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KAPITEL 2

Author: AvryStar
last update publish date: 2026-06-25 17:06:52

Williams zuckte nicht einmal bei Ariels Ausbruch zusammen. Er blinzelte nicht. Stattdessen hob er einfach nur die Hand und winkte ein Taxi heran, als würde ihm die ganze Straße gehören.

„Es war offensichtlich, dass du ein Taxi wolltest, oder etwa nicht?“, sagte er kühl und deutete darauf. „Bitte sehr.“

Ariel blinzelte, den Mund offen, als hätte ihr gerade jemand eine kalte Suppe auf einem heißen Teller serviert.

„Wie bitte?“, schoss sie zurück und trat auf ihn zu. „Für wen halten Sie sich eigentlich? Sie können doch nicht einfach auf mich zu rennen, mich umarmen, als wären wir in einem K-Drama, und mir dann ein Taxi hinstellen, als würde das alles wieder gutmachen! Sie sollten sich lieber für diese Unverschämtheit entschuldigen! Sie haben mich fast zu spät kommen lassen!“

Immer noch keine Reaktion. 

Williams schob mit einem Finger seine Sonnenbrille zurecht – glatt wie Öl – drehte sich ohne ein weiteres Wort um und überquerte die Straße, zurück zu dem Juweliergeschäft, aus dem er gerade gekommen war.

Das Hupen der Autos, das Stimmengewirr und das Scharren hunderter Füße verschluckten ihre Worte.

Ariel stand wie erstarrt da.

„Hey! Ich habe gesagt, Sie sollen zurückkommen!“, rief sie, doch ihre Stimme ging im Trubel der Stadt unter.

Sie schnappte nach Luft, ballte die Faust und sah fassungslos zu, wie dieser dreiste Fremde in der Menge verschwand, nachdem er ihren Morgen komplett auf den Kopf gestellt hatte.

„Was zum…“, murmelte sie völlig ratlos.

„Lady, soll ich warten, bis Jesus wiederkommt, oder steigen Sie jetzt ein?“, rief der Taxifahrer und hupte kurz, um sie aus ihrer Trance zu holen.

„Oh mein Gott! Ich darf nicht zu spät kommen!“, rief Ariel, stolperte auf den Rücksitz und knallte die Tür zu. Ein letztes Mal schaute sie durchs Fenster, doch der Mann war bereits verschwunden.

Williams betrat den Juwelierladen ruhig.

„Sind Sie mit dem Einpacken fertig?“, fragte er mit gleichmäßiger Stimme.

Die Empfangsdame, die die verpackte Halskette hielt, als wäre sie der Heilige Gral, nickte eifrig.

„Hier, bitte“, sagte sie und reichte ihm die Schachtel. In ihren Augen funkelte Neugier. „Ähm… kennen Sie sie näher?“

Williams hielt kurz inne. Sein Blick war so eisig, dass er heißen Kaffee hätte gefrieren lassen können.

„Ich habe gesehen, was Sie getan haben… wie Sie sie beschützt haben…“

„Hm.“ Mehr gab er nicht her. Ein kurzes Brummen und ein Achselzucken, das deutlich sagte: ‚Lesen Sie nicht zu viel hinein.‘

Er zog seine Debitkarte heraus und schob sie über den Tresen.

Die Empfangsdame führte die Zahlung durch, ihre Finger zitterten leicht, das Herz schlug ihr bis zum Hals – sie wusste genau, dass sie gerade mit einem König der Geschäftswelt zu tun hatte. Als er den Laden verließ, fühlte sich die Luft sofort zehn Grad leichter an.

Sie verlor keine Sekunde. Sie zog ihr Handy heraus und postete die Neuigkeit auf I*******m:

„LEUTE!!! ICH GLAUBE, WILLIAMS DIAZ HAT SICH GERRADE EINE FREUNDIN GEANGELT!!! DIE ART, WIE ER SIE UMARMT HAT UND ÜBER DIE STRASSE GELaufen IST? ICH KRIEGE KEINE LUFT MEHR!“

Innerhalb von Minuten war der Post mit unzähligen Hashtags online.

Williams stieg zurück in seine Limousine. „Fahren Sie“, befahl er. Der Fahrer gab Gas, und wenige Minuten später erreichte er das Unternehmen.

Das hoch aufragende Glasgebäude ragte bis in die Wolken.

Ein Security-Mann im schwarzen Anzug eilte herbei und öffnete die Tür der Limousine. Zuerst berührte Williams’ polierter schwarzer Schuh den Boden, dann stieg er vollständig aus.

Sein dunkler Mantel saß perfekt auf seinen Schultern – teuer genug, um jedes Gespräch sofort verstummen zu lassen.

Im Inneren des Gebäudes herrschte eine fast unheimliche Ruhe. Dunkler Marmorboden erstreckte sich wie stilles Wasser, und hohe Banner an den Wänden verkündeten Worte wie Innovation und Vermächtnis.

Sobald sich die Eingangstüren öffneten, senkten die Mitarbeiter entlang des Korridors wie auf Kommando die Köpfe. Reihen von schwarzen Anzügen verneigten sich leicht und bildeten einen stillen Gang zu seiner Begrüßung.

Es war die übliche Reaktion bei seiner Ankunft.

Die Menschen wurden immer angespannt, sobald sie ihn sahen. Seine Augen waren kalt und einschüchternd, gleichzeitig auf eine seltsame Weise anziehend.

Nichts an ihm lud dazu ein, ihm näherzukommen. Er lächelte selten, was die scharfen Linien seines Kiefers nur noch stärker betonte.

Auch wenn er unnahbar war, konnten die Leute nicht anders, als seine attraktive Erscheinung zu bewundern.

Er war beeindruckend groß, hatte eine helle, makellose Haut, die kaum Spuren von Stress zeigte, und schien von Natur aus ein Leuchten auszustrahlen, für das andere hart arbeiten mussten. Seine Lippen waren natürlich rosig und wohlgeformt.

Seine Schritte hallten leise auf dem Boden wider, während er weiterging, ohne sich zu verlangsamen oder irgendwelche Gesten zu erwidern.

Er hatte das schon zu oft gesehen, um es noch als Respekt zu empfinden.

Die Aufzugtüren öffneten sich, noch bevor er sie erreichte. Jemand hatte bereits den Knopf gedrückt und war zur Seite getreten.

„Hier entlang, Sir.“

Mit den Händen in den Hosentaschen tippte er leicht mit dem rechten Fuß auf den Aufzugboden. Er hasste es, längere Zeit in geschlossenen Räumen zu verbringen. Besonders mit zwei anderen Personen dicht neben sich – es fühlte sich erstickend an.

Währenddessen hatte Ariel das Unternehmen bereits erreicht. Glücklicherweise war sie nur zwei Minuten vor dem geplanten Interview-Termin angekommen.

„Ich bin hier für ein Vorstellungsgespräch“, sagte Ariel, die ihre Handtasche und die Unterlagen fest umklammert hielt, als sie sich dem Empfangstresen näherte.

Die Empfangsdame lächelte nicht.

Ihr Haar war zu einem ordentlichen Dutt gebunden, eine runde Brille saß auf ihrer Nase. Sie nahm einen Schluck Kaffee, bevor sie aufblickte.

„Miss…?“, fragte sie und wartete.

„Ariel Davidson.“

Die Empfangsdame wandte sich ihrem Computer zu.

„Ariel… Dav…id…son“, wiederholte sie langsam, während ihre Finger über die Tastatur glitten.

Nach ein paar Sekun

den nickte sie.

„Ja, Sie stehen auf der Liste.“

Ariel atmete erleichtert aus.

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