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NINA

Author: STEAMY WRIITE
last update publish date: 2026-09-15 18:39:41

Die Erinnerung daran, wie ich zum ersten Mal in diesen Raum gezerrt wurde, ist noch immer präsent. Ich war drei, vielleicht vier Jahre alt und eher verwirrt als verängstigt. Ich hatte keine Ahnung, wo ich war oder wo meine Mutter geblieben war. Doch der Schmerz verdrängte diese Gedanken schnell.

Inzwischen habe ich mich an den Schmerz gewöhnt.

Mit einem Stoß schleudert er mich auf den kalten, erhöhten Betonboden in der Mitte des Raumes. Er sieht aus wie ein dunkler Altar, errichtet für Opfergaben. Das waren Kais Worte, wiederholt.

Kai…

Kai nicht mehr in meinem Leben zu haben, schmerzt auf eine Weise, die sich fast körperlich anfühlt – ein Loch, das mit jedem Tag größer wird. Jahrelang war er das Einzige, worauf ich mich verlassen konnte, und jeder Tag ohne ihn schmerzt wie ein Peitschenhieb auf meinem Rücken.

Ich weiß nicht, wie ich das ohne dich schaffen soll, Kai.

Ich zwinge mich aus seinem Bewusstsein, während sich eiserne Ketten wie Kiefer um meine Handgelenke und Knöchel schließen. Meiner eigenen Folter zuzusehen, ist das Letzte, was ich ertragen kann.

„Was glaubst du, was wir heute benutzen werden, kleines Monster?“, höhnt er, und ich kann mir das finstere Grinsen seiner Lippen vorstellen, ohne hinzusehen.

Ich unterdrücke alles, jedes Wimmern, jeden Schrei. Mein Blick starrt an die Decke, während er sich geschmeidig durch den Raum zu der mit Waffen behängten Wand bewegt. Die Sammlung umfasst alles von Macheten und Messern bis hin zu Granaten.

Nur eine Regel hält diese Psychopathen zusammen: Ich darf nicht sterben.

Das Geräusch einer Klinge, die aus der Scheide gezogen wird, dringt an mein Ohr, obwohl ich keine Ahnung habe, welche Waffe er gewählt hat. Manchmal ist Unwissenheit eine Art Gnade.

Ich wappne mich für das, was kommt – den Schmerz, der niemals wirklich endet.

Mein Leben war schon immer so – Chaos ohne Harmonie, und heute ist es nicht anders.

Ein Piepton reißt mich zurück ins Bewusstsein.

Meine Gedanken sind schwerfällig und langsam, wie ich es auch bin, und mein Körper schreit vor Schmerz. Ich versuche, meine Hand an den Hinterkopf zu legen und meinen Körper zur Kooperation zu zwingen … Doch ich merke, dass meine Hand sich nicht bewegen lässt – irgendetwas hält sie fest. Ein Ruck genügt, und ich spüre die kalte Berührung des Metalls an meinem Handgelenk. Ich bin entdeckt worden. Angst durchfährt mich, scharf und plötzlich wie ein Blitz. Das Piepen wird immer lauter, bis nichts mehr da ist außer diesem Piepen und dem Pochen meines Herzens.

„Beruhig dich. Niemand wird dir wehtun. Du bist in Sicherheit“, sagt jemand mit ruhiger, gelassener Stimme, doch ich zucke heftig zusammen, als die Hände meine Schultern packen. Mein Körper reagiert, bevor mein Verstand eingreifen kann. Das Zusammenzucken ist so sehr Teil meines Körpers wie Knochen und Muskeln – seit ich laufen gelernt habe. Jede Berührung war für mich immer bedeutungslos. Ich atme langsam ein, um mein rasendes Herz und meine Gedanken zu beruhigen, und dringe dann in die Gedanken der Frau ein. Ihr Blick ruht auf mir, während sie nach unten schaut.

Ich bin völlig fertig. Jemand muss mich sauber gemacht haben, denn der Dreck und das Blut sind weg. Jemand hat mir die Kleider gewechselt und das hauchzarte weiße Kleid gegen etwas viel Unbequemeres getauscht.

Es fühlt sich an wie Papier. Eine Art Papierkleid?

Ein schwarzer Monitor steht neben dem Bett, eine gezackte Linie flimmert über den Bildschirm. Ich versuche mich zu erinnern, wie das seltsame Gerät heißt. Kai hat es mir gesagt, aber…

Herzmonitor. So heißt es.

Ein kleines Lächeln huscht über mein Gesicht, als mir die Antwort einfällt.

Ich liege auf einer schmalen Liege; eine kratzige weiße Decke ist über meine Beine gelegt. Kalte silberne Handschellen umschließen meine Handgelenke und fesseln mich ans Bett.

Jeder Trost, den ich gefunden hatte, verschwand in dem Moment, als ich sie sah. Wie oft haben sie mich schon so gefesselt?

Die Frau strahlt Freundlichkeit aus, aber ich habe schon Monster mit freundlichen Gesichtern gesehen. Dunkelheit wohnt in jeder Seele. Manche tragen ihre Dunkelheit wie eine Krone, andere verbergen sie in den tiefsten Winkeln ihrer Seele.

Zu welcher Kategorie gehört sie?

„Wo … wo bin ich?“, murmele ich kaum hörbar. Ich sehe meine Lippen sich bewegen und weiß, dass es meine Worte sind, aber ich bin nicht da – weit davon entfernt. Ich wurde damit geboren, so wie manche Menschen mit absolutem Gehör oder dem Orientierungssinn geboren werden – einfach etwas, das existiert, namenlos und unerklärlich.

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