/ Romantik / Verbotener Stuhl / Kapitel 108 – Das Omen der Asche

공유

Kapitel 108 – Das Omen der Asche

작가: L'invincible
last update 게시일: 2026-04-27 04:27:34

Élodie

Die Stille der Wohnung ist zu einer greifbaren Präsenz geworden. Sie lastet auf den glänzenden Möbeln, erstickt das trockene Klacken meiner Absätze auf dem Marmor. Hugo hat aufgelegt, und seine letzten Worte durchdringen weiterhin die Luft wie Eissplitter. »Dein Herbstempfang muss tadellos sein. Er ist der, der zählt.«

Der, der zählt. Implizit: der andere, der wohltätige, den er diesem Mädchen zum Fraß vorgeworfen hat, zählt nicht. Oder schlimmer, er zählt nur als Test, als ein Schauspie
이 작품을 무료로 읽으실 수 있습니다
QR 코드를 스캔하여 앱을 다운로드하세요
잠긴 챕터

최신 챕터

  • Verbotener Stuhl   Epilog – Die Feuer der Morgenröte 2

    Nora VanelEr trägt mich nicht. Er führt mich, seine Hand in meiner, durch die leeren Salons, die stillen Treppenhäuser. Wir sprechen nicht. Das Begehren ist ein elektrischer Strom zwischen uns, spürbar, schwer von unserer ganzen Geschichte. Die gewechselten Blicke, die einander streifenden Hände, alles ist bedeutungsschwanger, voller Erinnerungen, voller Versprechen.Wir gehen nicht in die Suite im Südflügel. Wir gehen in das Hauptschlafzimmer, das Zimmer der Hausherren. Der Raum ist riesig, mit seinem Deckenfresko, das den Raub der Europa darstellt, seinen Fenstern, die sich zur hereinbrechenden Nacht hin öffnen, seinem monumentalen Bett.Sobald sich die Tür schließt, hört die Auß

  • Verbotener Stuhl   Epilog – Die Feuer der Morgenröte 1

    Nora VanelZwei Jahre.Das Meer, von der Westterrasse der Villa Vanel aus gesehen, hat nicht mehr dieselbe Farbe. Es ist nicht mehr das bedrohliche Azurblau der Insel, noch der kalte Spiegel des ersten Tages hier. Es ist eine vertraute, wechselhafte Weite, die meine Stimmungen widerspiegelt. Heute ist es von tiefem, friedlichem Blau, gesprenkelt mit goldenen Reflexen, an denen sich die Spätnachmittagssonne bricht.Meine Finger streifen über die warme Steinbrüstung. Ein schwerer Ring – ein Saphir, den Hugo letztes Jahr fassen ließ – dreht sich um meinen Finger. Es ist nicht der Ring unserer „Verlobung“, dieser makabren Inszenierung. Es ist ein Geschenk. Ein echtes. An einem Abend ohne Grund geschenk

  • Verbotener Stuhl   Kapitel 130 – Ende

    Hugo VanelZum ersten Mal ersetzt Angst die Wut in ihren Augen. Sie versteht, dass ich nicht bluffe. Dass ich für diese Frau, die ich entführt, geheiratet, gebrochen und wieder aufgebaut habe, alles niederbrennen würde, um sie zu beschützen. Sogar die Überreste meiner eigenen Welt.Sie macht sich los, weicht zurück.– Du bist ein Ungeheuer, flüstert sie.– Ja, sage ich. Und sie gehört mir. Vergiss das nicht.Ich lasse sie dort stehen, zitternd vor ohnmächtigem Zorn, und kehre in die Halle zurück.Nora ist immer

  • Verbotener Stuhl   Kapitel 129 – Die Adern des Palastes 2

    Hugo VanelEs ist eine Inszenierung. Ein mondänes Tribunal.Hugo legt eine Hand auf meinen unteren Rücken, ein zugleich schützender und lenkender Druck. Er führt mich durch die Menge, die sich vor uns teilt. Das Gemurmel setzt wieder ein, geflüstert wie Beschwörungen.Da ist sie… die Assistentin… wie konnte sie nur… die arme Élodie… Vanel hat den Verstand verloren…Wir halten vor der Gruppe Martel. Wieder tritt Stille ein, lastend.»Laurent«, sagt Hugo mit klarer Stimme, ohne Wärme. »Élodie. Darf ich vorstellen: Nora. Meine Frau.«Laurent Martel mustert mich, sein blauer, von seiner Tochter geerbter Blick so kalt wie ein Gletscher.»Madame Vanel«, sagt er mit leicht geneigtem Kopf

  • Verbotener Stuhl   Kapitel 128 – Die Adern des Palastes 1

    Hugo VanelDie Villa Vanel verdaut Nora langsam, wie ein alter, launischer Organismus. Die ersten Tage nach der Szene mit Élodie sind von Totenstille geprägt. Das Personal – eine Armee von Dienstboten in diskreter Livree, deren Gesichter aus demselben neutralen Stein gemeißelt scheinen wie die Mauern – geht seinen Beschäftigungen nach und vermeidet dabei sorgsam ihren Blick. Sie nennen sie »Madame«, doch das Wort hallt leer durch die immensen Korridore.Ich führe sie durch das Labyrinth des Hauses. Die Bibliothek mit den dunklen Regalen, wo die Ledereinbände nach Staub und jahrhundertealtem Wissen riechen. Die Ahnengalerie, wo die Augen der Vanel-Vorfahren – Männer mit kantigen Kiefern, Frauen mit undurchdringlichen Blicken – sie zu verfolgen scheinen, über diese Eindringlingin urteilend. Das tropische Gewächshaus, ein

  • Verbotener Stuhl   Kapitel 127 – Der Schatten und das Blut 2

    NoraIch weiche einen Schritt zurück, instinktiv, aber Hugo ist bereits vor mir. Sein breiter Rücken verdeckt mir den Blick auf die Frau, eine menschliche Barriere. Ich sehe, wie seine Schultern sich straffen, eine fast unmerkliche Bewegung des Schutzes.»Du wirst den Mund halten, Élodie«, sagt er, und seine Stimme hat sich verändert. Es ist nicht mehr der neutrale Ton von vor einer Sekunde. Es ist ein Ton, den ich gut kenne. Leise, gefährlich, geladen mit einer Drohung, die selbst die Luft erzittern lässt. »Nora ist meine Frau. Du wirst ihr mit Respekt begegnen, oder du wirst dieses Haus verlassen.«»Deine Frau?« Sie lacht höhnisch, ein scheußlicher, unmenschlicher Laut. »Deine Frau, das sollte ich sein! Ich habe auf dich gewartet! Ich habe alles

  • Verbotener Stuhl   Kapitel 92 — Die Worte der Anderen

    NoraDie Teetasse ist brennend heiß zwischen meinen Handflächen. Ich drücke fester zu, bis der Schmerz in meine Handgelenke ausstrahlt, sich mit den kaum sichtbaren blauen Flecken vermischt, die dort eingeschrieben sind. Bis dieses Brennen zur einzigen Realität wird. Der Dampf steigt auf, zeichnet

  • Verbotener Stuhl   Kapitel 91 — Die Echos der Leere

    NoraDer Tag war eine Beleidigung.Das Morgenlicht schlug gegen die schmutzigen Fenster meiner Wohnung, enthüllte den Staub auf den Möbeln, die Unordnung auf dem Couchtisch, die Leere des Bettes, das ich nicht allein zu bewohnen vermocht hatte. Die Luft roch nach Abgestandenem, nach kaltem Kaffee u

  • Verbotener Stuhl   Kapitel 89 — Die Nacht, die verschlingt

    NoraEr ruft mich wieder, mein Körper will ihn wieder.Ich schlafe nicht.Ich schlafe nicht mehr.Ich liege ausgestreckt in meinem Bett, unfähig, die Augen zu schließen, ohne das Brennen seiner Haut auf meiner zu spüren, unfähig zu

  • Verbotener Stuhl   Kapitel 87: Die Asche der Morgendämmerung

    NoraDas Licht der Morgendämmerung war nicht sanft. Es war roh, erbarmungslos, wie ein Scheinwerfer, der auf die Narben unserer Nacht gerichtet war. Es schnitt die harten Winkel von Hugos schlafendem Gesicht heraus, vertiefte die Schatten unter seinen Augen und betonte d

더보기
좋은 소설을 무료로 찾아 읽어보세요
GoodNovel 앱에서 수많은 인기 소설을 무료로 즐기세요! 마음에 드는 작품을 다운로드하고, 언제 어디서나 편하게 읽을 수 있습니다
앱에서 작품을 무료로 읽어보세요
앱에서 읽으려면 QR 코드를 스캔하세요.
DMCA.com Protection Status