LOGINMan sagt einem nicht, dass man bei einer Verhaftung wegen Mordes feststellt, dass die Welt nicht schwarz-weiß ist.
Man sagt einem nicht, dass man entdeckt, dass nicht nur Menschen diese Erde bevölkern. Das Übernatürliche existiert. Als ich meine Zelle betrat – nachdem mich eine streng blickende Ärztin in einen separaten Raum geführt hatte, um meine Kräfte zu testen – war ich wie gelähmt. Von ihr erfuhr ich, dass Vampire, Dämonen, Sirenen, Hexen und vieles mehr Seite an Seite mit uns Menschen leben. Es ist … überhaupt nicht schockierend. Für manche mag es eine lebensverändernde Offenbarung sein, aber ich hatte schon immer den Verdacht, dass ich nicht menschlich bin. Menschen können nicht, was ich kann. Zum Beispiel die Fähigkeit, durch die Augen anderer zu sehen, aber auch meine beschleunigte Heilung. Als die Ärztin mich fragte, was ich sei, hob ich nur eine Augenbraue. Ich war verwirrt, hungrig und verängstigt. Nach unzähligen Tests und Untersuchungen blieben meine Ergebnisse unklar.Selbst in der übernatürlichen Welt bin ich ein Sonderling.
Die ersten Tage hatte ich panische Angst. Ich schluchzte, schrie und hämmerte mit den Fäusten gegen die Steinwände meiner feuchten Zelle, bis meine Knöchel bluteten. Als ich einen Anwalt verlangte, spottete der Wärter – buchstäblich –, bevor er mir versprach, ich würde die „bestmögliche Hilfe“ bekommen.
Selbst ich konnte den Sarkasmus in diesen Worten hören.
Mein „Anwalt“ war ein begriffsstutziger Mann, der noch nie ein Gesetzbuch in der Hand gehalten hatte. Ich glaube, er arbeitete in einem Supermarkt, bevor er als mein Anwalt engagiert wurde.
Und so funktioniert das Gericht: Ich bin schuldig, bis meine Unschuld bewiesen ist. Das Problem? Sie geben mir keine faire Chance, meine Unschuld zu beweisen.
Mein Prozess selbst dauerte nur einen Monat, bis der alte Richter mich in allen Anklagepunkten für schuldig erklärte. William – der Mann, der mich im Krankenhaus verhört hatte – saß mit einem selbstgefälligen Grinsen im Publikum. Ich konnte ihn mit den Augen des Richters sehen.
Albtraumgefängnis. Ich hatte noch nie von diesem sagenumwobenen Gefängnis gehört, das die gefährlichsten und furchterregendsten übernatürlichen Wesen beherbergen sollte. Wie auch? Ich hatte mein ganzes Leben in einem Käfig verbracht und ihn dann sofort gegen einen zweiten eingetauscht. Mein Blick auf die Welt ist extrem beschränkt. Bis zu meiner Verhaftung wusste ich nicht einmal, dass die übernatürliche Welt existiert. Als ich in einen Transporter verfrachtet wurde, ließ ich die Dunkelheit meine Sicht wie einen Kessel voller Tinte umhüllen. Das Urteil hallte in meinem Kopf wider, begleitet von einer lähmenden Angst. Panik durchfuhr mich wie ein elektrischer Draht, und ich rutschte unruhig auf dem Ledersitz hin und her. Eiserne Handschellen schlossen sich fest um meine Handgelenke, die Haut darunter war rot und blutete.Soweit ich beim Belauschen mitbekommen habe, beherbergt das Albtraumgefängnis Mörder, Vergewaltiger, Serienmörder und Diebe jeden Alters und Geschlechts. Es ist das Land der Ausgestoßenen … nur eben für Monster.
Eine Kategorie, in die ich nun auch gehöre. Unter der Angst beschleicht mich so etwas wie Entschlossenheit. Ich weiß, ich werde sterben. Wie könnte ich auch nicht? Ich bin eine blinde Frau, die in ein so gefährliches Gefängnis kommt, dass selbst die Angestellten zu den Besten der Besten gehören müssen. Ich bin wie eine Gazelle in einer Löwengrube.Ich mag es nicht, mich als schwach zu bezeichnen, aber ich weiß, dass ich es bin. Mein Körper ist gebrechlich und ausgehungert, und das leiseste Geräusch versetzt mich in Panik.
Und wofür soll ich kämpfen?
Freiheit ist eine Illusion, die beim geringsten Druck zerplatzt. Ich kann für mich selbst kämpfen, klar, aber wohin hat mich das letztes Mal geführt? Meine „Freiheit“ besteht nur aus Schmerz und Gefühllosigkeit – ein Widerspruch, der mir durchaus bewusst ist.Ich zittere wie Espenlaub, als der Lieferwagen abrupt zum Stehen kommt.
Eine Tür öffnet sich, und dann packt mich eine Hand am Arm und zerrt mich grob auf die Kiesstraße. Ich nutze die Gelegenheit, unseren Aufenthaltsort mit den Augen meines Entführers zu betrachten – mein neues Gefängnis.
Der Wächter – zumindest nehme ich an, dass er ein Wächter ist – starrt auf ein riesiges, grau getünchtes Steingebäude. Zahlreiche Giebel und Türme zieren das Dach, und ich entdecke einen Wasserspeier, der Wache hält. Graue Wolken verdunkeln den Himmel und lassen die Szenerie noch bedrohlicher wirken. Alles ist in monochromen Farben gehalten. Silberne Zäune ragen aus dem Boden und schwingen sich steil nach innen, sodass sie ein provisorisches Dach über einem Hof bilden. Die Zacken an der Spitze ähneln gezackten Zähnen. Fast irrational stelle ich sie mir als Zähne vor … die mich verschlingen.
„Kommen Sie schon“, sagt der Wärter barsch und rüttelt an meinem Arm. „Der Gefängnisdirektor möchte mit Ihnen sprechen.“
Der Gefängnisdirektor … Ich überlege, ob ich meine Unschuld beweisen soll, aber ich weiß, dass es vergeblich sein wird. Vom ersten Augenblick an, als der Richter mich sah, hielt er mich für schuldig. Ich kenne immer noch nicht die ganze Geschichte von Raphael Turners Tod, und mein Anwalt hielt es nicht für nötig, die Fakten preiszugeben.Aber …
Schon wieder.Und ich war nicht da, um sie zu beschützen.Ein gewaltiger Selbsthass droht, mich ganz zu verschlingen – und für einen kurzen Moment lasse ich zu, dass er mich vollkommen einnimmt. Er schwärt in meinen Lungen, erschwert mir das Atmen, und entfaltet sich dann in meiner Brust wie eine Tulpe im Frühling.Mein Kopf wird durch die Wucht des Schlags zur Seite geschleudert, und augenblicklich kommt mein Wolf zum Vorschein. Grobes, dunkles Fell sprießt an meinen Armen und in meinem Gesicht; es kostet mich enorme Anstrengung, mich nicht genau hier und jetzt in ein Tier zu verwandeln und Logan in Stücke zu reißen.Der Blondhaarige starrt auf mich herab; sein Körper strahlt eine geradezu elementare Wut aus – eine Wut, die einen eigenen Platz im Periodensystem verdient hätte. Seine Lippen verziehen sich zu einer derart grausamen Grimasse, als hätte jemand sie mit einer Klinge in sein Gesicht geschnitten.„Hol den Kopf aus deinem Arsch, Mann, und hilf deiner verdammten Gefährtin!“, b
Meine Gefährten…Tiefe Traurigkeit erfüllt mich, während meine Füße mich vorwärts tragen. Mein Körper will unbedingt dem Befehl der Sirene folgen, auch wenn mein Verstand mir verzweifelt zuruft, ich solle aufhören.Ich lege beide Hände auf das, was ich für die Wand des Tunnels halte…Und dann schlage ich meinen Kopf gegen den harten Beton.Einmal. Zweimal. Dreimal. Viermal.Schmerz explodiert hinter meiner Stirn und schießt wie tausende bunte, explodierende Feuerwerkskörper durch meine Adern. Blut rinnt aus der Wunde an meinem Kopf und läuft in meine Augen. Ich spüre, wie es meine Lippen berührt, doch selbst der salzige Geschmack hält mich nicht auf.Wahnsinn.Das ist Wahnsinn.Du willst dich nicht umbringen, Nina.Du willst nicht sterben.Wehr dich!Doch während ich das denke, schlage ich weiter meinen Kopf gegen den Beton. Immer wieder. Und wieder. Und wieder.Das Labyrinth bebt – fast so, als wäre das Gebäude selbst wütend auf mich, weil ich mir wehtue, weil ich es wage, es zu verl
Nein!Ich versuche, den Mund zu öffnen, versuche zu schreien, doch die singende, melodische Stimme drängt mich immer weiter voran.Alles wird gut.Alles ist in Ordnung.Dir geht es gut.Es fühlt sich an, als würde jemand diese Worte direkt in mein Gehirn flüstern – obwohl das einzige Geräusch im Flur dieser gefühlvolle Gesang ist. Ich erkenne weder das Lied noch die Sprache, doch die Worte verschmelzen miteinander. Wunderschön. So wunderschön.Plötzlich bleiben meine Füße stehen, auch wenn ich nicht weiß, wo ich bin. Die Musik verstummt so abrupt, wie sie begonnen hat, und eine Leere durchströmt meinen Körper. Auf einmal kann ich nicht mehr atmen. Nicht mehr denken.Was …?Wo …?Wie …?Ich weiß, dass ich eigentlich beunruhigt sein sollte, doch ein ständiger Schleier der Verwirrung scheint über meinem Bewusstsein zu liegen. Instinktiv hebe ich die Hände an den Kopf; ein leises Stöhnen entweicht meiner Kehle.Rion …?Wo ist …?Ich ringe darum, seinen Namen auszusprechen, während mein Ge
„Ich möchte unbedingt sehen, wie der Film ausgeht.“Seine Antwort bekomme ich nicht mehr mit, bevor mich der Schlaf übermannt.***************************Ich kuschele mich an Rions Brust – der Inbegriff von Zufriedenheit und Ruhe. Ich stelle mir vor, dass ich bei jedem meiner Gefährten, bei jedem der Männer, die ich liebe, so empfinden würde. Ein Teil von mir – benommen und halb schlafend – wünscht sich, ich könnte den Verlobungsring an meinem Finger so gebannt anstarren, wie man es aus Filmen kennt. Mich an dem Gedanken berauschen, dass ich bald eine Ehefrau sein werde. Bald bin ich verheiratet.Stattdessen fahre ich mit dem Finger über den Rand des Rings und zeichne das Muster nach. Kai hat ihn mir aus seinem persönlichen Schatzgewölbe gegeben – dem Ort, an dem sein Drache all das Gold und die Juwelen hortet, die er im Laufe der Zeit zusammengetragen hat.Ich liebe ihn.Ich liebe ihn so verdammt sehr, dass mein Herz jeden Moment zu zerspringen droht – und die Wände der Zelle mit le
Ich lege meine Hände auf seine Brust – wobei mir erst jetzt auffällt, dass er immer noch diesen scheußlichen Krankenhauskittel trägt – und beginne, auf ihm auf und ab zu wippen.„Ja, Schätzchen. Benutze mich. Nimm mich. Ich gehöre dir.“ Rions Hände wandern von meiner Taille zu meinem Bauch, bevor sie meine Brüste umschließen. Seine Finger spielen gleichzeitig mit meinen Brustwarzen, während ich verzweifelt weiter auf seinem Schwanz reite. Ich werfe den Kopf in den Nacken, damit mein schwarzes Haar ihm nicht die Sicht versperrt – und mir selbst auch nicht.„Ich möchte etwas ausprobieren“, murmle ich atemlos. Als er nickt, zögere ich nicht und steige von seinem Glied herab. Ich schäme mich nicht, als ich meinen Körper so drehe, dass mein Gesicht sich auf Höhe seines Schwanzes befindet und sein Gesicht auf Höhe meiner Muschi. Ich sehe in seinen Augen, dass meine Schamlippen glänzen – sie lechzen geradezu nach seiner Zunge.„Verdammt noch mal.“ Rion fährt mit seiner gepiercten Zunge an me
„Eigentlich habe ich gerade auf ihre Brüste gestarrt“, sage ich ohne Umschweife. Aus dem Augenwinkel sehe ich, dass die Krankenschwester nun auf der Liege sitzt – der Mann befindet sich zwischen ihren Schenkeln, und seine lange Zunge streicht über die Innenseiten ihrer Schamlippen. Sie drückt ihre beiden großen Brüste zusammen und zupft dann an ihren Brustwarzen.„Verdammt noch mal, Schätzchen“, flucht Rion. „So einen Scheiß kannst du mir doch nicht sagen.“„Warum nicht?“, frage ich und lege neugierig den Kopf schief. Rion bewegt sich ein wenig auf dem Bett, sodass er den Film gar nicht mehr sehen kann. Was wiederum bedeutet, dass auch ich den Film nicht mehr sehen kann. Durch seine Augen beobachte ich, wie er die Träger meines Kleides vollends herunterstreift und meine Brüste freilegt. Instinktiv hebe ich die Hände und fahre mit den Fingern um meine Brustwarzen, wodurch sie sich noch deutlicher aufrichten.„Fuck. Fuck. Fuck“, flucht Rion.Und dann … dämmert es mir.Ich verstehe jetzt







