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Kapitel 3

Author: Fran
last update publish date: 2026-07-01 12:56:17

Kiliam Lockwood

Ich würde auf keinen Fall zu diesen Männern zurückkehren.

Ich musste klug sein und die Situation zu meinem Vorteil nutzen.

Entschlossen erwiderte ich seinen kalten Blick, befreite mein Handgelenk aus seinem festen Griff und warf mich erneut in seine Arme. Ich schlang die Arme um seine Taille, schloss die Augen und lehnte mich gegen seine feste, muskulöse Brust. Einen Moment lang wartete ich darauf, dass er mich grob von sich stieß und aus seinem Wagen warf.

Doch dieser Wagen war mein Ausweg.

Ich würde nicht aussteigen.

Für ein paar Minuten würden wir eben das perfekte Liebespaar spielen.

Er stieß einen tiefen, erschöpften Seufzer aus, als hätte er endgültig die Geduld verloren.

Dann hörte ich ihn befehlen:

„Sebastian... Fahren Sie sofort zur Villa.“

Seine Stimme war so entschlossen, dass ich schüchtern zu ihm aufsah. Seine Augen ruhten auf mir. Grob hob er mein Kinn an, und ich spürte seinen warmen Atem auf meinem Gesicht. Sein Atem trug noch den Duft von Whisky, als hätte ich ihn selbst gekostet.

„Jawohl, Mr. Lockwood“, durchbrach der Chauffeur die Stille und befolgte ohne Zögern den Befehl seines Herrn.

Sofort löste ich mich von seinen Lippen.

„Geht das auch etwas unsanfter?“, beschwerte ich mich, als der Wagen ruckartig anfuhr.

Doch als Antwort hörte ich nur den schweren, unruhigen Atem dieser sauren Zitrone.

„Mit so einer Einstellung haben Sie bestimmt keine Freundin“, murmelte ich und senkte den Blick, um diesen scharfen Augen auszuweichen, die mich unablässig musterten.

Als sich mein Verstand langsam von dem Schock erholte, traf mich die Realität mit voller Wucht.

Ich saß im Auto eines Verrückten, der offensichtlich nicht ganz bei Sinnen war.

Ich hatte ihn geküsst.

Und jetzt hatte ich keine Ahnung, wohin zum Teufel er mich brachte.

Reiß dich zusammen, Céline. Du bist mutig und hast Rückgrat. Sei direkt. Lass dich nicht einschüchtern.

„Sagen Sie Ihrem Fahrer, er soll anhalten! Ich... ich steige sofort aus!“

Ich vermied es bewusst, ihn anzusehen, aus Angst, erneut in diesen gefährlichen Blick zu versinken, die mich vollkommen aus dem Konzept brachten.

Doch weder er noch sein Chauffeur antworteten.

Der Fahrer schwieg – aus Angst oder aus Respekt vor seinem Herrn.

Diese Situation machte mich wahnsinnig.

Was sollte ich bloß tun?

۞

Als der Wagen schließlich anhielt, hatte ich das Gefühl, mein Magen würde sich jeden Moment umdrehen.

Der Mann stieg aus.

Ich tat es ihm gleich, konnte mich jedoch nicht länger beherrschen. Ich rannte zu den grünen Sträuchern und übergab mich.

„Guten Abend, Mr. Lockwood. Soll ich...“

„Sie alle können gehen. Ich brauche heute Abend niemanden mehr.“

Ich richtete mich wieder auf und wischte mir den Mund ab.

Verdammter Wahnsinniger von einem Chauffeur.

Wusste der überhaupt, was vorsichtiges Fahren bedeutete?

Er transportierte Menschen und keine Kartoffelsäcke.

Als ich mich umdrehte, blieb mir der Mund offen stehen.

Das Gebäude vor mir war schlicht überwältigend.

Es war die luxuriöseste Villa, die ich seit meinem Umzug nach Los Angeles je gesehen hatte.

Sie war von hohen Palmen und üppiger Vegetation umgeben, als wäre ein Stück tropischer Dschungel mitten in der Vorstadt entstanden.

Die pastellgelbe Fassade hob sich elegant vom satten Grün ab, ohne aufdringlich zu wirken.

Der Eingang war atemberaubend.

Eine kleine Freitreppe führte zu einer riesigen Tür aus dunklem Holz, eingerahmt von schmiedeeisernen Gittern.

Erst als ich mich aus meinem Staunen riss, bemerkte ich, dass dieser Lockwood bereits ganz selbstverständlich das Haus betreten hatte.

Ich durfte ihn nicht aus den Augen verlieren.

Also folgte ich ihm.

۞

Ich bemerkte sofort den missbilligenden Blick der Haushälterin.

Ihr Blick schien mich regelrecht anzuschreien:

Was für eine Frau ohne Anstand. Wie kann sie es wagen, diese Villa zu betreten?

„Sie besitzen wirklich weder Respekt noch Anstand gegenüber Mr. Lockwood. Wissen Sie überhaupt, wer mein Herr ist?“, sagte sie hochmütig und reckte ihre spitze Nase in die Höhe.

„Nein. Und es interessiert mich auch nicht.“

Ohne jede Scham ging ich weiter hinein, während ihre Vorwürfe hinter mir verklangen.

Die Haushälterin schien vollkommen fassungslos.

Bei dem gesellschaftlichen Ansehen ihres Herrn galt es beinahe als Verbrechen, ihm keinen Respekt zu erweisen.

Dennoch brauchte der Herr heute Nacht eine Frau, die sich um ihn kümmerte.

Doch er war ein Mann mit Prinzipien.

Er würde niemals eine fremde Frau zu irgendetwas zwingen.

Wer zum Teufel hatte ihn unter Drogen gesetzt?

Niemand wagte es auch nur, sich Mr. Lockwood zu nähern.

Diese Angelegenheit musste aufgeklärt werden.

Misstrauisch betrat die ältere Frau wieder das Haus. Sie befürchtete, ich könnte etwas aus der Villa stehlen.

Doch ich stand lediglich im Wohnzimmer und betrachtete staunend alles um mich herum wie ein kleines Kind in einem Süßwarenladen.

Die Haushälterin sah mich einen Moment lang nachdenklich an.

Dann wagte sie keinen weiteren Einwand und zog sich, wie von Mr. Lockwood befohlen, zurück.

Bevor sie ging, sagte sie:

۞

„Miss, nehmen Sie bitte Platz und warten Sie auf den Herrn.“

Ungläubig sah ich ihr hinterher.

„Warten Sie mal! Was? Ich wollte doch nur...“

Doch noch bevor ich meinen Satz beenden konnte, war die ältere Dame verschwunden.

Ich ließ enttäuscht die Schultern sinken und stieß ein genervtes Seufzen aus.

Ich wollte doch einfach nur nach Hause.

Zögernd sah ich mich um.

„Dieser Mann scheint wirklich alles andere als gewöhnlich zu sein...“, murmelte ich und ging langsam zur Eingangshalle zurück.

Vielleicht fand ich draußen auf dem riesigen Parkplatz jemanden, der mich zurück in die Stadt bringen konnte.

Plötzlich lief mir ein Schauer über den Rücken.

Ich drehte mich abrupt um.

Da stand er wieder.

Frisch aus der Dusche.

Mein Blick glitt unwillkürlich über seinen leicht behaarten, durchtrainierten Oberkörper.

Seine Haut hatte den warmen Bronzeton eines Mannes, der viel Zeit in der Sonne verbracht hatte.

Langsam wanderte mein Blick weiter nach unten, bis zu dem Handtuch, das meiner Meinung nach viel zu locker um seine Hüften saß. 

Erschrocken riss ich die Augen weg.

Ich starrte ihn ja schon fast an wie eine hoffnungslose Idiotin.

Als ich schließlich wieder zu seinem Gesicht aufsah, empfing mich ein Ausdruck grenzenloser Wut.

„Glaubst du etwa, mein Haus ist ein Obdachlosenheim?“, brüllte er zornig.

 

 

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