LOGINFlorian ließ seine Worte so stehen und verließ mit ernster Miene das Büro.Elena sah ihm etwas verdutzt nach.Dann griff sie sofort zum Handy und rief Felix an.Von ihm bekam sie schließlich die Bestätigung.„Ja. Es stimmt.“Felix schwieg kurz.„Wirst du jetzt weich?“Elena stellte sich dieselbe Frage.Wurde sie weich?Nein.Florians Vorwurf hatte sie lediglich überrascht.„Weichwerden ist etwas für Schwache. Solange mich niemand angreift, lasse ich die Leute in Ruhe.“Wer ihr jedoch etwas antat, bekam es tausendfach zurück.Felix lachte leise.„Nicht schlecht. Du hast wirklich dazugelernt.“In seiner Stimme lag unverhohlene Zuneigung.Elena dachte wieder an denjenigen, der hinter der Sache mit Anja steckte.„Das war alles Sebastians Idee?“„Ja.“Am anderen Ende schwieg Felix kurz.„Elena, Sebastian ist nicht der Mensch, für den du ihn vielleicht hältst. Er ist weder gefühllos noch herzlos. Im Gegenteil. Wenn ihm jemand wirklich wichtig ist, würde er sogar sein eigenes Leben riskieren,
Stefan war sichtlich erschüttert.Selbst Malte konnte kaum glauben, wie weit Sebastian gegangen war.Sebastians Methoden waren grausamer und skrupelloser als die von jedem anderen!Am nächsten Morgen saßen Elena und Felix gemeinsam im Wagen auf dem Weg zur Arbeit, als Felix ihr erzählte, dass Anja in der Nacht ins Krankenhaus eingeliefert worden war.Als Elena erfuhr, was passiert war, sah sie ihn fassungslos an.„Du meinst, sie wurde vergewaltigt?“Die Nachricht traf sie völlig unerwartet. Einen Moment lang wusste sie selbst nicht, was sie davon halten sollte.Felix nickte.„Ich habe dir doch gesagt, dass Sebastian Mara nicht einfach so etwas antun lässt.“Elena brauchte einen Moment, um das Gehörte zu verarbeiten.Die Methode war brutal. Mitleid mit Anja empfand sie trotzdem nicht. Was geschehen war, hatte sie sich durch ihr eigenes Handeln eingebrockt.Dennoch wäre es Elena lieber gewesen, wenn Anja auf rechtsstaatlichem Weg für ihre Taten bestraft worden wäre.Dann fiel ihr Jana wi
Sebastian war gerade unterwegs, als Katharinas Name auf dem Display seines Wagens erschien.Er warf nur einen kurzen Blick darauf und sah wieder auf die Straße.Den Anruf nahm er nicht an.Als Katharina merkte, dass er sie einfach ignorierte, wurde ihre Miene kalt.Hasste er sie inzwischen wirklich so sehr?Nein!Sie musste dafür sorgen, dass Sebastian Mara so schnell wie möglich aufgab.Sebastian fuhr in die Tiefgarage eines Wohnkomplexes und stellte den Wagen ab.Kaum war er ausgestiegen, öffnete sich nicht weit entfernt ebenfalls eine Autotür.Ein hochgewachsener Mann stieg aus.Ganz in Schwarz gekleidet, strahlte er eine Kälte aus, die jeden auf Abstand hielt. Seine bloße Anwesenheit wirkte einschüchternd.Sebastian verengte leicht die Augen.Der Mann kam bereits auf ihn zu.„Sebastian Brecht.“Stefan trug einen dunklen Mantel. Mit jedem Schritt trat seine ohnehin dominante Ausstrahlung noch stärker hervor.„Soweit ich weiß, wohnst du nicht hier.“„Du weißt doch genau, warum ich hi
Machte er sich jetzt ernsthaft noch Gedanken darüber?„Hm.“Mara hatte keine Lust, weiter mit ihm zu diskutieren. Nach allem, was heute passiert war, fühlte sie sich völlig erschöpft. Ihre Lider wurden langsam schwer, bis sie schließlich die Augen schloss.Im Halbschlaf spürte sie plötzlich Wärme an ihrer Hand.Jemand hielt sie fest, ganz behutsam, beinahe zärtlich.Mara wollte die Augen öffnen, schaffte es aber nicht mehr.Sie wusste nicht, ob sie träumte oder ob es wirklich geschah, und glitt langsam in einen tiefen Schlaf.Sebastian betrachtete ihr ruhiges Gesicht und lächelte kaum merklich.Erst nach einer langen Weile löste er vorsichtig seine Hand von ihrer.Dann stand er auf, verließ leise das Schlafzimmer und zog die Tür behutsam hinter sich zu.Im Flur fiel sein Blick auf Maras Schlüssel, die oben auf dem Schuhschrank lagen.Ein schelmischer Ausdruck huschte über sein Gesicht.Zur selben Zeit hatte Elena in der Villa kaum Appetit.Felix hatte extra in der Küche etwas für sie z
„Marius untersucht die Sache bereits. Wir sollten bald mehr wissen.“ Felix sah Sebastian ernst an. „Wie hoch ist das Risiko für Mara?“Immerhin standen Mara und Elena sich sehr nahe.Felix wollte nicht mitansehen, wie Elena sich ihretwegen wochenlang Sorgen machte.Sebastians Miene wurde ernster.„Bei so etwas ist jedes Risiko eines zu viel. Vor allem, wenn Blut im Spiel ist.“Ob Jana tatsächlich HIV-positiv war, wussten sie schließlich noch nicht mit Sicherheit.Aber dieses Risiko konnten sie nicht eingehen. Deshalb war es das Sicherste gewesen, bei Mara so schnell wie möglich mit der PEP zu beginnen.„Zum Glück waren wir rechtzeitig dran“, sagte Sebastian. „Damit stehen die Chancen ziemlich gut. Ich würde sagen, die Wahrscheinlichkeit, dass alles gutgeht, liegt bei etwa achtzig Prozent.“Felix legte ihm kurz die Hand auf die Schulter.„Mach dich nicht verrückt.“Doch Sebastian hatte ihn nicht deshalb beiseitegenommen.„Überlass mir die Sache.“Felix verstand sofort, worauf er hinausw
„Was ist passiert?“Es war lange her, dass Felix Elena so verunsichert erlebt hatte. Sofort zog sich Felix’ Herz zusammen.Elena zwang sich zur Ruhe und erzählte ihm, was geschehen war.„Felix, Mara darf nichts passieren.“„Beruhige dich erst einmal. Sebastian ist bei ihr, er kümmert sich darum. Ich komme zu dir.“Felix’ ruhige, warme Stimme hatte etwas ungemein Beruhigendes. Schon nach wenigen Worten ließ Elenas Anspannung merklich nach.„Du musst nicht kommen. Ich fahre direkt ins Krankenhaus. Wenn du so viel zu tun hast, bleib ruhig bei der Arbeit.“„Nichts ist wichtiger, wenn es um dich geht.“Seine Stimme war ruhig, aber bestimmt.„Fahr schon mal los. Wir treffen uns im Krankenhaus.“Mit diesen wenigen Worten löste sich auch der letzte Rest ihrer Unruhe. Eine tiefe Sicherheit breitete sich in Elena aus und ließ sie endlich wieder ruhig atmen.„Gut.“Kurz nacheinander trafen sie im Krankenhaus ein.Sebastian hatte Mara inzwischen zur Behandlung gebracht. Die Wunde war versorgt word
Elena erstarrte, ihr Herz schlug immer schneller.In dem Moment, als Felix sich noch einmal zu ihr hinunterbeugte, um sie zu küssen, begann ihr Körper unwillkürlich zu zittern.Als er ihre Reaktion bemerkte, hielt Felix inne. In seinen dunklen Augen lag deutlich sichtbare Beherrschung.„Na? Hast du
Die spöttische Stimme am anderen Ende der Leitung drang in ihr Ohr. Erst nach einigen Sekunden fand Elena ihre Fassung wieder. „Felix, dein Bruder hat mich gerade nach Strich und Faden verarscht und jetzt bist du dran, ja?“Am Telefon war Felix Stein, Adrians leiblicher Bruder.Als Elena damals mit
„Sag mal, Adrian, heute wolltest du doch mit Elena zum Standesamt. Hast du keine Angst, dass sie ausrastet, wenn du nicht hingehst?“„Ach was, Elena hängt doch an ihm wie eine Klette. Selbst wenn sie kapiert, dass er nur wegen Nina nicht hingegangen ist, schluckt sie das trotzdem.“„Eben. Gegen Nina
Am anderen Ende der Leitung wurde aufgelegt.Für einen Moment wurde Adrian die Brust eng. Unruhe und blanke Wut flackerten in ihm auf, ausgelöst von der Männerstimme, die er eben im Hintergrund gehört hatte.Hat Elena sich schon einen neuen Mann gesucht?Doch kurz darauf entwich ihm nur ein verächtl







