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Kapitel 3

作者: Madame Fischer
Claudia erschrak.

Sie war mit Tobias’ Wahl zufrieden und wollte auf keinen Fall, dass Julian die Verlobung verhinderte.

Sie wagte es allerdings nicht, sich offen gegen ihn zu stellen.

Sie überging seine finstere Miene. „Passt euch dieses Wochenende?“, fragte sie Thomas lächelnd. „Tobias besucht Katharinas Familie zuerst mit einem Geschenk. Danach essen wir alle zusammen.“

Thomas nickte gerade, als Emilys Handy klingelte.

Sie nahm ab, stand auf und gab den anderen am Tisch ein Zeichen, dass sie sich kurz entfernen musste.

„Simon, was ist los?“

Ihre Stimme klang sanft, und ihr Gesicht hellte sich auf.

Während sie telefonierte, ging sie ein Stück vom Tisch weg.

Julian sah ihr verwundert nach.

„Die hat’s ja wieder furchtbar eilig“, murmelte Claudia.

„Julian, du kommst dann doch auch zum Essen?“, fragte Katharina.

Er nickte, wischte sich mit einer Serviette die Hände ab und stand wortlos auf.

„Wo willst du hin? Du bist noch gar nicht fertig!“, rief Thomas ihm nach.

„Julian!“, rief auch Katharina.

Erst da drehte er sich um.

„Nichts. Esst ruhig weiter.“

Als Emily nach dem Telefonat zurückkam, war Julian fort.

Katharina hatte Tränen in den Augen.

„Ist Julian wütend gegangen, weil er gegen unsere Verlobung ist?“

Natürlich war er dagegen.

Die Frau, die er liebte, wollte seinen eigenen Bruder heiraten.

Emily spürte wieder diesen Schmerz in der Brust. Die Speisen vor ihr verschwammen.

„Warum denn?“, sagte Tobias. „Außerdem entscheide ich selbst, wen ich heirate.“

Alle am Tisch versuchten, Katharina zu beruhigen.

Emily wartete, bis sie fertig waren.

„Esst ruhig weiter. Ich fahre schon mal. Sagt mir Bescheid, wann die Verlobung stattfindet, dann besorge ich ein Geschenk.“

Katharina sah sie sanft an. In ihrem Blick lag das Lächeln einer Siegerin.

„Danke, Emily.“

Emily hielt ihrem Blick ein paar Sekunden stand, dann ging sie.

Bei der Arbeit hatte vorhin ein Wert nicht gestimmt. Weil sie ohnehin keine Ruhe fand, fuhr sie zurück ins Forschungsinstitut.

Als sie sich die Daten ansah, wollte sie Simon fragen.

Erst einen Augenblick später fiel ihr ein, dass er gestern versetzt worden war.

Bis sie mit der Arbeit fertig war, ging es auf elf Uhr zu.

Auf dem Weg nach unten dachte sie noch immer über die komplizierte Formel nach. Sie achtete nicht auf die Stufen, knickte um und stürzte beinahe.

Ihr Knöchel schmerzte bei jedem Schritt. Sie konnte nur noch humpeln und nahm für den Heimweg ein Taxi.

Seit ihrer Hochzeit wohnten Emily und Julian in einer Villa im Rosenpark. Nur an den Wochenenden fuhren sie zum Anwesen der Hartmanns.

Der Rosenpark gehörte zu den teuersten Wohnanlagen in Lindenburg. Die Häuser dort waren kaum zu bezahlen.

Ihre Villa lag in einem ruhigen Teil der Anlage, mit freiem Blick ins Grüne.

Julian stand mit einem Glas Alkohol am bodentiefen Fenster. Von dort sah er Emily sofort, als sie ankam.

Es war inzwischen fast Mitternacht.

Nach der Taxifahrt hatte der Schmerz etwas nachgelassen. Emily setzte den Fuß vorsichtig auf und stellte fest, dass sie wieder gehen konnte.

Sie ging langsam durch den Vorgarten. Dass sie sich den Knöchel verletzt hatte, war ihr kaum noch anzusehen. Dann schloss sie die Haustür auf.

Kaum war sie drinnen, packte Julian sie am Handgelenk und drängte sie im Eingangsbereich zurück.

Er roch nach Alkohol. Ohne ein Wort beugte er sich zu ihr hinunter und küsste sie.

Emily stemmte beide Hände gegen ihn, doch er hielt sie über ihrem Kopf fest.

Gegen seine Kraft kam sie nicht an.

Erst nach einer Weile löste er sich von ihr.

Julian richtete sich auf und sah auf sie hinunter.

Ihr Haar war zerzaust, ihre Augen waren feucht. Ihr Blick blieb kühl.

„Warum kommst du so spät?“, fragte er mit tiefer Stimme. Wärme lag keine darin.

Emily sah in seinen kalten Blick. Bitterkeit stieg in ihr auf, doch sie brachte kein Wort heraus.

Katharina wollte sich verloben. Das setzte Julian bestimmt zu. Aber warum ließ er seine schlechte Laune an ihr aus?

Sie stieß ihn von sich und wollte gehen. Beim ersten Schritt schoss ihr ein stechender Schmerz durch den Knöchel.

Sie schnappte nach Luft und stolperte. Julian fasste sie an der Taille und hielt sie fest.

„Was ist mit deinem Fuß?“, fragte er. In seiner Stimme lag Sorge.

Dann nahm er sie auf die Arme. Emily schrie überrascht auf.

„Wenn du verletzt bist, hör auf, dich so anzustrengen!“

Mit angespannter Miene trug Julian sie ins Schlafzimmer.

Er setzte sie auf dem Bett ab und ging hinaus, um einen Anruf entgegenzunehmen.

Emily atmete tief durch und lächelte bitter.

Sie stand auf, ging langsam in die Küche und holte Eiswürfel. Dann suchte sie im Bad nach einem Handtuch.

Die frischen Handtücher mussten im Schrank liegen. Doch als sie ihn öffnete, fand sie keines.

Trotz der Schmerzen suchte sie weiter. Schließlich wickelte sie die Eiswürfel in ein gebrauchtes Handtuch und legte es auf ihren Knöchel.

Die Schlafzimmertür stand offen. Einige Minuten später klopfte es.

Julian kam mit einem Arzt herein.

„Sehen Sie nach, ob ein Knochen verletzt ist.“

Zum Glück war nichts gebrochen. Sie hatte sich den Knöchel nur verstaucht.

Sie sollte ihn kühlen und ein Schmerzpflaster auflegen. Der Arzt stellte schon für den nächsten Tag eine Besserung in Aussicht.

Nachdem der Arzt gegangen war, klingelte Julians Handy erneut.

„Katharina, du hast vorhin ...“, sagte er mit sanfter Stimme.

Seine Schritte entfernten sich. Emily konnte den Rest nicht mehr verstehen.

Hatte er also vorhin mit Katharina telefoniert?

Der Gedanke versetzte ihr einen scharfen Stich.

Julian hörte zu und sah zum Schlafzimmer hinüber. „Gut“, sagte er schließlich.

Am nächsten Tag saß Emily den ganzen Tag im Forschungsinstitut. Erst als sie zum Feierabend aufstand, merkte sie, dass ihr Knöchel noch immer schmerzte.

Sie ging ein wenig umher. Als es besser wurde, fuhr sie nach Hause.

Es war fast elf Uhr, als sie ankam.

Nach dem Duschen legte sie sich ins Bett. Ihre Gedanken kamen nicht zur Ruhe, doch sie zwang sich, die Augen zu schließen.

Morgen wartete schon wieder jede Menge Arbeit auf sie.

Sie hörte Schritte und rührte sich nicht.

Die Matratze senkte sich neben ihr. Dann spürte sie Julians warmen Körper an ihrem Rücken.

Er legte einen Arm um ihre Schultern. Seine Hand glitt an ihrem Arm hinunter bis zu ihrer Taille.

Emily hielt seine Hand fest.

„Heute möchte ich nicht ...“

Julian runzelte die Stirn.

„Hast du deine Tage? Die bekommst du doch erst Ende des Monats.“

„Nein.“ Emily schloss die Augen. „Ich will nicht mit dir schlafen.“

„Ich aber schon.“

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