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Kapitel 60 — Der Rausch

Author: Déesse
last update publish date: 2026-03-29 21:45:00

CLÉMENCE

Ich gehe im Regen, die Arme um meine Brust geschlungen, unfähig, das Lächeln zu zügeln, das mich verzehrt. Die Nacht klebt an meiner Haut, die Tropfen rinnen durch mein verfilztes Haar, aber es ist mir egal. Alles brennt noch in mir. Jeder Schritt hallt wie ein Sieg.

Er hat mich genommen. Endlich.

Ich spüre noch sein Gewicht, seine Hitze, seine Gewalt. Das Mal seiner Hände auf meinen Hüften, der Biss seiner Finge

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    GABRIELIch wollte nicht kommen.Ich wiederhole es mir bei jedem Schritt, wie eine Entschuldigung, wie ein Flehen. Ich wollte nicht. Ich hatte geschworen. Ich hatte gebetet, bis meine Lippen bluteten. Ich hatte mich unter dem Kreuz verneigt, angefleht, dass man mir dieses Feuer aus dem Leib reiße. Aber die Nacht hat mich wieder ergriffen.Zwei Wochen. Vierzehn Nächte ohne Schlaf.Sie verfolgt mich. Ihr Lachen durchbohrt meine Träume wie eine Klinge, ihre Hände kratzen über meine schlafende Haut. Ich öffne die Augen und höre noch ihre Stimme. Ich schließe die Lider und sehe ihr Gesicht. Der Hass, das Gebet, das Weihwasser … nichts hilft. Alles kehrt sich um. Alles wird zu Hunger.Also gehe ich.Der Mantel klebt an meiner Haut, der Atem ist kurz. Die Gassen verurteilen mich, jeder Stein hallt wider wie ein Totenglöckchen. Der Wind schlägt mir ins Gesicht, doch in mir brennt die

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    GABRIELIch schlafe nicht.Ich glaube, ich habe seit jener Nacht nie wieder geschlafen. Meine Augen habe ich geschlossen, ja, aber was ich sah, war nichts Erholsames. Es war kein Schlaf, es war ein Abstieg.Denn sie ist da.Clémence.Sie sitzt auf meinem Bettrand. Ihre Haare triefen von einem Regen, der nicht existiert. Ihr Kleid klebt an ihr wie eine zweite Haut, und ihr Lächeln durchschneidet die Nacht wie eine offene Wunde. Dieses Lächeln … es ist nicht mehr ihres. Es ist nicht mehr sanft, nicht mehr zerbrechlich. Es ist ein Lächeln, das verschlingt.Ich blinzele. Das Bett ist leer. Das Holz knarrt. Die Luft regt sich nicht. Aber im Schatten der Wand bewegt sich etwas. Eine Silhouette, die kein Recht hat, hier zu sein. Der Schatten streckt sich, entfaltet sich, nimmt ihre Formen an. Hüften. Schultern. Lippen. Und diese Stimme … diese Stimme, von der ich glaubte, sie für immer mein Ei

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  • Küss mich 2.1   Kapitel 60 — Der Rausch

    CLÉMENCEIch gehe im Regen, die Arme um meine Brust geschlungen, unfähig, das Lächeln zu zügeln, das mich verzehrt. Die Nacht klebt an meiner Haut, die Tropfen rinnen durch mein verfilztes Haar, aber es ist mir egal. Alles brennt noch in mir. Jeder Schritt hallt wie ein Sieg.Er hat mich genommen. Endlich.Ich spüre noch sein Gewicht, seine Hitze, seine Gewalt. Das Mal seiner Hände auf meinen Hüften, der Biss seiner Finger um mein Handgelenk, seine tiefen Stöße, die mich gebrochen und zugleich offenbart haben. Nichts kann das auslöschen. Nicht einmal sein Hass.Ich komme vor meiner Tür an, durchnässt, außer Atem. Ich stecke den Schlüssel ein, trete in meine dunkle Wohnung. Die Stille empfängt mich, sanft, beruhigend. Ich lasse meine Kleider zu Boden fallen, eines nach dem anderen, ohne darauf zu achten. Meine nackten Füße kleben auf dem Parkett.

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