Mein Babysitter beginnt, Mein Herz Zu Erobern

Mein Babysitter beginnt, Mein Herz Zu Erobern

last updateLast Updated : 2026-06-04
By:  Flora 62Updated just now
Language: Deutsch
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Die etwas über ein Jahr alte Monica fand in Nayla auf Anhieb eine Mutterfigur. Ihr Vater Kevin hatte Nayla gebeten, Monicas Spielmutter zu spielen. Doch das Zusammenbringen zweier Erwachsener – der eine berechnend, der andere kalt und arrogant – verlief nicht so reibungslos, wie Monica es sich vorgestellt hatte.

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Chapter 1

1. Arroganter Mann

Heute Abend liegt die Luft warm über dem ganzen Straßenmarkt an der Jalan Veteran. Eine Reihe von Händlerkarren reiht sich ordentlich links und rechts der Straße auf, jeder einzelne strahlt goldenes Laternenlicht aus, das Schatten auf den nassen Asphalt wirft, der noch vom Regen des Nachmittags feucht ist. Eine Mischung von Düften verschiedenster Speisen steigt in die Luft, überlagert sich, buhlt gegenseitig um die Aufmerksamkeit jedes Passanten.

Zwischen den Karrenreihen steht ein junges Mädchen voller Eifer hinter einem Karren mit der Aufschrift "Sate Nayla", die mit leuchtend roter Farbe auf ein einfaches Holzbrett geschrieben ist. Ihr Name ist Nayla, sie ist erst einundzwanzig Jahre alt, doch ihre Hände sind bereits geschickt darin, Dutzende von Saté-Spießen zu fächeln, die ordentlich über der glühenden Holzkohle aufgereiht sind. Weißer Rauch steigt von ihrem Karren auf und trägt den Duft von brutzelndem Fleisch in alle Richtungen.

Nayla hat ihr Geschäft erst vor wenigen Monaten begonnen. Mit einem bescheidenen Kapital und brennendem Ehrgeiz hat sie ein kleines Stück Platz am Rande dieses Nachtmarktes gemietet. Die Straße ist eigentlich keine reine Fußgängerzone. Fahrzeuge fahren hier noch immer, wenn auch langsam, weil sie sich durch den engen Korridor navigieren müssen, der von den Händlerkarren auf beiden Seiten eingesäumt wird.

"Saté hier, Kak! Hähnchensaté, Ziegensaté, noch ganz heiß vom Grill!" ruft Nayla einem jungen Paar zu, das an ihrem Karren vorbeigeht.

Das Paar lächelt und bestellt zwei Portionen. Nayla ist sofort flink zur Stelle, ihre Hände arrangieren geschickt die Saté-Spieße auf einem Pappteller und übergießen sie dann mit der dicken Erdnusssauce, die sie seit dem Nachmittag selbst angerührt hat. Es ist das Rezept ihrer Mutter, der einzige Schatz, den Nayla für den kostbarsten der Welt hält.

Der Abend ist schon weiter fortgeschritten, etwa halb neun. Die Straße leert sich langsam, auch wenn einige Karren noch geöffnet sind. Nayla ist gerade dabei, die rohen Saté-Spieße auf ihrem kleinen Tisch neu zu ordnen, als ihre Ohren das Geräusch eines näher kommenden Automotors auffangen.

Sie dreht sich kurz um. Eine schwarze, luxuriöse Limousine fährt langsam in den Korridor des Nachtmarktes ein. Ein solches Auto verirrt sich nur selten hierher. Normalerweise fahren hier nur Motorräder oder gelegentlich ein altes Auto von Anwohnern. Nayla betrachtet das Auto einen Moment lang und wendet sich dann wieder ihrer Arbeit zu.

Doch dann geschieht alles sehr schnell.

Das Auto, das eben noch geradeaus fuhr, schert plötzlich nach links aus, genau in Richtung von Naylas Karren. Reifen quietschen auf dem nassen Asphalt. Nayla kann nur einen Schritt zurückweichen, bevor die Front des Wagens hart gegen die Ecke ihres Karrens kracht.

KRACH!

Naylas Karren wird zur Seite gestoßen. Die fertigen Saté-Spieße fliegen vom Grill. Die Pappteller mit den bestellten Spießen stürzen zu Boden. Die Flasche mit der Erdnusssauce zerbricht, ihr Inhalt ergießt sich auf den Asphalt, vermischt sich mit Staub und Regenwasser. Die glühende Holzkohle verstreut sich, einige Stücke glühen noch rot, bevor sie auf dem feuchten Boden langsam erlöschen.

Nayla ist für eine oder zwei Sekunden erstarrt, ihre Augen betrachten die Szene ungläubig. Dann packt sie die Wut.

"He! Was soll das?!" schreit Nayla, während sie auf die schwarze Limousine zugeht. Ihre Hände sind an den Seiten zu Fäusten geballt. "Hast du nicht gesehen, dass du gegen meinen Karren gefahren bist?! Meine ganze Ware ist ruiniert, weißt du das!"

Die Scheiben des Wagens sind fest verschlossen. Nayla kann ihr eigenes Spiegelbild auf der dunklen Scheibe sehen. Sie klopft mit den Fingern gegen das Glas, hart und ungeduldig.

Im Wagen sitzt ein junger Mann hinter dem Steuer. Sein Gesicht ist gutaussehend, mit einer markanten Kinnpartie und schwarzem Haar, das ordentlich nach hinten gekämmt ist. Er ist um die dreißig, doch sein Aussehen wirkt noch jugendlich. Der teure graue Anzug, den er trägt, ist an den Ärmeln ein wenig zerknittert, ein Zeichen, dass er von einem langen Arbeitstag kommt.

Sein Name ist Kevin Tanjaya.

Kevin stößt einen tiefen Seufzer aus, während er nach vorne starrt, auf die Stelle, an der sein Auto gerade gegen den Karren des Saté-Verkäufers gefahren ist. Seine Hände umklammern das Lenkrad noch immer fest. Dann gleitet sein Blick zum Beifahrersitz neben ihm, der ein wenig höher gestellt ist. Dort sitzt ein kleines Mädchen von fast zwei Jahren mit großen, runden Augen. Ihr dünnes, schwarzes Haar ist oben am Kopf zu einem kleinen Zopf gebunden.

Monica.

Das Kind hält das Lenkrad noch immer mit seinen winzigen Händen fest, als ob es das Chaos, das es gerade verursacht hat, gar nicht wahrgenommen hätte. Ihr Mund ist geöffnet, und das einzige Wort, das über ihre Lippen kommt, ist:

"Mama! Mama!"

Monica schreit, während sie aus der Windschutzscheibe starrt, in Richtung der jungen Frau, die mit wutverzerrtem Gesicht neben dem Auto steht.

Kevin löst Monicas Hände sanft vom Lenkrad. "Monica, fass Papas Lenkrad nicht an," sagt er in ruhigem, aber bestimmtem Ton.

Normalerweise fährt Kevin nie selbst. Er hat einen privaten Chauffeur, der ihn immer bringt. Aber heute Abend ist es anders. Nachdem er den ganzen Tag im Büro zugebracht hat, will er Zeit mit Monica verbringen. Er will mit seiner kleinen Tochter spazieren fahren, die Atmosphäre der Stadt am Abend sehen, eine einfache Sache, die er wegen seines vollen Terminkalenders nur selten tun kann. Deshalb hat er beschlossen, selbst zu fahren.

Eine Entscheidung, die sich als riesiger Fehler herausgestellt hat.

Der Weg durch den Nachtmarkt ist schmaler, als er gedacht hatte. Händlerkarren drängen sich dicht an beiden Straßenseiten, sodass nur ein enger Korridor bleibt, durch den ein einzelnes Auto vorsichtig passt. Kevin hatte sein Tempo bereits verlangsamt, doch Monica, die auf dem Beifahrersitz sitzt, hat ohne jede Vorwarnung plötzlich ihre Arme ausgestreckt und nach dem Lenkrad gegriffen. Ihre winzigen Hände haben das Lenkrad mit einer für ein Kleinkind erstaunlichen Kraft nach links gerissen, während sie nach draußen "Mama!" rief.

Und das Auto ist ausgebrochen und gegen Naylas Karren gefahren.

Auf dem Rücksitz sitzt eine alte Frau, um die sechzig, mit sorgenvollem Gesicht. Ihr Haar ist schon halb ergraut, und die Falten in ihrem Gesicht verraten ihr fortgeschrittenes Alter. Aber ihre Augen sind noch scharf und voller Aufmerksamkeit. Sie ist Tante Lan, Monicas Hauptbetreuerin, seit das Baby auf die Welt gekommen ist.

"Herr Kevin, das Mädchen da draußen..." sagt Tante Lan vorsichtig und wirft einen Blick aus dem Fenster.

Das Klopfen an der Autoscheibe wird lauter. Nayla steht noch immer dort, ihr Gesicht ist knallrot.

Kevin kurbelt das Fenster nicht herunter. Er dreht sich nicht einmal zu Nayla um. Für ihn ist das nur ein kleiner Unfall, der sich leicht regeln lässt. Er greift in seine Sakkotasche, holt sein Handy heraus, dreht sich dann nach hinten und gibt Tante Lan ein Zeichen.

"Tante, überweis tausend Dollar auf das Konto der Frau da," sagt er mit flacher Stimme, als spräche er über eine unbedeutende Bürobetriebsausgabe.

Tante Lan nickt. Sie öffnet die hintere Tür, steigt aus und geht auf Nayla zu, die noch immer mit geballten Fäusten neben dem Auto steht.

"Fräulein, entschuldigen Sie diesen Vorfall," sagt Tante Lan mit höflicher Stimme, während sie ihr Handy zückt. "Mein Herr möchte eine Entschädigung zahlen. Darf ich nach Ihrer Kontonummer fragen?"

"Entschädigung?" Nayla starrt Tante Lan mit Augen an, die noch immer vor Wut brennen. "Sehen Sie meinen Karren! Meine ganze Ware ist zerstört! Und der Mann, der das Auto gefahren hat, kommt nicht einmal raus, um sich zu entschuldigen!"

"Ich verstehe, Fräulein. Aber mein Herr möchte den gesamten Schaden ersetzen. Tausend Dollar." Tante Lan spricht die Summe deutlich aus, in der Hoffnung, dass dieser Betrag den Zorn des jungen Mädchens vor ihr besänftigen kann.

Nayla verstummt für einen Moment. Tausend Dollar? Das übersteigt den Schaden, den sie erlitten hat, bei Weitem. Ihr Karren ist zwar beschädigt, aber der Schaden ist nicht schwerwiegend. Der Verlust der heruntergefallenen Spieße und der verschütteten Sauce beläuft sich vielleicht auf zweihundertfünfzig bis dreihundert Dollar. Aber es geht hier trotzdem nicht nur ums Geld.

"Gut," sagt Nayla schließlich und nennt ihre Kontonummer in schroffem Ton. Tante Lan führt sofort die Überweisung aus.

Während die Überweisung noch läuft, hört man aus dem Wageninneren ein Geräusch, das Nayla ein wenig zusammenfahren lässt.

"Mama! Mama! Mamaaaa!"

Die Stimme ist klein, klar und voller Sehnsucht. Die Stimme eines kleinen Kindes, eines Mädchens, das aus dem Autoinneren schreit und dabei gegen die Fensterscheibe trommelt. Nayla kann die winzige Silhouette hinter dem dunklen Glas sehen, ein Paar kleiner Hände, die an der Scheibe kleben.

'Mama?' Nayla runzelt die Stirn. 'Wen ruft sie?'

"Die Überweisung ist getätigt, Fräulein." Tante Lan zeigt den Bildschirm ihres Handys als Beweis. "Nochmals, entschuldigen Sie die Unannehmlichkeiten."

Ohne Naylas Antwort abzuwarten, dreht sich Tante Lan um und steigt wieder in den Wagen. Die Tür fällt zu. Der Motor brummt leise, und die schwarze Limousine setzt sich langsam in Bewegung und verlässt den Ort.

Nayla steht da und blickt dem sich entfernenden Auto mit einem Gemisch von Gefühlen nach, die sie schwer entwirren kann. Das Geld ist eingegangen. Die Entschädigung ist mehr als ausreichend. Aber die Haltung der Person in diesem Auto, der Mann, der nicht einmal sein Fenster herunterkurbeln, nicht aussteigen, sie nicht ansehen und sich schon gar nicht entschuldigen wollte... Nayla fühlt sich, als wäre sie gerade wie etwas behandelt worden, das eines Gespräches nicht würdig ist. Wie Staub am Straßenrand, den man mit einem Geldschein einfach beseitigt.

"Verdammter reicher Schnösel," murmelt sie, während sie in die Hocke geht und die auf dem Boden verstreuten Saté-Spieße einsammelt.

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