LOGINCELINE (Wölfin: Casey)„Hoffst du immer noch, dass jemand kommt?“ Lan neigte den Kopf und las die Angst deutlich in meinem Gesicht ab, trotz allem, was ich versuchte, um sie zu verbergen.„Nimm mentalen Kontakt zu ihnen auf“, drängte Casey erneut, diesmal schärfer, während Panik durch ihre Stimme sickerte. „Celine, bitte—“„Ich habe Nein gesagt.“ Meine Stimme zitterte, selbst als ich es aussprach. „Ich kann das alleine.“„Kannst du nicht“, fuhr sie dazwischen, Verzweiflung brach nun durch. „Ich weiß nicht, ob ich lange durchhalte. Sieh ihn dir an. Sieh ihn dir an, Celine. Das ist keine Rache mehr—“„Es ist mir egal.“ Ich schnitt ihr das Wort ab, dickköpfig selbst jetzt noch, selbst als jeder Instinkt schrie, dass ich unrecht hatte. „Ich rufe sie nicht. Nicht hierfür.“Lan machte noch einen Schritt näher, und ich wich instinktiv zurück, wobei ich beinahe über eine Baumwurzel stolperte.„Kein Reden mehr“, sagte er fast sanft, als würde er jemanden beruhigen, anstatt ihn zu jagen. „Lass
CELINE (Wölfin: Casey)Am nächsten Abend erzählte ich Rolan, dass ich alleine spazieren gehen wollte.Er war in der Tür stehen geblieben und hatte sichtlich mit sich gerungen, ob er dagegen argumentieren sollte, bevor er schließlich mit einem widerwilligen Nicken nachgab.„Bleib einfach in der Nähe des Hauptwegs“, hatte er gesagt, und ich hatte es ihm versprochen, dankbar für dieses winzige Stück Freiraum, um einfach mal durchzuatmen, ohne dass mich jemand zu genau beobachtete.Der Park war ruhig, diese Art von Abendsonnen-Idylle, die die ganze Welt für einen kurzen Moment täuschend sanft wirken ließ.Ich ließ mich von meinen Füßen den Weg entlang tragen und versuchte, es zu genießen – es zur Abwechslung wirklich zu genießen, ohne dass meine Gedanken mir davoneilten.Es hielt nicht lange an.Meine Gedanken schweiften ab, wie so oft in letzter Zeit, zurück zu den Drillingen.„Hatten sie das Rudel tatsächlich verlassen? Waren sie nach Hause gegangen, hatten aufgegeben und entschieden, d
KYTHAN BLACKTHORNE (Wolf: Vexan)Ich ging zurück zum Hotel, mein Hemd war immer noch feucht, mein Stolz irgendwo hinter mir in Trümmern, während Vexan den gesamten Weg über rastlos in meiner Brust auf und ab ging.‚Wir müssen sie wiedersehen‘, sagte er zum dritten Mal innerhalb weniger Minuten. ‚Bald. Ich kann mich so nicht beruhigen.‘Ich weiß.Ich hatte ihrem Vater versprochen, sie nach Hause zu bringen. Das war keine beiläufige, dahingesagte Floskel gewesen, um ein unangenehmes Gespräch zu beenden – ich hatte es vollkommen ernst gemeint, als ich in diesem Raum stand, mit jedem Fünkchen Stolz, das mir noch geblieben war.Und ich wusste besser als jeder andere, wie viel von der Distanz zwischen uns mein eigenes Werk war. Jedes grausame Wort. Jedes kalte Schweigen. Ich hatte diese Mauer Stein für Stein aufgebaut, und nun stand ich auf der falschen Seite und fragte mich, wie ich jemals wieder darüber hinwegkommen sollte.Ich nahm es ihr nicht übel, dass sie heute Nacht so um sich gesch
CELINE (Wölfin: Casey)Die Tür öffnete sich langsam mit einem Knarren und Kythan trat heraus – die Kiefer fest zusammengepresst, die Schultern gestrafft. Er gab sein Bestes, wie ein Mann auszusehen, der nicht gerade beim Verstecken im Badezimmer erwischt worden war.Es gelang ihm überhaupt nicht.Ruby verschränkte die Arme vor der Brust. Eine ihrer Augenbrauen wanderte langsam nach oben, während sie ihn von Kopf bis Fuß musterte.„Kythan Blackthorne.“ Ihre Stimme war trügerisch ruhig – die Art von Ruhe, die erwachsene Männer ins Schwitzen brachte. „Wärst du so freundlich, mir zu erklären, warum sich ein achtundzwanzigjähriger Alpha im Badezimmer einer Einundzwanzigjährigen versteckt hat?“„Tante, es ist nicht so, wie es aussieht.“ Er räusperte sich und richtete sich noch ein Stück auf, als könnte eine gute Haltung allein ihn retten.„Dann kläre mich auf. Wie genau sieht es denn aus?“Er öffnete den Mund. Er schloss ihn wieder. Er öffnete ihn erneut.‚Er hat keine Antwort‘, sagte Casey
CELINE (Wölfin: Casey)Scham traf mich wie kaltes Wasser, und ich riss mich gewaltsam los. Meine Hand schnellte hoch, um ihn zu schlagen – doch er fing mein Handgelenk ab, bevor die Ohrfeige landen konnte, und drehte mich so schnell herum, dass mein Rücken gegen die Wand prallte, noch bevor ich die Bewegung überhaupt richtig registriert hatte.Ich kämpfte gegen seinen Griff an. Er bewegte sich keinen Millimeter.„Ungestüm, was?“, murmelte er an meinem Ohr, während der harte Druck seines Körpers an meinem Oberschenkel unüberriechbar war.‚Er ist so verdammt hart.‘ Der Gedanke schoss mir durch den Kopf, bevor ich ihn verhindern konnte, und ich hasste mich auf der Stelle selbst dafür.„Was gibt dir das Recht, mich zu küssen?“, schrie ich ihm ins Gesicht, während Wut in mir aufstieg und alles andere überrollte.„Weil du mir gehörst“, sagte er beiläufig, als wäre es eine einfache Tatsache. Seine Augen bohrten sich direkt in meine – Feuer, Verlangen, nichts davon verborgen. „Du hast mir sch
CELINEKythans Augen fuhren über mich hinweg mit einem Hunger, der so offen war, dass es mir den Magen umdrehte.Langsam. Bedächtig. Jeden Zentimeter bloßer Haut in sich aufnehmend, als hätte er jedes Recht der Welt hinzusehen. Hitze kroch meinen Nacken hinauf, scharf und demütigend.„Schließ deine Augen!“, schrie ich, meine Stimme brach, während ich mich hastig bemühte, mich mit den Armen zu bedecken. „Kythan – schließ verdammt noch mal deine Augen!“Ein Grinsen zuckte um seinen Mundwinkel. Er blickte nicht weg.„Das ist es also?“, sagte er, die Stimme tief und rau. „Du hast einen anderen Mann gefunden und plötzlich kannst du es nicht mehr ertragen, wenn ich dich ansehe?“Ich funkelt ihn an, mein Herz schlug mir gegen die Rippen. „Denk doch, was zur Hölle du willst. Es ist mir egal.“Ich ließ mich auf den Boden fallen, schnappte mir das Handtuch und wickelte es so schnell um mich, dass meine Hände zitterten.In der Sekunde, in der der Stoff mich wieder bedeckte, sah ich es – Schmerz







