LOGINAlpha Vlad~Das Schnauben unserer Pferde erfüllt die Atmosphäre, als wir in Duskwarren ankommen. Es dämmert bereits. Kane und ich mussten mitten in der Nacht aufbrechen, um rechtzeitig hier zu sein. Einen neuen Pakt mit Drago zu schließen und sicherzustellen, dass er voll und ganz auf meiner Seite steht, ist der Grund für meine Anwesenheit.Ich muss das hier erledigen und bis zum Mittag zurück sein. Es ist alles andere als ideal, dem Rudel fernzubleiben.Während ich durch die Gänge von Dragos Schloss stampfe, schnaube ich wütend durch die bebenden Nasenflügel. Meine Hände habe ich in den Taschen vergraben, um die Fassung zu wahren, während ich an seinen Kriegern vorbei zur Tür seiner Gemächer gehe. Ohne darauf zu warten, dass die Männer mich ankündigen, trete ich die Tür auf.Wie erwartet ist eine Maid auf allen vieren. Mein idiotischer Bruder kann seinen Schwanz nie in der Hose behalten, genau wie der alte Knacker. Bei meinem Anblick erstarrt er, steif, als wäre ich ein Geist. Dann f
Milena~„Der Teufel und der Engel begegnen sich endlich wieder.“Seine Stimme. Dieser tiefe, unheimliche Ton. Einer, von dem ich gehofft hatte, dass sich unsere Wege niemals mehr kreuzen würden. Ich halluziniere. Meine Umstände müssen dazu geführt haben, dass ich anfange, Dinge zu hören. Aber sein Duft ist mir vertraut. Ein Duft, den ich niemals vergessen kann, obwohl Jahre vergangen sind.„Nimm ihr die Augenbinde ab“, befiehlt die unheimliche Stimme und bestätigt meine Angst.Er ist es – das Monster mit den weiß geflochtenen Haaren – der zweite Enkel der Ryders. Aber warum ist er hier? Oder warum bin ich in seiner Gegenwart?Von allem, was ich mir als schwierigen Teil meines Lebens vorgestellt hatte, gehört ein wiederholtes Treffen mit dieser Bestie niemals dazu, besonders nicht in meinem verletzlichen Zustand.Niemals.„Versuch dich zu benehmen“, murmelt eine andere Baritonstimme, während sie meine Augenbinde löst. Ich zucke zusammen, als warmes Atmen meinen Hals trifft. „Sie riecht
Alpha Vlad~Die alten Säcke werden nach meinem Kopf verlangen.Sie hätten meinem Leben heute Früh ein Ende gesetzt, wenn sie die Macht dazu besessen hätten. Aber meine Stellung verleiht mir absolute Immunität, und kein Mann, den die Göttin geboren hat, wagt es, mich herauszufordern.„Vlad, dein Vater und sein Beta warten im Gerichtssaal“, informiert mich mein Beta Kane.„Muss ich an dieser Versammlung teilnehmen?“„Die Konsequenzen werden schwerwiegend sein, wenn du es nicht tust.“Genau dasselbe ausgelutschte Geschwätz, das ich mir seit achtundzwanzig Jahren anhören muss. Es hört nicht auf und wird es auch nicht, solange mein Vater lebt.Ich schließe das Buch in meinen Händen, lege es auf den Schreibtisch und richte mich zu meiner vollen Größe auf. „Hast du etwas von Zoran gehört?“„Sie sind in Duskwarren angekommen.“„Und meine Nachricht?“„Ich bin sicher, Zoran wird sie übermitteln. Dein Bruder wird es nicht wagen, Hand an deine Gefährtin zu legen.“„Perfekt.“ Ich reiße meinen lang
Milena~Eine brennende Substanz verätzt meine Hand- und Fußgelenke, sodass meine schweren Augenlider flackern. Alles ist nur ein verschwommener Umriss. Geräusche hallen wie Erinnerungen wider, die auf mich einprügeln. Eine Erinnerung an den brutalen Schlag auf meinen Kopf und Mamas Blutlache.„Mama“, flüstere ich, aber mir schlägt nur kalte Stille entgegen. Meine Schläfen pochen, als ich mich zwinge, mich daran zu erinnern, was nach der Dunkelheit geschah.Aber mein Verstand wird taub.Ich greife nach meiner Wölfin, doch ihre Antwort ist nur ein Wimmern mit langsamem, schwachem Atem. Meine Wölfin liegt im Sterben. Irgendetwas bringt uns um.Ich nehme meine letzte Kraft zusammen, hebe den Kopf und nehme meine Umgebung wahr. Für einige Sekunden ist meine Sicht verschwommen, dann setzt Klarheit ein.Ich bin im Freien – nein, mitten auf dem Rudelplatz. Der Geruch von getrocknetem Blut und staubiger Luft steigt mir in die Nase.Jubelrufe aus der Menge dröhnen in meinem Kopf und ziehen mich
Milena~Ich trete von einem Fuß auf den anderen und umklammere die Tasche mit feuchten Handflächen.Mama öffnet den Mund, um etwas zu sagen. Meine Seele verlässt fast meinen Körper, aber ich trage meine Fassung zur Schau wie ein elegantes Kleid. „Wo ist dein Gefährte?“, fragt sie, während ihr neugieriger Blick zur Tür wandert, als würde sie erwarten, dass gleich jemand hereinplatzt.Ich erstarre, als mich das Gewicht ihrer Frage trifft und wie die Rudelglocke in meinem Kopf dröhnt.Sie fragt nicht nach der Tasche; stattdessen gilt ihre Aufmerksamkeit meinem unbekannten Gefährten. Das ist widerlich. An diesem Punkt wäre es mir lieber gewesen, sie hätte die Tasche angesprochen, denn ihre Frage schnürt mir den Magen zu.Wie kann es ihr egal sein, ob ihre jüngste Tochter kurz davor steht, eine folgenschwere Entscheidung zu treffen? Wie kann ihre Sorge nur meinem Gefährten gelten?Einem Mann! … Einem zerstörerischen Wesen!„Bist du nicht mit ihm nach Hause gekommen?“ Sie reckt den Hals noc
Milena~Männer hassen Frauen.Ihr größtes Ziel ist es, unsere Träume zu zerstören. Sie heucheln Freundlichkeit, wenn sie zwischen unseren Beinen sind, aber verwandeln sich in Dämonen, sobald sie zum Höhepunkt gekommen sind. Sie sind grausam, gerissener als eine Schlange.Ich war noch nie mit jemandem gepaart und werde es bis zu meinem Tod auch nicht sein. Dennoch weiß ich, wie hinterhältig sie während der Paarung sind, weil Jungfrauen mit losem Mundwerk immer tuscheln.Die Jungfrauen behaupteten: „Das Lächeln eines Mannes wird beim Sex voller Wärme.“Es nervt mich, wie voller Stolz und Aufregung diese Weibchen diese Dinge aussprechen.Wie können sie das Zeichen an der Wand nicht lesen und hinter die Fassade der Männer blicken? Es geht nur um Sex, Kontrolle, Macht, Demonstration und Fortpflanzung.Nun, was kümmert es mich? Es ist ihr Kreuz, das sie zu tragen haben.Mein Fokus liegt auf Nana, meiner Wölfin, und darauf, wie ich sie am besten überzeugen kann. Sie ist ein Dorn in meinem Au







