Masuk„Onkel Norbert, willst du mit Tante Renée das Kuss-Spiel spielen?“
Ariana riss die Augen auf und blinzelte.„Natürlich will ich …“Sylvia warf ihm einen strengen Blick zu, worauf Norbert sofort kleinlaut wurde und kein einziges Wort mehr herausbrachte.„Sie ist noch ein Kind und ziemlich unschuldig. Bist du etwa auch ein Kind? Weißt du überhaupt, wo wir hier sind?“Norbert erkannte sofort seinen Fehler und gab klein bei.„Das war mein FehlSie ging schnell in die Hocke und schob die Haare an seiner Stirn vorsichtig zur Seite. Es war tatsächlich Lucas’ Gesicht. Warum war er hier?Séverine klopfte ihm leicht auf die Wange.„Lucas.“Er zeigte keinerlei Anzeichen dafür, wieder zu Bewusstsein zu kommen. Besorgt rief sie:„Killian, geh schnell und hol jemanden!“Killian sah Séverine verwirrt an.„Miss Boffrand, kennen Sie ihn?“Séverine war so nervös, dass sie unwillkürlich lauter wurde.„Geh jemanden holen!“Killian antwortete:„Okay, ich gehe sofort!“Er rannte los. Unterwegs stolperte er über einen Stein und fiel zu Boden. Seine Kleidung war voller Erde, doch er hatte keine Zeit, sie sauber zu machen. Sofort rappelte er sich wieder auf und lief weiter.Séverine versuchte, Lucas hochzuheben, aber sein Körper war zu schwer, als dass sie ihn vom Boden hätte hochbekommen können. Als sie das getrocknete Blut an seinem K
Ariana schlief nicht und sprach auch nicht. Sie kuschelte sich einfach in Auroras Arme. Ariel saß auf dem gegenüberliegenden Sofa, presste die Lippen zusammen und betrachtete seine Schwester. Plötzlich rutschte er vom Sofa, ging zu Aurora und berührte den Kopf seiner Schwester, während er sie fragte: „Hast du Hunger?“ Ariana antwortete nicht. Er seufzte. Seine Schwester hatte diesmal wirklich große Angst bekommen. Sie wollte nicht einmal etwas sagen. Es war bereits spät in der Nacht. Aurora bat Chloé, Ariel ins Bett zu bringen. Doch er weigerte sich und fragte Aurora: „Und du? Willst du nicht schlafen?“ Sie sah ihren Sohn an und antwortete: „Ich warte auf deinen Vater.“ „Sei brav und geh schlafen.“ Ariel setzte sich neben sie und sagte: „Ich möchte bei dir bleiben.“ Aurora streichelte ihrem Sohn über den Kopf und nahm ih
Julien zog einen Stuhl für Aurora hervor. Nachdem sie sich gesetzt hatte, zog er einen weiteren Stuhl heran und setzte sich mit Ariana auf dem Arm dazu. Norbert warf einen Blick auf die Uhr und sagte:„Lucas kommt doch auch noch, oder? Heute ist sein Geburtstag, aber er lässt sich Zeit.“„Wahrscheinlich ist ihm etwas dazwischengekommen“, antwortete Aurora.Nach allem, was sie über Lucas wusste, war er immer ein pünktlicher Mensch gewesen.„Seine Freundin? Wer ist sie? Ist Séverine nicht schon aus Stadt B weggezogen? Aurora, weißt du, wer seine Freundin ist?“Norbert erinnerte sich daran, dass Lucas einmal in das Auto einer Frau gestiegen war. Er fragte sich, ob diese Frau Lucas’ Freundin war.„Ist es nicht Séverine?“, fragte Aurora.Norbert schüttelte den Kopf.„Sie hat die Stadt verlassen …“„Ich weiß, wer sie ist. Ich habe sie schon getroffen“, unterbrach Ariana Norbert aufgeregt.Sie war zie
„Onkel Norbert, willst du mit Tante Renée das Kuss-Spiel spielen?“Ariana riss die Augen auf und blinzelte.„Natürlich will ich …“Sylvia warf ihm einen strengen Blick zu, worauf Norbert sofort kleinlaut wurde und kein einziges Wort mehr herausbrachte.„Sie ist noch ein Kind und ziemlich unschuldig. Bist du etwa auch ein Kind? Weißt du überhaupt, wo wir hier sind?“Norbert erkannte sofort seinen Fehler und gab klein bei.„Das war mein Fehler. Beim nächsten Mal werde ich darauf achten.“Lucas konnte sich ein Lachen nicht verkneifen, als er Norberts feige Reaktion sah.Julien brummte zustimmend. In Wirklichkeit hatte er gar nicht die Nachrichten angesehen.„Hast du die Nachrichten gesehen?“, fragte Yvon.Aurora sah ihn verwirrt an.„Welche Nachrichten?“Der Fall Roch war abgeschlossen. Der offizielle Twitter-Account hatte das Ergebnis am Vorabend bekannt gegeben. Nachdem ein Ere
Aurora öffnete die Schachtel. Darin befand sich ein rundes Glasaquarium, in dem ein mit Sauerstoff gefüllter Plastikbeutel mit zwei bunten Fischen lag. Diese Fische waren im Handel nicht erhältlich und ziemlich selten.Dasselbe war auch beim letzten Mal in Raphaëls Haus passiert. Obwohl es sich um andere Fische handelte, erinnerte sie das dennoch an das, was damals in Toveira geschehen war.Julien knöpfte sein Hemd auf und ging ins Badezimmer. Offenbar hatte er sich geirrt. Nur Lesly, dieses seltsame Mädchen, würde anderen Menschen Fische als Hochzeitsgeschenk schicken.Allerdings wusste er nicht, dass die Fische von Raphaël und nicht von Lesly stammten.Raphaël war wie Norbert. Während der Hochzeit hatte er in einer Ecke gesessen und ihnen insgeheim seinen Segen gewünscht.Aurora öffnete den Beutel und setzte die Fische in das Glasaquarium.Als sie den Beutel und die Schachtel in den Mülleimer werfen wollte, fiel eine Karte aus
Aurora war so überrascht, dass sie einen Moment brauchte, um sich wieder zu fassen. Patrick stellte ihr das Mädchen vor.„Das ist meine Freundin.“Solène fühlte sich ein wenig verlegen. Schließlich hatten sie eine solche peinliche Situation bereits einmal erlebt. Nun begegneten sie sich erneut, und inzwischen war sie Patricks Freundin geworden.„Herzlichen Glückwunsch zur Hochzeit!“Sie zwang sich zu einem steifen Lächeln. In dieser Situation fühlte sie sich ziemlich unwohl.Nachdem sie zurückgewiesen worden war, hatte sie das Haus verlassen und sich allein durchgeschlagen. Ohne sich an den Plan ihres Vaters Damien zu halten, war sie entschlossen mit Patrick zur Armee gegangen.Die beiden waren zusammen aufgewachsen und standen sich ziemlich nahe.In der Vergangenheit waren sie einander allerdings zu vertraut gewesen, um überhaupt daran zu denken, sich ineinander zu verlieben.Erst nachdem sie sich auf dem Milit
Eine Wärme breitet sich von hinten über ihren Körper aus, während eine Stimme ihr ins Ohr flüstert.— Hast du Angst?Ein fremder Duft liegt ganz nah bei ihr und lässt sie erschauern, doch sie wagt nicht, einen Laut von sich zu geben.Aurora Dumont spürt, wie der Mann einen Moment innehält, bevor er
Aurora scheint verstanden zu haben, warum Chloé gerade geseufzt hat. Sie erklärt nichts weiter, sondern lächelt nur leicht.Ihre Ehe mit Julien ist nichts weiter als ein gegenseitiger Austausch. Sie hat kein Recht, Fragen über sein Privatleben zu stellen.In seiner Abwesenheit fühlt sie sich endlic
Obwohl es wie eine Frage klingt, lässt Julien Aurora keine Möglichkeit, abzulehnen.Sie nickt. Offenbar möchte er mit ihr sprechen.Und auch sie möchte mit ihm reden.Gautier wirft Aurora einen warnenden Blick zu.— Sei vorsichtig.Er hat Angst, dass Aurora Julien beleidigen könnte, bevor sie ihn h
Nachdem sie sich umgezogen hat, tritt Aurora aus der Umkleidekabine und blickt erneut zur linken Kabine hinüber, deren Tür fest verschlossen ist.— Das steht Ihnen sehr gut.Die Verkäuferin hat wirklich Geschmack. Tatsächlich kann sie allein durch einen Blick auf eine Kundin das passende Kleid ausw







