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Kapitel 2.

ผู้เขียน: Kester
last update วันที่เผยแพร่: 2026-08-05 13:02:01

Der heftige Regen prasselte unaufhörlich auf die nächtliche Stadt nieder. Das Wasser durchnässte Elenas dünnes Kleid, bis es sich eng an ihren zitternden Körper schmiegte. Doch die Kälte des Regens war nichts im Vergleich zu der eisigen Leere, die ihr Herz längst erstarren ließ.

Schritt für Schritt entfernte sich Elena vom exklusiven Villenviertel der Familie Vane. Fünf Jahre lang hatte sie diesen Ort ihr Zuhause genannt – doch niemals war sie dort wie ein Mensch behandelt worden.

In der kleinen Stofftasche, die sie fest an sich drückte, befanden sich nur ein paar abgetragene Kleidungsstücke und ein Schwangerschaftstest mit zwei deutlich sichtbaren roten Linien.

Sie war schwanger.

Elena umklammerte ihre Tasche noch fester. Die Tränen, die sie vor Charlie mit aller Kraft zurückgehalten hatte, vermischten sich nun mit dem Regen und liefen ihr lautlos über das Gesicht. Warum musste dieses Kind ausgerechnet jetzt kommen, in dem Moment, in dem ihre Welt in Schutt und Asche lag?

„Glaubst du wirklich, ich würde jemals ein Kind von einer Mörderin wollen?“

Charlies grausame Worte hallten erneut in ihren Ohren nach. Vor einem Jahr hatte er sie während eines Familienessens vor allen Anwesenden auf diese Weise gedemütigt.

Zitternd legte Elena eine Hand auf ihren noch flachen Bauch. Im selben Augenblick erwachte der schützende Instinkt einer Mutter.

„Du bist mein Kind“, flüsterte sie gegen das Heulen des Windes an. „Nur mein Kind.“

Sollten Charlie oder Sarah von dieser Schwangerschaft erfahren, würden sie ihr niemals ein friedliches Leben lassen. Die hinterlistige Sarah würde alles daransetzen, ihr Baby aus dem Weg zu räumen. Und Charlie würde ihr das Kind womöglich als weitere Strafe entreißen. Elena schwor sich, die Existenz dieses Kindes für immer vor Charlie Vane zu verbergen.

Plötzlich zerschnitten Scheinwerfer die Dunkelheit hinter ihr. Eine schwarze Luxuslimousine hielt direkt neben Elena und spritzte schmutziges Wasser auf den Saum ihres Kleides. Ihr Herz begann heftig zu schlagen.

War das Charlie?

War er gekommen, um sie erneut zu quälen?

Die Autotür öffnete sich.

Doch es war nicht Charlie.

Eine Frau in einem leuchtend roten Pelzmantel stieg mit eleganten Bewegungen aus. Sofort spannte ihr Leibwächter einen schwarzen Regenschirm über ihren Kopf.

Sarah.

Das Gesicht, das Elenas eigenem zum Verwechseln ähnlich sah, betrachtete sie mit einem siegessicheren Lächeln. Kein Rollstuhl mehr. Keine blasse, leidende Miene, die sie Charlie stets vorgespielt hatte. Sarah stand kerngesund und aufrecht vor ihr.

„Wie erbärmlich“, sagte Sarah mit süßer, zugleich höhnischer Stimme. Sie musterte ihre ältere Schwester voller Verachtung. „Ich habe gehört, du hast unterschrieben. Eine kluge Entscheidung, liebe Schwester Elena.“

Elena wich keinen einzigen Schritt zurück. Sie richtete den Rücken auf.

„Du hast Charlie bereits bekommen. Was willst du noch?“

Sarah lachte leise. Sie beugte sich dicht an Elenas Ohr und flüsterte mit eisiger Stimme:

„Sorg einfach dafür, dass du niemals zurückkommst. Charlie hasst dich. Selbst wenn du heute Nacht am Straßenrand sterben würdest, würde es ihn nicht im Geringsten interessieren.“

Elena ballte die Hände so fest zu Fäusten, dass ihre Fingerknöchel weiß hervortraten.

„Der Unfall vor fünf Jahren ... Die manipulierten Bremsen ... Das warst du, nicht wahr?“

Sarahs Lächeln wurde nur noch breiter.

Sie musste nichts sagen.

Dieses Lächeln beantwortete jede einzelne Frage.

„Wen interessiert das schon?“, spottete Sarah und wandte sich wieder ihrem Wagen zu. Bevor sie einstieg und die Tür schloss, blickte sie noch einmal über die Schulter.

„Viel Spaß mit deinem neuen Leben auf dem Müll, Schwesterherz.“

Die Luxuslimousine schoss davon und hinterließ Abgase sowie eine Fontäne aus Regenwasser. Elena blieb regungslos stehen.

Doch anstatt zu weinen, loderten ihre Augen nun vor Rachedurst. Ihre Trauer verflüchtigte sich und machte einem unerschütterlichen Entschluss Platz.

„Wir werden ja sehen“, flüsterte Elena und blickte dem verschwindenden Wagen nach. „In fünf Jahren ... werde ich euch beide vor mir kriechen lassen.“

Mit entschlossenen Schritten machte sie sich auf den Weg zum nächtlichen Bahnhof. Sie würde diese Stadt verlassen und für das Kind unter ihrem Herzen ein neues Leben beginnen – ganz von vorn.

In dieser Nacht verschwand die hilflose Elena für immer.

Zurück blieb nur noch eine Frau, die bereit war, sich der ganzen Welt entgegenzustellen.

Währenddessen lag über dem Arbeitszimmer der prachtvollen Vane-Villa eine bedrückende Stille.

Charlie stand vor der großen Fensterfront und beobachtete schweigend den Regen. In seiner Hand hielt er ein Glas mit bernsteinfarbenem Whiskey, doch seine Gedanken waren weit entfernt.

Auf seinem Schreibtisch lag noch immer der von Elena unterschriebene Scheidungsvertrag.

Ein seltsames Ziehen breitete sich in seiner Brust aus. Eine unerklärliche Leere erfasste ihn.

Eigentlich hätte er erleichtert sein müssen. Endlich war er die Frau los, die er für ein Monster hielt.

Doch Elenas letzter Blick ließ ihn nicht los.

Dieser leere Blick – frei von Schmerz, frei von Liebe.

Als hätte sie seine Existenz vollständig aus ihrem Leben gelöscht.

„Eines Tages wirst du Gott anflehen, die Zeit bis zu diesem Tag zurückzudrehen.“

Ihre letzten Worte hallten erneut durch seinen Kopf – kalt, unheilvoll und wie ein Fluch.

Charlie leerte sein Glas in einem Zug und versuchte, das unangenehme Gefühl in seinem Inneren zu verdrängen.

„Verdammt“, murmelte er leise.

Er stellte das Glas mit einem harten Knall auf den Tisch.

„Sie ist nichts weiter als eine Mörderin. Sie hat genau das verdient.“

Doch tief in seinem Herzen begann ein winziger Zweifel Wurzeln zu schlagen.

Ein Zweifel, der eines Tages zu einem Sturm heranwachsen und seine ganze Welt zerstören würde.

Charlie wusste nicht, dass er in dieser Nacht nicht nur die Frau fortgeschickt hatte, die er zu hassen glaubte.

Er hatte auch die Frau verloren, die ihm einst das Leben gerettet hatte.

Und sein eigenes Fleisch und Blut gleich mit ihr.

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