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Kapitel 2

مؤلف: Chloe Laurent
Rosalies Perspektive

Ich konnte mich nicht rühren. Wie erstarrt stand ich im Kücheneingang und starrte Aiden an wie ein Reh im Scheinwerferlicht.

Er kam direkt auf mich zu.

Mit jedem Schritt schrumpfte der Abstand zwischen uns. Der frische, herbe Duft seines Duschgels stieg mir in die Nase. Die Wärme seines Körpers schlug mir entgegen.

„Nach draußen“, sagte er. „Sofort.“

„Ich glaube nicht, dass das eine gute Idee ist.“

„Es ist mir völlig egal, was du glaubst.“ Seine Stimme war hart und unerbittlich. „Raus.“

Er umfasste meinen Ellbogen. Sein Griff war fest, aber nicht grob. Dann führte er mich zur Hintertür.

Dort, wo seine Finger meine Haut berührten, brannte es.

Wir traten auf die Veranda. Die Sonne war bereits untergegangen. Obwohl die Luft noch warm war, zitterte ich.

Aiden schloss die Tür hinter uns und drehte sich zu mir um.

Eine ganze Weile sagte er nichts. Seine Hände waren zu Fäusten geballt. Seine Brust hob und senkte sich, als wäre er gerade einen Marathon gelaufen.

„Was zum Teufel hast du dir dabei gedacht?“, fragte er schließlich.

Ich schlang die Arme um meinen Oberkörper.

„Ich wollte dich nicht beobachten. Ich war nur auf dem Weg in mein Zimmer. Die Tür stand offen, und ich wusste nicht, dass du im Bad bist.“

„Lügnerin.“

Ich zuckte zusammen.

„Du bist stehen geblieben und hast zugesehen“, fuhr er fort. Seine Stimme wurde tiefer. Gefährlicher. „Du bist nicht gegangen. Du hast die Tür nicht geschlossen. Du hast mich beobachtet, während ich deinen Namen sagte.“

Mein Gesicht glühte.

„Es tut mir leid.“

„Leid?“ Er lachte kurz auf. Doch in diesem Lachen lag keine Spur von Belustigung. „Es tut dir leid?“

„Ja. Ich hätte nicht dort stehen bleiben dürfen. Ich hätte sofort gehen sollen. Das weiß ich.“

Er trat noch näher.

Ich wich zurück, bis mein Rücken gegen das Verandageländer stieß.

„Hast du überhaupt eine Ahnung, was du mit mir machst?“, fragte er.

Ich schüttelte den Kopf.

„Sechs verdammte Jahre lang tat ich so, als würdest du nicht existieren. Sechs Jahre lang hielt ich mich von dir fern. Ich redete mir ein, du wärst noch ein Kind. Jefferys kleine Schwester. Unantastbar. Absolut tabu.“

Seine Stimme wurde rauer.

„Und es funktionierte. Ich hatte alles unter Kontrolle.“

Mein Atem stockte.

„Was hattest du unter Kontrolle?“

„Dich.“

Er stand so dicht vor mir, dass ich die goldenen Sprenkel in seinen dunklen Augen erkennen konnte.

„Meine Gefühle für dich“, erklärte er. „Ich versuchte, sie im Griff zu behalten. Doch dann tauchtest du mit achtzehn in diesem verdammten Sommerkleid auf dem Stützpunkt auf.“

„Aiden ...“

„Sag meinen Namen nicht so.“

„Wie denn?“

„Als würdest du darauf warten, dass ich etwas tue.“

Aber genau das wollte ich.

Ich wollte, dass er den letzten Abstand zwischen uns überwand.

Ich wollte, dass er mich küsste.

Ich wollte seine Hände auf meinem Körper spüren.

„Ich bin neunzehn“, flüsterte ich. „Ich bin kein Kind mehr.“

Etwas blitzte in seinen Augen auf.

„Du bist trotzdem zu jung.“

„Für wen? Für dich?“

„Ja.“

„Warum? Weil mein Bruder dich umbringen würde? Weil mein Vater ausrasten würde? Oder weil du Angst hast?“

„Ich habe vor nichts Angst.“

„Dann küss mich.“

Die Worte standen wie eine Herausforderung zwischen uns.

Sein Kiefer spannte sich so stark an, dass ich hörte, wie seine Zähne aufeinanderknirschten. Dann packte er das Geländer zu beiden Seiten meines Körpers und schloss mich zwischen seinen Armen ein.

Sein Körper war nur wenige Zentimeter von meinem entfernt.

Nichts als Hitze, harte Muskeln und mühsam gezügelte Kraft.

„Du hast keine Ahnung, worum du da bittest“, presste er hervor.

„Doch, das habe ich.“

„Nein, Rosie. Hast du nicht.“ Sein Blick brannte sich in meinen. „Du glaubst, du willst das hier. Du glaubst, du willst mich. Aber ich bin kein netter Student, der dich zu romantischen Verabredungen ausführt und Händchen mit dir hält.“

Er beugte sich ein wenig näher.

„Ich bin nicht sanft. Und ich werde dich nicht wie eine Prinzessin behandeln.“

„Das will ich auch gar nicht.“

Ein rauer Laut drang aus seiner Kehle. Es klang halb wie ein Knurren und halb wie ein gequältes Stöhnen.

„Seit Monaten denke ich jeden verdammten Tag an dich“, sagte er heiser. „An dein Lächeln. An deine Stimme. Daran, wie es sich anfühlen würde, dich einfach nur bei mir zu haben.“

Seine Augen verdunkelten sich.

„Und jedes einzelne Mal hasste ich mich dafür.“

Mein Herz schlug so heftig, dass es beinahe zersprang.

„Dann hör auf, dich zu hassen“, flüsterte ich.

„Das kann ich nicht.“

„Warum nicht?“

„Weil du etwas Besseres verdienst als mich.“

„Und wenn ich nichts Besseres will?“ Meine Stimme zitterte. „Wenn ich nur dich will?“

Etwas in ihm zerbrach.

Er küsste mich.

Hart. Verzweifelt. Als würde er ertrinken und ich wäre der einzige Atemzug, der ihn noch retten konnte.

Sein Mund legte sich mit einem solchen Hunger auf meinen, dass mir die Luft wegblieb. Seine Zunge strich über meine Lippen. Ohne nachzudenken öffnete ich mich ihm.

Eine seiner Hände fuhr in mein Haar. Seine Finger vergruben sich darin. Er neigte meinen Kopf zurück und vertiefte den Kuss.

Ein leiser Laut entwich mir.

Aiden löste sich nur so weit von mir, dass er mir ins Gesicht sehen konnte. Sein Atem ging schwer und unregelmäßig.

„Letzte Chance“, sagte er. „Sag mir, dass ich aufhören soll. Sag mir, dass ich gehen soll. Sag mir, dass du das nicht willst.“

„Ich will es“, antwortete ich. „Ich will dich.“

„Scheiße.“

Er küsste mich erneut.

Dieses Mal noch härter.

Seine andere Hand legte sich um meine Taille und zog mich eng an seinen Körper.

Ich spürte deutlich, wie sehr er mich begehrte.

Meine Hände lagen auf seiner Brust. Unter meiner Handfläche raste sein Herz. Seine Muskeln spannten sich an, sobald ich ihn berührte.

Ein rauer, beinahe animalischer Laut drang aus seiner Kehle. Er klang besitzergreifend und ungezügelt.

Dann trat er plötzlich von mir zurück.

Mit einem Mal lag wieder Abstand zwischen uns.

Ich streckte die Hand nach ihm aus.

„Aiden, du ...“

„Ich reise morgen ab“, sagte er unvermittelt.

Ich blinzelte verwirrt.

„Was?“

„Ich werde wieder in den Einsatz geschickt. Morgen Nachmittag geht es los.“

Seine Worte trafen mich wie ein Schlag in den Magen.

„Für wie lange?“

„Sechs Monate. Vielleicht länger.“

Sechs Monate.

Eine Ewigkeit.

„Warum küsst du mich dann?“, fragte ich mit brüchiger Stimme.

„Weil ich ein egoistisches Arschloch bin, das sich nicht von dir fernhalten kann. Obwohl ich genau weiß, dass ich es sollte.“

„Ich verstehe das nicht.“

„Ich weiß.“ Er fuhr sich mit beiden Händen durchs Haar. Seine Miene wirkte gequält. „Ich hätte dich nicht anfassen dürfen. Ich hätte dich nicht küssen dürfen.“

Sein Blick glitt über mich.

„Und ich sollte ganz bestimmt nicht so über dich nachdenken, wie ich es gerade tue.“

„Wie denkst du denn über mich?“

Seine Augen wurden dunkel.

„Frag mich das nicht.“

„Sag es mir.“

„Rosie ...“

„Sag es mir, Aiden.“ Ich hielt seinem Blick stand. „Sag mir, was du willst.“

Lange Zeit starrte er mich nur an.

Dann kam er wieder näher und senkte die Stimme.

„Ich will dich mit nach oben in dein Zimmer nehmen“, murmelte er. „Ich will mir Zeit lassen und jeden Zentimeter von dir kennenlernen.“

Ein Schauer lief mir über den Rücken.

„Ich will der Mann sein, an den du dich erinnerst, wenn ich fort bin. Ich will, dass du jeden anderen Kerl vergisst, der nach mir kommt.“

Er beugte sich zu meinem Ohr.

„Und ich will, dass du genau weißt, wie sehr ich dich begehre.“

Ich zitterte am ganzen Körper. Das Verlangen war so stark, dass es beinahe schmerzte. Ich wollte ihn so verzweifelt, dass ich kaum noch einen klaren Gedanken fassen konnte.

„Dann tu es“, flüsterte ich.

Er richtete sich auf und musterte mich eindringlich.

„Du bist noch Jungfrau, oder?“

Ich nickte.

„Scheiße.“ Er schloss die Augen und atmete schwer aus. „Ich kann das nicht. Ich kann nicht dein Erster sein und dich gleich danach verlassen. Das wäre nicht fair.“

„Es ist mir egal, was fair ist. Du bist mir wichtig.“

„Du kennst mich doch überhaupt nicht.“

„Ich weiß genug.“

„Nein, das tust du nicht.“ Sein Blick wurde hart. „Du weißt nicht, was ich getan habe. Du weißt nicht, was ich gesehen habe.“

Seine Stimme wurde leiser.

„Du kennst die Dunkelheit nicht, die ich mit mir herumtrage. Du hast keine Ahnung, wie kaputt ich bin. Für jemanden wie dich bin ich bei Weitem nicht gut genug.“

Ich hob die Hände und legte sie an sein Gesicht.

Er erstarrte.

„Dann zeig es mir“, sagte ich leise. „Zeig mir, wer du wirklich bist. Zeig mir deine Dunkelheit. Zeig mir alles.“

Ich strich mit dem Daumen über seine Wange.

„Ich habe keine Angst.“

„Das solltest du aber.“

„Habe ich nicht.“

Für einen Moment schmiegte er sein Gesicht in meine Hand und schloss die Augen. Als er sie wieder öffnete, lag der Kampf in seinem Inneren offen vor mir.

„Eine Nacht“, sagte er schließlich. „Ich gebe dir eine Nacht. Danach bin ich weg.“

Er hielt kurz inne.

„Und wir reden nie wieder darüber.“

Die Worte trafen mich hart.

Allein der Gedanke, ihn nur für eine einzige Nacht haben zu dürfen, schmerzte mehr, als ich für möglich hielt.

Doch eine Nacht mit ihm war besser als ein ganzes Leben ohne ihn.

„Okay“, flüsterte ich.

„Dein Zimmer. Mitternacht. Wenn alle schlafen.“

„Ich werde auf dich warten.“

Er trat zurück und brachte erneut Abstand zwischen uns. Seine undurchdringliche Maske schob sich wieder an ihren Platz.

Der verzweifelte Mann war verschwunden.

Vor mir stand wieder der beherrschte Soldat.

„Sorg dafür, dass ich das nicht bereue“, sagte er.

Dann drehte er sich um und ging.

Ich blieb allein auf der Veranda zurück. Mein Herz raste noch immer.

Und jeder Teil von mir vermisste ihn bereits.

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