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Kapitel 3

Author: Mikki b
last update publish date: 2026-07-11 04:38:37

Miriam Sicht

„Hast du das schon immer gehabt?“, fragte ich und nickte in Richtung des Muttermals.

„Gefällt es dir?“ Seine Stimme klang langsam und vertraut, was mir einen Schauer über den Rücken jagte. Er lehnte sich vor. „Warum findest du es nicht heraus?“

Mein Blut gefror.

Ich griff nach einem der Gläser vom Sechser-Tablett, das er bei sich trug, und stürzte es ohne nachzudenken hinunter. Sekunden später brannte der Alkohol in meiner Kehle, warm und heftig. Er beobachtete mich aufmerksam, als ich das leere Glas abstellte.

„Was?“, herrschte ich ihn an, unfähig, seinem Blick länger standzuhalten.

„Du hast noch zwei weitere“, sagte er und lächelte, als wüsste er bereits, wie das hier enden würde.

Mein Kopf pochte leicht, erste Anzeichen eines Katers machten sich bemerkbar. Doch wenn Alkohol die Gedanken an Henry verstummen ließ – an die unbeantworteten Anrufe, die unaufhörlichen Nachrichten, seit ich sein Büro verlassen hatte –, dann nahm ich das in Kauf.

Nach den Shots wirkte der Raum sanfter. Ich ertappte mich dabei, wie ich zu leicht lachte und mich von dem Fremden in seine Pläne einweihen ließ, als wären wir alte Freunde. Irgendwann nahm er meine Hand vom Tisch und hielt sie fest; seine Augen fixierten erneut meine.

„Also“, fragte er, „wie heißt du?“

Hitze schoss durch mich, scharf und plötzlich, und entflammte jeden Nerv. Als die Finger des Fremden eine lose Haarsträhne aus meinem Gesicht strichen, löste das einen langsamen Impuls des Verlangens aus, der mein Gleichgewicht erschütterte.

Der Alkohol gab mir Mut, oder vielleicht nahm er mir einfach nur die Hemmungen. Ich lehnte mich vor, bis unsere Gesichter nur noch Zentimeter voneinander entfernt waren.

„Warum findest du es nicht selbst heraus?“, murmelte ich, biss mir auf die Unterlippe und wiederholte seine Worte von vorhin.

Etwas veränderte sich in ihm. Sein Atem wurde tiefer, sein Blick verdunkelte sich vor Verlangen. Ich sah nicht weg. Ich wollte ihn. Ich wollte seinen Mund spüren, ihn schmecken, alles andere vergessen.

Er küsste mich ohne Vorwarnung, heiß und alles verzehrend. Die Welt verschwand. Mein Körper reagierte sofort, begierig, und ich leistete keinen Widerstand. Ich vergrub meine Finger in seinem Haar, zog ihn näher zu mir, ohne mich darum zu scheren, wer uns sehen könnte.

Er warf Geld auf die Bar, nahm meine Hand und führte mich durch die Menge zu einem Seitenausgang.

Die Fahrt im Aufzug war nur ein verschwommener Moment aus kalten Wänden und heißen Küssen; sein Hunger entsprach meinem eigenen. Seine Hände wanderten umher, hoben mein kurzes Kleid, schoben meine Unterwäsche beiseite, während sein Atem über meine Haut strich und mich nach Luft schnappen ließ.

„Oh, verdammt“, schrie ich auf, als er auf die Knie sank und seinen Mund unerbittlich an meine Mitte presste. Meine Beine wurden schwach, als er mich verschlang und zitternd und atemlos zurückließ.

Als sich die Aufzugtüren öffneten, erwartete ich einen Flur. Stattdessen stand eine weitläufige Luxussuite vor uns, zu prunkvoll, zu unwirklich. Der Fremde zögerte nicht, hob mich hoch und legte mich auf das riesige Bett. Die Laken waren unglaublich weich.

Er streifte seine Jacke und sein Hemd ab und enthüllte einen Körper, der wie gemeißelt wirkte, was mein Verlangen nach ihm noch steigerte. Er küsste meinen Hals, und ein Stöhnen entwich mir.

„Ich hab dir doch gesagt, dass ich dir ein gutes Gefühl geben würde“, murmelte er.

„Ja“, hauchte ich, bereits völlig verloren.

„Wie sehr willst du mich?“

„So sehr“, gab ich zu, „zitterte meine Stimme, als seine Finger zwischen meine Oberschenkel glitten.“

„Hm?“, drängte er und schob zwei Finger in mich hinein. Mein Körper bog sich durch, als ein Keuchen von meinen Lippen riss.

„Ja, bitte“, rief ich, als er sich mit Bestimmtheit bewegte und mich höher trieb. Er befreite sich aus seiner Hose, und als ich ihn hart und dick sah, stockte mir der Atem.

Er drehte mich um, öffnete den Reißverschluss meines Kleides und es glitt herab. Mein BH folgte, und seine Hände umschlossen meine Brüste, drückten sie, bevor sein Mund sie in Besitz nahm. Ich hatte kaum Zeit, mich zu erholen, bevor er in mich eindrang und mich ausfüllte.

Ich schrie auf, unfähig, es zu verhindern.

„Gott, du bist so feucht“, stöhnte er und stieß tiefer, härter zu. Mein Körper zitterte, gefangen zwischen Schmerz und Lust.

„Ich… oh… ich komme“, keuchte ich, während sich Hitze in meinem Inneren zusammenzog.

„Noch nicht“, sagte er atemlos und beschleunigte sein Tempo. Der Raum füllte sich mit feuchten Geräuschen und verschlungenen Stöhnlauten, und das Bett bebte unter uns. Seine Muskeln spannten sich an, und mit einem letzten, tiefen Stoß brachen wir zusammen.

Er sank neben mir zusammen, wir beide atmeten schwer.

Das sollte sich eigentlich nicht so gut anfühlen. Ich starrte an die Decke, dann auf den Fremden, dessen Namen ich immer noch nicht kannte, und schob die Intensität auf den Alkohol und das Bedürfnis, dem Tag zu entkommen, den ich hinter mir hatte.

Mein Telefon klingelte.

Vorsichtig glitt ich aus dem Bett, mein Körper schmerzte und war wackelig, und griff danach, ohne ihn zu wecken.

Die Nachrichten ließen mich erstarren.

{Hoffe, du hast die Nacht mit diesem heißen Mann genossen, Schwester.}

Eine weitere folgte, bevor ich überhaupt atmen konnte.

Und du bist wieder zu Hause? Vater muss dich wirklich lieben, um dich in seinem Testament zu belassen.}

Die Wärme wich mit einem Mal aus meinem Körper. Die Texte – das Timing war kein Zufall; jemand hatte mich beobachtet.

Ich war das einzige Kind meiner Eltern, die alleinige Trägerin ihrer Hoffnungen und ihres Erbes. Also, was meinte sie mit „Schwester“?

Das Wort schwebte auf dem Bildschirm, nadelspitz, aufdringlich, unmöglich zu ignorieren.

Ich tippte hastig eine Antwort, meine Finger zitterten leicht.

{Wer ist das?}

Die Nachricht blieb hängen, in einer angespannten Pause, bevor darunter ein roter Hinweis aufblinkte.

NICHT ZUGESTELLT.

Ich runzelte die Stirn, mein Herzschlag beschleunigte sich, und ich versuchte es erneut. Meine Handflächen schwitzten.

Hör auf, Spielchen zu spielen.}

Doch die Nachricht konnte erneut nicht gesendet werden.

Mein Puls raste, Frustration stieg in meiner Brust auf. Ich tippte die Nummer ein und drückte auf Anruf.

Die Leitung klingelte nicht; sie trennte sofort die Verbindung. Eine kalte, mechanische Stimme ersetzte sie:

„Die Nummer, die Sie erreichen möchten, ist nicht erreichbar.“

Nicht verfügbar?

Nicht besetzt. Nicht ausgeschaltet.

Einfach nicht verfügbar.

Eine schaurige Erkenntnis dämmerte mir: Das war keine echte Nummer.

Es musste eine maskierte, gefälschte ausgehende Leitung sein, eine nicht zurückverfolgbare Geisterleitung, die Nachrichten senden, aber niemals empfangen konnte.

Wer auch immer sie war, sie hatte niemals beabsichtigt, dass ich antworten würde.

Eine weitere Nachricht erschien:

Du solltest vorsichtiger sein, liebe Schwester. Aufzüge haben Kameras.

Meine Kehle schnürte sich zu.

Nichts davon war zufällig; es war gezielte Kontrolle. Wer auch immer mich beobachtet hatte, stellte sicher, dass ich wusste, wie machtlos ich war.

Die Wände fühlten sich plötzlich enger an, als würden sie auf mich eindrücken.

„Vibrieren!“

Die Vibration jagte durch meine bereits überreizten Nerven. Das Telefon zitterte in meiner Hand, als das Geräusch die Stille zerschnitt. Für eine Sekunde dachte ich, die Geisternummer würde zurückrufen.

Es war Henry.

Erleichterung flackerte auf, kurz und flüchtig… bevor Wut über mich hereinbrach.

Ich nahm ab, bevor ich es mir anders überlegen konnte.

„Du weißt nicht, wann du aufhören musst, oder?“, zischte ich. meine Stimme war leise, um den Fremden, der in der Nähe schlief, nicht zu wecken.

„Ich werde dich finden, Miriam.“ Henrys Stimme war kälter als alles, was ich je gehört hatte. „Du kannst vor mir nicht weglaufen. Du gehörst mir. Und wenn ich dich nicht haben kann, wird es niemand haben.“

Die Leitung war tot.

Stille kehrte zurück.

Ich hatte Henry schon wütend erlebt, besitzergreifend, manipulativ, aber noch nie so.

Ich starrte durch die riesige Suite und mir wurde plötzlich bewusst, wie groß sie war.

Mein Herz hämmerte, als sich ein schauriger Gedanke festsetzte: Jemand könnte mich beobachten. Angst ergriff mich, als ich zurück ins Bett kroch und zitternd unter der Decke lag. Der Alkohol betäubte meine Sinne, und ich driftete bald in einen unruhigen Schlaf.

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