ANMELDENIsolde stand auf wackeligen Beinen, ihr nasses Kleid klebte an ihrem Körper. Sie schaute die Wächter an, die sie umringten, ihre Stimme zitterte, blieb aber fest.„Ich tue das für Roderick.“Die Worte hingen in der Luft. Die Wächter wechselten erhitzte Blicke, ihre Augen dunkel vor Lust. Einer von ihnen trat vor und zog ihr Kleid über die Schultern herunter, entblößte ihre Brüste der kühlen Luft. Isolde wehrte sich nicht. Sie hatte ihre Wahl getroffen.Sie hoben sie auf den hölzernen Tisch. Sie legte sich bereitwillig zurück und spreizte die Beine für sie. Der erste Wächter befreite sich, sein Schwanz hart und dick. Er rieb die Spitze an ihrem nassen Eingang und neckte sie.„Du bist schon klatschnass“, knurrte er. „Du willst das, oder?“Isolde biss sich auf die Lippe und nickte. „Ja… für ihn.“Er drang mit einem einzigen glatten Stoß in sie ein. Isolde stöhnte laut auf, ihr Rücken wölbte sich vom Tisch. Er war groß und dehnte sie komplett aus. Die Fülle ließ sie keuchen, eine Mischung
Isolde erwachte durch den scharfen Stich von kaltem Wasser, das über ihren Kopf krachte. Sie keuchte heftig, würgte, als der eisige Eimerinhalt durch ihr Haar, ihr Kleid und den Holzstuhl, an den sie gefesselt war, drang. Ihre Augen flogen auf, weit vor Schock und Verwirrung. Ihre Handgelenke waren fest hinter der Rückenlehne des Stuhls mit rauer Seil gefesselt, das in ihre Haut schnitt. Ihre Knöchel waren an die Beine des Stuhls geschnallt. Sie konnte sich kaum bewegen.Eine raue Hand packte ihr Kinn und zwang ihren Kopf nach oben. Einer der Wächter stand über ihr und grinste mit gelben Zähnen auf sie herab. „Wach auf, kleine Hure. Zeit zum Spielen.“Wasser tropfte von ihren Wimpern und rann in eisigen Rinnsalen ihren Hals hinunter. Ihre Brust hob und senkte sich, während sie versuchte, Atem zu schöpfen. Der Raum war düster, beleuchtet von einer einzigen flackernden Laterne, die an einem Haken an der Wand hing. Sie erkannte ihn als einen der alten Lagerraume tief in den unteren Ebene
Die Erleichterung war nur von kurzer Dauer.Sie hatten kaum begonnen, sich zu bewegen, als das Geräusch ertönte. Schritte. Schwer. Viele. Sie hallten durch die Tunnel wie der Herzschlag eines gewaltigen Ungeheuers. Der Boden vibrierte unter ihren Füßen. Die Luft wurde dick vor der Verheißung von Gewalt.Kellan erstarrte. Seine Hand fuhr zu seinem Schwert.„Leise“, zischte er.Die Gruppe presste sich gegen die kalten, feuchten Wände. Die Mägde hielten sich die Hände vor den Mund, um ihre Schreie zu ersticken, die Augen weit aufgerissen vor Entsetzen. Die Wachen hoben ihre Waffen, die Knöchel weiß um die Griffe geklammert. Elias zog Lucienne hinter sich, sein schmächtiger Körper schirmte sie vor der Dunkelheit ab. Seine Hand zitterte, aber sein Kiefer war entschlossen vorgeschoben.Die Schritte kamen näher. Lauter. Sie konnten das Klirren von Rüstungen hören, das Schaben von Klingen über Stein.Dann hörten sie Stimmen. Rau. Kalt. In einer Sprache, die das Blut in den Adern gefrieren lie
Die Tunnel waren kalt und feucht, die Luft schwer vom Geruch nach Erde und altem Stein.Luciennes Körper lag regungslos auf der trockenen Stelle Erde, auf die Kellan sie gelegt hatte. Ihr Gesicht war blass, ihre Lippen blau, ihre Atmung so flach, dass sie kaum sichtbar war. Die Wunde an ihrer Seite hatte aufgehört zu bluten, doch der Blutverlust war erheblich gewesen. Seit dem Angriff war sie nicht mehr aufgewacht. Sie hatte sich nicht bewegt.Die Gruppe hatte sich um sie versammelt, ihre Gesichter gezeichnet von Angst und Erschöpfung. Die Zofen weinten leise. Die Wachen hielten ihre Schwerter gezogen und ließen ihre Blicke durch die Dunkelheit schweifen.Elias trat näher.Er bewegte sich langsam und vorsichtig, die Hände in einer friedlichen Geste erhoben. Seine Kleidung war zerlumpt und hing in Fetzen an seinem dünnen Körper. Sein Haar war lang und verfilzt, sein Bart wild und verdeckte den größten Teil seines Gesichts. Doch seine Augen waren hell, lebendig und voller Wärme, die in
Der Brunnen war in Wirklichkeit gar kein Brunnen.Es war ein Tunnel, breit und tief, in die Erde unter dem Palast gegraben. Die Wände waren mit uraltem Stein ausgekleidet, feucht von Nässe und mit Moos bedeckt, das in der Dunkelheit schwach leuchtete. Die Decke wölbte sich hoch über ihnen und wurde von Holzbalken getragen, die seit Jahrhunderten standhielten. Es war eine verborgene Welt, ein vergessener Durchgang, der vom ersten Alpha von Devilmoore für genau solche Notfälle erbaut worden war.Die Gruppe war bereits seit einer gefühlten Ewigkeit unterwegs. Ihre Beine waren schwer. Ihre Lungen brannten. Ihre Herzen hämmerten noch immer vor Angst. Doch endlich hatten sie angehalten, um sich auszuruhen.Kellan legte Lucienne behutsam auf eine trockene Stelle am Boden. Ihr Gesicht war noch immer blass. Ihr Atem ging flach. Die Wunde an ihrer Seite hatte aufgehört zu bluten, doch sie war nicht aufgewacht. Sie hatte sich nicht bewegt.Rin.Der Name hing wie Rauch in der Luft. Niemand sprach
Der letzte Attentäter fiel mit einem gurgelnden Schrei zu Boden.Azrael stand über dem Leichnam, seine Brust hob und senkte sich schwer, sein Schwert tropfte vor Blut. Der Rauch war noch immer dicht und kräuselte sich wie ein Leichentuch durch die Luft, doch die Flammen waren eingedämmt worden. Nur ein kleiner Teil des Palastes war niedergebrannt. Die Gemächer der Luna. Der Ostflügel. Der Rest von Devilmoore stand noch immer, noch immer stolz, noch immer lebendig.Seine Männer bewegten sich durch die Trümmer, sicherten den Bereich und legten den überlebenden Attentätern Ketten an. Es waren sechs von ihnen. Sechs lebende Zeugen. Sechs Münder, die reden würden. Ihre Augen waren leer, ihre Gesichter voller Blutergüsse, ihre Hände hinter dem Rücken gefesselt. Sie waren gefasst worden. Sie waren besiegt worden. Und sie wussten, was sie erwartete.Azrael beobachtete, wie sie abgeführt wurden. Sein Gesicht war hart. Seine Augen waren kalt. Er hatte jetzt keine Zeit für sie. Die Gefangenen ko
DRITTE PERSON Morgana saß düster in ihren privaten Gemächern, ihr Gesicht verdunkelt vor Frustration. Die Dienstmädchen bewegten sich vorsichtig um sie herum und gossen duftenden Tee in eine feine Porzellantasse. Ein junges Mädchen zitterte leicht beim Servieren, und ein paar Tropfen verschütteten
LUCIENNE Das Essen kam mittags an, getragen von einer Reihe Dienstmädchen in grauen Uniformen.Rin stellte das Tablett auf den Tisch und hob die silberne Glocke. Dampf stieg aus einer Schüssel mit dickem Eintopf auf, dazu ein Teller mit geröstetem Gemüse und ein kleines Brot, noch warm aus dem Ofe
DRITTE PERSON Die große Halle war still, abgesehen vom Knistern der Kohlebecken, die die Marmorstufen säumten.Azrael saß hoch oben auf dem Thron, erhoben über den versammelten Ratsmitgliedern, seine dunklen Gewänder breiteten sich um ihn aus wie Schatten, die Gestalt angenommen hatten. Das Morgen
DRITTE PERSONDer Reiniger trat aus seinem kleinen, bescheidenen Zimmer im Quartier der Dienerschaft, als das Nachmittagslicht langsam verblasste. Er bewegte sich mit dem stillen Selbstvertrauen eines Mannes, der über viele Jahre gelernt hatte, unsichtbar zu werden. Gekleidet in schlichte graue Kle







