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Kapitel 1
Catalina„Du musst sofort zum Anwesen kommen, Catalina. Sie lebt.“
„Was?“, platzte es aus mir heraus, bevor ich es verhindern konnte. Wer lebte?
„Deine Schwester, sie lebt.“
Die Stimme meines Vaters klang durch den Telefonlautsprecher so sanft wie seit drei Jahren nicht mehr. Er wartete nicht auf meine Antwort, sondern legte auf.
Ich saß auf dem Krankenhausparkplatz, die Testergebnisse zusammengefaltet in der linken Hand, die Finger wie erstarrt am Lenkrad. Zehn Minuten lang hatte ich das Papier nur in der Hand gehalten, noch nicht bereit, es zu öffnen – vielleicht, weil ich schon wusste, was darin stand. Jetzt war mir das Papier egal. Ich stopfte es in meine Tasche, drehte den Schlüssel um und fuhr zum Anwesen der Salazars, ohne groß darüber nachzudenken, worauf ich zusteuerte.
Die Fahrt dauerte zwanzig Minuten, kam mir aber wie zwanzig Sekunden vor. Als ich die schweren Eichentüren der Haupthalle aufstieß, war die Stille im Haus erdrückend. Ich betrat die Eingangshalle und blieb wie angewurzelt stehen.
Rodrigo stand in der Nähe der großen Treppe. Er hatte mir den Rücken zugewandt, doch ich kannte seine Schulterlinie genau. Seine Arme lagen fest um eine Frau, sein Gesicht tief in ihrem dunklen Haar vergraben. Er hielt sie mit einer verzweifelten, zärtlichen Zuneigung, die er mir nie zuvor gezeigt hatte, nicht einmal an dem Tag, als er mir den Ring an den Finger steckte.
Ich stand da und beobachtete ihn, und eine Erinnerung blitzte vor meinen Augen auf. Ich war zwölf Jahre alt und hatte mich hinter den Vorhängen im Arbeitszimmer meines Vaters versteckt, während Rodrigo in unseren Hof ging. Er war jünger gewesen, selbstbewusst und unerreichbar für mich. Meine ganze Jugend hatte ich heimlich in ihn verliebt verbracht und diese Schwärmerei wie ein heiliges Geheimnis gehütet, während er nur meine jüngere Schwester ansah.
„Valentina“, flüsterte ich.
Nur sie hörte mich. Sie drehte den Kopf leicht über seine Schulter und ihre Augen trafen meine. Sie waren tränenfrei. Stattdessen huschte ein kaltes, höhnisches Grinsen über ihr Gesicht, bevor sie es schnell an seiner Brust verbarg.
„Catalina“, sagte Rodrigo, und seine Stimme verlor augenblicklich jede Wärme, als er sich von ihr abwandte und mich ansah. „Du bist zurück.“
Ich sah meine Schwester an. Sie strahlte. Ihre Haut leuchtete, ihre Wangen waren voll, und sie trug ein makelloses Seidenkleid. Sie sah nicht aus wie jemand, der drei Jahre in einem dunklen Raum gefangen gewesen war oder um sein Leben gerannt war, nachdem ihr Auto von einer Bergstraße gestürzt war. Ich hatte schon Menschen gesehen, die schwere Zeiten überstanden hatten. Man sah es ihnen immer an.
„Wie ist das möglich?“, fragte ich mit zitternder Stimme, während ich näher in den Flur trat. „Die Polizei hat die Trümmer am Fuße der Bergstraße gefunden. Es gab keine Leiche. Der Fluss unten war tief, und sie nahmen an –“ Ich hielt inne und sah Rodrigo direkt an. Seine Augen verrieten eine stumme Warnung –
„Ich hatte Angst, Cat“, schluchzte Valentina und schob sich hinter Rodrigos breite Gestalt. „Ich musste mich verstecken. Es war der einzige Weg, mich vor den Leuten zu schützen, die mich angegriffen haben.“
„Das ergibt keinen Sinn“, sagte ich und sah meinem Mann direkt in die Augen, seinen finsteren Blick ignorierend. „Sieh sie dir an, Rodrigo. Sie hat nicht einen einzigen Kratzer. Sie sieht aus, als käme sie direkt aus einer Luxusboutique. Wir müssen die Ermittler rufen. Wir müssen die ganze Geschichte hören, bevor wir so tun, als wäre alles in Ordnung.“
„Das reicht, Catalina“, fuhr Rodrigo mich an und trat zwischen uns, um sie mir völlig vor den Augen zu verbergen. „Du hast kein Recht, sie zu verhören.“
„Ich bin deine Frau“, drängte ich, die Worte brannten mir im Hals, während ich versuchte, ihm die offensichtlichen Lügen vor Augen zu führen. „Wir sind es uns selbst schuldig, Fragen zu stellen. Niemand verschwindet einfach drei Jahre lang spurlos.“
Bevor ich den Satz beenden konnte, schnellte Rodrigos Hand zwischen uns hindurch.
Der Schlag hallte laut von den Marmorwänden wider. Er warf mich nicht zu Boden, aber er riss mein Gesicht zur Seite und brachte den ganzen Raum zum Schweigen. Die Wachen am Eingang senkten augenblicklich die Köpfe und wandten den Blick von dem Schaufenster ab.
„Vergiss deinen Platz in diesem Haus nicht“, sagte Rodrigo mit emotionsloser Stimme. „Du stehst nur hier und atmest dieselbe Luft wie ich, weil Valentina nicht da war, um sich zu holen, was ihr gehörte. Du warst nur ein vorübergehender Ersatz. Nicht mehr.“
Ich schluckte den metallischen Blutgeschmack in meinem Mund hinunter und nickte einmal. „Ich verstehe.“
„Geh nach oben“, befahl er kalt. „Bereite das Gästezimmer für sie vor. Sorg dafür, dass es bequem ist. Sie hatte eine lange Reise.“
Ich drehte mich um, ohne einen der beiden anzusehen, und stieg mit festen, bedächtigen Schritten die Treppe hinauf. Meine Wange brannte, aber der Schmerz in meiner Brust war viel schlimmer.
Als ich das Gästezimmer erreichte, entfernte ich die alte Bettwäsche und begann, die frischen, weißen Laken glatt über die Matratze zu ziehen. Meine Hände zitterten nicht. Mein ganzes Leben lang hatte ich Platz für Valentina gemacht, mich zurückgezogen, wann immer sie etwas wollte.
Ich hielt kurz inne, zog den Arztbrief aus meiner Handtasche und las die Worte ein letztes Mal. Die Stimme des Arztes ertönte wieder: „Herzlichen Glückwunsch, Frau Salazar, Sie sind in der vierten Woche schwanger.“
Für einen kurzen, dummen Augenblick hatte ich mir vorgestellt, es ihm beim Abendessen zu erzählen. Ein Kind. Sein Kind. Vielleicht würde er mich dann endlich als mehr als nur eine Lückenfüllerin sehen. Vielleicht wäre das genug.
Ich faltete den Brief zusammen und verstaute ihn zusammen mit meinem letzten Funken Hoffnung. Es würde nicht reichen – ich würde niemals reichen.
Die Schlafzimmertür klickte hinter mir auf.
Valentina trat ein und schloss die Tür leise hinter sich. Das zerbrechliche, weinende Opfer aus dem Flur unten war spurlos verschwunden. Sie kam mit langsamen, selbstsicheren Schritten auf mich zu, ein selbstgefälliges Lächeln auf den Lippen.
„Wie geht es dir, Schwester?“, fragte Valentina und lehnte sich an den Bettpfosten. „Hat es dir Spaß gemacht, Familie zu spielen, während ich weg war?“
Ich sah sie nicht an. „Das Zimmer ist fertig. Ich gehe jetzt.“
Als ich an ihr vorbeigehen wollte, stürzte sich Valentina auf mich und packte meinen Oberarm. Ihre Fingernägel gruben sich tief in meine Haut und pressten mich gegen die Wand.
„Du dachtest wohl, du könntest mir mein Leben stehlen, nicht wahr?“, zischte sie, ihr Gesicht nur Zentimeter von meinem entfernt. „Du dachtest tatsächlich, du könntest mich ersetzen.“
„Ich habe dir nichts gestohlen“, sagte ich und versuchte, meinen Arm aus ihrem festen Griff zu befreien. „Die Familie hat mich drei Tage nach deinem Verschwinden zu dieser Ehe gezwungen. Ich habe nur versucht, die Scherben zusammenzuhalten.“
Valentina lachte auf, ein scharfes, hässliches Lachen, das den stillen Raum erfüllte. „Du hast alles zusammengehalten, indem du dich einem Mann hingegeben hast, der in dir nur einen Geist sieht? Du bist erbärmlich, Catalina.“
„Lass mich los, Valentina“, warnte ich leise und versuchte, meine Stimme ruhig zu halten, obwohl Panik in mir aufstieg. „Bitte fang nicht gleich am ersten Tag, an dem du zurück bist, Probleme an.“
„Oh, ich fange gar nichts an“, flüsterte Valentina und blickte zum Flur, während draußen das schwere Geräusch von Rodrigos Lederschuhen auf dem Parkettboden widerhallte. „Ich beende es nur.“
Mit einer fließenden, geübten Bewegung ließ sie meinen Arm los und warf sich mit einem scharfen, durchdringenden Schrei rückwärts auf den Parkettboden.
Die Tür flog im Nu auf.
Rodrigo stürmte ins Zimmer und musterte die Szene, bis sein Blick auf Valentina fiel, die zusammengekauert auf dem Boden lag und sich das Handgelenk hielt.
„Was ist passiert?“ Rodrigo durchquerte mit zwei gewaltigen Schritten den Raum und kniete neben ihr nieder.
„Bitte gib ihr nicht die Schuld, Rodrigo“, schluchzte Valentina und presste ihr Gesicht an seine Brust, als er sie hochhob. „Catalina ist nur aufgebracht. Sie hat jedes Recht, sich bedroht zu fühlen. Ich hätte nicht hierherkommen sollen. Das ist ihr Zuhause, nicht meins. Ich bin sicher, sie wollte mich nicht schubsen.“
Rodrigo riss den Kopf hoch. Er blickte über ihre Schulter, sein Blick fixierte mich mit tödlichem, brennendem Hass an der Wand.
„Sie ist gnädiger zu dir, als du es jemals verdienen wirst“, knurrte Rodrigo, seine Stimme bebte vor Abscheu. „Verschwinde aus meinem Blickfeld, bevor ich vergesse, wer dein Vater ist.“
Ich sah über seine Schulter zu meiner Schwester. Sie beobachtete mich mit ihren ruhigen Augen und ihrem kleinen, geduldigen Lächeln, ihre Wange an die Brust des Mannes gepresst, dem ich drei Jahre lang versucht hatte, meinen Wert zu beweisen.
Ich sagte kein Wort. Ich hielt den Rücken gerade und ging hinaus.
Als die schwere Holztür hinter mir zuschlug, hörte ich Rodrigos Stimme leiser werden, zu einem sanften Flüstern, das nur für sie bestimmt war.
„Das ist dein Zuhause, Valentina. Lass dir von niemandem etwas anderes einreden.“
Kapitel 114Das dritte BildJONATHAN (Perspektive)Ich las die Nachricht dreimal. Die Worte änderten sich nicht, und die Frau auf dem Foto ebenfalls nicht.Catalina stand auf der Stufe vor dem Gästehaus, eine Hand am Türgriff, das Gesicht der Kamera zugewandt – eingefangen in jenem Bruchteil einer Sekunde, bevor sie sich ganz umdrehte. Sie trug den grauen Mantel, der sonst über der Lehne ihres Bürostuhls hing. Ihr Haar war offen. Das Licht der Verandalampe warf einen zarten gelben Schimmer auf ihren Wangenknochen.Der Zeitstempel in der Ecke des Bildes zeigte 23:42 Uhr an.„Das ist unmöglich“, sagte ich.„Jonathan.“ Viviennes Stimme drang aus weiter Ferne an mein Ohr. „Wer ist das?“Ich antwortete nicht. Ich scrollte, um das Datum zu überprüfen. Vor neunzehn Tagen. Ich zählte rückwärts, und die Zahl schlug wie ein schwerer Brocken in mir ein: Das war die Woche des Hargrove-Abschlusses gewesen. Die Woche, in der ich kaum zu Hause gewesen war. Die Woche, in der Vivienne behauptet hatte,
Kapitel 113Die FrageJONATHAN (Perspektive)Ich hatte nicht geschlafen. Ich saß in meinem Büro im einundvierzigsten Stock, während die Lichter der Stadt hinter der Glasscheibe hingen – wie etwas, das ich gar nicht hätte ansehen dürfen –, und beobachtete, wie der Himmel von Schwarz in ein fahl-graues Zwielicht überging.Marcus war schon beim zweiten Klingeln rangegangen; daran erkannte ich, dass er bereits davon wusste. Er fragte nicht, ob es wahr war. Er verlangte den Link, dann den Account-Namen, und schließlich sagte er jenen Satz, den Anwälte äußern, wenn sie verhindern wollen, dass man sich in Panik verliert: „Gib mir Zeit bis morgen früh.“Um halb sechs war das Video von der Website verschwunden. Um sechs Uhr war es auf zwei anderen Seiten wieder aufgetaucht.Ich klappte den Laptop zu und beließ es dabei.Die Sonne war kaum aufgegangen, als ich in die Auffahrt einbog. Das Haus lag blass und still vor der Kulisse der Bäume; alle Fenster waren dunkel, bis auf eines im zweiten Stoc
Kapitel 112Der UploadJONATHAN (Perspektive)Ich weiß nicht, wie lange ich dort saß. Lange genug, damit der Mann auf dem Bildschirm seine Haltung veränderte. Lange genug, damit die Frau ihr Gesicht der Kamera zuwandte und für eine halbe Sekunde direkt in die Linse blickte.Sie wusste, dass sie da war.Das war der erste klare Gedanke, der sich durch den Alkohol bahnte, und er traf mich härter als das Bild selbst. Vivienne hatte die Kamera so angesehen, wie eine Frau etwas betrachtet, dem sie bereits zugestimmt hat. Kein Erschrecken, kein Zurückzucken. Nur ein langsamer Blick mit schweren Lidern, und dann neigte sich ihr Kopf wieder zurück.Ich drückte auf den Bildschirm. Das Video blieb bei ihrem Mund stehen.„Jonathan“, sagte Will leise.„Wie lange ist das schon online?“„Ich habe es vor etwa zwei Stunden gefunden.“ Er rieb sich das Kinn, und ich bemerkte, dass seine Hand nicht ruhig war. „Ich wusste nicht, ob ich es dir im Büro sagen sollte – oder überhaupt. Dann kamst du rein und s
Kapitel 111*JONATHAN (Sichtweise)Die Bar war genau die Art von Ort für Männer, die Lärm brauchten, aber keine Unterhaltung. Gedimmtes Licht, dunkles Holz, das stetige Wummern von Bässen, die sich nie ganz zu einem Lied formten, das man hätte benennen können. Ich hatte sie vorgeschlagen, ohne groß darüber nachzudenken – irgendwo zwischen Büro und Zuhause, ein Ort, der sich nach dieser Woche noch neutral anfühlte. In den ruhigeren Momenten tauchte immer wieder Catalinas Gesicht vor meinem geistigen Auge auf: wie sie mich angesehen hatte, bevor sie das Gebäude verließ, und die bewusste Distanz, die sie wahrte, auch wenn ihre Augen etwas ganz anderes verrieten. Ich drängte diesen Gedanken beiseite, so wie ich in letzter Zeit alles andere verdrängt hatte: Viviennes Nachthemd an der Tür, den Vorwurf wegen des Chauffeurs, die kalte Endgültigkeit, mit der ich ihr gesagt hatte, dass ich mit unserem Leben abgeschlossen hatte. Die Erinnerung an sie, wie sie zusammengerollt auf dem Boden gelege
Kapitel 110*Der Morgen zog sich in die Länge, wie es nur Krankenhausvormittage können – gemessen an den stillen Intervallen zwischen den Kontrollgängen des Pflegepersonals und dem langsamen Hellerwerden des Lichts auf dem Boden. Wir blieben länger im Zimmer, als irgendjemand von uns geplant hatte. Unser Großvater schien – trotz all seiner Beschwerden über das Essen und die endlosen Überwachungsmaßnahmen – zögerlich, diesen Moment zu beenden. Immer wieder fand er neue Gründe, uns bei sich zu behalten: eine Geschichte über den Sommer, den Susan und ich im Haus am See verbracht hatten, als wir noch jung genug waren, um zu glauben, das Wasser reiche bis ins Unendliche; eine gezielte Frage, ob ich Vivienne schon angemessen auf die Idee der Sonntagsessen vorbereitet hätte, sobald er wieder zu Hause wäre; das plötzliche Bestehen darauf, dass Susan die genaue Farbe der Nordlichter beschrieb, die sie zuletzt gesehen hatte.Susan ging auf seine Wünsche mit jener trockenen Geduld ein, die sie s
Kapitel 109*JONATHAN (Sichtweise)Ich wachte noch vor dem Wecker auf – so wie es manchmal geschah, wenn die vergangene Nacht etwas Unabgeschlossenes in meiner Brust hinterlassen hatte. Die Wohnung lag noch im Dunkeln, abgesehen von einem schmalen Streifen frühen Lichts am Rand der Vorhänge. Vivienne schlief auf der Seite; eine Hand lag locker in Gesichtsnähe, und das neue Armband war auf dem Laken zu sehen. Ich betrachtete sie einen Moment länger als nötig und schlüpfte dann aus dem Bett, ohne sie zu wecken. Man hatte mir im Krankenhaus gesagt, dass es am Vormittag genauere Informationen geben würde. Ich wollte dort sein, wenn die Tagschicht ihren Dienst antrat; ich wollte ihn mit eigenen Augen sehen, anstatt nur ein weiteres sachliches Telefonat zu führen.Ich zog mich leise an, hinterließ eine Notiz auf der Küchentheke für den Fall, dass sie vor meiner Rückkehr aufwachen würde, und fuhr durch Straßen, die noch den Frühschichtlern und Lieferwagen gehörten. Die Luft, die durch das of
Kapitel 5Catalina„Gehen Sie zurück und lassen Sie mich herein. Nur sie kann mich richtig verarzten.“„Boss, Ihr Vater hat uns strenge Anweisungen gegeben. Sie dürfen diesen Flügel nicht ohne Catalinas Erlaubnis betreten.“„Ich bin immer noch der Boss dieses Anwesens. Gehen Sie mir aus dem Weg, be
Kapitel 4Catalina„Catalina? Bitte öffne deine Augen. Sieh mich einfach an. Versuch, dich zu konzentrieren.“Ich öffnete die Augen. Das Erste, was ich sah, war eine blendend weiße Decke. Das gleichmäßige Piepen eines Herzmonitors hallte laut in dem kleinen Zimmer wider. Ich drehte den Kopf leicht
Kapitel 3Catalina„Sie werden nicht schneller zurückkommen, Madam, wenn Sie auf und ab gehen.“Ich blieb stehen und sah Marco an, den Chef der Hauswache. „Ich kann nicht einfach auf dem Sofa sitzen, Marco. Was, wenn der Hinterhalt sie verfolgt hat? Was, wenn Rodrigo gerade mitten im Kreuzfeuer ste
Kapitel 2Catalina„Das Essen ist fertig, Rodrigo“, sagte ich, meine Stimme durchdrang die Stille des Esszimmers.Ich stand am Kopfende des langen Mahagonitisches, meine Finger berührten sanft den Rand des makellosen Keramiktellers, den ich gerade zurechtgerückt hatte. Ich hatte alles genau so gede







