ÉricIch kann nicht schlafen.Die Stille im Schlafzimmer ist fast erdrückend. Man hört nichts, außer Claras regelmäßigem Atem, die neben mir ausgestreckt liegt. Oder vielleicht tut sie nur so. Clara hat diese Art, sich zurückzuziehen, ohne Lärm zu machen, lautlos zu verschwinden, aber ihre Abwesenheit ist spürbar wie eine stille Ohrfeige. Das Laken zwischen uns wird zu einer Mauer. Eine unsichtbare Grenze. Eine Barriere, die ich seit Wochen nicht mehr überquere. Seit ihr.Jade.Immer sie.Sie verfolgt mich. In meiner Schlaflosigkeit, in den Korridoren meines Geistes, in jedem freien Raum meines Körpers, den Clara nicht mehr berührt. Sie ist da, wie ein hartnäckiges Echo. Ich schließe die Augen, und es sind nicht die Erinnerungen an meine Ehe, die zurückkommen. Es sind ihre. Ihr Lachen, ihre Hände, ihre tiefe, leicht raue Stimme, dieses Korn in ihrem Tonfall, das mein Gedächtnis durchbohrt.Ich habe sie hereingelassen, schlimmer: ich habe sie gerufen.Und alles begann vor acht Monaten.
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