen eigenen Mandanten sein?

„All das hier ist einvernehmlich“, fuhr er fort. „Miss Fallon hat allem zugestimmt. Ich habe eine Kopie des Vertrags, und es gibt auch ein Handbuch mit Grenzen und Protokollen.“

Meine Brauen zogen sich zusammen. „Eine Kopie des Vertrags?“

Er hielt meinem Blick stand, ohne mit der Wimper zu zucken. „Ich habe sie nie zu etwas gezwungen, das sie nicht wollte. Sie hat zugestimmt. Aber Miss Fallon hat gestanden, dass sie sich in mich verliebt hat. Das war nie Teil der Abmachung.“

Ich kniff die Augen zusammen und holte zittrig Luft. *Was zur Hölle höre ich da?*

Warum sprach er mit solcher kalter Förmlichkeit über seine Frau? Welche Art von Vertrag ersetzte Ehegelübde? Und Liebe – wurde das hier tatsächlich als Verstoß betrachtet?

„Mr. Coven“, sagte ich und zwang mich zu einem weiteren Atemzug, „ein Vertrag? Ist das hier nicht ein Scheidungsfall? Eine Ehescheidung?“

Er trat näher, und seine Präsenz fühlte sich plötzlich noch bedrohlicher an.

„Sind Sie verwirrt, Miss Chaney? Ich habe Ihnen gesagt, ich mache keine Romantik und keine Liebe. Unsere Ehe war einfach eine Vereinbarung für Sex. Miss Fallon wusste das von Anfang an. Dennoch hat sie die Abmachung gebrochen, indem sie mehr wollte. Etwas, das ich ihr nicht geben konnte.“

Stille breitete sich zwischen uns aus, während ich ihn anstarrte. Dieser Mann war tatsächlich verrückt. Andra Fallon hatte recht – er war nicht bei Verstand.

„Sie geben also Ihre Anschuldigungen zu?“, fragte ich mit leiser Stimme.

„Miss Chaney?“

„Das Handbuch, das Spielzimmer, die Vertrags-Ehe nur für Sex ohne Verpflichtung oder Liebe. Das klingt genau nach dem, was sie beschrieben hat. Jemand, dem keine Therapie helfen kann.“ Ich hielt seinem kalten Blick einen Moment stand und spürte, wie mein Selbstvertrauen unter dessen Gewicht wankte. „Sie klingen wie jemand, der es genießt, Frauen zu quälen – all diese Peitschen.“

Er lachte leise, und dieses Lachen war vollkommen reuelos. „Genau. Sie scheinen es perfekt zu verstehen. Ich finde Freude daran, Frauen zu befriedigen. Sie können das Wort Folter benutzen, wenn es Ihnen hilft, nachts zu schlafen.“

Ich atmete langsam aus und senkte den Blick zu Boden, während meine Gedanken in einem Sturm tobten, den ich nicht beruhigen konnte.

„Ich habe gehört, Sie sind eine furchtlose Anwältin“, sagte er, seine Stimme wieder fest. „Ich glaube, Sie können meinen Ruf wiederherstellen und die Milliarden-Abfindung abwehren. Sorgen Sie dafür, dass Miss Fallon nichts bekommt. Ich will, dass sie mit genau dem geht … nichts.“

In dieser Nacht fuhr ich nach Hause und konnte nicht schlafen. Mr. Coven hatte mir erlaubt, das Handbuch mitzunehmen, und ich blieb stundenlang wach, unfähig, aufzuhören, mich zu fragen, wie ein Mann wie er in dieser Welt existieren konnte. Gott steh mir bei, während ich die Seiten las.

Ich schluckte tausendmal, meine Kehle war eng, meine Schenkel so fest zusammengepresst, dass sie zitterten, und mehr als einmal entwich mir ein leises, unwillkürliches Geräusch. Das war Wahnsinn. Es hätte mich abstoßen sollen. Stattdessen drang jedes Wort wie Hitze unter meine Haut und ließ mich schmerzhaft und beschämend erregt zurück.

Gefesselt zu werden. Gefickt zu werden. Der Kontrolle beraubt und gezwungen zu werden, alles zu fühlen.

Am nächsten Morgen betrat ich die Kanzlei auf unsicheren Beinen. Marley wartete bereits in meinem Büro, auf der Kante meines Schreibtischs sitzend, mit besorgtem Blick.

„Was ist gestern Abend passiert? Ich habe versucht, dich zu erreichen.“

Ich starrte ihn an, mein Kopf noch immer voll mit Bildern, die ich gar nicht haben dürfte. Von all den Fällen, die er mir hätte geben können, hatte er mir den mit einer Ein-Prozent-Chance zu gewinnen in die Hände gedrückt. Ich presste die Lippen zusammen. Ich wollte gerade etwas sagen, als Mr. Covens Stimme wie eine dunkle Warnung durch meine Gedanken schnitt.

„Von jetzt an ist alles zwischen uns streng vertraulich. Anwaltsgeheimnis in seiner strengsten Form. Haben Sie das verstanden, Miss Chaney?“

„Ja“, sagte ich leise. „Mir geht’s gut. Ich war nur zu müde.“

Ich ging zu meinem Stuhl und ließ mich darauf sinken, die Erschöpfung lastete schwer auf jeder Bewegung.

Ein Prozent war immerhin etwas. Etwas, womit ich arbeiten konnte.

„Warst du die ganze Nacht wach?“, fragte Marley.

Ich sah zu ihm auf. „Ja. Ich muss das gewinnen, erinnerst du dich? Jemand muss die Kanzlei wechseln.“

Marley lachte. „Überanstrenge dich nicht. Du kannst dich jederzeit melden, wenn es zu viel wird.“

Ich seufzte und rieb mir die Schläfe. „Ich schaffe das. Ich habe heute Nachmittag ein Meeting. Wollen wir heute Abend essen gehen?“

„Oh, heute Abend kann ich nicht.“

Ich musterte ihn einen Moment, dann nickte ich. „Alles klar.“

Bevor er noch etwas sagen konnte, trat Flavie, meine Assistentin, ein. „Miss Chaney, Sie haben Besuch.“

Ich stand auf und strich mit plötzlich unsicheren Händen meinen Rock glatt. „Gut. Bis später, Marley. Führen Sie sie herein.“

In dem Moment, als die Tür aufging, schlug mir das Herz bis zum Hals.

Ich hätte damit rechnen müssen. Hochkarätige Mandanten fanden immer Wege, Informationen schneller als der Blitz zu beschaffen. Ich hatte erst gestern Abend zugestimmt, Mr. Coven zu vertreten, und schon heute Morgen stand seine Frau in meinem Büro.

Sie trug ein Lächeln, das ich sofort erkannte. Sie war nicht hier, um mich zu konsultieren. Sie war hier, weil sie bereits wusste, dass ich Liams Anwältin war.

„Miss Chaney, richtig?“, fragte sie.

„Ja, Ma’am“, antwortete ich, bemüht um einen ruhigen und höflichen Ton, obwohl mein Puls zu hämmern begann.

Sie nickte, ihr Lächeln unverändert. „Ich habe gehört, dass mein Mann Sie als seine Anwältin engagiert hat. Stimmt das?“

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