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Kapitel 224: Der Fall

Author: Déesse
last update publish date: 2026-09-14 02:29:44

Chiara

Die Nacht ist seit langem hereingebrochen. Ich weiß es, weil die Geräusche verstummt sind, weil die Schritte im Korridor seltener sind, weil die Glühbirne gelber, müder erscheint. Antonio hat Wache. Ich höre ihn vor meiner Tür auf und ab gehen, hin und her, zögern. Er wartet. Er wartet darauf, dass ich rufe.

— Antonio.

Stille. Dann seine Stimme, durch die Tür.

— Chiara? Sie schlafen nicht?

— Nein. Ich kann nicht schlafen.

— Kann ich Ihnen etwas bringen? Wasser? Etwas...

— Komm rein. Bitt
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    ChiaraDie Nacht ist seit langem hereingebrochen. Ich weiß es, weil die Geräusche verstummt sind, weil die Schritte im Korridor seltener sind, weil die Glühbirne gelber, müder erscheint. Antonio hat Wache. Ich höre ihn vor meiner Tür auf und ab gehen, hin und her, zögern. Er wartet. Er wartet darauf, dass ich rufe.— Antonio.Stille. Dann seine Stimme, durch die Tür.— Chiara? Sie schlafen nicht?— Nein. Ich kann nicht schlafen.— Kann ich Ihnen etwas bringen? Wasser? Etwas...— Komm rein. Bitte. Nur einen Moment. Ich muss mit jemandem reden.Die Tür öffnet sich. Er tritt ein, zögernd, die Hände leer, die Augen besorgt. Er hat seine Jacke ausgezogen, sein Hemd ist am Hals offen, seine Haare sind zerzaust. Er ist jung, so jung, und schon gefangen in einem Netz, das er nicht sieht.— Setz dich, Antonio. Bitte.Er setzt sich mir gegenüber, die Beine gekreuzt, den Rücken gegen die Wand. Ich sehe ihn an. Seine Hände zittern, seine Augen meiden die meinen, sein Mund ist trocken. Er weiß, wa

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