เข้าสู่ระบบ„Du hast keine Ahnung, wie lange ich schon auf dich gewartet habe.“
Bevor ich ihn fragen kann, was er damit meint, bevor mein Verstand überhaupt begreifen kann, wie unglaublich das alles ist, räuspert sich der Priester nervös und beginnt mit der Zeremonie. Alles geschieht in einem beängstigenden, schwindelerregenden Rausch. Die Gebete hallen von den hohen Steinwänden wider, die grellen Kamerablitze zucken im hinteren Teil der Kirche wie kleine Gewitter auf, und überall um uns herum tuscheln wohlhabende Gäste hinter ihren seidenen Taschentüchern. Sie halten mich für die strahlende Vorzeigetochter der Familie. Sie glauben, Celeste habe endlich ihren Märchenprinzen gefunden, einen Milliardär. Keiner von ihnen weiß, dass die echte Braut mitten in der Nacht davongelaufen ist und ihre stille, unscheinbare jüngere Schwester zurückgelassen hat, damit diese ihr Kleid anzieht und geradewegs in eine Falle läuft.
Während all dessen lässt Adrian meine Hand nicht ein einziges Mal los. Seine Finger sind warm, kräftig und von einer beinahe unheimlichen Entschlossenheit. Jedes Mal, wenn ich versuche, meine Hand zurückzuziehen, verstärkt er seinen Griff gerade so weit, dass er mich daran erinnert, dass es kein Entkommen gibt. Ich blicke zu seinem Gesicht auf und betrachte die markante Linie seines Kiefers, sein dunkles Haar und die intensive Konzentration in seinen Augen. Dieser Mann kontrolliert Banken, Wolkenkratzer und internationale Märkte. Er ist kalt, rücksichtslos und erschreckend intelligent. Warum hat er also nicht protestiert? Warum hat er die Hochzeit nicht sofort abgesagt, als er mein Gesicht unter dem weißen Spitzenschleier erkannt hat?
„Willst du, Adrian Vale, diese Frau zu deiner rechtmäßig angetrauten Ehefrau nehmen?“, fragt der Priester.
Adrian sieht den Priester nicht einmal an. Seine dunklen Augen bleiben fest auf meine gerichtet. „Ja, ich will“, antwortet er mit tiefer, ruhiger Stimme und einer Entschlossenheit, die keinen Zweifel zulässt.
Als ich an der Reihe bin, zittert meine Stimme so sehr, dass ich die Worte kaum herausbringe. „Ja ... ich will.“
Und einfach so, nach dem Austausch goldener Eheringe und einem schnellen Federstrich auf der Heiratsurkunde, bin ich nicht mehr nur Elena Marlowe. Ich bin Mrs. Adrian Vale.
Der Hochzeitsempfang ist ein Albtraum aus aufgesetztem Lächeln und Blitzlichtgewitter. Hunderte Menschen drängen sich um uns, nippen an teurem Champagner und überschütten uns mit Glückwünschen. Meine Mutter sieht aus, als würde sie vor Erleichterung jeden Moment in Ohnmacht fallen, während mein Vater Adrian immer wieder nervöse Seitenblicke zuwirft. Er hat offensichtlich Angst, dass der Milliardär es sich plötzlich anders überlegt und unsere Familie doch noch ins Verderben stürzt. Doch Adrian bleibt vollkommen ruhig und hält einen Arm fest um meine Taille geschlungen. Seine Berührung jagt ein seltsames, elektrisierendes Kribbeln über meine Haut, das mir beinahe den Atem raubt.
„Lächle, Elena“, murmelt Adrian dicht an meinem Ohr. Sein warmer Atem lässt mir eine Gänsehaut über den Nacken laufen. „Alle beobachten uns. Du siehst aus, als wärst du auf dem Weg zu deiner eigenen Hinrichtung.“
„Weil es sich praktisch genauso anfühlt“, flüstere ich zwischen zusammengebissenen Zähnen zurück, während ich mein aufgesetztes Lächeln für die Kameras aufrechterhalte. „Du hättest die Hochzeit verhindern müssen. Du hast gesehen, dass ich es bin. Warum hast du nicht alles abgesagt?“
Adrian antwortet nicht sofort. Stattdessen nimmt er einen Schluck Champagner. Seine Augen verdunkeln sich, als er auf mich hinabblickt. „Wer sagt denn, dass ich irgendetwas absagen wollte?“
Mein Magen zieht sich schmerzhaft zusammen. „Du wolltest Celeste. Jeder weiß, dass du die goldene Tochter der Familie Marlowe heiraten wolltest, um eure Geschäftsallianz abzusichern. Ich bin doch nur ... ich bin nur der Ersatz.“
„Nenn dich nie wieder so“, sagt Adrian. Plötzlich ist jede Wärme aus seiner Stimme verschwunden. Seine Worte klingen hart und schneidend. „Diese Ehe ist nicht vorübergehend, Elena. Und ich habe nicht die geringste Absicht, dich wie einen Ersatz für irgendjemanden zu behandeln.“
Bevor ich ihn fragen kann, was um alles in der Welt er damit meint, bevor ich begreifen kann, warum er sich einer Frau gegenüber, die er kaum kennt, so besitzergreifend verhält, schlägt die Uhr Mitternacht. Adrian führt mich entschlossen aus dem überfüllten Ballsaal, bevor irgendjemand protestieren kann.
Anstatt mich zum prächtigen Anwesen der Familie Marlowe zu bringen, in dem meine Eltern leben, fährt uns sein eleganter schwarzer Wagen tief ins Herz der Stadt. Wir halten vor einem gewaltigen Wolkenkratzer aus Glas, und sein privater Aufzug bringt uns direkt in die oberste Etage.
Als sich die Türen öffnen, betrete ich ein riesiges, atemberaubendes Penthouse. Die raumhohen Glasfronten geben den Blick auf die leuchtende Skyline der Stadt frei, die sich unter uns wie ein Meer funkelnder Sterne ausbreitet. Es ist still, luxuriös und vollkommen menschenleer, abgesehen von uns beiden.
„Willkommen zu Hause“, sagt Adrian leise, lockert seine schwarze Krawatte und wirft sie auf einen Glastisch.
Panik steigt in meiner Brust auf. Ich mache einen Schritt zurück und verschränke schützend die Arme vor dem schweren Seidenstoff meines Brautkleides. „Zu Hause? Nein, warte. Das ist ein Fehler. Wir müssen über ein paar Grundregeln sprechen. Wir brauchen klare Grenzen. Wo ist mein Zimmer? Wir werden selbstverständlich getrennte Schlafzimmer brauchen.“
Adrian bleibt stehen. Langsam dreht er sich zu mir um, und um seine Mundwinkel spielt ein gefährliches, wissendes Lächeln. Er macht einen bedächtigen Schritt auf mich zu und verringert den Abstand zwischen uns, bis ich die Wärme spüren kann, die von seinem Körper ausgeht.
„Getrennte Schlafzimmer?“, wiederholt er mit einer tiefen, samtigen Stimme, die an dunkle Schokolade erinnert. „Du glaubst wirklich, wir werden hier Ehe spielen und in getrennten Zimmern schlafen, Elena?“
„Das müssen wir!“, stammle ich. Mein Rücken stößt gegen die kalte Fensterscheibe hinter mir, als er noch näher kommt. „Diese Ehe ist nicht echt! Sie ist eine geschäftliche Vereinbarung! Eine Lösung für das Chaos, das mein Vater angerichtet hat! Ich bin nur hier, weil meine Schwester davongelaufen ist, und du hast nur zugestimmt, weil du nicht wolltest, dass die Fusion scheitert! Wir kennen uns doch nicht einmal!“
Adrian streckt die Hand aus und legt seine große Handfläche sanft gegen die Glasscheibe direkt neben meinem Kopf. Damit hält er mich in dem kleinen Raum zwischen seinem Körper und dem Fenster gefangen. Seine dunklen Augen wandern prüfend über mein Gesicht. Ihm entgeht kein einziges ängstliches Blinzeln und kein nervöser Atemzug.
„Ich akzeptiere deine Regeln“, flüstert er und beugt sich so nah zu mir, dass ich seinen Atem an meiner Wange spüren kann. „Wir können Abstand halten. Wir können uns Zeit lassen. Ich werde dir alles geben, was du brauchst.“
Mein Herz schlägt mir bis zum Hals. „Du ... du bist wirklich einverstanden?“
„Ja“, antwortet Adrian sanft. Er hebt die Hand und streicht mir mit dem Daumen behutsam eine lose Haarsträhne aus dem Gesicht. „Mit allem, bis auf eine Sache.“
Ich schlucke schwer. Meine Stimme ist kaum mehr als ein piepsendes Flüstern. „W-welche Sache?“
Er sieht mich mit einer solchen Intensität an, dass sich der Raum um mich herum zu drehen scheint. In seinem Gesicht liegt eine seltsame, schmerzliche Sehnsucht, die meine Vorstellung von meinem kühlen, beherrschten Milliardärsgatten vollkommen zerstört.
„Ich weigere mich, so zu tun, als würde ich nichts für dich empfinden“, flüstert er.
Völlig verwirrt starre ich zu ihm auf, während sich meine Brust schnell hebt und senkt. Warum verhält er sich so? Warum sieht er mich an, als hätte ich persönlich die Sterne an den Himmel gehängt?
„Warum?“, hauche ich mit zitternder Stimme, während ich in seine dunklen, faszinierenden Augen blicke. „Warum siehst du mich so an? Was siehst du überhaupt, wenn du mich anschaust?“
Adrian hält meinem Blick stand. Ein langsames, sanftes Lächeln berührt seine Lippen, während die schwere Wahrheit endlich zwischen uns in der Luft liegt.
„Weil du mir vor drei Jahren“, antwortet Adrian leise, „eine Nacht geschenkt hast, die ich niemals vergessen habe.“
Ich erwachte mit dem eisigen Gewicht der anonymen Drohung auf meiner Brust.Elena schlief noch immer tief und fest neben mir auf dem Sofa im Arbeitszimmer. Ihr Atem ging ruhig und gleichmäßig, friedlich, als hätte sie keine Ahnung von dem Sturm, der sich jenseits unserer gläsernen Wände zusammenbraute.Ich blickte auf das Foto, das auf meinem Handybildschirm leuchtete.Elena.Im strömenden Regen.Neben Damian Cross.Etwas Wildes und Dunkles regte sich in mir. Der beinahe gewaltsame Drang, die ganze Welt auseinanderzunehmen, wenn es nötig war, um sie zu beschützen.Um sieben Uhr morgens war aus der Drohung bereits eine öffentliche Hinrichtung geworden.Ich stand in der Küche und schenkte mir gerade Kaffee ein, als mein Tablet ununterbrochen zu vibrieren begann.Eine Medienmeldung nach der anderen.Das Foto von Elenas Treffen mit Damian war an die Presse gelangt und verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Nicht nur in den Medien, sondern auch unter den Vorstandsmitgliedern von Vale Industri
Ich stand im Türrahmen des Wohnzimmers meines Penthouses und beobachtete, wie das sanfte Licht des Laptopbildschirms Elenas Gesicht in der Dunkelheit erhellte.Sie presste das Telefon fest an ihr Ohr. Tränen liefen lautlos über ihre Wangen, während sie der zitternden Stimme ihrer Schwester lauschte.Als ich hörte, wie Celeste sagte, Richard habe genau gewusst, was Elena passieren würde, kochte Wut in mir hoch.Doch etwas anderes ließ mir das Blut in den Adern gefrieren.Ein Name, den mein Sicherheitsteam gerade in meinem privaten Netzwerk markiert hatte.Damian Cross.Damian war vor Jahren einer meiner engsten Freunde gewesen, bevor das Geschäft einen Keil zwischen uns getrieben hatte. Und jetzt mischte er sich direkt in das Chaos der Familie Marlowe ein.Er benutzte Elena, um Druck auf Vale Industries auszuüben.In dem Moment, als Elena das Gespräch beendete, wischte sie sich hastig über das Gesicht und sah zu mir auf.Erschrocken.Sofort versuchte sie, das sichere Wegwerfhandy hinte
Der Regen peitschte mir wie winzige Eisnadeln ins Gesicht, doch ich wich keinen Schritt zurück.Mitten auf der stockfinsteren Zufahrt blieb ich stehen und starrte den fremden Mann an, der sich Damian Cross genannt hatte. In den Taschen meines Mantels hatte ich die Hände zu Fäusten geballt. Meine Fingerknöchel waren vor Anspannung weiß.„Was wissen Sie über meine Schwester?“, verlangte ich zu wissen. Meine Stimme durchschnitt scharf das Tosen des Regens. „Wo ist Celeste?“Damian wischte sich das Wasser von der Stirn und machte einen langsamen, bedachten Schritt auf mich zu. Seine Hände hielt er weiterhin so, dass ich sie sehen konnte.„Ihre Schwester hat die Wahrheit über die Fusionsvereinbarung herausgefunden, Elena. Sie hat begriffen, dass es bei dem Geschäft Ihres Vaters nicht nur darum ging, Marlowe Enterprises zu retten. Der Vertrag war so angelegt, dass Ihrer Familie nach und nach sämtliche Vermögenswerte entzogen werden sollten – sogar Dinge, von denen Richard weder Ihnen noch C
Ich konnte keine Sekunde länger mit Adrian in diesem Archivraum bleiben.Der Anblick der Unterschrift seines verstorbenen Vaters am Ende des Dokuments hatte mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Doch was mir wirklich das Herz brach, war die Kälte in den Augen meines eigenen Vaters.Ich stürmte aus dem Raum, ignorierte Adrians Stimme, die hinter mir meinen Namen rief, und ging mit schnellen Schritten direkt zurück zum Hauptbüro meines Vaters.Ich musste den vollständigen Originalvertrag in die Hände bekommen, bevor Adrians Anwälte jede Spur dessen verschwinden ließen, was meine Familie getan hatte.Mein Vater stand hinter seinem Schreibtisch und schenkte sich ein Glas Wasser ein. Seine Hände zitterten so heftig, dass das Glas beinahe gegen die Karaffe schlug.Als ich durch die schweren Doppeltüren stürmte, verhärtete sich sein Gesicht augenblicklich.„Elena, was tust du hier?“Er knallte das Glas so heftig auf den Holzschreibtisch, dass Wasser über den Rand schwappte.„Du solltest
In dem Moment, als ich den tiefen Schmerz in ihren Augen sah, wich ich einen Schritt zurück.Es war, als würde direkt vor mir Glas zerspringen – und jede einzelne Scherbe wäre meine Schuld.Elena entzog sich mir. Ihre Hände zitterten, als sie die Arme schützend um ihren Körper legte. Mit geröteten, verweinten Augen starrte sie mich an. Wut loderte darin, wild und ungebändigt, vermischt mit einer Fassungslosigkeit, die mir beinahe den Atem nahm.„Warum?“, fragte sie.Ihre Stimme brach in der Stille des Archivraums.„Warum hast du mir nichts gesagt? Bei diesem Abendessen wusstest du bereits, wer ich war! Du wusstest es, als ich in Celestes Kleid zum Altar gegangen bin! Warum hast du es vor mir geheim gehalten?“Ich schluckte schwer.Die bedrückende Stille des Raumes lastete auf meiner Brust. Nichts wollte ich mehr, als die Hand nach ihr auszustrecken, sie an mich zu ziehen und ihr zu versprechen, dass alles wieder gut werden würde.Aber ich wusste, dass sie mich nur von sich stoßen würd
Die Worte hallen in meinem Ohr nach wie das Ticken einer Zeitbombe.„Du darfst Adrian nicht vertrauen. Aber was auch immer du tust, vertrau auch Papa nicht.“„Celeste! Warte, wo bist du?!“, schreie ich ins Telefon. Meine Finger umklammern das Handy so fest, dass meine Knöchel weiß hervortreten. „Was meinst du damit, dass ich Papa nicht vertrauen darf? Was ist hier los?!“Bevor sie antworten kann, ertönt ein scharfes, metallisches Klicken in der Leitung. Die Verbindung bricht ab, und zurück bleibt nur ein lauter, gleichmäßiger Ton, der mir deutlich macht, dass das Gespräch endgültig beendet ist.Langsam senke ich das Handy. Meine Brust hebt und senkt sich heftig, während mich eine beängstigende Welle des Schwindels überrollt. Meine Schwester ist irgendwo da draußen, voller Angst, und warnt mich vor den beiden mächtigsten Männern in meinem Leben.Und direkt auf der anderen Seite des Arbeitszimmers steht Adrian. Mit seinen dunklen, undurchdringlichen Augen beobachtet er jede meiner Bewe







