LOGINKapitel Zwei
NEUER ANFANG
*Saras POV
Ich erwachte nackt unter weichen Fellen in einem großen, dunklen Zimmer. Mein Körper schmerzte überall, doch der schlimmste Schmerz hatte nachgelassen. Mondlicht strömte durch das Fenster.
Alpha Kael Draven stand am Fußende des Bettes und beobachtete mich mit kalten, stürmischen Augen. Er trug nur eine tief sitzende schwarze Hose, seine muskulöse Brust nackt und von Narben bedeckt.
„Du bist wach", sagte Kael, seine Stimme rau.
Ich zog das Laken hoch, um mich zu bedecken. „Wo bin ich?"
„Silvermoon-Territorium. Mein Rudelhaus", antwortete Kael knapp. „Es scheint, die Göttin hat mich mit einem zurückgewiesenen Blackthorn-Omega verflucht."
Seine Worte stachen, doch die Gefährtenbindung summte hartnäckig unter meiner Haut und zog an mir auf eine Weise, die ich nicht eingestehen wollte.
„Deine Wunden müssen gereinigt werden", sagte Kael, mit warmem Wasser und Tüchern näher tretend. „Dreh dich um."
Ich rollte mich auf den Bauch und ließ ihn arbeiten. Seine Hände fuhren über die Wunden auf meinem Rücken und reinigte sie mit festen, sorgfältigen Strichen.
Er sprach für einen langen Moment nicht mehr.
„Die Bindung wirkt sich bereits auf dich aus", sagte Kael leise, fast zu sich selbst, seine Stimme angespannt vor Frustration.
Bevor ich antworten konnte, veränderte sich etwas zwischen uns. Die Gefährtenbindung flammte auf — elektrisch und überwältigend. Er beugte sich herab, sein Mund fand meinen in einem heftigen, verzehrenden Kuss. Ich zog mich nicht zurück. Ich konnte es nicht. Jeder Teil von mir reagierte auf ihn, als hätte ich ohne es zu wissen auf genau diesen Moment gewartet.
Was folgte, war nicht sanft. Es war die Bindung — roh und unerbittlich — die durch uns beide stürzte wie eine Flut, der keiner von uns die Kraft hatte zu widerstehen. Er war nicht zärtlich, und ich bat ihn nicht darum. In mir war Trauer, und Wut, und das verzweifelte Bedürfnis, etwas anderes zu fühlen als Zerbrochensein.
Als es vorbei war, lag ich still, mein Körper warm und auf eine andere Weise schmerzend als zuvor.
Kael stand auf und zog wortlos seine Hose wieder an. Er sah mich einmal an — etwas Unlesbares huschte über sein Gesicht — bevor sein Ausdruck sich wieder verschloss.
„Mach dich sauber", sagte Kael. „Ich will keine Gefährtin. Das ändert nichts."
Er wandte sich zur Tür. Ich sagte nichts. Was gab es zu sagen?
Doch an der Schwelle hielt er inne.
„Blackthorn sucht bereits nach dir", sagte Kael, seine Stimme gedämpft. „Sie wollen dich tot."
Er blickte nicht zurück, als er ging, das Schloss klickte fest hinter ihm zu.
Ich lag dort in der Stille, die Bindung zog stärker an mir als zuvor. Seine Worte hallten in meinem Kopf wider, klar und kalt.
Er liebte mich nicht.
Er wollte mich nicht einmal.
Aber die Mondgöttin hatte andere Pläne.
Und irgendwo tief in mir wusste ich, dass ich jeden Vorteil nutzen würde, den ich hatte — einschließlich dieser Bindung um die Unschuld meines Vaters zu beweisen, ob Kael Draven es mochte oder nicht.
Und irgendwo tief in mir wusste ich, dass ich jeden Vorteil nutzen würde, den ich hatte — einschließlich dieser Bindung um die Unschuld meines Vaters zu beweisen, ob Kael Draven es mochte oder nicht.
Kapitel sechsundsechzig: Die Tür öffnet sichSaras Perspektive„Sara“, sagte Kael, die Arme noch immer um mich. „Sprich mit mir.“„Ich bin hier“, sagte ich. „Ich bin noch hier.“„Was fühlst du?“, sagte Snow. Er war direkt neben mir, seine Hand an meinem Gesicht, seine Augen suchten meine.„Es ist wie in einer Strömung zu stehen“, sagte ich. „Sie zieht mich nirgendwohin. Sie bewegt sich durch mich hindurch.“ Ich sah Luca an, der noch immer auf dem Pfad stand. „Du hast das von Anfang an geplant. Nicht die Bindung. Mich. Dafür zu sorgen, dass ich hier stehe.“„Ja“, sagte Luca. Ohne Triumph. Ohne Entschuldigung. Nur ein Mann, der eine Tatsache feststellte, die er lange mit sich herumgetragen hatte. „Sera Voss hat etwas über die Schatten-Omega-Blutlinie verstanden, das Thalira nie vollständig akzeptiert hat. Der Erbe öffnet die Tür nicht mit Kraft. Der Erbe öffnet die Tür, indem er über dem strukturellen Punkt anwesend ist, wenn der Bruch das kritische Stadium erreicht. Deine Kraft erledig
Kapitel fünfundsechzig: In die umkämpftenLandeSaras PerspektiveWir verließen Silvermoon, bevor das Rudel das Frühstück beendet hatte.Zu viert. Ich, Kael, Snow, Lira. Nach Osten durch das äußere Tor, ohne Ankündigung oder Zeremonie.Thalira stand am Tor, als wir vorbeikamen. „Ich werde den Bruch so lange halten, wie ich kann“, sagte Thalira. „Lasst mich ihn nicht länger halten, als ich kann.“„Werden wir nicht“, sagte ich.Sie nickte einmal, und wir ließen sie dort zurück.Ich hatte Mira gebeten zurückzubleiben. Sie hatte es nicht gut aufgenommen.„Du lässt mich hier“, sagte Mira flach, als ich es ihr sagte.„Ich brauche jemanden, dem ich vertraue, innerhalb dieser Mauern, während wir fort sind“, sagte ich. „Jemanden, der nicht Thalira ist, weil Thalira die Bindung managen wird und nicht gleichzeitig das Rudel beaufsichtigen kann.“„Du willst, dass ich babysitte“, sagte Mira.„Ich will, dass du meine Augen bist“, sagte ich. „Das ist ein Unterschied.“Mira hatte mich einen langen Mo
Kapitel vierundsechzig: Zu spätSaras PerspektiveWir verließen den Kriegsraum gemeinsam und gingen, um Aldric zu suchen.Kael stieß seine Tür auf, ohne anzuklopfen.Der Geruch erreichte uns vor allem anderen. Snow legte seine Hand auf meinen Arm. Thalira trat an uns beiden vorbei und ging zuerst hinein.Aldric saß auf dem Stuhl neben dem Fenster. Diese besondere Reglosigkeit, die keine Abstufungen kennt und keinen Zweifel daran lässt, was sie bedeutet.Kael durchquerte den Raum und kauerte sich neben ihn. Er presste zwei Finger an Aldrics Kehle und hielt sie länger dort, als nötig gewesen wäre. Dann stand er auf, drehte sich um, und sein Gesicht machte das, was es immer machte, wenn etwas Ungeheures in einer Tiefe festgehalten wurde, die erst später sichtbar werden würde.„Wie lange?“, sagte Snow.„Nicht lange“, sagte Thalira. Sie untersuchte den Türrahmen und fuhr mit den Fingern langsam über das Holz. „Jemand, der genau wusste, was er tat, und keine Zeit damit verschwendet hat.“„L
Kapitel dreiundsechzig: Alte Allianzen, neue GefahrenSaras PerspektiveDer Kriegsraum fühlte sich anders an, als wir alle vier gleichzeitig am selben Tisch saßen und dieselbe Richtung hatten.Keine Krise, die uns dorthin zog. Keine unmittelbare Bedrohung, die das Gespräch erzwang. Nur Sara, Kael, Snow und Thalira um den steinernen Tisch, mit allem, was wir wussten, zwischen uns ausgebreitet und einem klaren Ziel, das zum ersten Mal im Zentrum stand.Ich hatte ihnen erzählt, was ich Kael auf dem Trainingshof gesagt hatte. Der Name meines Vaters. Ryker, der vor einer Menge stand. Die Wahrheit, die in Blackthorn ans Licht kam, auf eine Weise, die nicht gemanagt oder begraben werden konnte.Niemand widersprach. Niemand bot ein anderes Ziel an. Was mir sagte, dass sie alle darauf gewartet hatten, dass ich es laut aussprach.„Das Instrument zuerst“, sagte Kael. „Vor allem anderen. Wir können nichts aufbauen, solange jemand aktiv gegen uns innerhalb dieser Mauern arbeitet.“„Einverstanden“,
Kapitel zweiundsechzig: DAS VERLANGENSaras PerspektiveIch erwachte vor Sonnenaufgang und versuchte nicht, wieder einzuschlafen.Ich saß im Dunkeln auf der Bettkante und erlaubte mir etwas, das ich seit der Nacht, in der Kael mich aus dem Renegatengebiet hinausgetragen hatte, nicht mehr richtig getan hatte. Ich erlaubte mir, mich zu erinnern.Das Gesicht meines Vaters an dem Morgen, an dem sie ihn holten. Er hatte über den Platz hinweg zu mir gesehen, mit einem Ausdruck, den zu entschlüsseln ich Monate verbracht hatte. Keine Angst. Keine Entschuldigung. Etwas, das näher an Vertrauen lag. Als übergäbe er mir etwas, das er nicht mehr tragen konnte, und glaubte, ich sei stark genug, es zu halten.Dann Ryker.Er stand vor dem gesamten Rudel, seine Stimme trug über den Platz, als verkünde er etwas Alltägliches. Jedes Wort präzise und öffentlich und darauf angelegt, mit größtmöglichem Schaden zu treffen. Dein Vater war ein Verräter. Du bist nichts. Du gehörst nicht mehr zu mir. Du bist hie
Kapitel einundsechzig: Der NameSaras PerspektiveIch fand Kael kurz vor Mitternacht im Kriegsraum.Er saß am Tisch, ohne dass etwas vor ihm lag. Er sah auf, als ich hereinkam, und las mein Gesicht so, wie er es gelernt hatte – schnell und ohne zuerst unnötige Fragen zu stellen.„Setz dich“, sagte ich.Er setzte sich.Ich sagte ihm den Namen.Ich beobachtete, wie er landete. Nicht dramatisch. So, wie die schlimmste Art von Nachricht bei Menschen landet, die gelernt haben, Dinge im Stehen zu empfangen – leise, in der Reglosigkeit von jemandem, der etwas Schweres hält und in Echtzeit entscheidet, wie er es tragen soll.Kaels Blick ging in eine mittlere Ferne, in der nichts war außer der Erinnerung, die der Name gerade heraufgezogen hatte.Dann stellte er mir eine Frage.„Wie lange?“, sagte Kael.„Aldric glaubt mindestens vierzehn Monate“, sagte ich. „Möglicherweise länger.“Kael nickte einmal. Langsam. Wie ein Mann, der etwas aufnimmt, das er nicht hatte kommen sehen, das ihn aber nicht
Kapitel AchtCHAOS*Saras SichtLira stürzte sich mit erhobener Klinge auf mich. Im letzten Moment wich ich aus. Der Dolch zischte durch die Luft und verfehlte meine Kehle nur um Haaresbreite. Ich taumelte zurück, mein Herz raste.„Du Miststück“, zischte Lira, ihre Augen glühten vor Hass. „Du glaub
Kapitel SiebenSILVERMOON*Saras POVDie Spannungen in Silvermoon erreichten neue Höhen. Mehrere Krieger weigerten sich, in meiner Nähe Patrouille zu laufen. Liras Einfluss wurde jeden Tag stärker. Sie hatte eine Gruppe von Wölfinnen davon überzeugt, dass ich ein Fluch war, der geschickt wurde, um
Kapitel SechsDAS GEFLÜSTER*Saras POVIch schlief nicht, nachdem ich den Zettel gefunden hatte. Ich saß die meiste Nacht am Fenster und starrte auf die elegante, feminine Handschrift, bis die Worte ineinander verschwammen. *Verlasse Silvermoon, oder du wirst enden wie dein Vater.* Ich redete mir e
Kapitel FünfRUDELHAUS*Saras POVAm nächsten Morgen verlegte Kael uns in einen sichereren Flügel des Rudelhauses. Ich ging neben ihm und spürte das Gewicht jedes Blickes aus dem Rudel. Manche Augen waren neugierig. Andere brannten vor offener Feindseligkeit.„Du wirst in diesem Zimmer bleiben", sa







