LOGINAva Dela Sanchez
Still stand ich etwas abseits, während wir auf Nickolaus' Privatjet warteten. Eigentlich hatte sein Vater darauf bestanden, uns in die Flitterwochen zu schicken.
Ich wusste, dass ich glücklich sein sollte.
Schließlich war es immer mein Traum gewesen, wundervolle Flitterwochen mit meinem Freund aus Kindertagen zu verbringen – dem Mann, in den ich mich einst verliebt hatte, nur um später herauszufinden, dass er mein Verlobter war.
Und jetzt...
...waren wir verheiratet.
Es klang wie ein Märchen.
Doch nicht jedes Märchen beginnt mit einem glücklichen Anfang.
Unsere Ehe war auf einseitiger Liebe und tiefem Hass aufgebaut.
Ich wusste nicht einmal, was die Zukunft für uns bereithielt.
Ich hatte mich von dem, was zuletzt geschehen war, noch immer nicht vollständig erholt.
Später war ich im Krankenhaus aufgewacht.
Als ich den Arzt fragte, wer mich dorthin gebracht hatte, erklärte er mir, ein unbekannter Samariter habe mich eingeliefert.
Bis heute wusste ich nicht, wer diese Person gewesen war.
Und meine Eltern wussten noch immer nicht, was wirklich passiert war.
Ich wusste, dass ich stark sein musste.
Das hier hatte ich mir doch gewünscht...
Also musste ich auch die Konsequenzen tragen.
Es ist nicht leicht, jemanden so sehr zu lieben, dass man sogar bereit wäre, sein eigenes Leben für ihn zu geben...
...und trotzdem kaum oder gar keine Beachtung von dieser Person zu bekommen.
Es gibt kaum einen Schmerz, der schlimmer ist.
Immer wieder redete ich mir selbst gut zu.
Ava... du schaffst das.
Du hast dir das gewünscht.
Jetzt hast du es.
Doch...
Nein.
So hatte ich mir das niemals vorgestellt.
Wenn ich an unsere Kindheit zurückdachte, hätte ich eigentlich wissen müssen, dass inzwischen viele Jahre vergangen waren.
Wir hatten lange getrennt voneinander gelebt.
Und vor allem...
...waren wir beide zu völlig unterschiedlichen Menschen geworden.
Deshalb konnte ich sogar verstehen, warum Nickolaus mich behandelte, als wäre ich eine Fremde.
Er glaubte, ich hätte ihm die Liebe seines Lebens genommen.
Wenn er doch nur wüsste, wer seine Freundin wirklich ist...
Wenn er doch nur erkennen würde, dass sie nicht die Frau ist, für die sie sich ausgibt...
Wenn er es nur wüsste.
Ich schlang fröstelnd die Arme um meinen Körper.
Mir war schrecklich kalt.
Dabei glühte mein Körper vor Fieber.
Doch ich ignorierte es.
Ich hielt einfach durch.
Kurz darauf landete endlich unser Privatjet.
Ich verließ meinen Platz und sah unsere Eltern in einer Reihe stehen, bereit, sich von uns zu verabschieden und uns eine gute Reise zu wünschen.
Mit einem schwachen Lächeln beobachtete ich Nickolaus aus der Ferne.
Er lächelte freundlich, spielte seine Rolle perfekt und wirkte wie der ideale Ehemann.
Jeder fiel auf diese Fassade herein.
Nur meine Mutter suchte mit besorgtem Blick nach mir.
Ich seufzte und stieß wegen der Kälte zitternd den Atem aus.
Langsam ging ich zu ihnen.
Kaum sah mich meine Mutter, eilte sie erschrocken auf mich zu.
Sie legte ihre Hand auf meine Stirn.
„Mein Gott...“, keuchte sie erschrocken, als sie mein Fieber bemerkte.
Sofort zog sie ihre Jacke aus und legte sie mir um die Schultern.
Ich schenkte ihr ein dankbares Lächeln.
„Danke, Mama.“
Doch plötzlich wurde ihr Blick hart.
Sie drehte sich zu Nickolaus um, offensichtlich bereit, ihm gehörig die Meinung zu sagen.
Schnell griff ich nach ihrer Hand und schüttelte den Kopf.
Die anderen waren so sehr in ihre fröhlichen Gespräche vertieft, dass niemand auf uns achtete.
Ich sah meine Mutter an.
Tränen liefen über mein Gesicht.
Ohne ein weiteres Wort fiel ich ihr in die Arme.
Sie schloss mich liebevoll an sich.
Ich vergrub mein Gesicht an ihrer Brust.
Zum ersten Mal seit Langem fühlte ich mich wieder sicher.
Sanft strich sie mir durchs Haar, küsste meinen Kopf und flüsterte mir leise ins Ohr:
„Mein Schatz... Es ist schön, jemanden zu lieben. Aber verliere dabei niemals dich selbst. Hast du mich verstanden?“
„Ja...“
Ich nickte, während ich noch immer in ihrer Umarmung lag.
Schließlich löste ich mich langsam von ihr.
Ich verabschiedete mich von unseren Eltern, indem ich jeden von ihnen noch einmal umarmte.
Als ich meine Mutter ansah, begegnete mir ihr Blick.
Er sagte nur eines:
Vergiss nicht, was ich dir gerade gesagt habe.
Ich nickte ihr lächelnd zu.
Dann verabschiedete ich mich von allen, bevor wir schließlich den Privatjet betraten.
Der Pilot wartete, bis unsere Eltern sich entfernt hatten, ehe der Jet startete.
Ich setzte mich an einen Fensterplatz und lehnte meinen Kopf gegen die Rückenlehne.
Dank der Jacke meiner Mutter fror ich inzwischen etwas weniger.
Ich ließ den Blick durch die Kabine schweifen.
Nickolaus war nirgends zu sehen.
Gerade wollte ich mich wieder umdrehen, als ich ihn in der letzten Sitzreihe entdeckte.
Er tippte auf seinem Handy, lächelte dabei ständig und musste immer wieder leise lachen.
Ich seufzte nur und wandte den Blick von ihm ab.
Schweigend holte ich meine Kopfhörer heraus und setzte sie auf.
Ich spielte „Ghost“ von Justin Bieber ab.
In diesem Moment schien kein anderes Lied die Gefühle meines Herzens besser beschreiben zu können.
Ich lehnte meinen Kopf zurück, schloss die Augen...
...und ließ mich schließlich vom Schlaf davontragen.
Ich öffnete die Augen, als ich die Stimme des Piloten hörte.
„Meine Damen und Herren, wir sind soeben sicher in Neukaledonien gelandet.“
Ich lächelte, als mein Blick auf die atemberaubende Landschaft fiel.
Wirklich ein wunderschöner Ort für verliebte Paare... nur leider nicht für uns, dachte ich traurig.
Ich nahm unser Gepäck aus dem Privatjet und schleppte die Koffer hinter mir her, während Nickolaus bereits vorausging, als wäre ihm alles völlig gleichgültig.
Unter dem Gewicht der Koffer geriet ich mehrmals ins Stolpern und wäre beinahe gestürzt, doch ich biss die Zähne zusammen und schaffte es schließlich bis zu unserem Resort.
Wir betraten unsere reservierte Suite.
Nachdem ich die Koffer abgestellt hatte, ging ich direkt ins Badezimmer.
Ich zog mich aus, nahm eine lange, wohltuende Dusche und schlüpfte anschließend in meinen Schlafanzug.
Als ich wieder ins Zimmer trat, lag Nickolaus bereits auf dem Bett.
Er sah umwerfend aus.
Vermutlich hatte er das andere Badezimmer benutzt.
Sein Oberkörper war nackt, wodurch seine Tätowierungen deutlich zu sehen waren.
Er trug lediglich eine kurze Hose.
Für einen Moment blieb mir beinahe die Luft weg.
Er hob den Blick.
Unsere Augen trafen sich.
Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken, als ich den düsteren Ausdruck in seinem Gesicht sah.
Er zündete sich eine Zigarette an.
Überrascht hielt ich den Atem an.
Seit wann raucht Nickolaus?, fragte ich mich.
Ich wandte den Blick ab, denn sein intensives Starren machte mich nervös.
Ich ging zu meiner Tasche, holte Schmerztabletten heraus und schluckte zwei davon mit einem Glas Wasser hinunter.
Seufzend rieb ich mir die Schläfen.
Meine Kopfschmerzen wurden immer schlimmer.
Langsam ging ich zum Sofa.
Ich wusste, dass er jede meiner Bewegungen beobachtete, doch das war mir inzwischen egal.
Gerade wollte ich mich hinlegen, als mich plötzlich ein kräftiges Paar Hände am Arm packte und wieder hochzog.
Ich verlor beinahe das Gleichgewicht, doch er hielt mich fest.
Der pochende Schmerz in meinem Kopf wurde stärker.
Als ich zu ihm aufsah, begegnete ich seinem gefährlichen Blick.
Nervös schluckte ich.
„Bitte... lass mich los. Mir geht es nicht gut“, flüsterte ich leise.
Ich hatte Fieber, und gleichzeitig fürchtete ich seinen Zorn.
Auf seinen Lippen erschien nur ein spöttisches Lächeln.
Grob drehte er mich mit dem Rücken zu sich und zog mich gegen seinen Oberkörper.
Vor Schmerz verzog ich das Gesicht.
Sein warmer Atem streifte meinen Nacken und ließ mich unwillkürlich erschauern.
„Wir müssen unsere Hochzeitsnacht vollziehen... schon vergessen?“, sagte er mit unverhohlenem Spott in der Stimme.
Mit einer heftigen Bewegung riss er mein Nachthemd am Rücken auf.
Erschrocken rang ich nach Luft und versuchte, mich zu bedecken.
Doch er ließ mir keine Gelegenheit dazu.
Er stieß mich in Richtung Bett.
Ich fiel darauf, wobei mein Kopf gegen das Kopfteil schlug.
Schmerz durchzuckte mich.
Ich biss mir auf die Unterlippe, doch er gab mir keine Zeit, mich zu sammeln.
Grob drängte er mich weiter nach vorn.
„Bitte... tu das nicht“, wimmerte ich mit zitternder Stimme.
Doch als Antwort erschien erneut dieses kalte Grinsen auf seinem Gesicht.
„Daran hättest du denken sollen, bevor du zugestimmt hast, mich zu heiraten.“
Ich wollte etwas erwidern.
Doch bevor ich auch nur ein weiteres Wort sagen konnte, drängte er sich gewaltsam gegen mich.
„Ahhhhhhh!“
Ein Schrei entrang sich meiner Kehle, als der Schmerz meinen ganzen Körper durchfuhr.
Ava Della SanchezIch habe beschlossen, den Kopf frei zu bekommen. Nach der Szene, die ich vor ein paar Minuten gesehen habe, wurde mir klar, dass das schwieriger werden wird, als ich dachte. Ich habe beschlossen, in den Park zu gehen. Ich muss den Kopf frei bekommen. In letzter Zeit ist viel passiert, und mein armes Herz hat darunter gelitten.Ich wollte meine Autoschlüssel mitnehmen, habe mich dann aber dagegen entschieden. Ich beschloss, zum Park zu laufen und dabei auch meine Gedanken zu ordnen – ich fühle mich im Moment so erdrückt. Während ich zum Park gehe, der nicht allzu weit von unserer Villa entfernt ist, und verschiedene Menschen bei ihren alltäglichen Aktivitäten beobachte, muss ich unwillkürlich lächeln, da ich weiß, dass all diese Menschen ihre eigenen Probleme und Ziele haben, was uns zu unterschiedlichen Menschen macht – und genau das macht uns zu Menschen. Ich bin jetzt in der Nähe des Parks, da ich ihn schon von weitem sehen kann. Ich seufzte und ging darauf zu. Al
Ava Della SanchezIch konnte nichts mehr sehen, meine Sicht verschwamm durch das Essen, meine Augen brannten so sehr, dass ich fast das Augenlicht verlor; ich taumelte beim Gehen, konnte aber noch sehen. Ich versuchte, mich mit Hilfe meines Sehvermögens zurechtzufinden, doch Sherly stieß mich zu Nickolaus, während Nickolaus mich zurückstieß.Plötzlich machten sie mich zum Gespött; ich spürte, wie mir heiße Tränen über die Wangen liefen, und mein ganzer Körper schrie nach Hilfe. Ich wollte weinen, aber ich hatte meine Stimme verloren. Ich kann nicht. Ich brauche Hilfe. Wie konnten sie mich nur so behandeln? Ich habe doch nichts anderes getan, als Nickolaus zu lieben. Warum tut er mir das an?Ich taumelte noch immer, als ich hörte, wie ihre Schritte verklangen. Ich sackte auf den blanken Boden zusammen und versuchte, mich zu orientieren. Ich weiß, dass ich im Moment wahrscheinlich furchtbar aussehe. Ich fühlte mich so abgelehnt, dass ich meinen Anblick gerade hasse – ich sehe so erbärml
Ava Della SanchezNachdem ich diese Worte zu Nickolaus gesagt hatte, dachte ich aus irgendeinem Grund, er würde es sich vielleicht noch einmal überlegen, mich vielleicht ansehen oder mich fragen, warum ich das gesagt habe …? Aber nichts davon ist passiert. Er ist an diesem Tag mit Sherly von zu Hause weggegangen, und seit er zurückgekommen ist, spricht er kaum noch mit mir und schaut nicht einmal mehr in meine Richtung. Nicht, dass ich mir das wünschen würde.Mein Verstand mag es, wie er sich zurückzieht, aber mein Herz – egal, was er tut oder mir antut – sehnt sich immer noch nach ihm. Ich weiß, ich bin dumm oder vielleicht sogar töricht, aber es ist nicht meine Schuld. Ich habe mein Bestes versucht, ich versuche, aufzuhören, ihn zu lieben, obwohl ich weiß, dass er mich nicht will, nicht einmal meinen Schatten. Und doch! Mein Herz will einfach nicht hören; jede Sekunde und jede Minute des Tages habe ich das Gefühl, ich würde es nicht überleben. Ich habe das Gefühl, mein Bestes reicht
(Das gebrochene Mädchen)Nickolaus MichaelsonEs ist nun schon drei Monate her, seit sich der Vorfall in meiner Firma ereignet hat, bei dem ich Ava rausgeworfen habe. Ich weiß, dass ich zu weit gegangen bin, aber andererseits … sie ist so stur, und wenn ich sie aus meinem Leben verbannen will, muss ich härter und unnachgiebiger werden – doch es scheint, als würde ihr das alles nichts anhaben.Ava ist meine Freundin aus Kindertagen, was einer der Gründe ist, warum ich ihr zunächst verschiedene Optionen angeboten habe. Da sie aber keine davon annehmen will, bleibt mir nichts anderes übrig, als das Nötige zu tun. Ich liebe Sherly und kann sie für niemanden im Stich lassen. In letzter Zeit macht meine Firma mehr Fortschritte als zuvor – das ist wahrscheinlich einer der Gründe, warum ich in letzter Zeit immer so gut gelaunt bin … Die Michaelson-Unternehmensgruppe ist auf dem besten Weg, zu den drei besten in New York zu gehören.Ich war schon seit Wochen nicht mehr zu Hause, ich wohne einf
Ava Della SanchezTränen stiegen mir in die Augen und drohten zu fließen, meine Hände zitterten, als ich die Scheidungspapiere in der Hand hielt und Nickolaus ansah, der völlig unbeeindruckt dastand und darauf wartete, dass ich die Scheidungspapiere unterschrieb. Ein spöttisches Lächeln huschte über meine Lippen, als ich mir die Tränen abwischte und den Plan begrüßte, der sich gerade ganz unerwartet in meinen Kopf geschlichen hatte.Ich hielt die Scheidungspapiere in die Luft und wedelte ihm damit vor dem Gesicht herum; ohne Vorwarnung zerriss ich sie in Fetzen und verstreute die Reste auf dem Boden.Ich sah ihm direkt in die Augen und nahm all meinen Mut zusammen, obwohl ich nicht wusste, woher diese Kraft kam. Ich überbrückte die Distanz zwischen uns, starrte ihn direkt an und murmelte„Ich habe dich nie um deine Hand gebeten. Ja, ich gebe zu, ich mag dich, aber ich habe das nie auch nur ein einziges Mal angestoßen. Und wenn du glaubst, du kannst einfach Mauern einreißen und weggehe
Ava Della Sanchez„Was soll das denn?“, frage ich und schaue Nickolaus an, doch stattdessen ignoriert er mich und tut so, als würde ich nicht existieren. Ich gehe auf die beiden zu und mache Anstalten, Sherly wegzuziehen, die auf Nickolaus’ Schoß sitzt und sein Gesicht mit Küssen überschüttet.„Rühr sie nur an, und ich werde vergessen, dass ich dich je gekannt habe, und mir sind die Konsequenzen egal“, sagte Nickolaus mit blutunterlaufenen Augen, während er mich anstarrte. Ich blieb stehen und sah Nickolaus an, der aussah, als könnte er mich jeden Moment verschlingen. Ich wandte meinen Blick zu Sherly und sah, wie sie teuflisch grinste. Ich atmete tief durch, ging ruhig nach hinten und nahm meinen Platz ein.Das Geräusch ihrer Küsse war bis hierhin zu hören, wo ich saß. Ich weiß, was sie tun – sie versuchen, mich zu provozieren, aber das werde ich nicht zulassen … vor allem nicht Sherly. Ich werde ihr nicht die Genugtuung geben, mich weinen zu sehen. Ich wende mich von ihnen ab, als Ni







