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KAPITEL FÜNFUNDVIERZIG

last update publish date: 2026-07-31 21:52:30

„Ich glaube, wir haben ein Problem. Sag mir nur, was dir besser passt: Mittagessen oder Abendessen?“, schrieb Lilian Stefan in dem Moment, als sie in die ruhige Abgeschiedenheit ihres neu bezogenen Büros zurückkehrte.

Stefan hatte ihr seinen gesamten Plan nie vollständig offengelegt. Doch nachdem sie Lauras präzise Analyse der Unternehmensstruktur aufmerksam verfolgt hatte, beschlich Lilian ein unangenehmes Gefühl. Vielleicht war es für Stefan tatsächlich sehr viel schwieriger, Lawman Enterpris
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  • ICH BIN KAYLA   KAPITEL EINHUNDERTUND DREI

    Dereks Gesichtsausdruck veränderte sich augenblicklich, und das dunkle, selbstherrliche Lawman-Temperament loderte hinter seinen Augen auf. „Wenn ich Sie richtig verstehe, sitzen Sie hier und geben mir gerade ins Gesicht zu, dass Sie ganz genau wissen, wo sich die Mutter meines Kindes versteckt, sich aber bewusst weigern, mir diese Information zu geben? Ist Ihnen eigentlich klar, dass ich Sie auf der Stelle wegen des Zurückhaltens wichtiger Informationen rechtlich festnehmen lassen und Sie kurzerhand aus genau diesem Haus werfen lassen könnte?“, drohte er, während seine Stimme in ein gefährlich tiefes Register absank.Mrs. Maggie zuckte nicht einmal mit der Wimper. Sie erwiderte seinen glühenden Blick mit einer beunruhigend würdevollen Ruhe.„Ich verstehe sehr wohl, dass Sie die Macht besitzen, all diese Dinge zu tun, Mr. Lawman. Genau wie ich bereits sagte, stammen Sie aus einer immens mächtigen Familie mit praktisch unbegrenzten juristischen Möglichkeiten und finanziellen Ressourcen

  • ICH BIN KAYLA   KAPITEL EINUNDERTUNDZWEI

    Unmittelbar nachdem Derek das Landhaus seines Vaters verlassen hatte, die Brust vor ungelöster Dringlichkeit ganz eng, zog er sein Handy aus der Mittelkonsole und wählte die Hauptnummer von Manage Corps, dem internationalen Unternehmen, bei dem Laura Hemsworth angeblich in Frankreich arbeitete. Er bat die Vermittlung, ihn direkt mit Laura Hemsworth zu verbinden, doch eine präzise Stimme teilte ihm mit, dass im Personalregister des Unternehmens niemand unter diesem Namen geführt werde.„Das kann doch wohl nicht Ihr Ernst sein. Vielleicht sollte ich mich noch einmal vorstellen—“, begann er gereizt in den Hörer zu bellen, bevor die Empfangsdame ihn ruhig unterbrach.„Das wird nicht nötig sein, Mr. Derek Lawman, Chief Executive Officer von Lawman Enterprise in Connecticut, Vereinigte Staaten“, erwiderte die Empfangsdame in makellosem, akzentfreiem Englisch. „Wir wissen sehr genau, wer Sie sind, und laut unseren offiziellen Aufzeichnungen waren Sie erst vor wenigen Wochen persönlich an uns

  • ICH BIN KAYLA   KAPITEL EINHUNDERT

    .Elder Andrew Lawman hörte das vertraute, schwere Grollen des Motors seines Sohnes, als dessen Wagen die Kiesauffahrt hinaufrollte. Er trat auf die breite Holzveranda hinaus, warf einen einzigen scharfen Blick auf Dereks blasses, gehetztes Gesicht und schenkte ihm ein wissendes, vom Leben gezeichnetes Lächeln.„Manche monumentalen Fehler im Leben erlauben es einem, sofort daraus zu lernen und die Richtung zu ändern, während es bei anderen Fehltritten Jahrzehnte dauern kann, bis man überhaupt das erschütternde Ausmaß des eigenen Fehlers begreift. Und leider sind es immer diese Fehler, die sich am qualvollsten korrigieren lassen“, stellte Andrew weise fest und deutete Derek an, aus der Mittagshitze ins Haus zu kommen.Derek hievte seinen schweren, erschöpften Körper vom Fahrersitz, stieg mit bleischweren Schritten die Treppe hinauf und folgte seinem Vater schweigend in das rustikale, mit Büchern gesäumte Arbeitszimmer.„Was soll—“, begann Derek mit rauer Stimme, doch sein Vater hob wor

  • ICH BIN KAYLA   KAPITEL HUNDERT

    Derek sah zu, wie Lillian leise aus dem Schlafzimmer schlüpfte, und blieb mit einer schweren, wirbelnden Mischung aus widersprüchlichen Gefühlen zurück, die in seiner Brust tobte. Mit erschreckender Klarheit wurde ihm bewusst, dass er sie nie wirklich körperlich oder emotional attraktiv gefunden hatte. Schon an dem allerersten Tag, an dem er sie kennengelernt hatte, hatte ein leiser Instinkt tief in ihm gewarnt, dass sie überhaupt nicht sein Typ war; und doch besaß seine Mutter die unheimliche, manipulative Fähigkeit, ihm fremde, längst vorgefertigte Vorstellungen mit erschreckender Effizienz einzupflanzen, bis sie sich für ihn vollkommen wie seine eigenen freien Entscheidungen anfühlten. Mit der Zeit hatte Lillian es irgendwie geschafft, sich zu seiner engsten Vertrauten zu entwickeln, und solange ihre Beziehung rein platonisch blieb, hatte sich ihr Umgang miteinander leicht, sicher und überraschend natürlich angefühlt.Die Eigenschaft, mit der sie ihn anfangs am meisten für sich gewo

  • ICH BIN KAYLA   KAPITEL NEUNUNDNEUNZIG

    Derek spannte langsam den Kiefer an, während der Muskel heftig unter seiner Haut zuckte. Es war das einzige äußerliche Zeichen für den vulkanartigen Sturm der Gefühle, der in seinem Inneren tobte. „Hast du mich jemals, auch nur für einen einzigen Moment, wirklich geliebt?“ Seine Stimme sank um eine Oktave und wurde eiskalt.„Ja. Das habe ich. Auf meine eigene, komplizierte Art“, murmelte Lillian und starrte auf die Dielen.„Wie soll das auch nur ansatzweise möglich sein?“ Derek hakte nach und hielt seine Stimme gezwungen ruhig. „Wenn du schon immer hoffnungslos in Stefan verliebt warst, wie kannst du dann hier stehen und behaupten, dass du auch mich geliebt hast?“„Nun ja … kurz bevor ich mit deiner Mutter zurückkam, um dich aus deinem Exil nach Hause zu holen, hatte ich ein langes, quälendes Gespräch mit Stefan, und wir waren uns beide einig, dass wir andere Menschen kennenlernen und versuchen sollten, über unsere Vergangenheit hinwegzukommen …“, ihre Stimme verlor sich nervös.„Wie

  • ICH BIN KAYLA   KAPITEL ACHTUNDNEUNZIG

    Derek sah sie an, und das heimlich aufgenommene, äußerst explizite Sexvideo, das Sandra ihm gerade gezeigt hatte, spielte sich gestochen scharf vor seinem inneren Auge ab. Trotz allem wirkte sie aufrichtig glücklicher und unbeschwerter, als er sie in all den Jahren ihrer gemeinsamen Beziehung je erlebt hatte. Doch tief unter dieser Erkenntnis lag die Tatsache, dass er insgeheim schon immer gewusst hatte, dass mit seiner Ehe mit Lillian etwas grundlegend nicht stimmte – und das reichte zurück bis zu jenem Moment, in dem er sie in der Kabine des Airbus geküsst hatte, unmittelbar nachdem er um Kayla getrauert und sich von ihr hatte scheiden lassen. War es irgendwie möglich, dass Kaylas ruhelose Seele noch immer hier verweilte, ihn aus dem Jenseits heimsuchte und auf irgendeine Weise beeinflusste? Mit quälender Gewissheit wusste er, dass er Kayla zu Lebzeiten nicht gerecht geworden war, und er hätte alles auf der Welt dafür gegeben, einige der bösartigen, grausamen Dinge zurücknehmen zu k

  • ICH BIN KAYLA   KAPITEL DREI

    Laura Hamsworth starrte auf den Reisepass in ihrer Hand hinab – das letzte Dokument, das sie noch mit ihrer früheren Identität verband.Kayla.Ihr Leben als Kayla war von Einsamkeit und Entbehrungen geprägt gewesen. Als Waise hatte sie gelernt, sich durch drei Pflegefamilien zu kämpfen und den Miss

  • ICH BIN KAYLA   KAPITEL ZWEI

    „Ich habe eine Überraschung für dich im Jet“, sagte Data Lawman mit singender Stimme zu ihrem Sohn, als sie gemeinsam die Wohnung verließen. Jetzt, da die angebliche Hochstaplerin verschwunden war, wirkte sie deutlich unbeschwerter.Mrs. Lawman sah für ihre achtundvierzig Jahre bemerkenswert jung a

  • ICH BIN KAYLA   KAPITEL EINS

    „Ich will die Scheidung, Kayla.“Kayla starrte in das kalte, regungslose Gesicht ihres Mannes.Irgendetwas stimmte nicht. Das konnte nicht derselbe Mann sein, der ihr noch gestern Nacht seine Liebe gestanden hatte. Ihr Körper erinnerte sich noch an jede Berührung, jede Umarmung, jede leidenschaftli

  • ICH BIN KAYLA   KAPITEL VIER

    Laura lief unruhig im Gemeinschaftsbüro von Manage Corp auf und ab. Margot, die Personalverantwortliche für Versetzungen, war noch nicht zur Arbeit erschienen. Laura machte sich nicht die Mühe, sich wie vorgesehen bei ihrer direkten Vorgesetzten zu beschweren. Irgendetwas sagte ihr, dass Margot die

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