LOGINEINE NACHT OHNE ENDEElaras SichtAls Seraphine eilig die Hütte betrat, prasselte der Regen bereits so heftig auf das Dach, dass er meine Schreie beinahe übertönte. Der Sturm hatte sich weiter verstärkt. Der heulende Wind rüttelte an den Fenstern, als wollte er sie mitsamt ihren Rahmen aus den Wänden reißen.„Wie viel Zeit liegt zwischen den Wehen?“, fragte Seraphine und krempelte die Ärmel hoch, während sie auf mich zukam.„Ungefähr fünf Minuten!“, rief Maeve vom anderen Ende des Raumes. „Sie haben vor fast einer Stunde angefangen!“„Dann müssen wir sie ins Bett bringen. Schnell!“Zwei Frauen, deren Gesichter mir kaum bekannt waren, eilten an meine Seite. Jede ergriff einen meiner Arme und stützte einen Großteil meines Gewichts, während sie mich zu dem kleinen Zimmer am hinteren Ende der Hütte führten. Maeve hatte es in aller Eile vorbereitet, Decken ausgebreitet und sauberes Wasser in Reichweite gestellt.Wir hatten den Eingang kaum erreicht, als mich die nächste Wehe überrollte. E
DER RUF DES SILBERMONDESZevrak konnte unerwartete Unterbrechungen noch nie leiden. Besonders wenig Verständnis hatte er für jene, die genau wussten, welche Regeln in seinem Haus galten, und sich dennoch darüber hinwegsetzten. In seinem Büro herrschte Disziplin. Selbst dringende Angelegenheiten wurden ihm normalerweise mit dem nötigen Respekt vorgetragen.Doch manche Nachrichten duldeten keinen Aufschub.Die Bürotür wurde schwungvoll aufgerissen, und Draxen eilte herein, ohne anzuklopfen. Ihm war durchaus bewusst, dass er damit ein Risiko einging, aber die Nachricht, die er überbringen musste, war viel zu wichtig, um auch nur einen Augenblick zu verlieren.„Hast du deine Manieren völlig vergessen?“, fuhr Zevrak ihn mit scharfer Stimme an.Draxen senkte sofort den Kopf.„Verzeiht, Alpha. Ich hätte angeklopft, aber ich konnte es mir nicht leisten, draußen zu warten, bis Ihr mir die Erlaubnis zum Eintreten erteilt.“Zevrak musterte ihn schweigend. Seine Miene verriet nicht das Geringste
EINE UNERWARTETE GELEGENHEITDer Morgen hatte gerade erst begonnen, doch Ismerelles Geduld war bereits erschöpft.Seit mehreren Minuten hatte sie versucht, ihren Bruder zur Vernunft zu bringen, doch wie gewohnt war sie nur auf seine hartnäckige Weigerung gestoßen. Zevrak schien fest entschlossen zu sein, sich von der Außenwelt abzuschotten, und nichts, was sie sagte, schien seine Meinung ändern zu können.Schließlich stürmte sie aus seinem Büro und schüttelte frustriert den Kopf.„Unglaublich! Das nimmt langsam völlig absurde Ausmaße an!“, rief sie aus.Velmira, die gerade auf dem Weg zur Küche war, blieb stehen, als sie den Ausbruch ihrer Tochter hörte. Sie hielt sich mit dem Handrücken die Hand vor den Mund, um ein Gähnen zu unterdrücken, und wandte sich dann zu ihr um.„Was ist denn jetzt schon wieder passiert? Es ist kaum Morgen, und du schreist bereits herum.“Ismerelle stieß genervt die Luft aus.„Er hat schon wieder eine Einladung abgelehnt!“Velmira hob eine Augenbraue.„Und d
DER SCHATTEN SEINER VERGANGENHEITEin stechender Schmerz durchfuhr Ismerelles Kehle, als Zevrak seinen Griff weiter verstärkte.„Lass ... mich los, du Bastard!“, brachte sie mühsam hervor. Ihre Stimme war von Hass erfüllt.Sie umklammerte sein Handgelenk und versuchte verzweifelt, seinen Griff zu lockern, doch er bewegte sich kaum. Panik und Wut tobten gleichzeitig in ihr. Als ihre Versuche, sich zu befreien, scheiterten, fuhr sie ihre Krallen aus und zog sie quer über seinen Arm.Erst der scharfe Schmerz brachte ihn dazu, seinen Griff etwas zu lockern.Ismerelle nutzte die Gelegenheit und versuchte, sich aus seiner Reichweite zu befreien. Doch sie hatte kaum einen Schritt gemacht, als Zevrak sie erneut packte.Seine Hand schloss sich fest um ihre Kehle, und mit einer brutalen Bewegung schleuderte er sie gegen die Wand zurück.Sie öffnete den Mund, bereit, ihn erneut zu beschimpfen, doch die Worte blieben ihr im Hals stecken. Ein einziger Blick auf sein Gesicht genügte, um sie ihre En
Der Wald war ungewöhnlich still geworden.Selbst die Vögel schienen ihren gewohnten Gesang eingestellt zu haben. Nur gelegentlich raschelten die Blätter, und in der Ferne waren die knackenden Äste unter hastigen Schritten zu hören.Zarethia stand in einiger Entfernung vom Spielplatz und richtete ihren Blick auf die dichten Bäume vor sich. Irgendetwas an dieser Atmosphäre beunruhigte sie. Sie konnte nicht erklären, woran es lag, doch seit einer Weile breitete sich ein unangenehmes Gefühl in ihr aus.Dann hörte sie es.Einen angstvollen Schrei.Ruckartig wandte sie den Kopf in Richtung des Geräusches und entdeckte einen jungen Wolf, der hinter den Spielgeräten hervorstolperte. Er sah völlig verängstigt aus und rannte mit seinen kurzen Beinen so schnell er konnte. Hinter ihm tauchte eine dunkle Gestalt zwischen den Bäumen auf.Ein Rogue.Als Zarethia sah, wie das Wesen auf das Kind zustürmte, blieb ihr beinahe das Herz stehen.„Nein!“Sie handelte, noch bevor sie überhaupt darüber nachde
KAPITEL 2„Warte mal. Hat er die Einladung tatsächlich abgelehnt?“Ismerelle starrte ihrem Bruder hinterher und konnte kaum glauben, dass er die Einladung so einfach ausgeschlagen hatte.Neben ihr stieß Velmira einen erschöpften Seufzer aus. Sie hatte mit dieser Reaktion gerechnet, obwohl ein kleiner Teil von ihr gehofft hatte, Zevrak würde sich endlich einmal anders verhalten.„Offenbar habe ich mich geirrt, als ich dachte, dass es ihm langsam besser geht“, murmelte sie und blickte in die Richtung, in der ihr Sohn verschwunden war. „Ich dachte, er würde endlich anfangen, alles hinter sich zu lassen, was geschehen ist. Aber vielleicht habe ich mir das auch nur eingeredet.“Keine der beiden Frauen sagte noch etwas.Es hatte wenig Sinn, über Zevraks Sturheit zu diskutieren, wenn sie beide wussten, wie schwierig es war, seine Meinung zu ändern, sobald er einmal eine Entscheidung getroffen hatte.⸻Das kleine Mädchen taumelte rückwärts, bis ihre Schultern gegen die kalte Wand stießen.Es
Virelle POVMeine Mutter! … Es gibt keinen Ort, an den ich gehen könnte, um ihren Erinnerungen zu entkommen. Nicht einmal Goldencrest.Mein Herz zieht sich zusammen, als er sie erwähnt. Als sie Alpha war, lernte sie meinen Vater kennen. Bevor sie alles für mich riskierte. „Sie ist seit sieben Jah
Virelle POV:Mein Herz hämmert gegen meine Rippen, als das Mädchen ins Zimmer rauscht, ihre grünen Augen funkeln vor Energie, die mit der Kälte in der Luft kollidiert.„Komm schon“, sagt sie und schnippt mit dem Handgelenk. „Lass uns dich herrichten, bevor das Frühstück serviert wird. "Niemand nimm
Virelle POV„Lass mich los!“ schreie ich und wehre mich gegen seinen eisernen Griff, während er mich aus dem Auto zerrt.Das Auto hat endlich angehalten und wir befinden uns irgendwo, das ich definitiv nicht kenne. Ich war noch nie außerhalb der Rudel Mauern, also könnte ich für alles, was ich weiß
Virelle POV„Er kann sich nicht mit den Paaren. "Nicht mit meinem einzigen Jungen!"“ Seraphine, die Mutter meines Gefährten Zephyrion, faucht, ihre braunen Augen funkeln vor Abscheu, während sie seinen Arm aus meinem Griff reißt.Wir stehen auf der Lichtung nicht weit vom Rudel Haus entfernt, wo di







