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Kapitel 4

Penulis: Genesis
last update Tanggal publikasi: 2026-10-01 20:41:47

Er gab mir drei Minuten.

Ich drehte mich um und rannte beinahe den Flur hinunter, während mein Herz direkt in meinen Magen rutschte.

Das Haus war riesig.

Viel zu riesig.

Schwarze Böden, schwarze Wände, überall Glastüren. Jede Ecke sah aus wie die davor. Ich bog links ab, öffnete eine Tür, weil ich dachte, es wäre die Küche, und landete in einem dunklen Fitnessraum. Ich rannte zurück, bog rechts ab und stand plötzlich vor einem Innenpool, der unter den Lampen glänzte.

Wo zum Teufel war die Küche?

Normalerweise zeigt einem jemand zu Beginn eines neuen Jobs wenigstens das Haus. Hier nicht.

Dieser mürrische Mistkerl hatte mir einfach einen Befehl hingeknallt, als müsste ich den Grundriss seiner Festung bereits auswendig kennen.

Panik und Frust schnürten meine Brust so fest zu, dass es wehtat. Die Uhr lief.

Die Intensivstationsrechnungen meines Vaters hingen von dieser verdammten Tasse Kaffee ab, und ich war wie eine Idiotin in einem Haus verloren, das mich offenbar nicht haben wollte.

Ich war kurz davor zu weinen, als Gott mir einen Engel schickte.

Einen echten.

Ein älterer Mann mit einer Gartenschere in der Hand kam aus einem Seitengang, als hätte er dort absichtlich auf mich gewartet.

„Oh, hallo! Sie müssen die neue—“

„Wo ist die Küche?!“, unterbrach ich ihn, übersprang den höflichen Teil und packte seinen Arm, als wäre er das Einzige, was mich noch aufrecht hielt. „Bitte. Sagen Sie mir einfach, wo die Küche ist.“

„Diesen Flur entlang. Die zweite Tür rechts“, sagte er und zeigte mit der Gartenschere in der Hand in die entsprechende Richtung.

„Danke!“

Ich rannte los. Ich stieß die Doppeltüren auf und sah endlich eine lange Arbeitsplatte und eine riesige Kaffeemaschine.

Meine Hände zitterten so stark, dass ich kaum eine Tasse halten konnte. Ich drückte auf die Knöpfe und versuchte, das heiße Wasser schneller laufen zu lassen, um Zeit zu sparen.

Schlechte Idee.

Kochendes Wasser spritzte über meinen linken Handrücken.

„Autsch!“

Die Verbrennung brannte scharf und hässlich. Tränen schossen mir in die Augen, aber ich hatte keine Zeit zu fluchen oder meine Hand unter den Wasserhahn zu halten. Ich wischte sie an meiner Jeans ab, goss den Kaffee mit zwei Espressoshots in die Tasse, schnappte sie mir und rannte los, bevor ich darüber nachdenken konnte, wie sehr die Hand brannte.

Ich stürmte keuchend ins Wohnzimmer und verschüttete beinahe den ganzen Kaffee.

Leroy saß auf einer gewaltigen Ledercouch, die Metallorthese an seinem Bein auf einem Hocker abgelegt. Ich ging zu ihm und stellte den Kaffee auf den Beistelltisch neben ihm, als könnte er explodieren, wenn ich ihn falsch abstellte.

„Ihr Kaffee, Sir“, murmelte ich noch immer außer Atem.

Er tat, als hätte er mich nicht gehört.

Er berührte die Tasse nicht einmal.

Er starrte nur darauf, hob dann langsam sein Handy und überprüfte den Bildschirm.

„Drei Minuten und siebenundfünfzig Sekunden“, sagte er tonlos.

„Ich habe mich verlaufen. Ich konnte die Küche nicht finden und—“

„Ruhe.“

Er schnitt mir das Wort ab, wählte eine Nummer und stellte das Handy auf Lautsprecher, als würde ich überhaupt nicht neben ihm stehen.

„Hallo, Mr. James.“ Eine müde Frauenstimme ertönte aus dem Lautsprecher.

„Ich will Ersatz“, sagte Leroy völlig emotionslos. „Schicken Sie jemand anderen. Diese hier gefällt mir nicht.“

Mein Herz sackte so heftig ab, dass ich es in meinem Magen spürte.

Kalter Schweiß trat mir in den Nacken.

Nein.

Bitte, Gott, nein.

Ein schweres Seufzen kam aus dem Lautsprecher. Man konnte beinahe hören, wie sie sich am anderen Ende die Finger an die Schläfen presste.

„Mr. James …“ Sie versuchte so verzweifelt, professionell zu bleiben, doch ihre Stimme brach bereits. „Warum ein Ersatz? Sie ist seit weniger als zwei Stunden dort. Sie hat noch nicht einmal ihre Probezeit in der ersten Woche begonnen.“

Leroy legte den Kopf gegen die Couchlehne. Seine dunklen Augen trafen meine und blieben auf mir.

„Sie ist langsam“, sagte er, als würde ihn das überhaupt nichts kosten. „Träge, unhöflich und dreckig.“

Mein Mund klappte auf.

Mein Kopf drehte sich tatsächlich.

Dreckig?

Was zum Teufel?

Die Managerin klang genauso fassungslos wie ich.

„Mr. James, wie können Sie das alles überhaupt wissen, wenn sie gerade erst durch Ihre Tür gekommen ist?“

„Sie hat mir widersprochen, sobald sie mein Haus betreten hat“, sagte er vollkommen ruhig. „Und dann hat sie meinen Kaffee mit ungewaschenen Händen gemacht. Keine Seife. Keine Handschuhe. Sie ist eklig.“

Ich stand wie erstarrt da und brachte kein Wort heraus.

Okay, gut.

Bei den Händen hatte er mich erwischt.

Ich war so panisch gewesen, um diese verdammte Uhr zu schlagen, dass ich nicht einmal daran gedacht hatte, mir die Hände zu waschen oder nach Handschuhen zu suchen.

Aber er hatte mir nicht gezeigt, wo irgendetwas war.

Er hatte mich absichtlich scheitern lassen.

„Mr. James, das tut mir wirklich leid“, stammelte die Managerin und versuchte, die Situation zu glätten. „Wie wäre es, wenn wir sie einarbeiten? Geben Sie ihr etwas Zeit, damit sie sich an Ihre Standards gewöhnen kann—“

„Ich will nicht, dass sie eingearbeitet wird“, bellte Leroy, während sich sein Gesicht verzog. „Ersetzen Sie sie. Sorgen Sie dafür, dass heute Nachmittag jemand anderes hier ist.“

Das war es.

Das war endgültig zu viel.

Die Agenturmanagerin, die seit ihrem Anruf offensichtlich ihre Wut heruntergeschluckt und sich zusammengerissen hatte, verlor die Kontrolle.

Die ganze falsche Höflichkeit zerbrach direkt über den Lautsprecher und erfüllte den Raum.

„Hören Sie mir zu, Mr. James!“, schrie die Frau ins Telefon. Ihre Stimme erschütterte das Wohnzimmer. „WIR SIND MIT IHNEN FERTIG! Hören Sie mich?! Mein gesamtes Büro bekommt jedes Mal Angst, wenn Ihr Name auf dem Bildschirm auftaucht! Mein Blutdruck schießt jedes einzelne Mal in die Höhe, wenn Sie anrufen! Wir haben Ihnen fünf gute Leute geschickt, und Sie behandeln jeden einzelnen von ihnen wie Dreck!“

Ich starrte das Handy mit weit aufgerissenen Augen an.

Leroy richtete sich tatsächlich ein wenig auf.

Seine dunklen Brauen zogen sich zusammen, als könnte er nicht glauben, was er da hörte.

„Sie wollen Ersatz?!“, schrie sie außer Atem. „ES GIBT KEINEN ERSATZ! WENN ELLA GEHT, KOMMT NIEMAND! WIR KÜNDIGEN DIE ZUSAMMENARBEIT MIT IHNEN! VIEL GLÜCK!“

KLICK.

Das Wohnzimmer wurde totenstill.

Leroy starrte einfach auf den schwarzen Bildschirm. Er war tatsächlich sprachlos darüber, dass jemand den Mut gehabt hatte, ihn anzuschreien und dann aufzulegen.

Und während ich direkt vor ihm stand, konnte ich es nicht verhindern.

Ein riesiges Lächeln breitete sich auf meinem Gesicht aus, bevor ich es zurückhalten konnte.

Pure, hässliche Freude breitete sich in meiner Brust aus.

Zu sehen, wie dieser arrogante Riese von einer völlig genervten Agenturmanagerin zurechtgestutzt wurde, war das Beste, was mir die ganze Woche passiert war.

Er drehte langsam den Kopf.

Diese kalten Augen hefteten sich auf das Grinsen, das ich nicht verbergen konnte.

Sein Kiefer spannte sich an.

Die weiße Narbe durch seine Augenbraue zuckte.

Etwas Dunkles glitt über sein Gesicht.

„Du findest das lustig?“, knurrte er. Seine Stimme sank so tief, dass sie beinahe kratzte.

Ich presste die Lippen zusammen und versuchte, den Ausdruck aus meinem Gesicht zu wischen, aber die Genugtuung vibrierte noch immer unter meiner Haut und ich wusste, dass er sie sehen konnte.

Er stützte sich auf seinen Gehstock und machte einen Schritt auf mich zu, sodass er den Raum über meinem Kopf ausfüllte.

„Hör mir genau zu, kleines Mädchen. Die Agentur mag die Hände von mir gewaschen haben, aber du bist noch lange nicht aus dem Schneider. Du solltest diese Woche alles in deiner Macht Stehende tun, um mich zu beeindrucken, wenn du überleben willst. Deine Arbeit während dieser nächsten sieben Tage wird meine endgültige Entscheidung bestimmen. Wenn du einen Fehler machst, bist du raus – Vertrag hin oder her.“

Er wartete keine Antwort ab.

Er drehte sich um, der Gehstock schlug auf den Boden, und er humpelte den prächtigen Flur entlang, bis er in seinen Räumen verschwand.

In dem Moment, in dem er weg war, konnte ich mich nicht mehr beherrschen.

Ich vergrub mein Gesicht in meinen Händen und stieß ein leises, völlig verrücktes Lachen aus.

Ich lachte mich mitten in seinem Wohnzimmer halb tot.

Zu sehen, wie dieser arrogante, 1,93 Meter große Hockeyriese von einer völlig die Nase voll habenden Agenturmanagerin zusammengestaucht wurde, war das Highlight meines verdammten Monats.

Als mein Lachen schließlich verstummte, schlug mir die Realität hart ins Gesicht.

Ich sah mich in dem riesigen, stillen Wohnzimmer um.

Meine Reisetasche stand noch immer neben der Eingangstür, als hätte man mir nicht einmal erlaubt auszupacken.

Wie sollte ich mich hier überhaupt einrichten?

Ich wusste nicht, wo mein Zimmer war, wo sich die Reinigungsmittel befanden oder wie auch nur eine einzige Sache in diesem verrückten Haus funktionierte.

Ich wollte gerade anfangen zu suchen, als sich die schwere Glastür an der Seite öffnete.

Ein junger Mann kam herein, beinahe unter vier riesigen Papiertüten mit Lebensmitteln taumelnd.

Schweiß lief ihm über die Stirn und durchnässte den Kragen seines Shirts.

Er sah völlig fertig aus, als wäre er gerade einen Marathon in der prallen Sonne gelaufen.

Er blieb stehen, wischte sich mit dem Arm über die Stirn und sah mich direkt an.

„Wer bist du?“

„Bist du … bist du die neue persönliche Assistentin mit Wohnsitz?“, fragte er noch immer außer Atem.

Ich nickte.

„Ja. Ich bin Ella.“

In dem Moment, in dem ich es sagte, stieß er einen gewaltigen erleichterten Atemzug aus.

Die Anspannung wich aus seinen Schultern und ein breites, erleichtertes Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus, als hätte er gerade die beste Nachricht seines Lebens bekommen.

„Oh, Gott sei Dank“, atmete er aus und stellte die Tüten mit einem dumpfen Geräusch auf der Küchenarbeitsplatte ab.

„Du bist tatsächlich hier.“

„Endlich werde ich wieder frei sein“, sagte er und lächelte noch immer, als könnte er es einfach nicht verhindern.

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