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Das Gewicht des Rings

작가: Lanle writes
last update 게시일: 2026-06-23 08:39:32

Das Papier fühlte sich eiskalt unter meinen Fingerspitzen an. Ich starrte auf die Worte, die auf die Rückseite meines Familienfotos geschrieben standen. Die Handschrift war scharf und fremd, eine grausame Erinnerung daran, dass uns jemand schon lange vor dem Brand beobachtet hatte.

„Was ist das?“, fragte ich, meine Stimme kaum lauter als das Brummen des SUV-Motors. Damian wandte den Blick nicht vom Fenster ab. Das Licht der Straßenlaternen huschte über sein Gesicht und betonte die harte Linie seines Kiefers und das dunkle Blut, das sein Hemd durchtränkt hatte. „Ich habe es am Morgen nach dem Brand der Kirche in meinem Auto gefunden. Jemand wollte mich wissen lassen, dass unsere Ehe inszeniert war. Sie wollten mich glauben lassen, dass deine Familie dich benutzt hat, um mir nahe genug zu kommen, um mich zu zerstören.“

„Und du hast ihnen geglaubt“, sagte ich, und ein bitterer Unterton lag in meiner Stimme. Das war das Feuer, das meinen Hass fünf Jahre lang geschürt hatte. Der Glaube, dass er sich wegen Mafia-Politik gegen mich gewandt hatte.

„Die Nachricht war mir egal, Aria“, sagte Damian leise und drehte den Kopf zu mir. Seine Augen spiegelten eine tiefe, erschöpfende Traurigkeit wider. „Mir war nur wichtig, dass du weg warst. Als ich begriff, dass der Zettel nur ein Ablenkungsmanöver war, um mich von der Suche nach deiner Leiche abzuhalten, war die Spur völlig erloschen.“

Jaxon lenkte den Wagen auf dem Beifahrersitz um eine enge Kurve, sein Blick huschte zum Rückspiegel. „Wir haben ein Problem. Zwei schwarze Limousinen sind gerade hinter uns auf die Autobahn abgebogen. Sie haben keine Kennzeichen und fahren zu schnell, um Stammgäste zu sein.“

„Adrians Männer“, murmelte ich, und meine Hände griffen wie von selbst nach der Ersatzwaffe, die unter dem Beifahrersitz versteckt war. Mein innerer Kampf überkam mich wie eine Welle. Fünf Jahre lang hatte ich Damian töten wollen, um meinen Bruder zu rächen. Jetzt lebte mein Bruder, versuchte mich umzubringen, und der Mann, den ich hasste, war der Einzige, der meinetwegen blutete.

„Sie werden nicht aufhören, bis sie fertig sind“, sagte Damian und beugte sich vor, obwohl ihm ein Schmerzenslaut entfuhr. „Lucien kennt all meine Verstecke. Wir können keines meiner Anwesen betreten.“

„Wir gehen nicht zu deinem“, rief Jaxon über die Schulter. „Wir fahren zum Lagerhaus in der Nähe der Docks. Das Gebiet des Phantoms. Niemand kennt diesen Ort.“

Die Verfolgungsjagd wurde lauter. Das Geräusch einer Kugel, die unsere Heckscheibe zersplitterte, ließ mich in Deckung gehen; Glassplitter spritzten auf die Ledersitze. Damian warf sich wieder über mich und schützte meinen Kopf mit seinen Armen. Ich hasste es, wie natürlich es sich anfühlte, von ihm beschützt zu werden. Ich hasste es, dass mein Körper seine Berührung immer noch als sicheren Hafen in Erinnerung hatte.

Jaxon trat voll auf die Bremse und lenkte den schweren SUV in ein dunkles, verlassenes Industriegelände. Er schaltete die Scheinwerfer aus und ließ sich von der Wucht direkt durch die verrosteten Tore eines alten Lagerhauses tragen. Sobald wir drinnen waren, drückte Jaxon einen Knopf auf seiner Fernbedienung, und die schweren Metalltüren fuhren herunter und schlossen uns in absoluter Dunkelheit ein.

Draußen donnerten die beiden nachfolgenden Limousinen am Gebäude vorbei, ihre Motoren verhallten in der Ferne.

Die Stille in der Lagerhalle war ohrenbetäubend. Das einzige Geräusch war unser schweres Atmen und das Ticken des abkühlenden Motors.

„Wir sind vorerst in Sicherheit“, hauchte Jaxon, öffnete seine Tür und trat ins schwache Licht der Notbeleuchtung. „Aber wir müssen deine Schulter versorgen, bevor du hier verblutest, Don Moretti.“

Ich stieg aus dem Wagen, meine Stiefel knallten auf den Beton. Damian folgte mir, seine Bewegungen langsam und schwerfällig. Er lehnte sich an die Seite des Geländewagens, sein Gesicht bleich vom Blutverlust, doch sein Blick blieb fest auf mich gerichtet.

„Warum hast du mir nicht gesagt, dass du noch lebst?“, flüsterte er mit leicht zitternder Stimme. „Wenn du wusstest, dass ich nach dir suche, warum hast du dich versteckt gehalten?“

„Weil ich dachte, du hättest abgedrückt, Damian!“, schrie ich, die Wut brach endlich aus meiner professionellen Fassade hervor. „Ich wachte in einer Klinik jenseits der Grenze auf, mit Verbrennungen dritten Grades und meiner toten Familie. Alles deutete auf das Siegel der Familie Moretti hin. Was sollte ich nur denken?“

Damian antwortete nicht. Mit seiner unverletzten Hand griff er in die Tasche und zog einen kleinen Samtbeutel hervor. Er löste den Verschluss und schüttete den Inhalt in seine Handfläche.

Ein schwerer Goldring mit einem schwarzen Diamanten glitt heraus. Mein Ehering. Der, den er mir Stunden vor dem Weltuntergang an den Finger gesteckt hatte.

„Ich habe ihn in der Asche gefunden“, sagte Damian und hielt ihn mir entgegen. „Ich habe ihn behalten, weil er das Einzige war, was mir von dir geblieben war. Ich habe den Mord nicht in Auftrag gegeben, Aria. Ich wurde von denselben Leuten reingelegt, die jetzt deinen Bruder verfolgen.“

Bevor ich das Metall berühren konnte, hallte ein langsamer, rhythmischer Applaus von den Laufstegen hoch über uns wider.

Die Notlichter flackerten und wechselten von einem sanften Gelb zu einem tiefen, warnenden Rot.

Eine Gestalt trat aus dem Schatten des oberen Geländers hervor und blickte mit absoluter Autorität auf uns herab. Es war ein älterer Mann mit silbernem Haar und kerzengerader Haltung, der einen Mantel trug, der mehr kostete als das gesamte Lagerhaus.Es war Lawrence Cole. Der legendäre Anführer des Schattenrats, ein Mann, der eigentlich nur ein Mythos war, mit dem man einfache Soldaten einschüchterte.

„Ein schönes Wiedersehen“, sagte Lawrence, seine Stimme hallte durch den weiten Raum. „Aber ich fürchte, der Ring gehört keinem von euch mehr. Er gehört dem Rat, der eure kleine Tragödie finanziert hat.“

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