ANMELDEN(Luisa)„Mit was droht er dir?“Alecs Stimme war plötzlich ganz ruhig.Seine Hände lagen noch immer an meinem Gesicht.Seine Daumen strichen vorsichtig meine Tränen fort.„Luisa…“Seine Augen suchten meine.„Sag es mir.“Ich schüttelte den Kopf.„Ich kann nicht…“„Doch.“„Nein.“ Meine Stimme brach.„Ich darf nicht.“Er runzelte die Stirn.Plötzlich…Erstarrte er. Sein Blick veränderte sich.Als hätte sich ein fehlendes Puzzleteil an seinen Platz gesetzt.„Moment mal…“Er flüsterte die Worte mehr zu sich selbst als zu mir.Seine Augen wurden größer.„Nein…“Ich sah ihn verwirrt an.„Alec…?“Er atmete scharf ein.„Er hat es dir gezeigt.“Mein Herz setzte aus. Ich sagte nichts.„Er hat dir das Video gezeigt.“Eine Träne lief über meine Wange.„Das Massaker.“ Seine Stimme zitterte.„Er hat dir das verdammte Massaker gezeigt.“Ich schluchzte leise.„Alec…“„Deswegen.“Er ließ die Hände sinken.Seine Augen füllten sich mit Entsetzen.„Deswegen hast du mich angesehen, als wärst du vor einem M
(Luisa)Ich stand im Ankleidezimmer.Mehrere Frauen liefen um mich herum.Sie richteten mein Kleid.Steckten mir die Haare hoch.Legten mir dezentes Make-up auf.Jeder sprach davon, wie wunderschön ich heute aussah.Ich hörte kein einziges Wort.Mein Blick blieb auf mein Spiegelbild gerichtet.Die Frau, die mich daraus ansah…Erkannte ich kaum wieder.In mir tobte ein Sturm. Wut. Hass. Abscheu.Alles richtete sich gegen Mason.Allein der Gedanke an ihn ließ meinen Magen verkrampfen.Für einen kurzen, erschreckenden Moment kam mir sogar ein Gedanke.Was wäre, wenn ich so täte, als würde ich ihn wollen?Wenn ich ihn verführen würde…Nur, um ein Messer zu nehmen…Und es ihm direkt ins Herz zu rammen.Ich schloss die Augen.Der Gedanke verschwand so schnell, wie er gekommen war.Nein. Mason war nicht dumm.Er misstraute jedem. Er ließ mich kaum einen Moment aus den Augen.Und vor allem…Würde er mich niemals in seine Nähe lassen, wenn er nicht sicher wäre, dass ich keine Gefahr für ihn dar
(Alec) Drei Wochen später… Ich saß in meinem Büro. Allein. Der Raum war still. Vor mir stapelten sich Verträge. Mails. Geschäftsberichte. Doch seit drei Wochen brachte ich kaum noch etwas zustande. Ich funktionierte. Mehr nicht. Ich schlief kaum. Aß kaum. Und jedes Mal, wenn ich die Augen schloss, sah ich sie. Luisa. Wie sie gesagt hatte: „Ich werde ihn heiraten.“ Klopf. Klopf. „Herein.“ Die Tür öffnete sich. David trat ein. Sein Gesichtsausdruck gefiel mir überhaupt nicht. „Alec…“ Ich hob den Blick. „Es gibt da etwas… das du wissen solltest.“ Ich lehnte mich zurück. „Ja?“ Er kam langsam auf meinen Schreibtisch zu. Fast so, als hätte er Angst vor meiner Reaktion. Schließlich zog er sein Handy aus der Tasche. „Du solltest dir das ansehen.“ Er legte es vor mich. Ich griff danach. Eine Nachrichtenseite. Ganz oben in großen Buchstaben: OFFIZIELLER HOCHZEITSKLATSCH “Die Frau, die den bekanntesten CEO des Landes abgewiesen hat, sorgt erneut für Schlagz
(Luisa) Ich stand im Aufzug. Die Türen schlossen sich langsam vor mir. Nicht weinen. Nicht hier. Nicht jetzt. Ich presste meine Lippen zusammen und starrte auf die Zahlen über der Tür. Jede Etage, die der Aufzug nach unten fuhr, fühlte sich an wie ein weiterer Schritt weg von ihm. Von Alec. Von dem Mann, den ich noch immer liebte. Meine Brust schmerzte. Warum musste es so verdammt schwer sein? Ich wischte mir schnell über die Wange, bevor die nächste Träne fallen konnte. Niemand durfte mich so sehen. Und schon gar nicht Alec. Die Aufzugtüren öffneten sich. Ich hob den Kopf. Meine Maske war wieder da. Professionell. Als wäre nichts passiert. Ich verließ das Gebäude. Draußen schlug mir die kalte Luft entgegen. Ich lief die Straße entlang. Meine Schritte waren schneller, als ich eigentlich wollte. Es würde gleich losgehen. Ich musste einfach weg. Nur ein paar Minuten Ruhe. Nur einmal nicht stark sein müssen. Ich bog um die Ecke. Die Geräusc
(Alec) Ich donnerte das Handy gegen die Wand. Es zerschellte mit einem lauten Krachen. „AHHH!“ Mein Schrei donnerte durch das gesamte Rudelhaus. Ich sprang vom Bett auf. Mein Atem ging stoßweise. Meine Brust hob und senkte sich so schnell, dass es wehtat. Ich schlug mit der Faust gegen die Wand. Einmal. Noch einmal. „ER LÜGT!“ Putz rieselte zu Boden. Meine Knöchel platzten auf. Blut lief über meine Finger. „Alec!“ „HALT DIE FRESSE, ODIN!“ Ich stand da. Keuchend. Zitternd. „Sie würde niemals zu ihm zurückgehen.“ Meine Stimme brach. „Niemals.“ „Dann warum glaubst du ihm?“ Meine blutige Hand sank langsam. „Weil sie auf diesem verdammten Bild gelächelt hat.“ Ich sank langsam auf die Bettkante. Starrte auf meine blutigen Hände. „Was, wenn ich sie verloren habe, Odin?“ Mein Wolf schwieg. Und genau das machte mir am meisten Angst. Am nächsten Morgen… Ich stand unter der Dusche. Das Wasser prasselte auf meinen Körper, doch ich spürte e
(Luisa) Meine Augen waren schwer. Mein Körper auch. Langsam nahm ich wahr, dass ich mich bewegte. Oder besser gesagt … Ich hörte, wie etwas—Nein. Jemand mich bewegte. Ich wollte meine Augen öffnen. Doch meine Lider fühlten sich an, als würden Gewichte an ihnen hängen. Mit aller Kraft schaffte ich es schließlich, sie einen Spalt zu öffnen. Meine Augen waren verschwommen. Ich kniff die Augen zusammen und versuchte, etwas zu erkennen. Eine Gestalt. Groß. Breite Schultern. Dunkle Umrisse. Alec … Mein Herz stolperte. War das alles nur ein Traum gewesen? Mason? Kayla? Das Video? Alles? „Ich liebe dich, Luisa …“ Seine Stimme. Ein erschöpftes Lächeln legte sich auf meine Lippen. Alec. Ich spürte Küsse auf meiner Haut. Seine Hände berührten mein Gesicht. Strichen über meine Wangen. Seine Lippen wanderten an meinen Hals. Küssten mich dort. Immer wieder. „Alec …“, flüsterte ich schwach. Meine Augen fielen wieder zu. Gott sei Dank. Es war nur ein Traum gewesen.
(Luisa)Ich las weiter. Jede Zeile war gefüllt mit Fachtermini, mit Zahlen, Prozentangaben, juristischen Formulierungen. Ich spürte seinen Blick auf mir, prüfend, lauernd, als wartete er nur auf den kleinsten Fehler. Aber ich las durch – fließend, sicher, mit klarer Stimme. Je länger ich sprach, de
(Luisa)Sein Büro war so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Kühl. Edel. Viel zu groß. Schwarzer Marmor, goldene Akzente, bodentiefe Fenster mit Blick über die ganze Stadt. Und mittendrin: Er.Alec Black.Er ging ohne einen weiteren Blick auf mich zu seinem riesigen, dunklen Schreibtisch und ließ s
(Luisa)Da stand ich nun. Vor dem höchsten, beeindruckendsten Wolkenkratzer der Stadt. Noch vor drei Monaten hatte ich mein Studium im Bereich wirtschaftspolitische Systeme abgeschlossen – und heute sollte mein erster Tag bei einem der einflussreichsten Unternehmen des Landes beginnen. Mein Prakti
(Luisa)Der Morgen war grau, die Stadt verschluckt in Nebel – aber ich fühlte mich überraschend ruhig. Vielleicht war es der Schlaf, vielleicht das leise Trotzgefühl in mir. Ich hatte den ersten Tag überlebt. Und ja, mein Boss war ein Arschloch. Aber ich lebte noch.Meine Haare trug ich heute offen







