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Kapitel 2

Penulis: Di Kalyn
last update Tanggal publikasi: 2026-06-03 06:44:41

NICHOLE

Das Penthouse ist im Grunde ein veredelter Eiswürfel. Das ist die einzige Art, wie ich es beschreiben kann. Alles ist weiß, grau oder chromfarben, und so sauber, dass es sich wie ein Verbrechen anfühlt, überhaupt auf die Oberflächen zu atmen. Jacks Fahrer hatte mich wie ein Gepäckstück abgesetzt, und nun saß ich auf der Kante eines Bettes, das wahrscheinlich mehr gekostet hatte als mein ganzes Elternhaus, und fühlte mich wie ein Geist.

Der Übergang von der Gala hierher war ein totales Verschwimmen. In der einen Minute unterschreibe ich eine Serviette, in der nächsten werde ich in einen privaten Aufzug geschoben. Jack hatte im Auto kein einziges Wort zu mir gesagt. Die Maske, die er in der Öffentlichkeit trug, diese stoische „Ich habe alles im Griff“-CEO-Ausstrahlung, war verschwunden. Stattdessen war da ein Mann, der mich ansah, als wäre ich etwas, in das er auf dem Bürgersteig getreten war.

Ich hörte, wie die Schlafzimmertür klickte. Jack stand dort, immer noch im Anzug, aber mit gelockerter Krawatte. Er kam nicht herein; er lehnte nur am Türrahmen und beobachtete mich mit purem, eisigem Verachtung.

„Sie können aufhören, die Laken anzustarren, Nichole. Sie sind aus Seide. Ich bin sicher, Sie haben davon geträumt, auf so teurem Stoff zu schlafen, während Sie mit Ihren kleinen Geschäftsideen gescheitert sind.“

Ich zuckte zusammen. „Ich habe davon nicht geträumt. Ich war nur –“

„Es interessiert mich nicht, was Sie waren“, fuhr er dazwischen, seine Stimme schnitt durch die Luft. „Lassen Sie uns sehr klar machen, was Sie jetzt sind. Sie sind eine Goldgräberin, die nicht einmal schlau genug war, einen Raub durchzuziehen. Sie sind eine gescheiterte Diebin, die sich mit einem Vertrag zufriedengegeben hat, weil die Alternative ein orangefarbener Overall war. Werden Sie nicht bequem. Das hier ist kein Märchen.“

Er ging zur Kommode und warf einen dicken Ordner darauf. „Das sind Ihre Anweisungen. Es gibt eine Liste mit Aufgaben, weil ich Sie nicht dafür bezahle, herumzusitzen und hübsch auszusehen. Es gibt auch einen Zeitplan für öffentliche Auftritte. Sie werden an meiner Seite sein, lächeln und wie die perfekte, hingebungsvolle Ehefrau aussehen. Wenn Sie auch nur einmal stolpern, wenn Sie dem Vorstand irgendeinen Grund geben, an uns zu zweifeln, ist der Deal geplatzt und die Polizei bekommt diese Serviette.“

„Aufgaben?“, fragte ich mit kleiner Stimme. „Sie haben eine Putzmannschaft, Jack. Ich habe sie beim Hereinkommen gesehen.“

„Ich will nicht, dass Sie untätig sind“, sagte er, seine Augen verengten sich. „Müßige Hände führen zu noch verzweifelteren Ideen. Sie kümmern sich um die Küche, erledigen meine persönlichen Besorgungen und halten sich aus meinem Weg, es sei denn, ich sage etwas anderes. Verstanden?“

Ich nickte nur. Ich hatte keine Energie, mit ihm zu streiten. Mein Magen machte immer noch Purzelbäume vor Hunger, und das Gewicht meiner neuen Realität begann mich zu erdrücken.

„Gut. Bleiben Sie heute Nacht hier drin. Ich habe zu arbeiten.“

Er ging, und ich ließ endlich den Atem heraus, den ich angehalten hatte. Ich fühlte mich wie eine Gefangene. Eine sehr gut gekleidete Gefangene in einem sehr teuren Käfig.

Ich konnte nicht schlafen. Die Stille des Penthouses war zu laut, falls das Sinn ergibt. Jedes kleine Summen der Klimaanlage fühlte sich wie ein vorwurfsvolles Flüstern an. Gegen 2 Uhr morgens gewann mein Magen schließlich den Kampf, und ich schlich mich aus dem Zimmer, um die Küche zu finden.

Es war der Traum eines Kochs, aber es fühlte sich tot an. Keine Krümel, keine Flecken, kein Leben. Ich stöberte in den Schränken und fand eine Sammlung edler Tees. Meine Hände bewegten sich wie von selbst. Ich dachte nicht einmal richtig darüber nach. Ich nahm eine kleine Dose mit getrockneten Kräutern – Baldrian, Zitronenmelisse und einen Hauch getrockneter Lavendel. Es war eine ganz bestimmte Mischung, die meine Großmutter früher gemacht hatte, wenn ich nicht schlafen konnte.

Ich stellte Wasser auf und lehnte mich gegen die Arbeitsplatte. Ohne es zu merken, begann ich zu summen. Es war eine weiche, tiefe Melodie, die einfach aus meiner Brust aufstieg. Sie fühlte sich vertraut an, wie eine warme Decke. Ich kannte die Worte nicht, noch nicht einmal, wo ich sie gehört hatte, aber es fühlte sich richtig an.

Ich war so versunken in den Rhythmus des Summens und den Duft des Tees, dass ich die Schritte nicht hörte.

„Woher kennen Sie das?“

Die Stimme war wie ein Peitschenhieb. Ich zuckte zusammen, hätte fast den Becher umgeworfen, als ich mich umdrehte. Jack stand im Türrahmen der Küche, sein Gesicht blass, die Augen weit aufgerissen vor etwas, das wie eine Mischung aus Schock und purer Wut aussah.

„Was hören?“, stammelte ich, mein Herz raste. „Ich habe nur Tee gemacht.“

Er durchquerte den Raum mit drei Schritten, seine Präsenz war plötzlich erstickend. Er sah nicht mehr aus wie der kalte CEO. Er sah aus, als hätte er den Verstand verloren. Er packte meinen Arm, seine Finger gruben sich in meine Haut.

„Dieses Lied“, zischte er, sein Gesicht nur Zentimeter von meinem entfernt. „Und dieser Geruch. Der Tee. Wer hat Ihnen davon erzählt? Welchen meiner Mitarbeiter haben Sie bestochen, um diese Information zu bekommen?“

„Ich weiß nicht, wovon Sie reden!“, versuchte ich mich loszureißen, aber er war zu stark. „Es ist nur ein Tee, den meine Nana früher gemacht hat! Und das Lied … ich weiß nicht, es ist mir einfach so gekommen. Ist Summen jetzt ein Verbrechen?“

„Lügen Sie mich nicht an!“, schüttelte er mich leicht, seine Stimme vibrierte vor einem Schmerz, den ich nicht verstand. „Das ist ein Schlaflied. Ein sehr spezielles. Und dieser Tee … niemand hat das in diesem Haus seit fünfzehn Jahren gemacht. Sie haben mich recherchiert. Sie haben in meiner Vergangenheit gewühlt, haben von ihr erfahren und gedacht, Sie könnten es benutzen, um mich weichzukochen? Um mich zu manipulieren?“

„Ihr? Wer ist sie?“ Ich zitterte jetzt, der heiße Dampf des Tees schlug mir ins Gesicht. „Jack, ich schwöre, ich habe keine Ahnung, wovon Sie sprechen. Ich habe nie von Ihrer Vergangenheit gehört. Ich wollte nur schlafen!“

„Sie sind eine Lügnerin“, spuckte er aus, sein Griff wurde fester, bis ich zusammenzuckte. „Sie sind noch berechnender, als ich dachte. Sie glauben, wenn Sie das Gespenst eines toten Mädchens spielen, werde ich Sie lieben? Es bringt mich nur dazu, Sie eigenhändig von diesem Balkon zu werfen.“

„Ich spiele niemanden!“, schrie ich zurück und fand endlich einen Funken Wut durch die Angst hindurch. „Ich bin nur ein Mädchen, das hungrig und müde ist und in diesem blöden Haus mit einem Mann gefangen ist, der glaubt, die ganze Welt sei gegen ihn! Lassen Sie mich los!“

Er starrte mich an, seine Brust hob und senkte sich, seine Augen suchten in meinen nach einem Zeichen der Täuschung, von der er so überzeugt war. Für einen Moment flackerte der Hass in seinem Blick, wurde ersetzt von einer rohen, blutenden Qual, die mir den Atem stocken ließ. Er sah aus, als hätte er einen Geist gesehen, und aus irgendeinem Grund gab er mir die Schuld dafür.

Plötzlich ließ er los und stieß meinen Arm weg, als hätte ich ihn verbrannt.

„Raus“, krächzte er und drehte mir den Rücken zu. „Raus aus der Küche. Geh zurück in dein Zimmer. Wenn ich dieses Lied noch einmal höre oder diesen Tee rieche, ist der Vertrag geplatzt. Es ist mir egal, was mit der Fusion passiert. Ich werde dich selbst zerstören.“

Ich wartete nicht darauf, dass er seine Meinung änderte. Ich rannte los. Ich lief zurück ins Zimmer, knallte die Tür zu und lehnte mich dagegen, mein Herz hämmerte gegen meine Rippen wie ein gefangener Vogel.

Ich sah auf meinen Arm, wo die roten Abdrücke seiner Finger bereits sichtbar wurden. Ich wusste nicht, was ich getan hatte. Ich wusste nicht, wer „sie“ war oder warum ein einfaches Lied und eine Tasse Tee ihn in ein Monster verwandelt hatten.

Ich kroch in die Seidenlaken, aber sie fühlten sich nicht mehr wie Luxus an. Sie fühlten sich wie ein Leichentuch an. Ich starrte an die Decke, die Stille des Penthouses lastete schwerer als je zuvor.

Ich war wirklich in der Höhle des Löwen. Und ich hatte gerade versehentlich den Löwen in seine älteste, tiefste Wunde gestochen.

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