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Kapitel 408

Ein Glücksfischchen
Justin verzog nur spöttisch den Mund und schwieg.

Alex beugte sich zu Sebastian und flüsterte: „Nora hat die Scheidung eingereicht.“

„Die nimmt sich wohl zu viel heraus!“, fuhr Justin wütend auf, „Glaubt sie etwa, sie kann mich damit unter Druck setzen, weil die Scheidung nicht schon beim ersten Gerichtstermin durch ist? Keine Sorge, bei der Verhandlung stimme ich der Scheidung sofort zu! Mal sehen, was sie dann macht!“

Alex versuchte, ihn zu beschwichtigen. „Jetzt übertreib doch nicht. Nora ist
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  • Das fünfte Ehejahr mit Sebastian Wolf   Kapitel 410

    „Du bist also zu fein für mich?“, grinste Justin anzüglich, „du hast es selbst nicht geschafft, Sebastian für dich zu gewinnen. Dann bleibt es dir eben nur noch ich. Und verhungern oder verdursten musst du bei mir bestimmt nicht.“„Was soll das heißen?“ Charlotte starrte ihn an. „Was meinst du mit ‚dann bleibt mir eben nur du‘?“„Was glaubst du wohl, was das heißt? Du glaubst doch wohl nicht etwa, dass ich dich heiraten will?“„Unmöglich!“ Charlotte schleuderte das Glas in ihrer Hand fort. „Ich würde niemals so einen Dreckskerl wie dich heiraten!“Niemand wusste besser als sie, wie ausschweifend Justins Liebesleben war. Er ließ wirklich nichts aus. Von Studentinnen bis zu Nachtclub-Hostessen hatte er Geliebte jeder Art. Wie konnte sie ausgerechnet Justin heiraten?!Justin war sichtlich beleidigt. „Ich verschmähe dich nicht, und du bildest dir ein, zu gut für mich zu sein? Geh doch raus aus diesem Restaurant und sieh selbst, wer dich dann noch beschützt! Dein nutzloser Sebastian? Oder d

  • Das fünfte Ehejahr mit Sebastian Wolf   Kapitel 409

    Die Gestalt trug von Kopf bis Fuß Schwarz, dazu eine Maske und eine Kappe. Sie war so gründlich vermummt, dass Charlotte nicht einmal das Gesicht erkennen konnte. Die Person raste an ihr vorbei. Charlotte sah nur einen schwarzen Schatten, der wie ein Spuk an ihr vorüber huschte.Sie betrachtete den Umschlag, den sie plötzlich in den Händen hielt, und runzelte die Stirn. Was ist das denn?Hastig öffnete sie ihn und sah nach – es war tatsächlich ein medizinischer Befund von Sebastian ...Was?!Geringe Spermienaktivität bei Sebastian?Dann hat sie ...Dann hat Sebastian ...Was soll das sein? In ihrem Kopf schwirrten unzählige Fragen durcheinander. Dann begann ihre Fantasie völlig durchzudrehen. Plötzlich ergaben all die Dinge, die sie bisher nicht verstanden hatte, in ihren Augen einen Sinn ...Kein Wunder! Kein Wunder, dass Sebastian sich seit jener Nacht, in der sie und Justin ihm eine Falle gestellt hatten, plötzlich anders verhielt. Bedeutete das, dass Sebastian ihr seit dieser Nacht

  • Das fünfte Ehejahr mit Sebastian Wolf   Kapitel 408

    Justin verzog nur spöttisch den Mund und schwieg.Alex beugte sich zu Sebastian und flüsterte: „Nora hat die Scheidung eingereicht.“„Die nimmt sich wohl zu viel heraus!“, fuhr Justin wütend auf, „Glaubt sie etwa, sie kann mich damit unter Druck setzen, weil die Scheidung nicht schon beim ersten Gerichtstermin durch ist? Keine Sorge, bei der Verhandlung stimme ich der Scheidung sofort zu! Mal sehen, was sie dann macht!“Alex versuchte, ihn zu beschwichtigen. „Jetzt übertreib doch nicht. Nora ist wirklich eine tolle Frau ...“„Eine tolle Frau droht nicht bei jeder Kleinigkeit mit der Scheidung! Wer bezahlt denn ihr ganzes Leben? Für die Frauen da draußen lasse ich das Geld locker sitzen – die dürfen mich dafür sogar Daddy nennen! Aber wenn ich Geld für meine eigene Frau ausgebe, bekomme ich nicht mal ein freundliches Lächeln zurück. Und den ganzen Tag zieht sie eine Leichenbittermiene, dabei bin ich noch lange nicht tot!“, beschwerte sich Justin, „Genug jetzt, bereiten wir die Besprechu

  • Das fünfte Ehejahr mit Sebastian Wolf   Kapitel 407

    Klara hob es auf und sah hin: Es war tatsächlich ein Glücksbringer ...Was hatte dieser Glücksbringer zu bedeuten?Ihr Herz schlug schneller, als längst verblasste Erinnerungen in ihr wach wurden.Wusste er es etwa?Dieser Glücksbringer war nicht aus demselben Papier gefaltet wie damals. Dieses hier sah neu aus.Sie faltete den Glücksbringer auseinander. Tatsächlich standen Worte darin, geschrieben in Sebastians Handschrift, die sie nur zu gut kannte: Meine Claire soll für immer glücklich und geborgen sein.Offenbar wusste er also tatsächlich von dem Glücksbringer und der Geschichte mit den Freiwilligen.Aber was änderte das schon?Seine Claire?Sie war nicht mehr seine. Schon lange nicht mehr.Zwölf Jahre lang hatten solche Worte die Macht gehabt, ihr Herz höherschlagen zu lassen und ihr Tränen der Rührung in die Augen zu treiben. Aber ausgerechnet jetzt, als sie diese Zeile endlich las, ließ sie sie völlig kalt.Man sagt, verspätete Liebe ist keinen Pfifferling wert.Ob seine Geste

  • Das fünfte Ehejahr mit Sebastian Wolf   Kapitel 406

    Sie starrte auf die Gutschriftbestätigung, ohne die vielen Nullen noch zählen zu wollen.Zwölf Jahre Liebe, fünf Jahre Ehe – und am Ende blieb ihr nur diese Zahlenreihe.Sie wusste nicht, welchen Weg sie vor zwölf Jahren einschlug, wenn sie damals schon alles wissen konnte. Aber ein Zurück gab es nicht. Die Zeit ließ sich nicht zurückdrehen. Man konnte nur nach vorn gehen.Während sie noch ihr Handy in der Hand hielt, kam Julian die Treppe herunter und sagte zu ihr: „Sebastian wartet draußen. Er hat etwas, das er dir übergeben möchte. Willst du ihn sehen? Wenn nicht, gehe ich für dich hinaus.“Klara stutzte kurz. Woher wusste Julian, dass Sebastian da war?Julian ahnte ihre Gedanken und erklärte: „Du hast ihn doch blockiert. Daher hat er den Anwalt angerufen, und der Anwalt hat mich benachrichtigt.“Klara wollte Sebastian nicht mehr sehen. „Dann geh du bitte.“„Gut.“ Julian nickte und ging nach draußen.Sebastian saß angespannt in seinem Auto und starrte unentwegt auf den Weg, über den

  • Das fünfte Ehejahr mit Sebastian Wolf   Kapitel 405

    Wie Sebastian selbst gesagt hatte, wollte er umziehen.Die nötigen Dinge erledigte er noch am selben Tag. Den Vormittag und die Mittagszeit nutzte er, um ein Umzugsunternehmen zu beauftragen und die gemeinsame Ehewohnung, in der er fünf Jahre mit Klara gelebt hatte, vollständig ausräumen zu lassen.In dem Haus gab es nicht wenige wertvolle Dinge: Haushaltsgeräte, Dekorationen, Küchenutensilien und so weiter – nichts davon war beim Kauf günstig gewesen.Als das Umzugsunternehmen ihn danach fragte, sagte er jedes Mal, dass er es nicht mehr brauche.Er stand im Zimmer, und vor seinen Augen blieben nur noch die Spuren von Klaras Leben.Das war die Frau, die fünf Jahre lang mit ihm gelebt und jeden Augenblick seines Lebens mitgeprägt hatte ...„Dieses Zimmer räume ich selbst auf“, sagte er mit heiserer Stimme, „räumen Sie die anderen Sachen weg.“Am Ende stand Sebastian allein im Zimmer und packte die Sachen ein, während die Mitarbeiter des Umzugsunternehmens danebenstanden und nicht wusste

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