เข้าสู่ระบบIch bin nicht zu Hause.
Ich bin nicht in der Sicherheit meiner kleinen Wohnung, umgeben von meinen Skizzenblöcken.
Ich bin Mrs. Adrian Vale.
Ich schlage die schweren Seidendecken zurück und springe aus dem Bett, fest entschlossen, wieder die Kontrolle über mein Leben zu übernehmen. Ich weigere mich, eine Gefangene in einem goldenen Käfig zu sein, ganz gleich, wie reich oder attraktiv mein neuer Ehemann ist. Ich brauche mein Handy. Ich muss Celeste anrufen. Und ich muss einen Weg finden, aus diesem verrückten Chaos zu entkommen.
Als ich die helle, offene Küche betrete, bleibe ich wie angewurzelt stehen.
Adrian steht bereits an der Marmorarbeitsplatte. Er trägt ein makelloses schwarzes Hemd, dessen Ärmel bis zu den Ellbogen hochgekrempelt sind. Er arbeitet weder an seinem Computer noch liest er irgendwelche Geschäftsunterlagen. Stattdessen hält er eine kleine weiße Keramiktasse in der Hand und gießt mit ruhigen, sicheren Bewegungen heißen Kaffee hinein.
„Du bist wach“, sagt er, ohne sich auch nur umzudrehen, als könnte er meine Schritte auf dem Boden spüren. „Ich dachte mir, du magst deinen Kaffee kräftig, mit einem kleinen Schuss Hafermilch und ohne Zucker. Habe ich recht?“
Mir klappt der Mund auf. Ich mache einen langsamen Schritt nach vorn und starre ihn mit weit aufgerissenen Augen an.
„Woher ... woher weißt du, wie ich meinen Kaffee trinke? Das habe ich dir nie erzählt.“
Adrian dreht sich um und hält mir die Tasse entgegen. Auf seinen Lippen liegt ein sanftes, wissendes Lächeln.
„Wenn du gestresst bist, magst du deinen Kaffee bitter, Elena. Das hilft dir, dich besser zu konzentrieren.“
Ein eisiger Schauer läuft mir über den Rücken. Meine Hände zittern leicht, als ich ihm die Tasse abnehme und die Wärme durch meine Handflächen strömt.
Woher weiß er das?
Ich habe erst in meinem letzten Studienjahr angefangen, meinen Kaffee so zu trinken, als ich für meine Prüfungen in Innenarchitektur ganze Nächte durchlernen musste. Ich habe ihm nie davon erzählt. Weder bei der Hochzeit noch bei dem Familienessen vor einigen Wochen.
„Du weißt viel zu viele Dinge über mich“, flüstere ich mit zitternder Stimme und weiche zurück. „Das macht mir Angst. Wer bist du wirklich, Adrian?“
Bevor er antworten kann, erklingen plötzlich sanfte Jazzmelodien aus den versteckten Lautsprechern in der Decke.
Es ist mein Lieblingsinstrumentalstück.
Genau das Lied, das ich über meine Kopfhörer höre, wenn ich die Welt um mich herum ausblenden und einen neuen Raum entwerfen möchte.
Ich knalle meine Kaffeetasse auf die Arbeitsplatte, sodass die Flüssigkeit über den Rand schwappt.
„Hör auf damit! Mach diese Musik aus! Hör auf, dich so zu benehmen, als könntest du meine Gedanken lesen!“
Adrians Lächeln verschwindet. Stattdessen liegt nun ein stiller, durchdringender Ausdruck in seinen Augen.
„Du erträgst keinen Lärm, wenn du aufgewühlt bist“, sagt er sanft. Seine tiefe Stimme scheint mich regelrecht einzuhüllen. „Ich versuche nur, dafür zu sorgen, dass du dich hier zu Hause fühlst.“
„Das hier ist nicht mein Zuhause!“, schreie ich, während mir endgültig der Geduldsfaden reißt. „Ich habe mir das alles nicht ausgesucht! Ich habe nicht darum gebeten, dich zu heiraten! Ich habe nicht darum gebeten, wie irgendein Teil des Firmenvermögens verschachert zu werden! Und ganz bestimmt habe ich nicht um einen Ehemann gebeten, der sich wie ein Stalker aufführt!“
Ich drehe mich um und renne in den Flur. Mit zitternden Fingern ziehe ich mein Handy aus der Tasche.
Zum hundertsten Mal seit gestern wähle ich Celestes Nummer.
Bitte geh ran, flehe ich stumm, während das Freizeichen in meinem Ohr ertönt. Bitte, Celeste. Geh einfach ans Telefon.
Es klickt in der Leitung, doch wieder springt nur die Mailbox an.
„Hallo, hier ist Celeste. Hinterlasst mir eine Nachricht.“
„Verdammt, Celeste!“, schreie ich in den leeren Flur und werfe vor Frustration den Kopf in den Nacken.
Warum geht sie nicht ans Telefon? Warum ist sie davongelaufen und hat mich mit diesem furchteinflößenden Milliardär allein gelassen?
Genau in diesem Moment höre ich, wie die schwere Eingangstür des Penthouses geöffnet und wieder geschlossen wird.
Vorsichtig spähe ich um die Ecke und sehe Adrian im Eingangsbereich stehen. Er hält sein Handy ans Ohr und hat einen äußerst ernsten, finsteren Gesichtsausdruck.
„Nein, sagen Sie die Besprechung heute Nachmittag ab“, sagt Adrian mit kalter, befehlender Stimme ins Telefon. „Die Abstimmung im Vorstand ist mir egal. Kümmern Sie sich darum. Ich muss weg.“
Ohne eine Antwort abzuwarten, beendet er das Gespräch und greift nach seinem maßgeschneiderten Sakko, das über der Rückenlehne des Sofas hängt.
Er hebt den Kopf und erwischt mich dabei, wie ich ihn vom Flur aus anstarre.
„Ich habe eine dringende Besprechung in meinem Büro“, sagt Adrian hastig und fixiert mich mit seinen dunklen Augen. „Ich muss für ein paar Stunden weg. Versuch nicht, das Gebäude zu verlassen, Elena. Mein Sicherheitsteam ist unten, und für die Aufzüge brauchst du meinen privaten Zugangscode.“
„Hältst du mich hier etwa gefangen?“, fauche ich und marschiere auf ihn zu.
„Ich sorge dafür, dass du in Sicherheit bist“, erwidert er bestimmt.
Dann dreht er sich um, geht hinaus und schließt die Tür mit einem lauten Klicken hinter sich ab.
In dem Moment, als ich den Signalton des Aufzugs höre und weiß, dass er verschwunden ist, schießt mir das Adrenalin durch die Adern.
Er glaubt, er kann mich einfach einsperren?
Er glaubt, ich werde hier sitzen und wie eine brave kleine Ehefrau auf ihn warten?
Ganz bestimmt nicht.
Ich eile zurück in sein privates Arbeitszimmer, einen großen, stillen Raum, dessen Wände von massiven Bücherregalen gesäumt sind und in dem schwere Ledersessel stehen.
Ich beginne, eine Schublade nach der anderen aufzuziehen, auf der Suche nach irgendetwas, das mir helfen könnte, zu verstehen, was hier eigentlich vor sich geht.
Meine Finger gleiten hastig über Steuerunterlagen, Firmenakten und juristische Dokumente, doch nichts davon ergibt für mich einen Sinn.
Dann streift meine Hand ganz hinten in der untersten Schublade, halb verborgen unter einem Stapel alter Finanzberichte, etwas Glattes.
Ich ziehe es heraus.
Es ist eine Fotografie auf dickem, glänzendem Papier.
Mir stockt der Atem, und plötzlich beginnt sich der Raum um mich herum zu drehen.
Ich starre auf das Bild hinunter. Meine Augen weiten sich vor völligem Unglauben.
Es ist eine Aufnahme von einer exklusiven Wohltätigkeitsgala in einem Luxushotel.
Vor drei Jahren.
Genau in jener Nacht, in der ich versucht habe, meiner Familie zu entkommen.
Genau in jener Nacht, in der mein Leben aus den Fugen geriet.
Genau in jener Nacht, in der ich einem geheimnisvollen, freundlichen Fremden im stillen Hotelgarten begegnet bin.
Ich starre auf den Hintergrund des Fotos und erkenne den steinernen Brunnen, den herabhängenden Efeu und die funkelnden Lichterketten.
Es ist genau dasselbe Hotel.
Genau dieselbe Nacht.
„Nein“, flüstere ich und presse das Foto an meine Brust. „Nein, das ist unmöglich.“
„Was ist unmöglich?“
Eine tiefe, ruhige Stimme hallt vom Türrahmen her durch den Raum.
Ich zucke erschrocken zusammen und lasse das Foto fallen. Mit einem lauten Klatschen landet es auf der Schreibtischplatte.
Ruckartig drehe ich mich um, wobei mein Rücken gegen die Kante eines schweren Bücherregals stößt.
Adrian steht in der Tür.
Er ist nicht in sein Büro gefahren.
Entweder hat er geahnt, dass ich nach Antworten suchen würde, oder er hat das Penthouse überhaupt nicht verlassen.
Sein Gesicht ist vollkommen ausdruckslos. Jede Wärme ist daraus verschwunden.
Langsam betritt er den Raum. Seine dunklen Augen sind fest auf das Foto gerichtet, das auf dem Schreibtisch liegt.
„Du warst dort“, hauche ich. Meine Stimme zittert so stark, dass die Worte kaum zu hören sind. „Du warst der Mann im Garten. Du warst der Fremde, mit dem ich vor drei Jahren gesprochen habe.“
Adrian bewegt sich nicht.
Er lächelt nicht.
Er streitet nichts ab.
Er steht einfach nur da und sieht mich mit einem intensiven, brennenden Blick an, der mir alles verrät, was ich wissen muss.
„Warum hast du es mir nicht gesagt?“, rufe ich, während mir die Tränen über die Wangen laufen. „Warum hast du bei dem Familienessen so getan, als würdest du mich nicht kennen? Warum hast du mich zum Altar gehen lassen, während ich glaubte, du würdest einfach meine Schwester heiraten?“
„Weil manche Dinge aus unserer Vergangenheit“, sagt Adrian sanft und macht einen langsamen, bedachten Schritt auf mich zu, „zu gefährlich sind, um darüber zu sprechen, bevor du bereit bist, die Wahrheit zu erfahren.“
„Die Wahrheit?“, schreie ich und weiche zurück, bis ich gegen die Wand stoße. „Du hast mich angelogen! Mein ganzes Leben ist eine Lüge! Meine Schwester ist verschwunden, meine Familie ist ruiniert, und der Mann, den ich geheiratet habe, spielt seit drei Jahren Spielchen mit mir!“
Bevor Adrian die Hand nach mir ausstrecken kann, bevor er auch nur ein weiteres Wort zu seiner Verteidigung sagen kann, vibriert mein Handy laut in der Tasche meines Rocks.
Mit zitternden Händen ziehe ich es heraus.
Der Bildschirm leuchtet auf.
Ein eingehender Anruf.
Eine unbekannte, unterdrückte Nummer.
Ich zögere einen Moment und werfe Adrian einen wütenden Blick zu. Dann drücke ich auf die grüne Taste und halte das Handy an mein Ohr.
„Hallo?“, hauche ich mit zitternder Stimme.
Zunächst höre ich nur ein leises Rauschen und schweres Atmen am anderen Ende der Leitung.
Dann durchschneidet ein sanftes, angsterfülltes Flüstern die Stille und lässt mir das Blut in den Adern gefrieren.
Es ist Celeste Marlowes Stimme.
„Elena, hör mir jetzt ganz genau zu. Du darfst Adrian nicht vertrauen. Aber was auch immer du tust, vertrau auch Papa nicht.“
Ich erwachte mit dem eisigen Gewicht der anonymen Drohung auf meiner Brust.Elena schlief noch immer tief und fest neben mir auf dem Sofa im Arbeitszimmer. Ihr Atem ging ruhig und gleichmäßig, friedlich, als hätte sie keine Ahnung von dem Sturm, der sich jenseits unserer gläsernen Wände zusammenbraute.Ich blickte auf das Foto, das auf meinem Handybildschirm leuchtete.Elena.Im strömenden Regen.Neben Damian Cross.Etwas Wildes und Dunkles regte sich in mir. Der beinahe gewaltsame Drang, die ganze Welt auseinanderzunehmen, wenn es nötig war, um sie zu beschützen.Um sieben Uhr morgens war aus der Drohung bereits eine öffentliche Hinrichtung geworden.Ich stand in der Küche und schenkte mir gerade Kaffee ein, als mein Tablet ununterbrochen zu vibrieren begann.Eine Medienmeldung nach der anderen.Das Foto von Elenas Treffen mit Damian war an die Presse gelangt und verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Nicht nur in den Medien, sondern auch unter den Vorstandsmitgliedern von Vale Industri
Ich stand im Türrahmen des Wohnzimmers meines Penthouses und beobachtete, wie das sanfte Licht des Laptopbildschirms Elenas Gesicht in der Dunkelheit erhellte.Sie presste das Telefon fest an ihr Ohr. Tränen liefen lautlos über ihre Wangen, während sie der zitternden Stimme ihrer Schwester lauschte.Als ich hörte, wie Celeste sagte, Richard habe genau gewusst, was Elena passieren würde, kochte Wut in mir hoch.Doch etwas anderes ließ mir das Blut in den Adern gefrieren.Ein Name, den mein Sicherheitsteam gerade in meinem privaten Netzwerk markiert hatte.Damian Cross.Damian war vor Jahren einer meiner engsten Freunde gewesen, bevor das Geschäft einen Keil zwischen uns getrieben hatte. Und jetzt mischte er sich direkt in das Chaos der Familie Marlowe ein.Er benutzte Elena, um Druck auf Vale Industries auszuüben.In dem Moment, als Elena das Gespräch beendete, wischte sie sich hastig über das Gesicht und sah zu mir auf.Erschrocken.Sofort versuchte sie, das sichere Wegwerfhandy hinte
Der Regen peitschte mir wie winzige Eisnadeln ins Gesicht, doch ich wich keinen Schritt zurück.Mitten auf der stockfinsteren Zufahrt blieb ich stehen und starrte den fremden Mann an, der sich Damian Cross genannt hatte. In den Taschen meines Mantels hatte ich die Hände zu Fäusten geballt. Meine Fingerknöchel waren vor Anspannung weiß.„Was wissen Sie über meine Schwester?“, verlangte ich zu wissen. Meine Stimme durchschnitt scharf das Tosen des Regens. „Wo ist Celeste?“Damian wischte sich das Wasser von der Stirn und machte einen langsamen, bedachten Schritt auf mich zu. Seine Hände hielt er weiterhin so, dass ich sie sehen konnte.„Ihre Schwester hat die Wahrheit über die Fusionsvereinbarung herausgefunden, Elena. Sie hat begriffen, dass es bei dem Geschäft Ihres Vaters nicht nur darum ging, Marlowe Enterprises zu retten. Der Vertrag war so angelegt, dass Ihrer Familie nach und nach sämtliche Vermögenswerte entzogen werden sollten – sogar Dinge, von denen Richard weder Ihnen noch C
Ich konnte keine Sekunde länger mit Adrian in diesem Archivraum bleiben.Der Anblick der Unterschrift seines verstorbenen Vaters am Ende des Dokuments hatte mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Doch was mir wirklich das Herz brach, war die Kälte in den Augen meines eigenen Vaters.Ich stürmte aus dem Raum, ignorierte Adrians Stimme, die hinter mir meinen Namen rief, und ging mit schnellen Schritten direkt zurück zum Hauptbüro meines Vaters.Ich musste den vollständigen Originalvertrag in die Hände bekommen, bevor Adrians Anwälte jede Spur dessen verschwinden ließen, was meine Familie getan hatte.Mein Vater stand hinter seinem Schreibtisch und schenkte sich ein Glas Wasser ein. Seine Hände zitterten so heftig, dass das Glas beinahe gegen die Karaffe schlug.Als ich durch die schweren Doppeltüren stürmte, verhärtete sich sein Gesicht augenblicklich.„Elena, was tust du hier?“Er knallte das Glas so heftig auf den Holzschreibtisch, dass Wasser über den Rand schwappte.„Du solltest
In dem Moment, als ich den tiefen Schmerz in ihren Augen sah, wich ich einen Schritt zurück.Es war, als würde direkt vor mir Glas zerspringen – und jede einzelne Scherbe wäre meine Schuld.Elena entzog sich mir. Ihre Hände zitterten, als sie die Arme schützend um ihren Körper legte. Mit geröteten, verweinten Augen starrte sie mich an. Wut loderte darin, wild und ungebändigt, vermischt mit einer Fassungslosigkeit, die mir beinahe den Atem nahm.„Warum?“, fragte sie.Ihre Stimme brach in der Stille des Archivraums.„Warum hast du mir nichts gesagt? Bei diesem Abendessen wusstest du bereits, wer ich war! Du wusstest es, als ich in Celestes Kleid zum Altar gegangen bin! Warum hast du es vor mir geheim gehalten?“Ich schluckte schwer.Die bedrückende Stille des Raumes lastete auf meiner Brust. Nichts wollte ich mehr, als die Hand nach ihr auszustrecken, sie an mich zu ziehen und ihr zu versprechen, dass alles wieder gut werden würde.Aber ich wusste, dass sie mich nur von sich stoßen würd
Die Worte hallen in meinem Ohr nach wie das Ticken einer Zeitbombe.„Du darfst Adrian nicht vertrauen. Aber was auch immer du tust, vertrau auch Papa nicht.“„Celeste! Warte, wo bist du?!“, schreie ich ins Telefon. Meine Finger umklammern das Handy so fest, dass meine Knöchel weiß hervortreten. „Was meinst du damit, dass ich Papa nicht vertrauen darf? Was ist hier los?!“Bevor sie antworten kann, ertönt ein scharfes, metallisches Klicken in der Leitung. Die Verbindung bricht ab, und zurück bleibt nur ein lauter, gleichmäßiger Ton, der mir deutlich macht, dass das Gespräch endgültig beendet ist.Langsam senke ich das Handy. Meine Brust hebt und senkt sich heftig, während mich eine beängstigende Welle des Schwindels überrollt. Meine Schwester ist irgendwo da draußen, voller Angst, und warnt mich vor den beiden mächtigsten Männern in meinem Leben.Und direkt auf der anderen Seite des Arbeitszimmers steht Adrian. Mit seinen dunklen, undurchdringlichen Augen beobachtet er jede meiner Bewe







