共有

Kapitel 3.

作者: Kester
last update 公開日: 2026-08-05 13:02:26

Der Nachtzug verließ den Hauptbahnhof der Hauptstadt. Im lauten Großraumwagen der zweiten Klasse saß Elena am beschlagenen Fenster. Eine Hand ruhte schützend auf ihrem Bauch – dem einzigen Grund, warum sie überhaupt noch weiterlebte.

„Verzeih mir“, flüsterte sie leise. „Wir müssen ganz von vorne anfangen.“

Durch die Fensterscheibe blickte sie auf das hell erleuchtete Logo der Vane Corp, das stolz auf der Spitze des höchsten Gebäudes der Hauptstadt thronte. Elena schloss die Augen und schwor sich, dass sie eines Tages genau diesen Glanz zum Erlöschen bringen würde.

Fünf Jahre später.

In City-B, einer rauen Hafenstadt, war der Name Elena Victoria längst kein Unbekannter mehr. Sie war die Gründerin der Aethel Corp, eines Pharmaunternehmens, das inzwischen den heimischen Markt dominierte. Die Frau, die einst ohne einen einzigen Cent fortgejagt worden war, kehrte nun als kühle und hoch angesehene Unternehmerin zurück.

An diesem Abend war der Ballsaal eines Fünf-Sterne-Hotels im Herzen der Hauptstadt mit der Elite der Wirtschaft gefüllt. Die Aethel Corp feierte ihre große Expansion, während Elena hinter der Glastür des VIP-Raums stand. Ihr schwarzes Satinkleid schmiegte sich perfekt an ihre Figur und verlieh ihr eine elegante, selbstbewusste Ausstrahlung.

Von der schwachen Elena war nichts mehr übrig.

„Mommy.“

Eine kleine Stimme zupfte am Saum ihres Kleides.

Der kalte Ausdruck in Elenas Augen wurde augenblicklich sanft. Sie ging in die Hocke und lächelte ihren vierjährigen Sohn Leo an. Jedes Mal, wenn sie in dieses Gesicht blickte, zog sich ihr Herz zusammen. Leo hatte Charlies markante Kieferpartie und seine tiefschwarzen Augen geerbt.

„Ja, mein Schatz?“

Behutsam richtete Elena die kleine Fliege ihres Sohnes.

„Da draußen sind ganz viele Menschen“, sagte Leo und zeigte auf die Tür zum Ballsaal. „Sie warten auf meine Königin.“

Elena lächelte leicht und küsste ihn auf die Stirn.

„Bleib noch einen Moment mit deiner Tante hier, ja? Mommy muss sich kurz um etwas kümmern.“

Sie erhob sich, holte tief Luft und trat hinaus.

Kaum öffnete sich die Tür zum Ballsaal, richteten sich Hunderte von Blicken auf sie.

Mit einem Schlag verstummte der ganze Saal.

An der Bar erstarrte ein Mann.

Das Champagnerglas in seiner Hand wäre ihm beinahe entglitten.

Die vergangenen fünf Jahre waren für Charlie alles andere als leicht gewesen. Seine Ehe mit Sarah war von endlosen Forderungen und ständigem Druck geprägt. Doch an diesem Abend stand die größte Überraschung seines Lebens direkt vor ihm.

Charlie bahnte sich hastig einen Weg durch die Menge.

„Elena ...?“, flüsterte er ungläubig.

Elena bemerkte seine Anwesenheit.

Sie wich ihm nicht aus.

Im Gegenteil – sie blieb mitten im Saal stehen und wartete ruhig darauf, dass er näher kam.

Als nur noch zwei Schritte zwischen ihnen lagen, blieb Charlie stehen.

Er betrachtete sie aufmerksam und suchte nach der unglücklichen Frau, die er vor fünf Jahren im strömenden Regen aus seinem Leben verstoßen hatte.

Doch sie war verschwunden.

Die Frau vor ihm strahlte eine überwältigende Autorität aus, die ihm beinahe die Luft zum Atmen nahm.

„Du ... lebst noch?“, brachte Charlie mit zitternder Stimme hervor. „Wie ist das möglich ...?“

„Lange nicht gesehen, Herr Vane“, unterbrach Elena ihn.

Ihre Stimme war ruhig.

Höflich.

Förmlich.

Kein einziger Hauch ihrer gemeinsamen Vergangenheit schwang darin mit.

„Elena, bitte verzeih mir. Wir müssen reden.“

Charlie streckte die Hand aus, um ihr Handgelenk zu ergreifen. Schuldgefühle trafen ihn plötzlich mit voller Wucht.

Mit einer eleganten, zugleich entschlossenen Bewegung schlug Elena seine Hand beiseite, noch bevor er sie berühren konnte.

Ihr Blick wurde scharf wie eine Klinge.

„Wahren Sie bitte die nötige Distanz“, sagte sie mit eisiger Stimme. „Ich bin heute als CEO der Aethel Corp hier – und als Hauptaktionärin einer Tochtergesellschaft Ihres Unternehmens. Nicht als Dienstmädchen Ihres Hauses.“

Charlie wich einen Schritt zurück.

„Hauptaktionärin ...?“

„Charlie! Was ist denn—“

Sarah erschien in einem luxuriösen roten Abendkleid.

Doch ihre Worte blieben ihr im Hals stecken, als sie die Frau vor ihrem Ehemann erkannte.

Ihr Gesicht wurde schlagartig kreidebleich.

„E-Elena?! Du ...“

Elena zeigte keinerlei Wut.

Sie betrachtete ihre jüngere Schwester lediglich mit einem gleichgültigen Blick, als wäre sie völlig bedeutungslos.

Plötzlich öffnete sich die Tür des VIP-Raums hinter Elena einen Spalt.

Leo steckte neugierig den Kopf heraus.

„Mommy, bist du fertig?“

Bei diesen Worten drehten Charlie und Sarah gleichzeitig den Kopf.

In dem Moment, als Charlie den kleinen Jungen sah, dessen Gesicht seinem eigenen verblüffend ähnlich war, schien sein Herz für einen Augenblick stehen zu bleiben.

„Dieses ... Kind ...?“

Charlie starrte erst Leo an, dann Elena.

Pures Entsetzen spiegelte sich in seinem Blick.

Elena trat sofort einen Schritt zurück und stellte sich schützend vor ihren Sohn, sodass Charlie ihn nicht mehr sehen konnte.

Ein schwaches, siegessicheres Lächeln erschien auf ihren Lippen.

„Entschuldigen Sie mich“, sagte sie kühl. „Meine Zeit ist viel zu kostbar, um sie an eine wertlose Vergangenheit zu verschwenden.“

Sie drehte sich um, nahm Leos kleine Hand und ging davon.

Charlie blieb regungslos mitten im Ballsaal zurück, während die Wahrheit langsam begann, seinen Verstand zu erschüttern.

この本を無料で読み続ける
コードをスキャンしてアプリをダウンロード

最新チャプター

  • Seine Größte Reue War Ich   Kapitel 96.

    Die beiden Augenpaare waren in einem Strudel der Stille ineinander verschlungen, der zunehmend beklemmender wurde. Der Abstand zwischen ihnen war vollständig verschwunden. Charlies Atemhauch drang sogar durch den dünnen Stoff von Elenas Patientenkleid und löste ein schwaches, fremdartiges Kribbeln entlang ihrer Nerven aus. Gleichzeitig donnerte Charlies Herzschlag heftig in seiner Brust und raste in einem wilden Rhythmus, den er nicht länger verbergen konnte. Charlie war der Erste, der aus dem Bann erwachte, der ihm beinahe die Kontrolle über seinen eigenen Verstand geraubt hätte. Mit dem letzten Rest Selbstbeherrschung, der ihm geblieben war, lockerte er langsam seine Umarmung und stützte anschließend Elenas beide Arme, damit sie nicht das Gleichgewicht verlor. „Madam Elena … geht es Ihnen gut?“, fragte Charlie. Seine Stimme klang rau und schwer. Elena zuckte zusammen. Die plötzlich aufsteigende Hitze, die ihre beiden Wangen verbrannte, ließ sie hastig ihre Haltung korrigieren. Sie

  • Seine Größte Reue War Ich   Kapitel 95.

    Charlie seufzte leise und versuchte, das Gefühlschaos zu beruhigen, das in seiner Brust brannte. Er zog den Stuhl neben der Trage heran und setzte sich, nachdem er tief durchgeatmet hatte. Sein Blick ruhte auf Elenas blassem Gesicht und verriet zugleich tiefes Mitgefühl und eine überwältigende Sehnsucht.„William Vanguard ist Ihr Geschäftspartner, Madam“, erklärte Charlie ruhig und achtete darauf, seine Stimme weiterhin professionell klingen zu lassen. „Er ist der CEO der Vanguard Group.“Elena nickte langsam. Doch die leichte Falte auf ihrer Stirn verriet ihre Unzufriedenheit mit der Antwort, die sie als zu allgemein empfand.„Und dann ... welche persönliche Beziehung besteht zwischen uns?“ hakte Elena erneut nach und sah Charlie direkt an. „Ich meine ... unsere Beziehung, die etwas genauer ins Detail geht, Charlie.“„Keine“, antwortete Charlie ohne zu zögern.Er musste eine Lüge erfinden, um die Ruhe der Frau vor ihm zu schützen.„Ihre Verbindung zu ihm beschränkt sich ausschließlic

  • Seine Größte Reue War Ich   Kapitel 94.

    Die Tür zu Williams VIP-Krankenzimmer war fest verschlossen und schirmte das geheime Gespräch zwischen den beiden Nachkommen des Vanguard-Clans von der Außenwelt ab.Stevani schlug elegant die Beine übereinander und saß auf dem Ledersofa. Ihr scharfer Blick war auf William gerichtet, der noch immer steif in seinem Rollstuhl saß.„Du wirst überrascht sein, wenn du diese Nachricht hörst, William“, sagte Stevani. Ihre Stimme klang ruhig, doch darin lag eine Überraschung, die sie absichtlich verbarg.„Was für eine Nachricht?“, drängte William ungeduldig. Seine Stirn legte sich tief in Falten, ein Zeichen dafür, dass seine Neugier allmählich von Unruhe durchsetzt wurde.„Charlie Vane … der Mann, der dir in letzter Zeit nicht aus dem Kopf geht, ist Elenas Ex-Mann. Die Frau, um deren Liebe du verzweifelt kämpfst.“Augenblicklich legte sich Stille über den luxuriösen Raum.Williams Augen weiteten sich. Er brauchte einige Sekunden, um die Tatsache zu verarbeiten, die seine jüngere Cousine ihm

  • Seine Größte Reue War Ich   Kapitel 93.

    Der zarte, unverwechselbare Duft eines Babys, der an Leos Körper haftete, lag schwach in der Luft. Obwohl die Hälfte der Erinnerungen in ihrem Gehirn infolge der schweren Kopfverletzung vollständig ausgelöscht worden war, ließ sich der reine Instinkt einer Mutter niemals täuschen.Elena schenkte ihm ein zutiefst aufrichtiges, gerührtes Lächeln. Immer wieder küsste sie Leo auf den Scheitel, bevor sie den kleinen Körper noch fester an sich drückte und ihn warm in ihren Armen hielt.„Ich habe das Gefühl, als wäre ich gerade erst wiedergeboren worden“, flüsterte Elena leise. Ihr Blick wanderte zur Decke des VIP-Zimmers, während ihre klaren Augen vor tiefen Gefühlen glänzten. „Ich weiß nicht, wie dunkel oder wie schön mein früheres Leben war. Aber eines steht fest … Ich bin unendlich dankbar, ein Kind wie dich zu haben, Leo.“Leo, der auf ihrem Schoß saß, hob den Kopf. Seine klaren Augen blickten seine Mutter mit unbeschwerter, kindlicher Unschuld an.„Ich erinnere mich!“, rief der kleine

  • Seine Größte Reue War Ich   Kapitel 92.

    Charlie zog den Stuhl gegenüber von Stevani hervor und setzte sich mit aufrechter Haltung hinter den kleinen runden Tisch aus Mahagoniholz. Der Mann rührte nicht einmal die Tasse mit dem Getränk an, die vor ihm stand. Ohne auch nur die geringste Höflichkeitsfloskel zu verlieren, richtete er seinen scharfen Blick direkt auf Stevani.„Sag mir, was du willst“, fuhr Charlie sie an. Seine Stimme klang kalt und war von einer Bedrohung erfüllt, die er mit aller Kraft zurückhielt.Stevani lächelte leicht. Mit einer eleganten Bewegung nahm sie einen Schluck von ihrem Kaffee, als wäre diese bewusst darauf ausgelegt, die Geduld des Mannes ihr gegenüber auf die Probe zu stellen. Ihr schönes Gesicht strahlte Zufriedenheit aus, als wäre sie nun diejenige, die dieses Spiel vollständig kontrollierte.„Beruhigen Sie sich erst einmal, Mr. Vane. Sie müssen sich nicht so beeilen“, erwiderte Stevani mit einem unterschwellig spöttischen Ton.„Ich habe noch viele andere Angelegenheiten zu erledigen, die wei

  • Seine Größte Reue War Ich   Kapitel 91.

    Die schweren Schritte von Charlie und Aria hallten durch den kalten Krankenhausflur. Die Gesichter der beiden Männer waren schwer zu deuten, beide überschattet von düsteren Gedanken, nachdem sie die medizinische Erklärung des Facharztes gehört hatten.Wenn Elenas Erinnerungen noch immer nicht vollständig zurückgekehrt waren, bedeutete das, dass ein neues, weitaus komplizierteres Drama ihr Leben bedrohte. Aria wollte auf keinen Fall, dass ihr Boss erneut in den Strudel jener Konflikte hineingezogen wurde, die ihr Leben bereits so sehr zerstört hatten.Sie gingen langsam weiter, mit leeren, ins Nichts gerichteten Blicken. Schließlich drehte Aria den Kopf und durchbrach damit die Stille, die zunehmend erdrückender wurde.„Mr. Vane.“Charlie blieb stehen. Sein kräftiger Körper drehte sich zu seiner Assistentin um.„Was ist, Assistant Aria?“„Ich bin sehr besorgt“, gestand Aria mit leicht zitternder Stimme. „Wenn Madams Elena Zustand langfristig so bleibt, was wird dann aus der Aethel Corp

続きを読む
無料で面白い小説を探して読んでみましょう
GoodNovel アプリで人気小説に無料で!お好きな本をダウンロードして、いつでもどこでも読みましょう!
アプリで無料で本を読む
コードをスキャンしてアプリで読む
DMCA.com Protection Status