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Die Brautauktion: Alberts Schicksal.
Die Brautauktion: Alberts Schicksal.
Author: Shim

Kapitel 1

Author: Shim
last update Petsa ng paglalathala: 2026-06-05 21:09:54

KAPITEL 1

Alberts Perspektive

„Halt den Mund und beweg dich weiter, Ersatzmann, oder ich breche dir die Beine, noch bevor du die Bühne erreichst.“

Die raue Warnung kam zusammen mit einem heftigen Schlag auf meine Schulter. Ich stolperte nach vorne, meine Stiefel rutschten auf dem nassen Steinboden. Ich konnte nichts sehen. Die dicke schwarze Kapuze über meinem Kopf machte alles dunkel und heiß und roch nach altem Schweiß und Panik. Schwere Eisenfesseln gruben sich tief in meine Haut und hielten meine Handgelenke hinter meinem Rücken fest.

„Er schleppt die Füße, Vance“, murrte ein anderer Wachmann zu meiner Linken, während sich seine Finger wie Krallen in meinen Arm gruben. „Drück ihn stärker. Der Meister will, dass er in zehn Minuten bereit ist.“

„Er bewegt sich, wenn ich es sage“, bellte Vance zurück.

Ich sagte kein Wort. Ich ließ keinen einzigen Stöhner über meine Lippen kommen. Stattdessen zählte ich.

*Eine Rechtskurve. Vierzig Schritte weiter. Eine schwere Eisentür. Zwei Linkskurven.*

Sie dachten, die Kapuze würde mich blind machen, aber das Überleben hatte mich gelehrt, ohne meine Augen zu sehen. Mit jedem Schritt, den ich machte, zeichnete ich mir die Fluchtroute in meinem Kopf auf. Ich nahm den starken Temperaturabfall wahr, den Geruch feuchter Erde und den entfernten Klang klassischer Violinenmusik und des Gelächters der Oberschicht, der durch die dicken Steinmauern drang. Die Elite genoss ihren Wein, während ich zum Schafott geführt wurde.

Vor mir quietschte eine schwere Eichentür auf. Die Wachen stießen mich mit einem brutalen Ruck nach vorne. Meine Knie schlugen hart auf den Boden, ein stechender Schmerz schoss mir direkt die Oberschenkel hinauf.

Noch bevor ich mein Gleichgewicht wiederfinden konnte, packte eine Hand den Rand der Kapuze und riss sie mir vom Kopf.

Der plötzliche Lichtstrahl der hellen Gaslampen ließ meine Sicht verschwimmen. Ich blinzelte schnell und hielt den Kopf gesenkt. Ich zwang mich, eine gekrümmte Haltung einzunehmen, um so gebrochen und besiegt wie möglich zu wirken. Wenn sie wüssten, dass ich ein ausgebildeter Kämpfer war, würden sie mich fester fesseln.

„Schau dir dieses Chaos an“, seufzte eine Frauenstimme. Sie ging um mich herum, ihr teures Seidenkleid raschelte über die Dielen. „Er ist voller Schmutz. Warum bringst du sie immer her, als sähen sie aus wie wilde Tiere?“

„Er ist nur eine Ersatzsicherheit, Madame Lisa“, antwortete Vance, während seine Stiefel klackerten, als er zum Ausgang ging. „Der ursprüngliche Schuldner ist heute Morgen geflohen. Dieser hier wurde vom alten Anwesen seines Onkels abgeholt. Zieh ihm einfach etwas an. Niemand interessiert sich dafür, wie ein Möbelstück aussieht, bevor die Auktion beginnt.“

„Möbel müssen trotzdem sauber aussehen, um einen guten Preis zu erzielen“, schnauzte sie.

Die Tür schlug zu und ließ mich allein mit drei Begleitern in der Vorbereitungskammer zurück. Der Raum roch nach teurem Lavendelparfüm, teurem Puder und billiger Grausamkeit.

„Holt das Seidenhemd“, befahl die Frau mit völlig distanzierter Stimme. „Das blaue mit der Spitzenborte. Das lässt die Blassen verzweifelter aussehen.“

„Sollen wir stattdessen die Samthose nehmen?“, fragte ein jüngerer männlicher Aufseher und hob eine dunkle Hose von einem Kleiderständer. „Die reichen Lords mögen den Kontrast. Das lässt sie teuer aussehen, selbst wenn sie nur Müll sind.“

„Seide verkauft sich heute Abend besser“, argumentierte die Frau und warf ein Paar Schuhe direkt vor mein Gesicht auf den Boden. „Außerdem wird sich niemand beschweren, wenn ein Ersatzobjekt auf der Bühne schreit. Das trägt zur Dramatik bei. Die Käufer lieben ein bisschen Widerstand, bevor sie ihr Gold hinblättern.“

Ich starrte auf die Lederschuhe, meinen Kiefer so fest zusammengebissen, dass mir die Zähne schmerzten. Ich hielt den Mund. *Sprich nicht. Sag ihnen nicht, wer du bist.*

Wenn ich meinen wahren Namen nannte, wenn ich ihnen sagte, dass ich Albert Crone war, der verborgene königliche Erbe von Valovrik, würde ich nicht nur versteigert werden. Ich wäre tot, bevor die Sonne aufging. Mein Onkel war tot, der Thron unbewacht, und die Leute, die diesen Untergrundmarkt betrieben, würden mir gerne die Kehle durchschneiden, um den falschen Herrschern im Palast zu gefallen. Schweigen war mein einziger Schutzschild.

Hinter den dünnen Vorhängen der Umkleidekabine drangen die Stimmen der früh eingetroffenen Adligen herein. Sie unterhielten sich, ohne auch nur die geringste Ahnung von dem Jungen zu haben, der nur wenige Meter entfernt den Atem anhielt.

„Hast du schon von Lord Vances neuer Kollektion gehört?“, lachte eine wohlhabende Frau. „Er hat diesen Monat drei Kaufmannsfamilien ausgenommen. Die verschuldeten Familien werden langsam unglaublich verzweifelt.“

„Gut“, antwortete eine Männerstimme, gefolgt vom Klirren von Weingläsern. „Verzweiflung macht den Markt spannend. Ich hoffe, die Auktion wird heute Abend blutig.“

„Machst du dir keine Sorgen wegen der Wachen draußen?“, fragte die Frau, obwohl ihre Stimme völlig amüsiert klang. „Was, wenn der Palast tatsächlich beschließt, diese Auktionen zu untersuchen?“

Der Mann stieß ein lautes, spöttisches Lachen aus. „Die Krone wird niemals eingreifen, meine Liebe. Die Hälfte der Palastfürsten sitzt gerade in der ersten Reihe. Der König drückt ein Auge zu, solange seine Taschen voll bleiben.“

Zu hören, wie sie über mein Königreich sprachen, als wäre es ein Spielplatz für Monster, brachte mein Blut zum Kochen. Ich hielt meinen Blick auf den Boden geheftet und prägte mir ihre Stimmen ein.

„Steh auf“, befahl die weibliche Begleiterin und packte mich an der Schulter, um mich hochzuziehen.

Ich zwang meine Muskeln, schlaff zu werden, und ließ mich von ihr wie einen schweren Sack Getreide auf die Beine ziehen. Der männliche Begleiter trat vor und streckte die Hände aus, um die raue Leinentunika aufzuknöpfen, die ich trug.

In dem Moment, als seine Finger den Stoff berührten, riss er ihn weit auf und entblößte meine Brust und meine Schultern.

Im Raum wurde es augenblicklich totenstill.

Das Rascheln der Kleidung verstummte. Das schwere Atmen der Begleiter verstummte gänzlich.

„Oh mein Gott“, flüsterte das jüngere Mädchen in der Ecke und riss die Augen auf.

Der männliche Begleiter taumelte einen Schritt zurück, den Mund offen. „Er ist … er ist ein Mann.“

Die Frau, Madame Lisa, trat näher, ihre Augen wanderten über meine breiten Schultern, die definierten Linien meiner Brust und die schlanken Muskeln meiner Arme. Ihre vorherige Langeweile verschwand und wich einem Ausdruck purer, ungefilterter Gier.

„Schau dir seine Kinnlinie an“, murmelte der männliche Begleiter, während seine Hände leicht zitterten, als er auf mich zeigte. „Schau dir diese blauen Augen an. Er ist kein gewöhnlicher Schuldsklave. Vance hat uns gesagt, er sei nur eine Statistenrolle.“

„Vance ist ein Narr“, flüsterte Madame Lisa, während sich ein finsteres Lächeln auf ihrem Gesicht ausbreitete. „Ein männlicher Pfand mit einem solchen Körperbau? Die Käufer werden völlig ausflippen. Die reichen Lords werden sich um einen solchen Preis die Kehlen durchschneiden.“

Das jüngere Mädchen lachte nervös. „Wir können ihm nicht das übliche blaue Seidenhemd anziehen. Er wird lächerlich aussehen.“

„Vergiss das blaue Seidenhemd“, befahl Madame Lisa schnell, wobei ihre Stimme scharf und hektisch klang. „Hol das weiße Maßhemd. Lass die oberen drei Knöpfe offen. Wir müssen dafür sorgen, dass jeder in diesem Saal genau sieht, was er da kauft.“

Sie wandte sich dem jungen Mann zu und schob ihn zur Seitentür. „Los! Lauf sofort zum Hauptbüro und informiere den Auktionsleiter. Sag ihm, wir haben einen erstklassigen männlichen Ersatz für den Hauptplatz. Beeil dich!“

Der Junge nickte schnell und sprintete aus dem Raum, wobei er die Tür hinter sich zuschlug.

Ich stand regungslos da, während die beiden verbliebenen Frauen nun völlig verzweifelt begannen, die Kleiderständer zu durchwühlen. Sie schnappten sich Pinsel, teure Öle und edle Kleider und behandelten mich mit einer plötzlichen, erschreckenden Ehrfurcht.

In diesem Moment wurde mir klar, dass meine Andersartigkeit mich nicht vor diesem Albtraum retten würde. Sie würde sie nicht dazu bringen, Mitleid mit mir zu haben. Sie würde nur meinen Preis in die Höhe treiben. Ich war nicht mehr nur eine gewöhnliche Gefangene; ich war der Hauptakt.

„Behalte einen klaren Kopf“, befahl Madame Lisa und sprühte mir einen scharfen Duft auf den Nacken. „Du wirst uns sehr, sehr reich machen.“

Innerhalb weniger Minuten flog die Tür erneut auf. Zwei massige Wachen in goldverzierten Uniformen traten ein und trugen ein schweres Set aus polierten Silberketten. Sie sprachen kein Wort. Sie schubsten mich auf eine große rollende Plattform im hinteren Teil des Raums.

In der Mitte der Plattform stand ein massiver Zylinder aus dickem, verstärktem Glas.

„Rein mit dir“, knurrte die Wache und schob mich in das kalte Gehäuse.

Sie fesselten meine silbernen Handschellen an den Metallring am Boden des Glaskäfigs. Ich wurde auf die Knie gezwungen, meine Brust lag frei, mein blonder Undercut war feucht von den Ölen, die sie über mich gegossen hatten. Das Glas fühlte sich eiskalt an meinem Rücken an.

„Es ist Zeit“, rief eine Stimme aus dem Schatten.

Die schweren Samtvorhänge direkt vor meinem Käfig begannen sich zu bewegen. Die gedämpften Klänge der Musik explodierten in einem ohrenbetäubenden Getöse aus schreienden Stimmen, jubelnden Adligen und dem Klirren von Goldmünzen.

Die Plattform ruckte nach vorne und rollte sanft die Holzschienen hinunter.

Der Vorhang öffnete sich vollständig. Das blendende Licht von hundert Kristallkronleuchtern traf mein Gesicht, und der riesige Auktionssaal brach in Raserei aus, als mein Glaskäfig direkt ins grelle Licht gerollt wurde.

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