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Kapitel 120: Der primale Ruf

last update Zuletzt aktualisiert: 12.02.2026 15:56:56

Aus Elaras Sicht

Die Stille der Krankenstation war eine Täuschung. Für einen Menschen war der Raum ruhig; für zwei Alphas war es ein Schlachtfeld, gesättigt von Pheromonen und elektrischer Spannung.

Mein Körper arbeitete auf Hochtouren. Ich spürte das mikroskopische Jucken meiner Zellen, wie sie sich wieder verbanden – ein Prozess, der normalerweise Minuten dauerte, sich aber angesichts des Ausmaßes meiner Verletzungen über Stunden hinzog. Die totale Erschöpfung hatte meine mentalen Sperren ges
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  • Vom Alpha verschmäht   Kapitel 122: Das Echo einer Lüge

    Aus Rhys' SichtDie Luft in Jaxons Gemächern war gesättigt vom Duft der Mondlilien und der erstickenden Wärme des Kamins. Seraphina bewegte sich mit einstudierter Anmut, schlug die Seidenlaken um Jaxons schmächtigen Körper, als wäre er aus Glas.„Du musst dich ausruhen, mein tapferer kleiner Mondschein“, murmelte sie mit einer Stimme, die ein souveräner Balsam sein sollte.Sie strich eine Haarsträhne von seiner Stirn, ihr Ausdruck strahlte totale Hingabe aus.„Dein Vater war außer sich vor Sorge. Er war die ganze Nacht an deinem Bett in der Krankenstation. Wir waren beide da. Wir sind hier, Jaxon. Wir werden dich nicht verlassen.“Jaxon blickte zu ihr auf, seine bernsteinfarbenen Pupillen waren von Erschöpfung und etwas noch Schwererem getrübt: Schuld.„Es tut mir leid, Seraphina. Ich wollte nicht, dass alle meinetwegen wach bleiben.“„Pst, jetzt“, säuselte sie und warf mir einen mütterlichen, warmen Blick zu. „Dein Vater will nur, dass du in Sicherheit bist.“Ich stand am Fußende des

  • Vom Alpha verschmäht   Kapitel 121: Das Flüstern des Schlamms

    Aus Elaras SichtDas Morgenlicht war zu grell, es schnitt wie eine Silberklinge durch die sterile Luft der Krankenstation. Jaxon regte sich an meiner Seite, seine kleinen Finger waren immer noch im Saum meiner Tunika verheddert. Für einen kurzen, flüchtigen Moment schien die Welt endlich wieder im Lot zu sein.Dann öffnete sich die Tür mit einem trockenen, kalkulierten Klicken.Seraphina stürmte nicht von Kriegern umgeben herein. Sie kam allein, ihr graues Trauerkleid raschelte wie totes Laub. Sie bot das perfekte Bild mütterlichen Schmerzes, die Augen gerötet und müde. Sie würdigte mich keines Blickes. Für sie war ich ein Schatten; ihre ganze Aufmerksamkeit galt dem Kind.„Jaxon... mein kleiner Mondschein“, hauchte sie, die Stimme zitterte.Sie kniete langsam neben dem Bett nieder. Jaxon richtete sich abrupt auf, seine Hand zog sich von meiner zurück, als hätte meine Haut ihn verbrannt. Er wurde leichenblass – nicht wegen seiner Verletzungen, sondern unter dem Schlag einer plötzliche

  • Vom Alpha verschmäht   Kapitel 120: Der primale Ruf

    Aus Elaras SichtDie Stille der Krankenstation war eine Täuschung. Für einen Menschen war der Raum ruhig; für zwei Alphas war es ein Schlachtfeld, gesättigt von Pheromonen und elektrischer Spannung.Mein Körper arbeitete auf Hochtouren. Ich spürte das mikroskopische Jucken meiner Zellen, wie sie sich wieder verbanden – ein Prozess, der normalerweise Minuten dauerte, sich aber angesichts des Ausmaßes meiner Verletzungen über Stunden hinzog. Die totale Erschöpfung hatte meine mentalen Sperren gesprengt. Ich war gefangen in dieser verschwommenen Grenzzone zwischen menschlicher Logik und dem rohen, verzweifelten Instinkt einer verletzten Wölfin.„Dein Atem ist abgehackt, Elara.“Rhys war näher gekommen. Er hatte seinen Stuhl ganz nah an mein Bett gezogen. Im Halbdunkel glühten seine Augen mit einem goldenen, raubtierhaften Schimmer. Er beobachtete mich nicht nur; er roch an mir.„Ich heile“, spuckte ich aus, meine Stimme wurde vom Metall der Maske erstickt. „Lass mich.“„Du kämpfst“, wide

  • Vom Alpha verschmäht   Kapitel 119: Der Schatten einer Berührung

    Aus Elaras SichtDie Stille der Krankenstation wog Tonnen, kaum unterbrochen vom Knistern des Kamins und dem gleichmäßigen Pfeifen von Jaxons Atem. Ich saß am Rand des Bettes, mein Körper schrie vor Schmerz, während Rhys in dem Sessel mir gegenüber kauerte – eine stumme, düstere Wache. Er hatte seinen Blick seit einer Stunde nicht abgewandt. Er jagte. Er wartete auf den kleinsten Ausrutscher, eine vertraute Geste, irgendetwas, um den Wahnsinn zu bestätigen, der in seinen Augen brannte.„Die Heiler sagten, deine Verbände müssen gewechselt werden“, ließ Rhys abrupt verlauten, die Stimme leise, um den Kleinen nicht zu wecken. „Der Minenstaub wird sich entzünden, wenn wir zu lange warten.“„Cain wird sich darum kümmern“, erwiderte ich, meine Stimme war so eiskalt wie ein Nordwind.Ich versuchte aufzustehen, aber mein gebrochenes Bein gab unter mir nach. Ich berührte den Boden nicht.Rhys war in einem Blitz bei mir. Seine Arme fingen mich mit einer Kraft auf, die mir erschreckend vertraut

  • Vom Alpha verschmäht   Kapitel 118: Der Abgrund zwischen uns

    Aus Elaras Sicht„Ihr geht nirgendwohin.“Rhys’ Stimme war kein Schrei. Es war ein dumpfes Rasseln, ein Urteil, das wie ein Fallbeil fiel. Er stand da, eingerahmt von der Tür, eine massive Silhouette, die von Ruß und einer unterdrückten Wut verzehrt wurde. Die Luft in der Krankenstation wurde sofort unerträglich, gesättigt von seiner Alpha-Aura – diese Mischung aus Kiefer, Regen und dem metallischen Geruch eines Raubtiers auf der Jagd.Ich zwang mich, mich aufzurichten, und ignorierte die Qual, die von meinem gebrochenen Bein ausging. Durch die Schlitze meiner Maske bohrte ich meinen Blick in seinen und ließ meine eigene Nord-Aura wie einen eisigen Nebel aufsteigen, um seiner Hitze zu trotzen.„Geh aus dem Weg, Rhys“, ließ ich mit einem trockenen, fast klinischen Ton verlauten. „Der Norden hat in einem Palast, der nach Aas und verratenen Versprechen stinkt, nichts zu suchen. Meine Männer warten.“„Die Diskretion?“Rhys stieß ein kurzes, freudloses Lachen aus, bevor er mit einem erober

  • Vom Alpha verschmäht   Kapitel 117: Das Erwachen der Zweifel

    Aus Elaras SichtDer Schmerz war nur noch ein dumpfes Hämmern, ein Pochen, das im Rhythmus der Mondkristalle gegen den Stein schlug. Ich zwang mich schließlich, den Weg zurück ins Bewusstsein zu finden, meine Kehle war rau vom Geruch nach Eisen und dem Antiseptikum, das in Behandlungsräumen üblich ist.„Jaxon...“Ein bloßer, trockener Hauch wie Sand.„Er rührt sich nicht. Er hält Wache, auf seine Weise.“Ich drehte den Kopf. Cain war da, ein massiver Schatten, der zwischen unseren beiden Betten stand, die Schultern gebeugt von Erschöpfung. Mein Blick wanderte sofort zur Nachbarmatratze. Jaxon hatte nicht losgelassen. Immer noch zusammengekauert, die Finger vor Anstrengung weiß, klammerte er sich wie an eine Rettungsboje an den Rand meines Bettes. Ihn so zu sehen, mit seinem langsamen, tiefen Atem, gab mir das Gefühl, endlich wieder meine eigenen Lungen benutzen zu können.„Rhys war da“, ließ Cain mit leiser, von Drohung schwerer Stimme verlauten. „Er blieb eine Ewigkeit, Elara. Ich ha

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