ANMELDENAm nächsten Morgen wurde Elena von einem Kuss geweckt.Sie spürte Felix’ Lippen auf ihrer Stirn und öffnete verschlafen die Augen.Felix stand bereits fertig angezogen neben dem Bett. In seinem tadellos sitzenden Anzug beugte er sich gerade über sie und küsste sie auf die Stirn.Elena blinzelte müde. Ihre Stimme klang noch ganz verschlafen und ein wenig heiser.„Du bist schon wach? Wie spät ist es denn?“Felix strich ihr liebevoll über die Wange.„Acht Uhr. Nach der anstrengenden Nacht kannst du ruhig noch ein bisschen schlafen.“Sofort erinnerte Elena sich an die vergangene Nacht. Ihre Wangen wurden heiß.Felix hatte sich wirklich lange zurückgehalten.Einmal hatte ihm nicht gereicht.Ganze dreimal hatte sie ihm helfen müssen.Jetzt taten ihr die Wangen weh, und ihre Arme waren auch ganz erschöpft.„Das sagst ausgerechnet du!“Elena war immer noch so müde, dass sie kaum die Augen offen halten konnte.„Fahr du ruhig zur Arbeit. Ich muss später noch ein paar Dinge erledigen, aber ins Bü
Mara konnte also jederzeit wieder aufwachen.Elena freute sich riesig.„Wirklich?“Dr. Graf nickte.„Ja. Vielleicht schon in ein paar Tagen, vielleicht dauert es auch noch einen Monat.“„Dass Sie und Herr Dr. Brecht jeden Tag mit ihr sprechen, scheint ihr wirklich zu helfen.“Elena war überglücklich.Endlich!Nach all ihren Bemühungen gab es für sie und Sebastian endlich einen echten Hoffnungsschimmer.„Weiß Sebastian schon davon?“„Ja. Er hat gestern Abend bemerkt, dass Frau Schmitt körperlich auf äußere Reize reagiert. Heute Morgen haben wir sie untersucht, und die Ergebnisse bestätigen seine Beobachtung.“„Vielen Dank!“Elena strahlte vor Freude.Auch Jens konnte seine Begeisterung kaum verbergen. Obwohl er am Fußende des Bettes stand und Mara nur aus der Ferne betrachtete, hellte sich sein Gesicht sichtlich auf.Endlich gute Nachrichten!Es würde ihr wieder gut gehen.Nachdem Herr Graf das Zimmer verlassen hatte, setzte Elena sich an Maras Bett und nahm ihre Hand.„Mara, ich weiß,
Am nächsten Mittag kam Florian Faber in Elenas Büro, um ihr den aktuellen Stand des neuen Immobilienprojekts vorzustellen.Das Projekt war für die Weiß-Gruppe von entscheidender Bedeutung. Davon hing ab, ob es dem Unternehmen gelingen würde, auch auf anderen regionalen Immobilienmärkten Fuß zu fassen.„Wenn Sie keine Einwände haben, gebe ich alles so in Auftrag“, sagte Florian.Er saß in seinem tadellos sitzenden Anzug vor Elena und wartete auf ihre endgültige Zustimmung.Elena hatte den Projektplan gründlich durchgesehen und nichts zu beanstanden.„Einverstanden. Machen wir es so.“„Gut.“Florian klappte die Unterlagen zu und warf einen Blick auf seine Armbanduhr.„Haben Sie Lust, zusammen Mittag essen zu gehen?“Elena lehnte freundlich ab.„Heute leider nicht. Ich habe noch etwas zu erledigen. Ein anderes Mal gern.“Sie besuchte Mara inzwischen jeden Tag im Krankenhaus. Auch heute wollte sie hinfahren.Allerdings war das nicht der Grund, weshalb sie Florians Einladung ablehnte.Flori
Felix sah, dass Elena die Ereignisse offenbar gut verkraftet hatte, und nickte.„Ich habe Marius schon damit beauftragt.“Elena zögerte kurz.„Wann glaubst du, wird Adrian zuschlagen?“Felix sah ihr in die klugen, ruhigen Augen und lächelte leicht.„Genau zu dem Zeitpunkt, an den du gerade denkst.“Elena lächelte wissend.Inzwischen verstand er sie wirklich gut.„Dann sollten wir uns gründlich vorbereiten.“„Nina wird ihre Verletzungen wohl nicht überleben. Aber Adrian darf auf keinen Fall erfahren, wie ernst es um sie steht.“Felix lächelte.„Du willst also, dass er glaubt, er kann sie noch retten, und versucht, sie zu befreien?“Elena strahlte ihn an.„Du weißt eben genau, wie ich ticke.“Felix strich ihr liebevoll über die Nasenspitze.„Was meine Frau will, wird gemacht.“Elena strahlte über das ganze Gesicht.Sie konnte sich wirklich glücklich schätzen, einen Mann an ihrer Seite zu haben, der sie so gut verstand, sie verwöhnte und immer hinter ihr stand.Die Nachricht von Ninas sch
Elena blieb vollkommen ruhig.Noch bevor Nina sie erreichen konnte, hatte Felix sich schützend vor sie gestellt.Ninas Gesicht war vor Wut verzerrt. Ihre Augen waren weit aufgerissen.„Du!“Doch plötzlich verließ sie die Kraft. Ihre Hand, die das Messer umklammerte, wurde immer schwächer.Ein metallischer Blutgeruch breitete sich im Zimmer aus.Langsam senkte Nina den Kopf.Die Klinge steckte tief in ihrem eigenen Bauch.Es war ein präpariertes Messer mit einem besonderen Mechanismus. Beim Zustechen schnellte die Klinge nach hinten und verletzte Nina selbst.Nina hatte Elena so sehr gehasst, dass sie mit aller Kraft zugestochen hatte.Doch nun steckte die Klinge tief in ihrem eigenen Bauch.Blut sickerte aus der Wunde, lief an ihrem Körper hinunter und tropfte auf den Boden.„Selbst schuld.“Felix sah Nina voller Abscheu an. Auch seine Stimme klang vollkommen kalt.Er hatte Nina noch nie gemocht.Schon damals, als Fiona sie in die Familie gebracht hatte, hatte ein einziger Blick genügt
Felix war noch genauso einschüchternd wie früher.Seine Abneigung gegen sie war nicht zu übersehen.Aber das spielte jetzt keine Rolle. So wie Elena und die anderen sich verhielten, wussten sie offenbar noch nicht, dass Nina ihr Gedächtnis längst zurückhatte.Auch ihre Beteiligung an dem Angriff auf Frau Klein schienen sie nur zu vermuten.Dieser Gedanke gab Nina wieder etwas Sicherheit.„Ich weiß wirklich von nichts. Frau Klein hat mir nie etwas getan. Warum sollte ich ihr also etwas antun?“„Ihr müsst mich ja nicht mögen, aber deshalb könnt ihr mir doch nicht einfach so etwas unterstellen!“„Willst du das Theater immer noch durchziehen?“Elena fand es inzwischen fast lächerlich. Sie hatte genug von Ninas Schauspielerei. Ihre Stimme wurde kalt.„Nina Stein. Ach nein, eigentlich heißt du ja Nina Fröhlich.“„Du hast deinen Gedächtnisverlust nur vorgetäuscht. Die ganze Zeit hast du heimlich mit Adrian zusammengearbeitet. Ihr wollt Felix und mich umbringen und unsere Unternehmen an euch r
Die spöttische Stimme am anderen Ende der Leitung drang in ihr Ohr. Erst nach einigen Sekunden fand Elena ihre Fassung wieder. „Felix, dein Bruder hat mich gerade nach Strich und Faden verarscht und jetzt bist du dran, ja?“Am Telefon war Felix Stein, Adrians leiblicher Bruder.Als Elena damals mit
„Sag mal, Adrian, heute wolltest du doch mit Elena zum Standesamt. Hast du keine Angst, dass sie ausrastet, wenn du nicht hingehst?“„Ach was, Elena hängt doch an ihm wie eine Klette. Selbst wenn sie kapiert, dass er nur wegen Nina nicht hingegangen ist, schluckt sie das trotzdem.“„Eben. Gegen Nina
Am anderen Ende der Leitung wurde aufgelegt.Für einen Moment wurde Adrian die Brust eng. Unruhe und blanke Wut flackerten in ihm auf, ausgelöst von der Männerstimme, die er eben im Hintergrund gehört hatte.Hat Elena sich schon einen neuen Mann gesucht?Doch kurz darauf entwich ihm nur ein verächtl
Einen Moment lang setzte bei Elena der Verstand aus. Sie wurde knallrot, biss sich auf die Unterlippe, stellte sich auf die Zehenspitzen und hauchte Felix einen Kuss auf die Wange.„Reicht das jetzt?“Kaum hatte sie ihn geküsst, wollte sie sich schon wieder zurückziehen.Felix’ Pupillen weiteten sic







