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Der Meridian-Anbau

Penulis: Promise great
last update Tanggal publikasi: 2026-10-10 15:28:20

Kapitel 120

Der Meridian-Anbau

JONATHAN (Perspektive)

Catalina fuhr, als hätte sie ihr ganzes Leben lang nur auf die Erlaubnis dazu gewartet.

Sie nahm die Ausfahrt des Parkhauses mit einer Geschwindigkeit, für die die Schranke nicht ausgelegt war; der Schrankenbaum klapperte hinter uns hoch. Als wir die Hauptstraße erreichten, hatte sich der Sonntagsverkehr bereits auf Lieferwagen und ein paar frühe Jogger reduziert; sie schlängelte sich mit festem Griff am Lenkrad und zusammengebissenen Kiefer
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    Kapitel 121Das Geständnis des alten MannesJONATHAN (Perspektive)Ich setzte mich. Ich kann mich nicht daran erinnern, mich dazu entschlossen zu haben. Meine Beine ließen mich einfach auf eine umgedrehte Kiste neben der offenen Box sinken, und Vivienne ließ sich vor dem Sessel ihres Vaters auf die Knie auf dem Betonboden nieder; eine Hand hielt sie sich vor den Mund.„Du kannst nicht sprechen“, sagte sie. „Marcus hat gesagt, du könntest nicht sprechen.“Die flache, synthetische Stimme antwortete an seiner Stelle. *Marcus wurde das gesagt, was ich ihm sagen lassen wollte. Der Schlaganfall war echt. Das Schweigen war nützlich. Ein Mann, der nicht sprechen kann, ist ein Mann, vor dem sich niemand in Acht nimmt.*Sein gesundes Auge wanderte zu der Pflegerin hinter ihm, und sie nickte mir kurz und förmlich zu. Mir fiel auf, dass sie kein Namensschild trug.„Du hast die Nachrichten geschickt“, sagte ich. „Das Video. Die Aufnahme. Das Gästehaus.“Seine Finger bewegten sich über das Tablet.

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    Kapitel 120Der Meridian-AnbauJONATHAN (Perspektive)Catalina fuhr, als hätte sie ihr ganzes Leben lang nur auf die Erlaubnis dazu gewartet.Sie nahm die Ausfahrt des Parkhauses mit einer Geschwindigkeit, für die die Schranke nicht ausgelegt war; der Schrankenbaum klapperte hinter uns hoch. Als wir die Hauptstraße erreichten, hatte sich der Sonntagsverkehr bereits auf Lieferwagen und ein paar frühe Jogger reduziert; sie schlängelte sich mit festem Griff am Lenkrad und zusammengebissenen Kiefern hindurch.Ich saß auf dem Beifahrersitz, den Eisenschlüssel in der einen Tasche und Viviennes goldenen Schlüssel in der anderen. Vivienne saß hinten. Ich spürte ihre Anwesenheit dort, wie man einen Luftzug wahrnimmt – eine kalte, beständige Präsenz am Rande von allem. Die Taschenuhr lag tickend auf meinem Schoß, und jedes Mal, wenn ich auf sie hinunterblickte, befand sich der Sekundenzeiger genau dort, wo er sein sollte.„Sie ist zweiundzwanzig Jahre lang nicht gelaufen“, sagte ich, mehr zu mi

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    Kapitel 119. Zwei SchlüsselJONATHAN (Perspektive)Einen Moment lang wagte niemand im Raum zu atmen.Vivienne stand im Türrahmen, das Handy wie einen Dienstausweis erhoben, und mir wurde klar, dass sie mir gefolgt war. Nicht durch das Gebäude – für das sie keine Zutrittsberechtigung hatte –, sondern mithilfe der Standortfreigabe, die ich nie deaktiviert hatte. Natürlich. In diesem ganzen Desaster war ich derjenige gewesen, der jede Tür offen gelassen hatte.„Wie bist du hier heraufgekommen?“, fragte ich.„Ich habe dem Wachmann unten erzählt, mein Mann hätte seine Medikamente im Büro vergessen.“ Sie versuchte zu lächeln, doch es gelang ihr nicht recht. „Er erinnerte sich an mich von der Weihnachtsfeier. Er fragte nicht, warum ich weinte.“Catalina war einen halben Schritt vom Schreibtisch zurückgewichen. Ich sah, wie ihr Blick zu Viviennes linker Hand wanderte – auf den Diamanten –, um sich dann bewusst abzuwenden. Es war eine Art der Zurückhaltung, die Kraft kostete, und plötzlich s

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    Kapitel 118. Woran sich die Uhr erinnerteJONATHAN (Perspektive)Ich kannte die Nummer, noch bevor meine Augen sie zu Ende gelesen hatten. Sieben Ziffern und ein Buchstabe, eingeprägt in das Gehäuse einer Taschenuhr, die ich seit der Woche, in der mein Vater gestorben war, bei mir trug. Tausendmal war ich mit dem Daumen über diese Zeichen gefahren – in Sitzungssälen und auf Krankenhausfluren –, ohne mich je zu fragen, warum eine Uhr ein Autokennzeichen tragen sollte.„Das ist die Uhr meines Vaters“, sagte ich.Niemand rührte sich.„Es ist in die Innenseite des Deckels eingraviert. Ich bin immer davon ausgegangen, dass es sich um eine Seriennummer handelt.“ Ich legte das Foto vorsichtig auf den Couchtisch, als könnte es jeden Moment zerreißen. „Mein Vater hat mir einmal erzählt, sie stamme von seinem eigenen Vater. Dass sie einen *langen Weg mit ihm zurückgelegt* habe. Mehr hat er nie dazu gesagt.“Marcus starrte auf das Foto; seine Fassung war dahin, die Hände lagen flach auf seine

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    Kapitel 116Zwanzig JahreJONATHAN (Perspektive)Will wohnte im neunten Stock eines Glasgebäudes, das mir für ihn immer zu hell erschienen war. Er hatte es wegen der Aussicht ausgesucht, wie er mir einmal erzählt hatte – nur um dann zuzugeben, dass er die Jalousien nie öffnete.Der Portier erkannte mich und winkte uns durch, ohne oben anzurufen. Ich wusste nicht, ob das Glück war oder etwas anderes. Im Aufzug stand Catalina so nah bei mir, dass sich unsere Ärmel berührten, doch keiner von uns erwähnte es. Mein Handy lag in meiner Faust; auf dem Display leuchtete die letzte Nachricht.*Frag ihn, wer ihm das Handy gegeben hat.*Die Tür öffnete sich, noch bevor ich klopfen konnte.Will stand da, im Hemd vom Vortag, unrasiert, mit geröteten Augen. Er wirkte nicht überrascht. Er sah aus wie ein Mann, der schon seit Stunden auf der anderen Seite der Tür gestanden und auf den Aufzug gewartet hatte.Sein Blick wanderte von mir zu Catalina und zurück. „Du hast Begleitung mitgebracht.“„Sie ble

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    Kapitel 2Catalina„Das Essen ist fertig, Rodrigo“, sagte ich, meine Stimme durchdrang die Stille des Esszimmers.Ich stand am Kopfende des langen Mahagonitisches, meine Finger berührten sanft den Rand des makellosen Keramiktellers, den ich gerade zurechtgerückt hatte. Ich hatte alles genau so gede

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    Kapitel 3Catalina„Sie werden nicht schneller zurückkommen, Madam, wenn Sie auf und ab gehen.“Ich blieb stehen und sah Marco an, den Chef der Hauswache. „Ich kann nicht einfach auf dem Sofa sitzen, Marco. Was, wenn der Hinterhalt sie verfolgt hat? Was, wenn Rodrigo gerade mitten im Kreuzfeuer ste

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