Puck in Verkleidung

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last updateLast Updated : 2026-11-07
By:  ClawdeenUpdated just now
Language: Deutsch
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Das Einzige, was gefährlicher ist, als in einem Männer-Hockeyteam zu spielen, ist, sich in dessen Captain zu verlieben. Als ein Unfall das Hockey-Stipendium ihres Zwillingsbruders bedroht, trifft Riley Kane eine verzweifelte Entscheidung: Sie nimmt seinen Platz ein. Neuer Name. Neue Identität. Eine Regel – nicht erwischt werden. Es sollte einfach sein. Hockey spielen, den Kopf unten halten und die Zukunft sichern, von der beide geträumt haben. Nur dass Cole Harrington, der unerträglich gutaussehende Hockey-Captain von Northridge, seinem neuen Teamkameraden nicht traut. Und je mehr Zeit er mit Ryan Kane verbringt, desto mehr ahnt er, dass etwas nicht stimmt. Leider hat Cole eine Schwäche für das eine Mädchen, von dem er sich fernhalten sollte. Riley. Nun muss Riley ihre Identität geheim halten, ihre Gefühle unter Kontrolle behalten und verhindern, dass ihre Vergangenheit sie einholt. Denn wenn Cole die Wahrheit herausfindet, könnte sie alles verlieren. Und wenn Derek sie zuerst findet, wird ein Hockey-Stipendium das Geringste ihrer Sorgen sein.

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Chapter 1

1

Kapitel 1

Verzweifelte Flucht

Rileys Perspektive

„Was hast du gesagt?“ fragte mein Stiefvater.

Dereks Stimme klang undeutlich. Er trank seit Stunden, und die leeren Bierdosen erklärten, warum er nach Alkohol stank.

„Ruf einen Krankenwagen.“ Meine Stimme kam flach heraus. „Sofort.“

Ich kniete neben Ryan, während Glassplitter sich in meine Haut bohrten. Sein linkes Bein war in einem unmöglichen Winkel verdreht, als Derek ihn hart gegen den Glastisch gestoßen hatte. Blut sickerte bereits durch seine Jeans.

Derek bewegte sich zunächst nicht. Dann lachte er, kurz und hässlich. „Willst du den Cops erklären, warum dein Bruder betrunken war und gestürzt ist?“

Ryan hatte keinen einzigen Tropfen getrunken, und das wusste er.

Ryan und ich hatten gelernt, Derek in seinem betrunkenen Zustand vorsichtig aus dem Weg zu gehen. Und jetzt, da wir endlich einen Weg gefunden hatten, ihn für immer hinter uns zu lassen, wollte er auch das noch ruinieren.

Ryan stieß einen schmerzvollen Laut vom Boden aus.

„Bitte“, sagte ich und sah zu Derek auf. „Hilf mir, ihn ins Auto zu bringen.“

Wir brachten ihn selbst ins Krankenhaus. Ich saß hinten, Ryans Kopf auf meinem Schoß, und drückte meine Hände auf sein zerbrochenes Knie, während Derek betrunken fuhr und das Auto bei jeder leichten Kurve schwankte.

Zwei Tage. Das war alles, was wir noch aushalten mussten. Ryan hatte sich heimlich bei Northridge College um ein Hockey-Stipendium beworben und war angenommen worden. In zwei Tagen sollte er abreisen, und ich ihm folgen. Jetzt, als ich auf sein Knie starrte, wirkte das Stipendium wie ein grausamer Witz, der uns gespielt worden war.

Im Krankenhaus benutzten die Ärzte Worte wie „multiple Frakturen“ und „schwere Bänderschäden“, aber ich brauchte sie nicht, um zu wissen, dass sein Knie gebrochen war. Er würde auf diesem Bein nicht mehr skaten. Ganz sicher nicht in dieser Saison. Und vielleicht auch nicht in der nächsten.

Als Ryan endlich aus der Operation kam, war Derek bereits gegangen. Er hatte gesagt, er müsse am nächsten Morgen arbeiten. Er hatte keine Arbeit. Er lebte von dem Trust Fund, den unsere Mutter uns hinterlassen hatte. Trotzdem war ich dankbar, dass er nicht bei uns war.

„Das Stipendium…“, waren seine ersten Worte, „es war unser Weg raus.“

„Wir werden schon einen Weg finden“, sagte ich.

Ich beugte mich vor, bis meine Stirn gegen das kalte Metallgeländer des Bettes ruhte. Meine Gedanken rasten und wälzten jede verzweifelte, dumme Idee um, die mir einfiel.

Die Leute hatten uns schon immer miteinander verwechselt. Bis ich mir die Haare wachsen ließ und er anfing, schwerer zu trainieren. Ich konnte es schaffen.

Ich konnte Ryan sein. Ich spielte selbst Hockey, also würde es nicht so schwer sein.

Ich hob den Kopf.

Ryan beobachtete mich aufmerksam. „Nein“, flüsterte er. „Was auch immer du denkst – tu es nicht.“

Ich antwortete nicht.

Bei Tagesanbruch hatte ich bereits angefangen.

Ich organisierte eine stille Verlegung, um ihn in ein anderes Krankenhaus in der Nähe von Northridge zu bringen, unter einem Namen, den Derek nicht erkennen würde. Ryan war noch zu tief in Schmerzen und Medikamenten, um sich zu wehren, als ich ihm den Plan erklärte. Er drückte nur einmal fest meine Hand und ließ mich schwören, vorsichtig zu sein.

Dann ging ich nach Hause.

Derek lag bewusstlos auf der Couch, eine leere Bierdose nur Zentimeter von ihm entfernt auf dem Boden. Ich bewegte mich lautlos. Mit zitternden Händen schnitt ich mir im Bad die Haare kurz, band meine Brust flach, packte Ryans Reisetasche – seine Kleidung obenauf, meine darunter versteckt. Ich nahm sein Portemonnaie, seinen Ausweis, die Stipendienpapiere und das Busticket, das er bereits gekauft hatte.

Der Busbahnhof war halb leer, als ich ankam. Ich stieg unter Ryans Namen in den Bus, setzte mich ans Fenster und schickte Ryan schnell eine Nachricht, dass es mir „gut gehe und ich bald abfahren würde“.

Die Fahrt dauerte den größten Teil des Tages und die ganze Nacht. Jeder Halt machte mich unruhiger als der vorherige. Jedes Mal, wenn ich einschlief, träumte ich, dass Derek hinter uns in seinem Pickup fuhr und mich erwischte und den ganzen Weg zurück nach Hause schleifte.

Ich beschäftigte mich damit, unter meinem Atem Ryans Stimme zu imitieren, und setzte vorsichtig grüne Kontaktlinsen in der Farbe von Ryans Augen auf meine haselnussbraunen.

Als der Morgen kam und der Bus endlich in der Stadt ankam, hatte ich meine Hände einigermaßen ruhig bekommen.

Der Campus von Northridge war riesig. Hohe Gebäude, umgeben von Grün, standen an jeder Ecke. Ich fragte Studenten nach dem Weg und folgte den Schildern, bis ich zum Verwaltungsgebäude kam.

Am Empfang hämmerte mein Herz gegen meine Brust, aber meine Stimme blieb ruhig.

„Name bitte“, fragte die lächelnde Frau hinter dem Schreibtisch.

„Ryan Kane“, antwortete ich mit so viel Mut, wie ich aufbringen konnte.

Sie lächelte und reichte mir den Schlüssel zu meinem Wohnheimzimmer, einen Campusplan, meinen Stundenplan und den Hockey-Trainingsplan.

Gut. Ich hatte den ersten Schritt geschafft.

Ich fand das Wohnheim, schloss die Tür auf und legte die Reisetasche auf das leere Bett. Mein kurzes Haar fühlte sich immer noch fremd an meinem Nacken an, und die Bandage grub sich in meine Rippen. Aber ich war hier.

Gerade als ich mich einrichtete, vibrierte mein Handy mit einer Nachricht von einer unbekannten Nummer.

Der Text war kurz und giftig.

Du denkst, du kannst einfach abhauen, du verdammte Schlampe? Ich werde dich bald finden. Und wenn ich das tue, wirst du dir wünschen, du wärst das kleine Mädchen geblieben und hättest nie versucht zu fliehen.

Ich starrte auf den Bildschirm, bis die Worte verschwammen.

Derek.

Ich schaltete das Handy aus, nahm die SIM-Karte heraus und brach sie entzwei.

Es gab kein Zurück mehr.

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