ログインGlühende Schlacke tropfte von der Decke und zischte bedrohlich, als sie auf den nassen Beton traf. Das Loch im Gewölbe der Zisterne wurde mit jeder Sekunde größer. Die Hitze des Plasma-Schneidbrenners war so extrem, dass die Luft im Raum zu flimmern begann. „Sie werden uns einkesseln“, grollte Kael. Seine Krallen fuhren mit einem leisen Klicken aus, seine Muskeln spannten sich an, bereit, sich auf den ersten Purifier zu stürzen, der durch die Decke brechen würde. „Nein“, rief ich über den ohrenbetäubenden Lärm hinweg und packte seinen massiven Unterarm. „Wir können sie nicht alle bekämpfen. Wir nehmen den Fluttunnel!“ „Der Kanal?“ Kaels leuchtend grüne Augen fixierten mich. Sogar in Sektor Omega kannte man die Gerüchte über die untersten Ebenen. Das Wasser dort war hochgradig kontaminiert, ein tödlicher Mix aus industriellen Abwässern und Kühlflüssigkeit. „Vertrau mir“, sagte ich. Ich riss meine Werkzeugtasche auf und zog zwei provisorische Atemmasken heraus. Ich hatte sie in näch
Das Blut in meinen Adern gefror. Der ID-Chip. Jeder Bürger unter der Kuppel bekam ihn bei der Geburt direkt in die Nackenwurzel implantiert. In den Slums hieß es, er sei nur für die Rationenverteilung. Eine Lüge. Es war ein Peilsender, direkt mit dem zentralen Raster des Konsortiums verbunden. Ein dumpfes Grollen drang von der Decke der Zisterne zu uns herab. Es klang, als würden schwere Maschinen direkt über unseren Köpfen in Stellung gebracht. „Sie scannen die tieferen Ebenen“, knurrte Kael. Seine Iris zog sich zu dünnen Schlitzen zusammen, während er unablässig an die Betondecke starrte. „Sie haben das Signal eingegrenzt.“ Ich verlor keine Sekunde. In Sektor 4 lernt man eine eiserne Regel: Wenn dich etwas umbringt, schneidest du es ab. Ich stürzte zu meiner Werkzeugkiste, die unter den Paletten verborgen war, und riss den Deckel auf. Zwischen rostigen Muttern und Kabeln zog ich meine improvisierte medizinische Ausrüstung hervor – eine Flasche hochprozentigen, selbstgebrannten
Die Dunkelheit des Wartungsschachts verschluckte mich. Ich rutschte durch die enge, rostige Röhre, der Geruch nach altem Schmierfett und stehendem Wasser füllte meine Lungen. Über mir hörte ich das dumpfe Wummern der Plasmakanonen, gefolgt von einem ohrenbetäubenden Knirschen, als Kael den Zugang hinter uns mit purer Gewalt zusammendrückte, um die Verfolger auszusperren. Sekunden später landete er mit einem schweren, metallischen Scheppern direkt neben mir im knöcheltiefen Wasser des Abwasserkanals. Es war stockfinster. Die Art von Dunkelheit, die schwer auf den Schultern lastet. „Kael?“, flüsterte ich atemlos. Eine heiße, schwielige Hand fand im Dunkeln sofort meinen Arm. Sein Griff war sanft, aber unverrückbar. „Ich bin hier.“ Seine Stimme klang erschöpft, ein raues Kratzen in der Stille. Der Kampf und die extrem schnelle Heilung der Plasma-Wunden hatten unglaublich viel Energie gekostet. „Wir dürfen nicht hierbleiben“, sagte ich leise. „Wenn sie den Schacht aufschweißen, sitze
Sechzig Sekunden. Das System tickte unbarmherzig herunter. Ich starrte auf die ausgestreckte Hand des Apex. Seine Handfläche war riesig, gezeichnet von Schwielen und den Narben unzähliger Kämpfe. Aber in seinen Augen brannte kein Wahnsinn mehr. Da war nur dieser eine, absolut fokussierte Wille: mich hier rauszuholen. Ich zögerte nicht länger. Ich legte meine Hand in seine. Ein elektrisirendes Knistern schoss meinen Arm empor, als sich unsere Haut berührte. Es war kein Schmerz, sondern eine Welle von intensiver, heißer Energie, die meinen erschöpften Körper flutete. Kael schloss die Finger um meine Hand – fest genug, um mich zu halten, aber erstaunlich vorsichtig – und zog mich mit einer einzigen, mühelosen Bewegung auf die Füße. „Halt dich an mir fest“, raunte er. Bevor ich antworten konnte, schlang er seinen freien Arm um meine Taille und hob mich hoch, als würde ich nichts wiegen. Ich schlang die Arme um seinen Nacken, presste mein Gesicht an seine warme Schulter und atmete sein
Für den Bruchteil einer Sekunde herrschte absolute Stille. Es war die Art von Stille, die entsteht, wenn die Luft selbst vor Anspannung brennt. Dann schrie der Kommandant der Purifiers: „Feuer! Brennt das Ding nieder!“ Fünf Plasmagewehre surrten gleichzeitig auf. Grellblaue Energieblitze zuckten durch die Zelle und erhellten die Dunkelheit wie Stroboskoplicht. Die Hitze war sofort unerträglich. Ich riss die Arme schützend über den Kopf und presste mich flach auf den Boden. Die Schüsse trafen Kael. Ich hörte das zischende Geräusch verbrennenden Fleisches, roch den beißenden Gestank. Jeder normale Mensch wäre in diesem Hagel aus Plasma sofort verdampft. Aber Kael war nicht normal. Er zuckte nicht einmal zusammen. Die Energiegeschosse schienen ihn nur noch wütender zu machen. Mit einem Brüllen, das die Betonwände zum Beben brachte, stieß er sich ab. Er war schneller, als das menschliche Auge folgen konnte. Ein schwarzer, massiver Schatten, der direkt in die Formation der schwer gepa
Das Monster stieß sich ab. Ein gewaltiger Schatten löste sich aus der Dunkelheit und schoss mit der Geschwindigkeit einer Peitschenschlange auf mich zu. Mein Überlebensinstinkt, geschmiedet in den gnadenlosen Gassen von Sektor 4, übernahm die Kontrolle. Ich riss mich zur Seite, rollte über den eiskalten Stein und schlug hart gegen die feuchte Zellenwand. Wo ich gerade noch gelegen hatte, zerschmetterten gewaltige Klauen den Betonboden. Splitter regneten auf mich herab. Das Wesen brüllte auf – ein ohrenbetäubender Laut aus Wut und Blutdurst. Ich riss das scharfe Stück Metall aus meinem Stiefel, umklammerte es, bis meine Knöchel weiß hervortraten, und presste mich an die Wand. Ich würde nicht kampflos sterben. Wenn dieses Ding mich in Stücke riss, würde ich ihm zumindest ein Auge ausstechen. Die leuchtenden grünen Augen wirbelten zu mir herum. Die Bestie war riesig, eine groteske, albtraumhafte Kreuzung aus Wolf und Mensch. Schwarzes, borstiges Fell bedeckte massive Muskelberge. An







